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Sachsen

Dem Winterblues entgegen – Resturlaubs-Ideen für Dresden

Der Winter ist ziemlich fies. Es ist früh dunkel, die Menschen sind alle gestresst und irgendwie hat man so gar keine Lust auf Urlaub in Deutschland. Im Sommer jedoch sind die Hotels teuer, die beliebtesten Reiseziele oft sehr überfüllt. Und ich, die sich von so ein bissl Kälte nicht von Städte-Kurzreisen abhalten lässt – habe mir meine Resturlaub-Tage geschnappt und bin gemeinsam mit meiner Freundin Anja im Januar dem Winterblues zum Trotz nach Dresden gefahren.

Dresden bei Nacht

Dresden… Nun ja – hat in den letzten Monaten nicht unbedingt den besten Ruf. Ein wenig besorgt waren wir schon, was uns dort erwarten würde – und doch haben wir die Reise nicht bereut. Dresden ist nicht nur Frauenkirche, Dresden ist nicht nur Elbe – die sächsische Stadt ist mehr als das.

Zimmer Holiday Inn

Untergebracht waren wir im Holiday Inn Dresden Neustadt, welches neben schönen Businesszimmern auch mit einem Schwimmbad und einem recht guten Frühstück punkten kann. Auch wenn es nicht direkt im Zentrum liegt, für uns war es wichtig, ein gutes und bezahlbares Hotel mit guter Anbindung zu haben. Nur knapp 150 Meter weiter fährt die Straßenbahn und zu Fuß kann man hier herrlich die Neustadt erkunden.

Die Dresdner Neustadt

Dresden Der goldene Reiter bei Nacht

Wer nach den klassischen „Sehenswürdigkeiten“ Dresden verlässt, hat wirklich was verpasst. Den wirklich sehenswerten Stadtteil von Dresden entdeckt man eigentlich erst, wenn man über die Augustusbrücke in die Neustadt läuft. Dort angekommen wird man vom Goldenen Reiter (der passenden zur Brücke Augustus den Starken symbolisiert) begrüßt.

Schaut man dahinter, will man eigentlich sofort wieder umdrehen. DDR Schick, Betonbauten und eine eher triste Allee beginnt hier. Diese jedoch solltet ihr ein paar Schritte laufen, oder sich einer der  Dresdner Nachtwächter-Führungen anschließen. Der Spaß kostet 15 Euro pro Person und wird in jeder Jahreszeit durchgeführt. Für die Wintertouren sollte man sich warm anziehen – Dresdner Nächte sind wirklich kalt! In knapp 2 Stunden erfahrt ihr so viel über die Dresdner Geschichte, lernt das älteste Haus Dresdens kennen und entdeckt vom Krieg verschonte wunderschöne Gebäude. Am Ende – kann ich euch versprechen – wird euch garantiert warm!

Eine kulinarische Weltreise und das verrückte Dresden

Die Neustadt hat aber nicht nur Geschichte zu bieten, die Gegenwart ist ebenso cool! Hinein in die Bautzner Straße und Stauffenbergallee,  vom Waldschlößchen bis hin zur Hansastraße findet ihr ein wunderschönes Wohnviertel mit ganz besonderen Inhalten.

Streetart Dresden Neustadt 5

Da ist der Hinterhof, der mit ganz besonderer Streetart aufwiegt, da ist der Stille Protest gegen die Salamisierung des Abendbrotes, da sind die Kuscheltiere, die auf dem Fahrrad stillschweigend auf ihre Herrchen warten oder die alten Desktop – PCs der 90er Jahre, die in einer Einfahrt abgestellt wurden, als würde sich dort gleich jemand hinsetzen und seine Büroarbeit beginnen.

Dresden Neustadt – das sind zigfache Restaurants, Cafes, Bars und Kneipen, in den man vom leckeren Frühstück, bis hin zur kulinarischen Weltreise alles erdenkliche zu essen bekommt (unsere Highlights findest du in der Infobox unten), in dem ihr in einem Wohnzimmer wie aus Omas Zeiten einen leckeren Cocktail genießen könnt und dich über zigfache vegane Imbisse wunderst. Bio und Vegan ist hier nicht nur eine Randerscheinung – Gesundes Essen wird hier gelebt. Im dem Szeneviertel wird mal nur selten eine „Kette“ finden und wer nicht aufpasst, versackt hier gerne mal im Bermuda-Dreieck (Kreuzung Louisen- zur Görlitzer Straße).

Nur bedingt zu empfehlen…Essen gehen im Yendize

Ich hielt es für so eine coole Story. Eine Zigarrenfabrik, die einst wie aus 1001 Nacht aufgebaut wurde, und heute als Wirtschaftsstandort und Restaurant genutzt wird. Die Auffahrt auf den Turm der Yenidze ist frei, wenn man das dortige Restaurant nutzt. Die Aussicht ist toll, aber das Restaurant ist vom Ambiente und von der Qualität des Essens nicht wirklich zu empfehlen. Positiv hervorzuheben ist jedoch die Bedienung, die absolut freundlich war. In der Kuppel vom Yenidze werden manchmal Märchen vorgelesen, eine wirklich tolle Idee und eine Aktion in die richtige Richtung – wie ich finde.

Ein „kalter Hund*“ mal anders interpretiert

Normalerweise gehe ich in Schauspielhäuser und Opernhäuser nur, wenn ich auch ein Stück sehen will. In Dresden hab ich hier eine Ausnahme gemacht, schließlich waren wir auf einen „Kaffee“ verabredet. Im William könnt ihr aber auch einkehren, wenn das Schauspielhaus noch gar nicht geöffnet hat. Zum Brunch oder zum Business Dinner. Ich habe mich dort an einem Kalten Hund mit weißer Schokolade probiert – Ein Träumchen!

Kulinarik im Schauspielhaus

Für alle, die vor einem Besuch im Schauspielhaus noch etwas kleines Essen wollen, empfiehlt sich der Kennenlernteller (drei kulinarische Grüße aus der William Küche inkl. ein Glas Wein für nur 12 Euro). Mit etwas Glück trifft man hier auch mal spontan die Schauspieler oder den Intendanten. Übrigens empfiehlt sich im Restaurant eine Reservierung, die gute Qualität hat sich herumgesprochen!

* den kalten Hund gibts leider nicht immer. Deshalb – immer mal wieder auf der Seite des Restaurants nachschauen.

Winterfreuden mit nem weißen Hirsch

Wer auf Schlittschuhfahren und Glühwein mit richtig guter Bratwurst steht, wer Spaß an einem Ausflug in einen Winterwonderland hat – der sollte sich aufmachen in den Ortsteil Bühlau. Besonders gute macht sich das in der Dunkelheit und bei leichtem Schneefall. Der Konzertplatz ist aber auch im Sommer eine Empfehlung! Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, könnt ihr meinen Erfahrungsbericht zum Weißen Hirsch im Winter lesen.

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Wer schon mal in Bühlau ist, für den lohnt sich tagsüber auch eine Talfahrt mit der Standseilbahn nach Loschwitz machen, wo ihr nicht nur das blaue Wunder erleben könnt (eine Brücke), sondern auch noch mit der Schwebebahn eine Berg und Talfahrt machen können. Beide Bahnen können von viel Geschichte berichten und bieten bei der Bergansicht tolle Ausblicke!

Ein Spaziergang durch das ruhige Dresden

Die Touristenattraktionen von Dresden sind ja selten wirklich unbesucht. Meist finden sich hier Menschenmassen, die von Guides zu allen Sehenswürdigkeiten geführt werden. Der Januar ist mit seinem kalten und teilweise auch usseligen Wetter ein Garant für menschenfreie Plätze.

Zwinger Dresden (2)

Wir haben den Innenhof des Dresdner Zwingers fast für uns allein gehabt, ich konnte am Abend die Semperoper fast ohne Menschen fotografieren und auch beim Anschauen der Frauenkirche begegnete ich fast keiner Menschenseele. Für mich besonders toll war jedoch der kleine Spaziergang auf der Elbpromenade von der Frauenkirche hin zur Semperoper. Im Schneegestöber begegnete uns eine Frau wie aus einem Märchen…

Besuch bei Schloss Moritzburg

Was tut man, wenn sich ein Besuch der Frauenkirche durch eine P-Demo quasi erledigt hat? Wir besuchten spontan die Moritzburg. Bei wirklich ungemütlichem Wetter entführte uns eine Kutsche in die Geschichte des „Lustschlosses“ – präsentierte uns einen binnenländischen Leuchtturm und zeigte uns bekannte Filmkulissen aus drei Haselnüsse für ein Aschenbrödel.

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Warum mir der Schuh des Aschenbrödels nicht gepasst hat, könnt ihr im Kutschfahrt bei Schloss Moritzburg nachlesen.

Wichtige HinweiseAnreiseInteressante Berichte aus dem Internet
  • Eine umfangreiche Sammlung der Kneipen und Restaurants der Neustadt hat „Kneipensurfer“ erarbeitet!
  • Unsere persönlichen Empfehlungen für Dresden Neustadt sind: Churros im Nibs (Kamenzer Str. 42), anschließend Shoppen im Tranquillo (Rothenburger Str. 43), anschließend ein wenig Streetart in der Neustadt entdecken und zum Abschluss ins Wohnzimmer (Jordanstraße 27) für einen Cocktail oder ein Stück Kuchen einkehren.
  • Das normale Tagesticket kostet 6,50 Euro für die öffentlichen Verkehrsmittel – wer unsere Tourvorschläge machen will, für den lohnt sich eine DresdenCard deshalb nur bedingt. Bitte beachtet, das ihr für die alten Bahnen in Löschwitz noch zusätzlich bezahlen müsst, da sie nicht im Öffi-Netz inkludiert sind.
  • Für Nachtwächterführung lohnt sich eine Voranmeldung, unsere Tour war sehr gut besucht. Wer gerne fotografiert, nehmt euer Stativ mit. Der Nachtwächter bleibt an einigen Stellen länger stehen, so dass sich Aufnahmen lohnen
  • Das Holiday Inn bietet interessante Arrangements für Dresden Entdecker an. Bitte beachtet, das der Weg vom Hotel zur Haltestelle nicht barrierefrei ist. Für die Anreise vom Bahnhof empfehlen wir ein Taxi (ca. 7 – 10 Euro)
  • Wer bei schlechtem Wetter einkaufen gehen will und dabei nicht auf die gängigen Läden verzichten will, in der Dresdener Innenstadt gibt es ein großes Einkaufszentrum mit allen gängigen Marken.

Der Flughafen Dresden wird von allen bekannten Flughäfen in Deutschland angeflogen. Wir sind damals mit Air Berlin gereist, von Düsseldorf gab es günstige und schnelle Verbindungen. Auch mit der Bahn oder dem Fernbus ist die Stadt gut angebunden. Wer mit dem Auto anreist, hat ebenfalls gute Chancen, sollte sich dann jedoch ein Hotel nicht unbedingt im Stadtzentrum nehmen. Die Stadt Dresden hat ein wirklich gutes Straßenbahnnetz, welches euch auch noch spät abends von A nach B bringt.

Offenlegung: Wir wurden für Flug und ÜN von Holiday Inn eingeladen. 

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

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