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In acht Tagen um die Insel – Island entdecken entlang der Ringstraße

Schon der Blick aus dem Fenster beim Landeanflug auf Keflavik lässt erahnen, dass uns ungewöhnliche Erlebnisse erwarten. Während die Maschine sanft zu Boden sinkt, taucht aus dem Wolkendickicht eine herbe braun-schwarze Vulkanlandschaft auf an deren Horizont die Dampfschwaden der blauen Lagune emporsteigen. Wir hatten uns entschieden, die Insel gegen den Uhrzeigersinn entlang der Ringstraße in acht Tagen zu umrunden. Rund 2300 Kilometer liegen vor uns.

Foto 25

Unsere erste Station ist der Flughafen von Keflavik. Früher war hier eine amerikanische Militärbasis. Jetzt ist der größte Flughafen Islands touristischer Dreh- und Angelpunkt. Da die Flüge aus Deutschland abends spät eintreffen, verbringen wir die erste Nacht im Flughafenhotel. Am nächsten Tag nehmen wir nach einem kargen Frühstück unser Auto in Empfang.

Ein Diesel mit permanentem Allradantrieb – genau das richtige Auto für die Insel auf der die Wege auch schon mal holprig sind. Auch wenn wir vorwiegend die Ringstraße abfahren werden, bereuen wir diese Wahl nicht.

Erster Tag: „Auenland“ – Geysire, Gullfoss, Seljalandsfoss und Skogafoss

Islandpferde sind typisch für die Insel
Islandpferde sind typisch für die Insel

Der erste Tag führt uns zu den weltbekannten Geysiren von Haukadalur und den Wasserfall Gulfoss. Hier im Südwesten der Insel beginnt im Juni alles zu blühen und wir fühlen uns unweigerlich an den Film Herr der Ringe erinnert.Er sollte ursprünglich auf Island gedreht werden, was aber leider an den Islandpferden scheiterte. Diese sind zu klein für die Reiterszenen und andere Pferde dürfen auch nicht für Drehaufnahmen eingeführt werden. So entschied man sich letztlich leider gegen Island.

Am Abend erreichen wir den Wasserfall Skogafoss. Im gemütlichen Skogar Guesthouse beziehen wir unsere Herberge und machen einen Abstecher ins nah gelegene Museum.

Erdhäuser in Skogar
Erdhäuser in Skogar

Dort kann man wie in Tolkiens Auenland die typischen isländischen Erdhäuser bestaunen, die noch bis ins 20. Jahrhundert dort gebaut wurden.

Zweiter Tag: Dyrholae, Vik und Hof

Strand von Dyrholae
Strand von Dyrholae

Nach dem Frühstück geht es an den Strand von Dyrholae. Hier erwartet uns ein gigantisches von schwarzer Lava geprägtes Panorama mit tosender Brandung und bizarren Felsen. Der Sage nach verbirgt sich hinter manchem ein versteinerter Troll, der hier einst an Land gehen wollte.

Die drei Trolle von Dyrholae
Die drei Trolle von Dyrholae

Am Abend kommen wir zum Ort Hof; der letzte grüne Flecken auf dem Weg in den Osten der Insel. Weiter ostwärts erstrecken sich riesige Lavafelder mit einer großen Formenvielfalt. Mal sind es wellenförmige Lavaskulpturen, das andere Mal türmt sich der erkaltete Strom zu kleinen Pagoden auf. Wieder kommen uns die tolkienschen Landschaften in den Sinn. Ja, das ist zweifels-ohne Mordor. Aber wir empfinden keinen Schrecken sondern pure Begeisterung.

Mordor lässt grüßen - Island
Mordor lässt grüßen

Dritter Tag: Die Eisberge von Jokulsarlon

Die Temperaturen sind inzwischen deutlich gefallen je mehr wir in den Osten der Insel gelangen. Dort liegt der Gletschersee Jokulsarlon, der tiefste See Islands. Er liegt am südlichen Rand des Gletschers Vatnajökull.

Jokulsarlon
Jokulsarlon

Für den James Bond Film „Stirb an einem anderen Tag“ wurde der See abgesperrt vom offenen Meer, sodass er vereiste, um zum Schauplatz für wilde Autoverfolgungen zu werden. Mit einem Amphibienfahrzeug schwimmen wir über den See mitten durch die Eisberge und kosten 1000 Jahre altes Gletschereis – schmeckt erstaunlich gut.

Island-Eis
Schon mal 1000 Jahre altes Eis probiert ?

Am Abend erreichen wir unser Hotel in Breiddalsvik. Wir sind die einzigen Gäste in dieser Nacht. Die Wirtin legt sich ordentlich ins Zeug und verwöhnt uns mit sensationellen isländischen Hamburgern und morgens mit einem gigantischen Frühstücksbuffet.

Vierter Tag: Dettifoss, Selfoss und Hverir

Was ist eigentlich typisch für Island ? Neben Vulkanen, Gletschern und Geysiren spielen Wasserfälle eine große Rolle. Heute geht es zu den Wasserfällen Dettifoss und Selfoss.

Mondlandschaft in Hverir
Mondlandschaft in Hverir

Gegen Abend besuchen wir die unwirkliche Marslandschaft von Hverir, wo heiße Dampfschwaden aus der Erde kommen und ein permanenter Schwefelgeruch in der Luft liegt. Wir übernachten in einer Anlage mit kleinen Holzhäusern am See Myvatn. Von dort haben wir einen schönen Blick auf erloschene Vulkankrater.

Hotel Hlid in Myvatn
Hotel Hlid in Myvatn

Fünfter Tag: Siglufjordur

Auf dem Weg in den Norden
Auf dem Weg in den Norden

Wir nähern uns dem Polarkreis im Norden Islands. Die Landschaft hat sich abermals verändert. Große Fjorde mit steilen Berghängen wie in Norwegen beherrschen das Bild.

Siglufjördur - die nördlichste Siedlung Islands

In einem solchen Fjord liegt auch das schöne Siglufjördur, die nördlichste Stadt Islands. Ein beschaulicher Ort mit bunten Holzhäusern am Hafen. Von hier aus besuchen wir auch die Provinzhauptstadt Akureyri und den Wasserfall Godafoss.

Godafoss - der Wasserfall Gottes
Godafoss – der Wasserfall Gottes

Sechster Tag: Dalvik

Dalvik
Dalvik

Ein Höhepunkt im Norden Islands ist sicherlich eine Beobachtung der zahlreichen Walarten, die sich in den Fjorden tummeln. Husavik ist die Hauptstadt des „Whale Watching“.

Wir aber starten vom beschaulichen Dalvik aus und bekommen tatsächlich zwei Buckelwale zu sehen. Ein unvergessliches Erlebnis. Auf dem Rückweg werden Fische geangelt, die wir später an Land zu Abend essen.

Siebter Tag: Isländische Launen in Borganes

Wer nach Island fährt muss sich auch schon mal auf schlechtes Wetter einstellen. Bis jetzt hatten wir Glück gehabt bei teilweise sommerlichen Temperaturen. Aber in Borganes zeigt uns der Wettergott, wie sich ein echter Sturm auf Island anfühlen kann. Bei heftigen Regen erreichen wir unser Hotel.

Sturm und Regen ziehen auf
Sturm und Regen ziehen auf

Den restlichen Abend verbringen wir dort. Nur zum Essen fahren wir kurz nach Borganes. In der Bucht tobt die See, der Regen peitscht uns zurück auf unser Zimmer, von wo aus wir das Spektakel weiter beobachten können.

Letzter Tag: Akranes, Reykjavik

An unserem letzten Tag besuchen wir den kleinen Ort Akranes mit seinem imposanten Leuchtturm. Er wurde mit Spendengeldern restauriert und dient heute als Ausstellungsort für einheimische Künstler.

Der Leuchtturm von Akranes
Der Leuchtturm von Akranes

Von dort aus geht es zu unserer letzten Etappe nach Reykjavik. Die islädische Hauptstadt ist sieben Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise wieder zu altem Glanz zurückgekehrt. Die Harpa, das Opernhaus am Hafen ist das Symbol für diesen Wiederaufstieg. Lange war sie eine Bauruine und ein Mahnmal für gescheiterte Träume.

Jetzt ist sie das kulturelle Herz der Stadt. In der angrenzenden Altstadt kann man herrlich bummeln, Schaufenster bestaunen oder einfach Zeit in den zahlreichen gemütlichen Gaststätten verbringen. Am Abend geht es zurück zum Flughafen Keflavik.

Island verabschiedet sich mit einem sehnsuchtsvollen roten Himmel gleich nach dem Start in die Heimat. Wir werden wiederkommen und uns die vielen anderen Sehenswürdigkeiten auch noch anschauen. Das Hochland, die Westfjorde all das liegt also noch vor uns und wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit dieser wunderschönen Insel.

ReiseplanungUnterkünfte/RouteMehr darüber im Internet
  • Wer nach Island möchte, sollte rechtzeitig mit der Planung beginnen. Die Hauptsaison und damit die teuerste Reisezeit sind die Monate Juli/August. Wir sind im Juni gereist, also kurz vor Saisonbeginn und hatten trotzdem gutes Wetter.
  • Hotels oder Herbergen lassen sich gut über Booking.com buchen.
  • Auf der ganzen Insel kann man problemlos mit Kreditkarte bezahlen.
  • Mietwagen kann man über die Plattform rentalcars.com buchen. Die Seite ermittelt die günstigsten Angebote nach den jeweiligen Vorgaben. Man kann das Auto dann gleich am Flughafen Keflavik abholen und los geht’s.
  • Nach Island fliegen neben Icelandair und Germanwings auch Wow-Air (Billigairline) und Air-Berlin

  • Das Flughafenhotel Smari ist ziemlich teuer aber praktisch, da die Flüge spät ankommen und man den Mietwagen erst am nächsten Tag abholen kann. Für umgerechnet € 180 pro Doppelzimmer mit Frühstück muss man gleich am ersten Tag die Zähne zusammenbeißen.
  • Dagegen ist das Skogar Guestgouse in Skogar eine günstige Herberge in familiärer Atmosphäre. Das Frühstück wird zusammen mit den anderen Gästen an einer riesigen Tafel eingenommen und ist fantastisch.
  • In Hof waren wir im Hotel Hof 1. Dort übernachtet man entweder im Haupthaus oder in einem der umliegenden Holzhäuser.
  • Sehr schön ist das Hotel Blafell in Breiodalsvik. Das Haus hat eine schöne Holzarchitektur mit schönen Zimmern. Ebenso gibt es einen schönen Gemeinschaftsraum mit großen gemütlichen Kamin und ein eigenes Restaurant mit den besten isländischen Hamburgern.
  • In Myvatn können wir das Hotel Hlid empfehlen. Auch dort übernachtet man im Holzhaus mit allem Komfort. Auch Campingfreunde können auf dem Gelände ein schönes Plätzchen finden.
  • In Siglufjördur ist das im Hafenviertel gelegene Siglunes Guesthouse eine gute Adresse. In der Umgebung findet man auch nette Restaurant, wo man z.B. die ausgezeichnete landestypische Lammsuppe essen kann – ein Muss für jeden Islandurlauber.
  • Das Guesthouse Tilraun in Blonduos ist zwar ohne Frühstück hat bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Gleich um die Ecke gibt es ein Restaurant mit landestypischen und polnischen Speisen.
  • Im schönen Borgarnes ist man im Hotel Hafnarfjall auf der anderer Seite der Bucht gut aufgehoben. Die Anlage präsentiert sich im amerikanischen Motelstil.

Egal wie gut man plant. Island ist eine teure Insel, wo ein Bier schon mal € 8 kostet. Man muss also selbst entscheiden, welche Prioritäten man setzten möchte. Aber egal ob Camping oder Hotel; ob Kleinwagen oder Geländefahrzeug. Man wird in jedem Fall belohnt und eins ist sicher: Die Insel mit all ihren Schönheiten gibt einem alles zurück – auf Heller und Pfennig.

Über den Autoren

Ewa & Walter

6 Kommentare

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  • Das war aber echt sportlich – in 8 Tagen einmal um Island. :) Wir waren im Mai kurz vor Saisonanfang auf der Insel. Da waren noch nicht viele Touristen da und es war immer Sonnenschein. :) Aber mega kalt, so um die 2°C. Brrrr.

    Island kann man mehrmals besuchen, ich will auch noch mal hin – dann aber ins Hochland. Wir haben nämlich nur Tagestouren von Reykjavik ausgemacht. Das weiteste war nach Jökulsárlón – zum Gletschersee. Das Eis war aber noch mit Schnee bedeckt und funkelte daher nicht so schön blau wie oben auf den Fotos und die Fahrzeuge waren auch noch nicht im Einsatz.

    LG Myriam

  • Island ist immer wieder eine Reise wert. Es gibt so viele schöne Flecken und jedes Mal, wenn ich dort war, nehme ich mir vor wiederzukommen und neues zu entdecken. Da geht es mir genauso wie euch! :)

    Viele Grüße
    Christian

  • Ihr gebt mit eurem Artikel und schönen Fotos eine gute Übersicht über eure Tour. Wie habt Ihr in 8 Tagen die 1.400 km und gleichzeitig das umfangreiche Besichtigungsprogramm bewältigt?

  • Island steht schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Und Eure traumhaft schöne Bilder haben mich wieder einmal in meinem Wunsch bestärkt.
    Vielen Dank für den schönen Bericht.
    Viele Grüße, Heike

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