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Sachsen Anhalt

Magdeburg mal anders: Vier besondere Tipps für einen Städtetrip

Kennt jemand von euch Magdeburg ? Die Landeshauptstadt von Sachsen Anhalt steht nun nicht wirklich auf jedermanns Reisewunschlisten und ist unter den Städten an der Elbe wohl die unbekannteste. Und ehrlich? Meine bisherigen „Stop-Over“ in der Otto-Stadt sind mir auch nicht unbedingt in Erinnerung geblieben.

magdeburg

Auf meiner Suche nach „unbekannten Schönheiten“ an der Elbe (damit meine ich nicht irgendwelche hübschen Frauen) wollte ich nun jedoch Magdeburg noch einmal die Chance geben – und habe mich knapp 30 Stunden dem Flair der Stadt hingegeben. Ich habe längst nicht alles gesehen und doch hat mich diese Stadt überrascht. Sehr positiv und sehr nachhaltig. Ich will euch hier meine 4 ganz besonderen Zeitreise-Ausflugstipps für Magdeburg mal vorstellen, von denen ich hoffe, das sie der eine oder andere „Einheimische“ vielleicht auch noch nicht kennt.

1. Der Elbauenpark und sein Jahrtausendturm

jahrtausendturm

„Wenn du in Magdeburg bist – musst du dir unbedingt den Elbauenpark anschauen!“ Wie oft habe ich das in der Planung für Magdeburg gehört. Ein ehemaliges Militärgelände, was im Rahmen der BUGA 1999 verschönert wurde – nun ja – was so daran besonders sein ? Ich hörte von vielen Blumenfeldern und einer tollen Gartenanlage: aber ob die nach den kalten Ostertagen schon so in Aktion sind? Die Zweifel waren groß, und wahrlich – viele Blumen habe ich vor Ort nicht sehen können – dafür habe ich dort ein besonderes „Haus“ entdeckt, welches ich so in dieser Form noch nirgends gesehen habe.

Den Jahrtausendturm ! Ein Holzturm, der mich von weiten an ein Pyramidenkuchen erinnert, für den sich jeder Elbauenparknbesucher unbedingt etwas Zeit nehmen sollte. Von außen als auch von innen kann man emporlaufen – zur Spitze. Und der Innere Weg hat es in sich: Eine Zeitreise – von den Ägyptern bis in die Gegenwart, und ohne es zu wollen, hab ich sehr viel über Physik, Medizin und Astronomie gelernt.

Der Eintritt in die interaktive Ausstellung ist im Preis für den Elbauenpark inklusive – und wer danach noch Zeit hat, kann sich noch ganz andere coole Sachen anschauen. Das Schmetterlingshaus, die Seebühne, den Irrgarten und die Deponie, auf der man Klettern, Dammwild beobachten und an einem Kletterfelsen sein Glück versuchen kann musste ich mir leider fürs nächste Mal aufheben. Ich war ein wenig überrascht über den Preis, den im Winter kann jeder hier kostenlos die geöffneten Attraktionen nutzen, im Sommer kostet (außer zu Sonderveranstaltungen) der Eintritt für einen ganzen Tag im Elbauenpark nur 3 Euro! Welche Aktionen angeboten sind, und was aktuell vor Ort geboten wird, könnt ihr auf der Homepage vom MVGM nachlesen.

2. Die grüne Zitadelle – Das Hundertwasserhaus in Magdeburg

zitadelle 0

Als mir mein Halbbruder die „Grüne Zitadelle“ als Ausflugsziel für Magdeburg ans Herz legte, war mein erster Gedanke – Och nöö; schon wieder so ein altes Burggebäude! Doch die grüne Zitadelle ist anders. Sie ist weder grün, noch eine Burg – sondern das letzte von Hundertwasser entworfene Gebäude. Ein Haus in Pink – verspielt mit ganz vielen kleinen bunten, krummen Besonderheiten und mit vielen kleinen Zwiebeltürmchen sowie verwunschenen Innenhöfen versehen – und so ganz typisch Hundertwasser.

Ich war so verliebt, das ich auch eine Hausführung ausprobierte und mir anschließen im Cafe „Alt Magdeburg“ noch eine leckere Waffel genehmigte. Wer nicht so viel Zeit hat, sollte sich zumindest mal die öffentlichen Toiletten anschauen. Schon hier erkennt man, das schräge Fließen und ein Aquarium im Bad irgendwie doch glücklich machen.

alt magdeburg in zitadelle

Die Führung im Hundertwasserhaus kostet 6 Euro und lohnt sich! Wer übrigens mal in der grünen Zitadelle übernachten will – Teil des Wohnkonzeptes ist auch das Art-Hotel – auch ein To Do für meine nächste Reise.

3. Eine Industriebrache – die coolste Kunstaustellung Magdeburgs

aerosol arena

Ich mach mir ja nicht wirklich viel aus Kunst, Streetart und co. – aber bei meiner Suche nach coolen Plätzen in Magdeburg entdeckte ich einen Bericht über die Aerosol-Arena® im Industriegebiet „Magdeburg Rothensee“. Ein wenig unsicher bin ich mir schon, als ich mit meinem weißen Ford Fiesta direkt vor einem massiv wirkenden leerstehenden Industriegebäude stoppte und außer lautstarker Hip-Hop-Musik nichts zu hören und vorerst auch nichts zu sehen war. Nur ein Tor weiter dann die Offenbarung.

aerosol

Auf dem Industriegelände ist auf so ziemlich jedem erreichbaren Quadratmeter ein Graffiti, und auch an so manchen schwer erreichbaren Orten sind durch Kunstwerke die tristen Mauern verschönert. Hier gibts nicht einfach nur simple „WTF“ Graffitis – die oftmals die Wände von Stadthäusern „verschönern“, sondern tiefgründige Sprüh-Meisterwerke.

Ich kann mich nicht satt sehen und vergesse darüber hinaus das Fotografieren. Das Projekt lebt natürlich von neuen Kunstwerken, wenn ihr euch da selbst einmal realisieren wollt, könnt ihr euch vor Ort mit dem Verein in Verbindung setzen – die mit Infos und Rat und allerlei Handwerkszeug zur Verfügung stehen. Auch für die Szene gibts hier immer wieder Events und coole Konzerte, die ihr auf der Facebookseite der Aerosol-Arena® nachlesen könnt. Übrigens – an normalen Tagen ist der Eintritt hier frei.

4. Essen in der Kirche – von einem der schönsten Restaurants Magdeburgs

elbdeich

„Wir essen heute abend in der Kirche!“ Als ich meinem Bruder von meinen Plänen berichtete – schaute er mich nur schief von der Seite an. Ein kritisches „OKAY!“ war seine Antwort und auch ich war mir im Unklaren, was mich in Prester erwartet. Prester ist mit Auto oder Straßenbahn knapp 20 Minuten von der Innnenstadt weg und wirkt doch so anders.

Direkt an dem Elberadweg (der über einen Deich führt) gelegen – fühlt sich ein Aufenthalt hier wie ein Kurzurlaub von der Stadt an. Die Immanuelkirche wurde 1832 erbaut und bis 1983 auch als selbige genutzt. Heute kann man noch den neugotischen Bau mit regionalen Steinen bewundern. Im Inneren gibt es den eigentlichen Altarraum und dem ehemaligen Orgelbereich. Ich muss ehrlich sein – ich verliebte mich schon in der ersten Minute in diesen ganz besonderen Ort.

Das Ambiente Innen und Außen an der Kirche ist stimmig und passt zum Gebäude, das Essen im Restaurant ist richtig gut und auch die Bedienung ist sehr freundlich. Im Sommer kann man hier wohl auch auf der Terrasse vor der Kirche eine Rast einlegen. In der kalten Jahreszeit (Januar/Februar) bleibt die „Kirche“ geschlossen, von März bis Mitte Januar jedoch könnt ihr hier nach Herzenslust schlemmen! Mein Tipp: Unbedingt den Fisch probieren! Auch die selbstgemachten Limonaden sind super lecker. Für „Frühstücks/Brunch – Freunde“ gibt es Sonntags auch ein umfangreiches Angebot. Zu den Öffnungszeiten, Reservierungen und weiteren Aktionen findet ihr auch einiges mehr auf der Homepage vom „Restaurant die Kirche„.

Jetzt seid ihr dran ? Wart ihr schon einmal in Magdeburg und habt für meinen nächsten Trip noch einige besondere Highlights ? Freu mich über eure Kommentare !

Weitere schöne Berichte über Madgeburg

Offenlegung: Mir wurde von Magdeburg Tourismus eine MagdeburgCard zur Verfügung gestellt.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

8 Kommentare

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  • Interessante Tipps! Ich war vor vielen Jahren in Magdeburg zur großen Otto-Ausstellung. Da hat mir der Dom sehr gut gefallen. Aber es scheint, ich sollte mal wieder nach Magdeburg. Dein artikel hat mir richtig Lust darauf gemacht.
    LG
    Ulrike

  • Jeder kennt Hamburg, Berlin und München – aber besondere Perlen sind oft unbekannter. Danke für Deinen Artikel. Auch ich bin eher eine die Magdeburg von Weitem kennt. Das sollte ich ändern – allein schon wegen der Kirche. Ich steh auf so etwas! <3

  • Schickes Reise-Review. Der Elbauenpark hat sicherlich noch viele weitere, kleine Highlights, aber die großen hast du schon angerissen: Technikmuseum im Schiefen Turm von Magdeburg aka Jahrtausendturm; Hochseilgarten; Kletterfelsen; Sommerrodelbahn; Seebühne; Schmetterlingshaus. Ich bin jedes Jahr mehrmals im Elbauenpark und habe bis heute vermutlich immernoch nicht alles entdeckt.
    Hinter dem Elbauenpark kommt noch der Herrenkrug, eine Parkanlage, die in den Elbauen aufgeht und an deren Rand sich eine Pferderennbahn befindet. An Renntagen ein wirklich sehenswertes Schauspiel und obwohl man Magdeburg eine gewisse „Provinzhaftigkeit“ nachsagt werden die Renntage hochprofessionell ausgeführt mit Teilnehmern aus Deutschland und dem europäischen Ausland inklusive live-Übertragung im Internet.
    Auch der Flugplatz Magdeburg bietet einige interessante Angebote, so zum Beispiel Tandem-Fallschirmsprünge, Mitfliegen bei Segelfliegern etc.
    Des Weiteren ein beliebtes Ausflugsziel ist der Zoo von Magdeburg, in den letzten Jahren hat sich hier viel getan und es entstehen ständig neue Tiergehege. Für mich ist der Magdeburger Zoo eine „kleine Variante“ des Leipziger Zoos, größentechnisch dennoch vollkommen ausreichend für einen kompletten Tag, auch als Familie. Zudem kostet der Eintritt nur halb so viel wie in Leipzig.
    Technikbegeisterte freuen sich bestimmt über eine kleine Führung durch den Kettenraddampfer Zeuner im Wissenschaftshafen (komplett restauriert), er bietet ein beeindruckendes Technikdenkmal. http://www.kettendampfer-magdeburg.de/
    oder aber den Elbeseitenradschleppdampfer „Württemberg“ im Rotehornpark, nur die dort ansässige Gastronomie sollte man meiden. http://www.sd-wuerttemberg.de/museum.html
    Wohin ich es bisher noch nicht geschafft habe ist das Steinzeitdorf in Randau (ehemals Vorort, mittlerweile eingemeindet), ich habe mir jedoch sagen lassen, dass es sich beispielsweise als Fahrrad-Ausflugsziel sehr lohnt. http://www.steinzeithaus.de/

  • Oh meine Heimatstadt…Freut mich, dass sie dir gefallen hat. Ich weiss Magdeburg wirkt meist fuer Aussenstehende nicht besonders attraktiv, besonders weil die meisten am Hauptbahnhof landen, eine nicht so schoene Ecke. Aber Magdeburg hat wirklich viele schoene Ecken, die auch ich erst ueber die Jahre zu schaetzen gelernt habe. Wenn du das naechste Mal dort bist, fahr mal zur Otto Richter Strasse, der Wissenschaftshafen direkt an der Elbe ist auch sehenswert, im Fruehling ist der Nordpark ein Muss. Hier wachsen unzaehlige Blausterne und der ganze Park ist blau. Hier darf man auch draussen grillen und da der Park direkt neben dem Unigelaende ist, findet man hier viele Studenten sobald die Sonne ein bisschen rauskommt.
    Wenn du die Gelegenheit hast, solltest du zu einem Handballspiel des SCMs in der Getec Arena gehen, die Atmosphaere ist immer super dort.
    Ansonsten gehoert Magdeburg zu den gruensten Staedten Deutschlands, wie man eindeutig feststellt wenn man auf den Turm im Stadtparkt hochfaehrt. Von daher passiert im Sommer viel in den Parks, ob zu Fuss, mit dem Fahrrad oder auf Inline Skates.
    Ich wuensche dir viel Spass falls du nochmal dort bist

  • Hallo, der Elbauenpark scheint ja wirklich einen Besuch zu lohnen. So manche Stadt, die man nicht als Urlaubstrip im Kopf hat, hat viel mehr zu bieten, als man erst mal denkt.

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