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Tschechien

Ein Wochenende in Prag – meine Highlights

Prag und ich, das ist eine lange Geschichte. Schon Anfang der 90er war ich mit meiner Familie ganz in der Nähe, in Karlovy Vary, oder Karlsbad, wie es im deutschen heisst. Damals war es furchtbar langweilig in dem Kurort, weshalb ich mich auf die Großstadt Prag freute. Doch es kam alles anderes. Und ich musste weitere 20 Jahre warten, bis ich meinen ersten Fuß nach Prag setzen konnte.

Wir flogen spät abends mit Easy Jet und gönnten uns den Luxus eines Hotelshuttles (knapp 30 Euro). Was ne riesige Stadt! Gefühlt 40 Minuten waren wir zum Hotel unterwegs – und gefühlt 10 Minuten dauerte es dann auch nur, bis wir recht platt im Hotelzimmer landeten. Das Hotel Josef – ein Designerhotel mitten in der Altstadt von Prag ist durchaus empfehlenswert, uns war aber in diesem Moment nur eine weiche Matratze wichtig.

Nach einer großen Mütze Schlaf war am Tag nach der Ankunft Sightseeing angesagt. Nachdem es in den Niederlande Anfang Oktober doch recht kalt und vor allem windig war, hat mich das Wetter in Prag erstaunt. Es war nicht direkt sonnig, jedoch recht mild und es hat nicht geregnet. Viel wurde schon berichtet über Prag. Ist es doch eine der schönsten und ältesten Städte Europas. Für alle, die eine ruhige und entspannte Stadt suchen, sei vorab gesagt – vergesst es. In Prag ist immer Trubel!

Zeit für Prag

Vom Hotel waren es nur wenige Meter bis zum Altstädter Ring. Dort verläuft übrigens auch der 14 Längengrad. So hatte Prag auch mal eine eigene Urzeit, die im Laufe von zahlreichen „Zeitzonenreformen“ jedoch verschwand….

Wenn wir gerade von Zeit reden, so ist dort auf jeden Fall die astronomische Uhr als Ausflugsziel zu erwähnen, die am Prager Rathaus prangert. Die aus dem 15ten Jahrhundert stammende Uhr zeigt italienische und böhmische Zeiten an. Die 12 Apostel, die zu jeder vollen Stunde oberhalb der Uhr zu sehen sind, sollte man sich trotz Menschentraube nicht entgehen lassen. Und bitte auch auf das Dach vom Rathaus achten, dort erscheint in regelmäßigen Abständen ein Trompeter. Ich hab jedoch fast mehr auf meine Tasche geachtet, man hat so gemunkelt, das dieser Ort ideal für Taschendiebe sein kann….

Das wohl bekanntestes Wahrzeichen der Stadt – die Karlsbrücke

Durch die touristisch sehr stark angehauchten Gassen der Altstadt gingen wir zur Karlsbrücke. Ich will nicht wissen, wieviel Geld Prag allein damit umsetzt – die Souvenirshops sind zumindest bis tief in die Nacht geöffnet.

 

Auch auf der Karlsbrücke hätt ich ein halbes Vermögen lassen können. Musiker, Karikaturisten, Kleinhändler und Getränkeverkäufer tummelten sich zwischen Touristen aller Nationalitäten. Die Bronze-Figuren auf der Karlsbrücke gehen bei diesem Trubel fast unter, und dennoch sind sie einen zweiten Blick wert. Auch wenn die eine oder andere Figur aufgrund handgreiflicher Besucher am bestimmten Stellen etwas mehr glänzt ;).

Unser Tipp:  Die Karlsbrücke sollte man sich auch noch mal im Dunkeln anschauen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten werden zur blauen Stunde angestrahlt und sehen vom Fuße der Karlsbrücke einfach toll aus. Aber auch die Vögel, die rund um die Sehenswürdigkeit ihre Bahnen ziehen, wirken wie kleine Sternschnuppen durch die Beleuchtung. Ein bizarres Schauspiel.

Für die lieben Mädels unter euch gibt es noch einen guten Tipp in Sachen Outfit. Einen Rundgang durch die Stadt sollte man am besten nur mit flachen Schuhen in Angriff nehmen. Dank Backsteinpflaster in der gesamten Altstadt sind Absätze nur ganz besonders geübten vorbehalten.

Zum Burgwächter per Pedes

Weiter gings hinauf zum Hradschin. Bergauf – hach wie liebe ich es ! Ich hätte ja zu gerne die 30 Euro für eine Oldtimer-Tour bezahlt, musste dann doch auf mein Reisebuget achten, und schaffte den Aufstieg auch locker per Pedes.  Auch hier wieder Menschenmassen, die die Burgwächter zu Regungen animieren wollen – allein für diesen Anblick lohnte sich mein Aufstieg. Eine Schulklasse, die vor einem Wärter Grimassen macht – während diese stoisch gerade ausschaut – einfach genial.

Aber auch das eigentliche Gebäude, der Hof, die Kirche, das ganze „Monument“ ist durchaus sehenswert. Sogar eine Post gibts hier oben. Ein wenig höher am Berg liegt auch noch Petrin – wohl einer der Geheimtipps für richtig tolle „Prag von Oben – Bilder“.

Dorthin führte der Weg leider nicht, einen tollen Ausblick auf Prag bekommt man aber auch vom Kloster Strahov, was oberhalb des Hradschin am Hang liegt. Abseits des Trubels der anderen Sehenswürdigkeiten könnt ihr dort zudem auch etwas Ruhe schöpfen.

Die Prager Kirchen und Kathedralen kann ich euch übrigens ans Herz legen. Prunkvoll von Innen und von Außen, manchmal auch nur durch Gitter zu besichtigen oder gegen „Bares“, aber immer mehr als einen kurzen Blick wert. Prag hat unglaublich viel „altes“ zu bieten. Ich interessierte mich für die Häuserbeschilderung im Mittelalter und fand tatsächlich einen Zeitzeugen . Unterhalb des Hradschin gibt es eine Treppe. Wenn man die bis zum Ende durchläuft, sieht man linker Hand ein Haus mit einem Schaf über der Eingangstür. Dieses Symbol stammt noch aus dem Mittelalter. Damals gab es noch keine Namen und Straßenbezeichnung, der Einfachheit halber wurden die Berufstände der Bewohner durch Symbole an den Häusern angezeigt. Prag hat von diesen Symbolen einige, das Schaf bleibt jedoch an diesem Tag das einzige was ich finde.

 

Neben dem wirklich „Alten“ gibts natürlich – wie in jeder Großstadt – Kontraste. So ist für alle Architekturfreunde der Moderne auch ein bekanntes Haus des Architekten Gehry hier zu finden. Das „Tanzendes Haus“ – Tančící dům liegt etwas abseits der Stadt direkt an der Moldau. Für alle Supermarktfreunde gibt es ein wenig oberhalb des Gehrybauwerkes auch noch einen solchen, wo man sich günstig mit Getränken eindecken kann.

Was die tschechische Küche angeht, so kann ich konkret kein Restaurant empfehlen, sofern ihr jedoch an der Metrostation Mustek unterwegs seit, haltet Ausschau nach den regelmäßigen Märkten dort. Neben gutem Bier gibts doch auch immer wieder leckere tschechische Nationalgerichte direkt aus der Pfanne zu probieren.

Unterwegs in Prag

Die Metro ist in Prag etwas ganz besonderes. Über 100 Meter lange Rolltreppen, die sich tief unter die Stadt graben, stylische Metrostationen, die sich mit teilweise altertümlichen Eingangsportalen abwechseln und Rolltreppen, die – bisher noch – an Geschwindigkeit in Europa nicht zu überbieten sind. Ich bin da ziemlich unbedarft losgefahren, und glaub ich sah recht lustig aus, als ich „unten“ den Absprung gewagt habe. Kein Vergleich zu den langsamen deutschen Rolltreppen.

Das U-Bahn, Straßenbahn und Busnetz ist sehr gut ausgebaut, weshalb ich eigentlich allen nur die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel empfehlen kann. Zumal in der Stadt auch noch viele altertümliche Straßenbahnen unterwegs sind und einen Charme längst vergangener Tage verbreitet. Empfehlenswert ist die Museumsbahn, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abfährt.

Bevor es für uns mit dem IC Bus Richtung Nürnberg weiterging, hab ich noch einen Abstecher in den alten Bahnhof gemacht. Ich hoffe das durch die aktuellen Renovierungsarbeiten nichts von dem altertümlichen Charm des 19ten Jahrhunderts verloren geht, denn der Anblick dieses Zeitzeugens war für mich ein echtes Highlight in Prag.

Wichtige HinweiseAnreiseHotelempfehlungWeitere Inspirationen?

  • Prag ist eine Touristenstadt und vor allem in der Altstadt rund um das Rathaus und die Karlsbrücke voller Touristen. Entspannter lässt es sich in den Abendstunden oder am frühen Morgen flanieren
  • Gute Schuhe anziehen – Kopfsteinflaster werdet ihr hier jederorts finden.
  • Vom Marktplatz beginnend gibt es zu jeder Jahreszeit „Free Walking Tours“, denen ihr euch wie in jeder Stadt anschließen könnt, egal wo ihr „einsteigt“. Ihr zahlt bei dieser Führung nur das was ihr bereit seit zu geben
  • Anfang Oktober sind die Temperaturen in Prag durchaus angenehm.

Nach Prag könnt ihr von fast jedem Flughafen Deutschlands fliegen, es gibt jedoch auch gut Fernbus und Bahn-Angebote. So fährt auch ein Nachtzug über Dresden nach Prag. In der Stadt einen Parkplatz zu bekommen ist schwer, weshalb ich empfehle, zu Fuß zu gehen (es liegt das meiste fußläufig) oder die Metro/Busse und Straßenbahnen zu nutzen.

Ein Shuttle vom Flughafen kostete 2013 ca. 30 Euro.

Das Hotel Josef in Prag ist ein Designer-Hotel mit etwas höherem Preisen, einem guten Standard und vor allem Ruhe. Mitten in der Stadt merkt ihr von Selbiger nicht, seit aber in 10 Minuten am Marktplatz.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

5 Kommentare

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  • Hach… ich war tatsächlich schon 6 x in Prag und hab noch nie drüber geschrieben… ;-) Unglaublich aber wahr und das fällt mir immer wieder auf, wenn ich andere Berichte über Prag lese.
    Dafür war ich im letzten Sommer auch mal unterwegs in anderen tschechischen Städten, wie z.B. Pilsen oder Brünn. Das war wirklich spitze und sehr interessant und beide Städte sind wirklich sehr sehenswert, doch Prag ist und bleibt eben auch eine echte Perle und die Stadt ist einfach immer wieder einen Besuch wert.

  • Danke für den super hilfreichen Artikel. Im April geht es für mich und zwei Freunde hoffentlich nach Prag und du hast mir schonmal einen guten ersten Eindruck gegeben, was man so machen kann :)

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