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Nordrhein Westfalen

Von Männern, Zeitreisen und Architektur – Ein Nachmittag im Neanderthal-Museum

Ich habe eine Entdeckung gemacht. Die ist so krass… das glaubt mir kein Mensch. Eigentlich… hat eine ganze Region östlich von Düsseldorf einen komplett falschen Namen. Zumindest wenn es nach heutigem Recht geht. Und das – meine lieben, habe ich an einem Nachmittag herausgefunden. Nebenbei hab ich mich mit einem älteren Herren unterhalten und über Architektur gestaunt – aber fangen wir doch einfach mal von vorne an.

 

Vor ein paar Wochen war ich im Neandertal. Auch auf der Suche nach einer coolen Story für meinen Indoormonat und ironischerweise an einem der schönsten Wochenenden des Februars. Mein Weg führte mich zur Informationsquelle Nummer Eins im Neanderland – dem Neanderthalmuseum.

Das befindet sich irgendwo zwischen Erkrath und Mettmann und ist sowohl von außen als auch wie von innen ein recht modernes Gebäude (was man auch gut in Fotos festhalten kann). Auf mehreren „Etagen“ kann man hier die Geschichte der „Ureinwohner des Neandertals“ entdecken. Hört sich ja erst mal nicht schlecht an, was ich dort jedoch entdeckte – brachte mich echt zum überlegen.

Neanderthal-Museum

Gleich zum Start der Ausstellung gibt es einen „Infoschrank“, der allerhand Informationen zur Geschichte enthält. Wusstet ihr wie das Neandertal zu seinem Namen kam? Es gab einen Pastor und Kirchenliederkomponist – Joachim Neander. Der liebe Herr Neander war großer Fan der Region, die vorher nur das Hunds-Klipp genannt wurde. Ihm zu Ehren wurde das Tal so benannt, der Name setzte sich schnell durch…. Aber jetzt kommts! Der liebe Herr hieß nicht immer Neander, sondern Neumann! Da das im 16ten Jahrhundert unter gebildeten Leuten wohl der Name Neumann uncool war, gabs schon durch den Vater von dem Joachim eine Namens-Wandlung in das griechische „Neander“.  Für mich hatte diese Information weitreichende Folgen. Muss man deshalb die Region in Neumannsland umbenennen ? Und was werde ich noch alles erfahren ?

Neanderthal-Museum

Das Museum ist wie eine Spirale aufgebaut, daher auch barierefrei – was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Für mich als erwachsenes Spielkind gibt es einige Interaktive Ecken, an denen man Geschichten hören kann, Schubfächer mit Informationen rausholen kann oder einfach mal im Kieselsand nach versteckten Knochen buddeln kann. Nur die Neandertaler, die hier überall rumstehen sind wenig gesprächig. Dafür erfahre ich auf Infotafeln allerhand über das Leben, die Sprache, die Ernährung, die „Arbeit“ – und was man halt alles über den Neandertaler rausgefunden hat.

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Als ich allen Mut zusammen nehme und einen schick gekleideten Neandertaler zu einem Date auf Kaffee ein Kuchen einlade, schaut er nur stoisch zu Tanja, die mich begleitet. Wer weiss, vielleicht hatte sie ja mehr Glück bei ihm. Einem sehr dünnen Artgenossen biete ich ein Brötchen an. Doch auch er ignoriert mich. Sind schon ein eigenes Völkchen  – diese Urmenschen.

Wir sind in knapp 1 1/2 Stunden durch die Ausstellung, die durch Tore in verschiedene Bereiche aufgeteilt ist und schauen uns anschließend noch Jagdwerkzeuge im Keller an, die dort in einer Sonderausstellung zu finden sind. Viele Informationen sind über Kopfhörer zu hören, die ihr für den Rundgang ausgeliehen bekommt. Wer das alles auf seinem Handy hören will, kann sich seit einiger Zeit auch eine App herunterladen, die zu allen Punkten coole Informationen hat.

Das haben wir bei der Fundstelle des Neandertal-Menschen auch gleich mal ausprobiert. Die ist ein paar Meter abseits des Museums. Und hier lerne ich, das eigentlich der Bergbau Schuld am Fund des Ur-Menschen ist. Die haben beim Buddeln Gebeine gefunden, die dann durch mehrere glückliche Zufälle als „menschlich“ identifiziert wurden. Und mit den Infos aus dieser Tatsache beginnt jetzt quasi jeder Schul-Geschichtsunterricht. An der Fundstelle stehen jetzt ein paar Steinliegen. Und es sind ein paar Stangen aufgestellt. Wirklich informativ wird der Ort aber durch die Infos aus der App oder via Kopfhörer.Neanderthal-Museum

Nicht nur als Kind kann man hier viel lernen. Ich bin positiv überrascht über die zahlreichen Fakten, die auf so spielerische Weise aufbereitet werden. Wer in der Region unterwegs ist, sollte da unbedingt mal vorbeischauen.

Was ihr für einen Besuch so wissen solltet:

  • Das Museum bietet Parkplätze, die jedoch Gebührenpflichtig sind. Mit der Regiobahn kommt ihr aber auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Museum.
  • Der Eintritt beträgt aktuell 11 Euro für Erwachsene (und die gesamte Ausstellung). Als Ruhrtopcard – Inhaber könnt ihr kostenlos ins Museum, und natürlich gibts auch ermäßigte Preise für Kinder und – was ich besonders lustig finde, einen DoggyDay. An diesem Tag können Hundebesitzer gemeinsam mit ihren tierischen Freunden die Ausstellungen besuchen.
  • Für dein Schließfach und auch für die Kopfhörer wird eine Leihgebühr berechnet (1 und 2 Euro), die ihr aber nach Rückgabe wieder bekommt.
  • Es gibt einen kleinen Souvenirshop im Erdgeschoss. Außerdem hat das Museum ein Cafe mit nettem Angebot.
  • Immer mal wieder werden Workshops und verschiedene Ausstellungen angeboten. Mehr Infos darüber und auch über Öffnungszeiten findet ihr auf der Homepage des Neanderthal-Museums
  • Die Fundstelle ist außerhalb des Museums und kann mit der Eintrittskarte vom Museum besucht werden. Ihr solltet nur beim überqueren der Straße aufpassen, da die Autofahrer recht schnell fahren.

Offenlegung: Wir wurden von Neanderthalmuseum zu einem Besuch eingeladen.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

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