Home » Reisethemen » Deutschland » Nordrhein Westfalen » Wenn der Neandertaler Urlaub hat – vier Zeitreisetipps für das Neanderland
Nordrhein Westfalen

Wenn der Neandertaler Urlaub hat – vier Zeitreisetipps für das Neanderland

Man stelle sich nur mal vor, das Skelett dieses wirklich alten Rheinländer wäre nicht gefunden worden. Und die Geschichte, die sich hier abgespielt hat, wäre nie Teil unserer Geschichtsbücher geworden. Mal ehrlich – auch dann hätte das Neanderland noch viel interessantes zum Thema Geschichte zu bieten. Fangen wir doch in der Römerzeit an.

Von den alten Römern am Rhein

Es muss so im ersten Jahrhundert gewesen sein, als sich direkt am Rhein – unweit des heutigen Ortes Baumberg (Monheim) ein römischer Stamm niederließ. Fast dreihundert Jahre lang lebten dort Personen unbehelligt, bis irgendwann die Franken kamen und das ganze zerstören wollten.

IMG_2584

Grund genug, am Standort des heutigen Haus Bürgel ein altes Römerkastell zu erreichten, auch heute noch kann man einzelne Bestandteile aus dieser Zeit dort erkennen. Irgendwann waren die Römer weg, und das Kastell verfiel.

Im Mittelalter dann wurde hier eine Burganlage auf den Grundmauern des alten Kastells gebaut und auch heute noch hat das Kastell als Wohnhaus und Museum eine Verwendung. Für Pferdeliebhaber gibts vor Ort mit einer Kaltblutpferdezucht viel interessantes zu sehen und auch für Botaniker ist die kleine biologische Station eine kleine Zeitreise – bei der man längst vergessene Nutzpflanzen entdecken kann.

IMG_2536

Der Eintritt ins Museum kostet 3 Euro, es empfiehlt sich mit dem Bus oder Fahrrad hier her zu kommen, da Parkplätze nur begrenzt vorhanden sind. Informationen zu Aktionen und Öffnungszeiten findet ihr auf der Homepage vom Römerkastell Haus Bürgel

Von dem wankelmütigen Rhein und dem Wander der Natur

Eigentlich gehört Urdenbach ja nicht so direkt zum Neanderland, aber da es quasi nebenan ist, hoffe ich, das ihr mir das ganze verzeihen könnt. Hier schreibt nicht etwa eine menschlich hervorgerufene Epoche Geschichte, sondern der Rhein selbst. Wir schreiben das Jahr 1374.

Der Rhein
Der Rhein

Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich in der Urdenbacher Kämpe das Rheinbett. Damals jedoch dachte sich das Gewässer – oaar, dann wechseln wir wohl mal die Seiten, und flux war Urdenbach plötzlich westlich des Rheines. Und Zons und Urdenbach – die ja schon damals bestanden, wurden durch den Rhein getrennt.

IMG_2578

In der heutigen Zeit befindet sich im Gebiet des alten Rheines, welches von Haus Bürgel in 20 Minuten fußläufig zu erreichen ist, ein Naturschutzgebiet mit viel Flora und Fauna. Und auch die Fähre von Zons nach Urdenbach hat eine Lange Geschichte. Man vermutet, das schon viele Jahre hier eine Fährverbindung bestanden hat – was ich mir vor allem nach der Rhein-Routen-Änderung von 1374 gut vorstellen kann… Für alle Naturliebhaber, aber auch Geschichtenjäger ist die Region unglaublich interessant…

Von einem Autofriedhof der besonderen Art

Wer auf morbide Dinge steht und auch noch Autos leidenschaftlich gern mag, wird entweder Weinen oder verzückt sein: Der Autoskulpturenpark ganz in der Nähe vom Neanderthalmuseum öffnet seine Pforten jetzt für jeden Interessierten. 50 Autos aus dem Baujahr 1950 verrotten auf dem Neandertalhügel vor sich hin.

Autofriedhof Neanderland (c) Tanja Neumann, vielweib.de
Autofriedhof Neanderland (c) Tanja Neumann, vielweib.de

Michael Fröhlich hat sich dieses besondere Museum auf seinem Privatgelände als persönlichen Traum verwirklicht. Kinder haben Eintritt frei, 10 Euro kostet der Besuch ohne Kamera, wer Fotos machen möchte zahlt 20 Euro. Teilzeitreisender Tanja war vor kurzem dort, ihren Bericht mit weiteren Impressionen findet ihr hier

Autofriedhof Neanderland (c) Tanja Neumann, vielweib.de
Autofriedhof Neanderland (c) Tanja Neumann, vielweib.de

Von einem Cafe – dessen Geschichte jeder selbst schreibt

Ich war im Februar das erste Mal in Velbert Neviges. Tanja hatte ein Nostalgie-Cafe gefunden und ich bin für guten Kuchen und abgedrehte Locations ja quasi immer zu haben.

IMG_6790

 

Was mich jedoch dort erwartete übertraf alle meine Erwartungen. Ich wusste bisher nicht, das Neviges einer der wichtigsten Pilgerorte in NRW ist, und doch war ich überrascht über so viele Menschen hier – wo ich bisher von diesem Ort so gar nichts kannte. Und so standen wir dort vor einem Cafe, was schon von außen ziemlich anders wirkt. Da ist ein kleines Holzhaus und ein Tisch – auf dem mehrere alte Tassen stehen, fast so – als hätte ein Damenkränzchen sie dort vergessen. Dann ist da die Kellnerfigur, die mich sonst auch eher zum weglaufen bringt, aber an dieser Stelle doch so gut dazu passt.

Und dann ist da dieses ganz besonders schräge Cafe, das vor ein paar Jahren mit einem Tisch und ein paar Stühlen und Kuchen aus dem Ort begann und mittlerweile verrückte Ausmaße angenommen hat. Kenn ihr die Geschichte vom verrückten Hutmacher aus Alice im Wunderland ? Nun – stellt euch vor – zwischen all diesen knuffigen Tassen steht nun Trödel. Vom Buch „Das waren die 60er“ bis zur Vespa und alten Kameras, von Weckern aus den 70ern bis zum Hut vom Schützenfest bis zu einem alten Schalplattenspieler – dieses Cafe ist ein wahres Sammelsurium von Klimbim. Der Kuchen und auch der Kaffee sind richtig lecker und Tanja hat dem Nostalgie-Cafe in Velbert  einen tollen Bericht gewidmet.

Habt ihr auch noch tolle Tipps für das Neanderland ? Her damit !

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

6 Kommentare

Hier kannst du einen Kommentar abgeben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Wir bei Instagram

Sei ein Teilzeitreisender.de VIP!

Werde Teilzeitreisender.de - VIP!