Niederlande Städtereisen

Unterwegs auf Wasserwegen – Eine Canalbus-Tour durch Amsterdam

Meine Besuche in der Hauptstadt der Niederlande ist bisher fast immer ins Wasser gefallen. Schon drei Mal habe ich versucht Amsterdam zu entdecken, und irgendwie hatte Mr. Wettergott dort oben was Anderes vor. Auch am Freitag nach unserer Ankunft wollte uns der Regen nicht in Ruhe lassen. Es goss in Strömen, als wir unser Hotel ein wenig abseits der Stadt erreichen wollten.

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Wasser ist in Amsterdam ein großes Thema. Über 80 km Grachten (Wasserkanäle), die Amstel (der namensgebende Fluss) und der IJ, ein ursprünglicher Meeresarm, der nun nur noch über den Nordseekanal mit dem Meer verbunden ist – Amsterdam ist sicherlich eine der wasserreichsten Städte Europas.

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In nur 5 Stunden wollten wir nun einen kleinen Eindruck von Amsterdam bekommen. Museen waren nicht in unserer Planung, obwohl es davon in Amsterdam einige wirklich tolle gibt. Auch auf Shopping hatten wir keine Lust, obwohl gerade Amsterdam mit vielen kleinen süßen inhabergeführten Läden aufwarten kann.

Amsterdam erleben

Auf meiner Suche nach einer entspannten Möglichkeit, die Stadt Amsterdam zu entdecken, bin ich auf „Hop On – Hop Off – Boote“ gestoßen. Die Ausflugsschiffe fahren nicht nur durch die bekanntesten Grachten der Stadt, sondern bieten für alle „Erstbesucher“ auch die wichtigsten Infos – die auf einigen der Boote in drei Sprachen zu hören sind.

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Die Tickets haben wir gegenüber vom Bahnhof Amsterdam Central geholt, in dem Info-Pavillon gibt es hier nicht nur Tickets für das Hop On – Hop Off – Boot, Souvenirs und Informationen zu Bahnen und Bussen in Amsterdam, sondern auch Eintrittsgutscheine für verschiedene Sehenswürdigkeiten. Auch wir haben uns noch überreden lassen und uns ein vergünstigtes Ticket für die Aussichtsplattform ADAM organisiert.

Auf geht´s – Bötchen finden

Das richtige Schiff dann zu finden, gestaltete sich für uns trotz simpler Anleitung nicht so einfach. Vor dem Bahnhof fahren viele Fähren ab, bei der Vielzahl von Anbietern und Möglichkeiten ist die richtige Fähre ohne Hilfe nicht so leicht zu finden.

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Kurz bevor eine der Hop On Fähren anlegte, standen wir dann jedoch am richtigen Bootssteig. Die Schiffe sind vor allem im Sommer immer sehr gut besucht, vor allem die orangene Tour ist scheinbar sehr beliebt bei den Amsterdam – Gästen. Einen Platz haben wir dennoch gefunden und hatte dort sogar einen unerwartet guten Blick auf die Umgebung.

Durch die Kanäle von Amsterdam

Anders als in „Hop On/Off – Bussen“ bekommen wir hier keine Kopfhörer ausgehändigt. Durch Lautsprecher erfahren wir mehr über die Grachten, über die Entstehungsgeschichte von Amsterdam und über die Sehenswürdigkeiten, die wir rechts und links vom Kanal entdecken.

Unser Plan war ursprünglich, sich gut 1 1/2 Stunden nicht von der Stelle zu bewegen. Unterwegs fanden wir jedoch so viele tolle und sehenswerte Dinge, das wir schon beim ersten Stopp das Boot verließen. Wie bitte sollen wir das in 5 Stunden schaffen?

Ein Stopp am Rembrandtplein

Grund war ein Trödel/Frischmarkt, der sich direkt am Rembrandtplein befand. „Da will ich hin!“ war mir klar und auch Monique hatte wohl etwas entdeckt, was sie interessierte.

Auch ein kurzer Regenschauer konnte uns nicht davon abhalten, etwas holländischen Käse zu probieren und einige tolle Grachtenbilder zu machen. „Wollen wir weiterziehen?“ frage ich Monique und wir sind uns schnell einig.

Die Grüne Linie

Gut 15 Minuten warten wir auf das nächste Boot. Diesmal entscheiden wir uns für die grüne Linie.

Die wurde überraschenderweise von viel weniger Touristen genutzt – wohl auch, weil sie nicht das Museums-Quartier anfährt. Und wir haben sogar doppelt Glück, dann nach einem Stopp wird sogar ein Fensterplatz mit Schiebefenster frei. Diesmal halten wir uns daran und schippern entspannt vorbei am Flower Market, machen einen entspannten Abstecher zum Leidseplein, fahren am Anne-Frank-Haus sowie zahlreichen Kirchen vorbei und überqueren schlussendlich Het Ij, um zum Adam Lookout zu gelangen.

Bei der grünen Fähre wird alles auf Englisch erzählt und ist deshalb nicht minder interessant. Was mich jedoch an dieser Strecke sehr fasziniert ist das Leben abseits der Grachten. Wir sehen ein Pärchen, welches im Restaurant entspannt sein Käffchen dringt, eine Frau, die mit ihrem Fahrrad durch die Gassen radelt, ein Auto, was unmittelbar am Wasser einparkt, wir beobachten Wasserbike – Fahrer, die ihre liebe Müh haben, sich vor den großen Wasserfahrzeugen in Sicherheit zu bringen und Touristen, die Eis schleckend auf unser Schiff hinabschauen. 1000 Momentaufnahmen.

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Und die grüne Linie hält auch farblich, was sie verspricht – eine Vielzahl von Bäumen finden sich entlang der Wasserwege.

Adam. Angezogen

Ich bin überrascht, wie schnell die Zeit zu unserem nächsten Hop Off vergeht. Und doch sind wir schon wieder knapp 45 Minuten unterwegs. Amsterdam North zeigt einen ganz anderen modernen und architektonisch beeindruckenden Teil der Stadt, der noch längst nicht fertig ist. Der Lookout auf dem A.DAM – Tower ist eine recht junge Sehenswürdigkeit in der holländischen Hauptstadt, die man sich vor allem in den Abendstunden nicht entgehen lassen soll.

Der A.DAM
Der A.DAM

Demnächst wird es hier auch eine ganz besondere Riesenschaukel über den Dächern von Amsterdam geben – aber das ist noch Zukunftsmusik. Mit dem Aufzug geht es in die Höhe – und wir befanden uns im Restaurant. Wer hier direkt zur Aussichtsplattform hinaufwandert, verpasst etwas. So zum Beispiel den „Blick nach unten“ oder das kleine interaktive Museum welches auf Bildschirmen besondere Persönlichkeiten der Stadt präsentiert.

Oder die leckeren Pommes aus dem Restaurant, welches sich hier oben befindet. Und die Klos. Verzeihung – WCs, die beim Händewaschen einen Ausblick auf das nicht so bekannte Amsterdam bietet.

Wenn ihr euch hier genug informiert habt, sollte es die letzten Treppen hinauf zur Aussichtsplattform gehen. Dort gibt es zahlreiche Ferngläser und Aussichtsplattformen und eine „steife Brise“ – das tollste jedoch: einen 360 Grad Blick über ganz Amsterdam. Und das stell ich mir besonders toll zum Sonnenuntergang vor.

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Das Ende unserer Rundfahrt

Wir müssen zurück! Unsere Fähre bringt uns zum Bahnhof, unsere Reise geht an diesem Abend noch weiter nach Katwijk aan Zee. Für 5 Stunden haben wir recht viel von der Stadt gesehen – und wieder ein wenig mehr geschnuppert. Mir hat das Hop On – Hopp Off – Schiffskonzept sehr gut gefallen, auch wenn ich diesmal vielleicht nicht alles gesehen habe. Aber ich komme wieder – Amsterdam! Schließlich will ich ja noch mal schaukeln!

Canalboot auf Ij

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Die Tickets für die Canal Bus Hop On Hop Off – Tour / Grachtenfahrt könnt ihr online bestellen oder vor Ort gegenüber vom Bahnhof kaufen.
  • Der Preis für ein Tagesticket beträgt 19 Euro für Erwachsene und 9,50 Euro für Kinder, sofern ihr online bestellt. Beim Kauf vor Ort kostet das Ticket 21 Euro.
  • Es gibt zudem noch 24 und 48 Stunden Tickets.
  • Hier findet ihr Informationen über Canal-Rundfahrten
  • Das Verkaufshäuschen seht ihr, wenn ihr aus dem Bahnhof kommt, das C von Canal Bus ist ebenfalls zu sehen
  • Falls ihr euch für Sehenswürdigkeiten nicht schon Online Tickets organisiert habt, könnt ihr euch diese ebenfalls hier für einen günstigen Preis kaufen. Es handelt sich bei den verkauften Tickets um Vouchers, die ihr vor Ort in Tickets umwandeln müsst.
  • Das Tagesticket gilt für 2 Linien an denen es jeweils 9 Haltestellen gibt die alle in der Nähe von sehenswerten Ausflugszielen stoppen
  • Die Wartezeit zwischen zwei Fähren kann bis zu 30 Minuten betragen. Ein Plan hängt aus, ihr könnt euch grob danach richten.
  • Am Ende des Schiffes gibt es eine kleine Toilette, so dass man auch unterwegs austreten kann.
  • Der Einstieg ist nicht Barrierefrei, es ist jedoch auch mit Kinderwagen gut zu bewältigen
  • Gastronomie gibt es nicht an Bord.
  • An allen Haltestellen gibt es kostenloses Wifi. An Bord gibt es das bisher nicht.
  • Die Touren gehen bis auf ganz wenige Ausnahmen an allen Tagen im Jahr.
  • Die Boote sind beheizt und können an warmen Tagen „Open Air“ fahren.

Aus NRW empfehle ich eine Anreise mit der Bahn. In gut 2 1/2 Stunden seid ihr mit der Bahn von Düsseldorf in Amsterdam. Vor Ort gibt es ein gut ausgebautes Metro und Straßenbahn-System. Aus Süddeutschland gibt es günstige Flüge nach Schiphol. Auch von dort kommt man mit der Bahn gut nach Amsterdam und an die Küste.

Wir haben im Fletchers Hotel Amsterdam übernachtet. Das Hotel liegt etwas außerhalb und ist in knapp 20 Minuten mit der Metro erreichbar. Es ist vor allem für Autofahrer gut zu erreichen, da es direkt an einer Autobahn liegt. Die Nacht im Hotel hat knapp 120 Euro gekostet (Frühstück konnte vor Ort für 14 Euro dazu gebucht werden)

Offenlegung: Die Tour mit dem Canalbus wurde uns ermöglicht von canal.nl 

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