Bremer Rathaus

Eine Unesco-Welterbe-Tour durch Deutschland: Die Nordroute

Wenn ich reise, mache ich mir eigentlich kaum Gedanken darüber, ob eine besuchte Sehenswürdigkeit einen bekannten Titel trägt. Die Entscheidung – Was ist erhaltenswert – was ist sehenswert – will ich nur ungerne treffen, denn dann würde ich die halbe Welt unter Natur- und Denkmalschutz stellen. Das war wohl auch die Überlegung hinter sogenannten Weltkulturerbe-Stätten.

Weltkulturerbe? Was bedeutet das?

Wie wird es wohl einmal der nächsten Generation ergehen ? Werden sie noch besondere Naturschauspiele erleben können? Gibt es dann noch all die tollen Burgen, Schlösser und Landschaftsbilder der heutigen Zeit? Wie kann man die Erhaltung und Sanierung von besonderen Kultur und Naturstätten gewährleisten?

Unesco

Das Stichwort ist Nachhaltigkeit. Erhaltung von Landschaften und Zeitgeschichtlichen Phänomenen. In diesem Zusammenhang wird immer wieder „UNESCO“ genannt. Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization. Hab ich früher immer gedacht – das aus UNESCO – Töpfen all diese besonderen Sachen erhalten werden, so musste ich mich eines besseren belehren lassen. Die Erhaltung finanziert der jeweilige Staat, in dem das Kultur oder Naturerbe steht. Nur im Fall, das dies absolut nicht möglich ist (weil der Staat so arm), wird unterstützt. Ein solch auserwählter Ort profitiert dennoch, denn weltweit wurden solch besondere Orte allein durch die Auszeichnung UNESCO – Erbe zu bekannten Touristenmagneten. 

Nun gibt es in Deutschland recht viele Kulturerbe-Stätten die ich schon besucht habe. Für euch zusammen gestellt habe ich die Nordroute, die gerade jetzt im Herbst, wenn die Städte nicht mehr allzu überlaufen sind, ein ganz gutes Ausflugsziel bieten. Von Bremen über Hamburg zum Wattenmeer, nach Lübeck, Rostock und Stralsund könnt ihr eine Woche voller Abenteuer und neuer Eindrücke erleben.

Unesco Weltkulturerbe-Stätten in Hamburg

Die Speicherstadt ist das neueste Mitglied der Unesco Kulturerbe-Städten in Deutschland. Erst 2015 wurden sie in die Riege der erhaltenswürdigen Kulturdenkmäler aufgenommen. Ich persönlich bin ein großer Fan der massiven Lagerhäuser, die fast in der Elbe  zu schwimmen scheinen. Keine Ahnung wie oft ich schon hier war, aber am meisten gelernt habe ich über die Speicherstadt tatsächlich vom Wasser aus.

Touren kann man in verschiedener Form an den Landungsbrücken buchen und der Einblick, der sich hier von „unten“ bietet, ist  mit der Tour von oben so gar nicht zu vergleichen. Für Schlechtwettertage kann ich nur die Tour durch die verschiedenen Museen und Sehenswürdigkeiten innerhalb des Stadtteils empfehlen. Das Gewürzmuseum, das Dungeons, das Miniatur-Wunderland oder auch das Kesselhaus, bei dem der frühere Schornstein durch ein Stahlgerüst dargestellt wird, sind nicht nur aus architektonischer Sicht durchaus sehenswert. Und natürlich die Elbphilharmonie, auch wenn diese nicht zum Weltkulturerbe gehört.

Bremen und den Schnorr entdecken – Weltkulturerbe erleben

Bremen kennen viele nur aufgrund der Musikanten und dem Fußball, dabei hat die Stadt an der Weser so viel mehr zu bieten. Ich liebe das imposante Rathaus und den Marktplatz, auf dem am Wochenende häufig ein toller Frischmarkt stattfindet, ich mag die Weserpromenade und die vielen Restaurantschiffe und natürlich das Schnorr, das enge Altstadtviertel.

Einen besonderen Charme entwickelt die Stadt bei Nacht, wenn einzelne Sehenswürdigkeiten angestrahlt werden oder andere ihre moderne Fassade verlieren und wirken, als hätten sie sich seit Jahren nicht geändert. Im Schnorr gibt es viele kleine Cafes, in denen man lecker Kuchen essen kann, ganz besonders kann ich euch das Bremer Geschichtenhaus empfehlen, in dem ich selbst schon zwei mal war, und welches immer wieder anders und immer wieder spannend ist.

Lübeck und sein Weltkulturerbe

Lübeck hab ich bisher nur als Konferenzstadt erlebt, was jedoch nicht heißt, das ich mich der Schönheit der Stadt verwehren konnte. Das Holsten-Tor kann man als Besucher nicht ignorieren, ist es sogar auf Geldscheinen und Münzen verewigt worden. Wir wurden damals vom Bürgermeister persönlich mit einer Rede und der Geschichte der Stadt begrüßt – hierbei konnte ich mir das wunderschöne Rathaus in Teilen sogar einmal von innen anschauen.

Der alte Gerichtssaal zeugt von einer Zeit, in der Hansestädte noch durch den Handel reich waren, es zeugt von der Macht Lübecks und ist durchaus sehenswert. Bei euren Rundgang durch die Innenstadt solltet ihr auf jeden Fall auch einen Abstecher in die ein oder andere Seitengasse machen, wir haben in dem Zusammenhang die Braustube von Brauberger gefunden, die gutes selbstgebrautes Bier und eine urige, aber sehr gut Küche anbietet. Wenn ihr dort andockt – das coolste Ambiente findet ihr im Keller.

Ostseeluft und Kultur in Stralsund

Stralsund ist für mich die östlichste deutsche Hansestadt die ich besucht habe. In einem wirklich kalten Winter vor knapp 5 Jahren. Für mehr als einen Tagesaufenthalt hat es nicht gereicht, aber die Stadt an sich ist wirklich sehr schön. Ich persönlich bin ein Brückenfanatiker und finde daher die vor einigen Jahren neu gebaute Brücke nach Rücken sehr cool.

Hiddensee
Auf dem Weg von Hiddensee nach Stralsund

In den Sommermonaten kann man von Stralsund auch mit dem Boot nach Hiddensee fahren (ich liebe diese Insel!). Für Schlechtwettertage und Meeresbiologiefreunde lohnt sich sicherlich auch ein Abstecher ins Deutsche Meeresmuseum, wobei ich persönlich nach dem Besuch des Atlanta Aquariums nur mäßig begeistert war. Aber vielleicht lag es auch an den zahlreichen Schreikindern, die damals durch die Gänge gelaufen sind :). Cool ist auf jeden Fall der Raum mit den Walklängen. Dafür sollte man sich Zeit nehmen!

Entdecke Weltkulturerbe in Rostock

Rostock hat keine Unesco-Erbe-Stätte, dennoch ist der Reiz als Stadt an der Küste deswegen nicht weniger. Ich mag die Innenstadt, die ein wenig Kleinstadtcharme versprüht und bei schönem Wetter  zum verweilen einlädt, auch das Rathaus mit verschiedenen Ausstellungen ist durchaus sehenswert. An der Innenhafenpromenade kann man auch sehr schön flanieren und gut Fisch essen gehen, oder mit etwas Glück wunderschöne Segelschiffe beim Manövrieren beobachten.

Von Rostock aus solltet ihr bei Möglichkeit auch eine Bootstour machen. Die Ausfahrt aus dem großen Hafen war für mich persönlich ein Highlight auf meiner kurzen Tour durch die Ostsee-Stadt. Ihr mögt Blumen? Wie wäre es dann mit einem Ausflug zur IGA nach Rostock?

Weltnaturerbe: Wattenmeer

Das Wattenmeer ist Unesco – Weltnaturerbe. Und das mit Recht. Wer in seinem Leben nicht mindestens einmal im Watt gestanden hat, wer nicht einmal das Naturwunder zwischen Ebbe und Flut bestaunt hat der hat wirklich was verpasst. Wir haben damals eine Wattwanderung ausgehend von Baltrum gemacht. Und eine in Cuxhaven. Und einen kurzen Abstecher auf Langeoog. Spannend ist es überall!

Die Führungen in Baltrum starten am Gezeitenhaus, was übrigens einen kleinen Einblick in die Arbeit des Nationalparks Wattenmeer zeigt. Die Raubtierfütterung am Ende der Wattwanderung war für mich ein Highlight.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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