Summer in the City. Ein Tag in Köln

Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass ich viel zu wenig über Köln schreibe? Dabei – und das ist nicht von der Hand zu weisen – wohne ich ja quasi nebenan. Und ja, auch abseits vom Dom und dem Schokoladenmuseum hat Köln richtig schöne Ecken. Einige durfte ich in den letzten Wochen erst kennenlernen. Grund genug – sie in einem kleinen „Summer in the City“ Bericht zusammenzufassen.

Flora

Mag sein, dass es daran liegt, dass ich ein wenig älter werde. Aber Gärten, Blumen, Pflanzen und dazu passende Architektur spricht mich in den letzten Jahren immer mehr an. Die Flora, der schon 1864 gegründete botanische Garten von Köln war bisher nicht auf meinem „Reisestundenplan“.

Und auch wenn aktuell ein großer Teil der Gewächshäuser renoviert wird, so lohnt sich der Besuch. Nicht nur wegen den Pflanzen, der kleinen Seen, des palastartigen Dank Augusta – Festhauses und der Springbrunnen, die sich überall im Park befinden, sondern vor allem wegen der Ruhe, die man hier inmitten des Großstadttrubels erleben kann.

Im Sommer auf den Treppen oder am „Dank Augusta“ zu sitzen – ein „Glas“ Kuchen zu essen und dazu einen Kaffee oder eine Gurkenlimo zu trinken ist schon für sich allein einen Besuch in der Flora wert.

Leider aktuell nicht möglich – eine Überfahrt mit der Seilbahn

Unweit des Parks befindet sich auch der Zoo und die Seilbahn, die aktuell leider nicht in Betrieb ist.

Grünes Köln

Ganz ehrlich? 2002 habe ich mich gegen Köln als neue Heimatstadt entschieden und bin nach Düsseldorf gewechselt. Einfach weil mir Düsseldorf grüner erschien. Aus heutiger Sicht kann ich darüber nur verwundert den Kopf schütteln.

Ständig entdecke ich in Köln neue Weiher und kleine Parks, wandere entlang von grünen Wiesen und genieße das Rauschen der Bäume über mir. Köln ist grün. Nicht immer und nicht überall – doch an vielen Orten, die mich überraschen. Am Rhein entlang zum Beispiel, oder in den zahlreichen Ortsteilen, an der Ringstraße und im Rheinpark entdecke ich kleine Wäldchen, viel Wiese (welche von zahlreichen Kölnern auch für Sonnenbäder genutzt wird), Pflanzenbeete und auch Kunst. Wusstet ihr das im Rheinpark ein Bähnchen fährt? Das ist Zeitreise pur.

Chillen am Sandstrand

Auch mit einem weiteren Vorurteil muss ich aufräumen: In Köln gibt es keinen Strand. Gibt es wohl. Und sogar eine Strandbar. Warum habe ich die bisher nie entdeckt? Da musste ich erst ein Date haben um solch einen relaxten Ort kennenzulernen.

Zahlreiche Liegen und auch Strandbetten (nennt man die so) – eine Bar mit Bier, Cocktails und dem einen oder anderen Frischgetränk und hintendran gleich der Tanzbrunnen – an dem fast jedes Sommerwochenende ein Event mit Musik stattfindet. Ein kleiner Eintritt ist notwendig und ja – auch hier gibt es wie an jedem Strand ein paar „Poser“ – und doch genieße ich die Zeit im Liegestuhl mit netter Begleitung und einem Kölsch.

Flammkuchen zum Sonnenuntergang

Ein Stück Flammkuchen, die untergehende Sonne und der Dom sowie die wohl bekannteste Brücke Kölns – die Hohenzollernbrücke im Blick – schöner lässt sich ein Sommertag wohl nicht beenden. Direkt vor dem Hyatt gibt es einen kleinen Imbiss und ein paar Tische und Stühle, die den perfekten Ausklang für einen schönen Köln-Spaziergang bieten.

Und der Flammkuchen? (Sorry für das schon angebissene Stück auf dem Foto) Der ist richtig lecker. Wir wurden sogar zu zweit von einem Stück satt, was natürlich auch an den sommerlichen Temperaturen in Köln liegen könnte.

Aussicht vom Kölner Triangle

Den Sonnenuntergang? Nun, den könntet ihr auf dem Kölner Triangle erleben. Auf dem Bürogebäude befindet sich schon seit Fertigstellung 2005 eine Aussichtsplattform, von der ihr einen richtig tollen Blick auf Köln und die nähere Umgebung habt. 360 Grad – mit tollen Beschreibungen und vor allem im Sommer einen Blick auf den Kölner Dom bei Sonnenuntergang. Von Oben.

Im Sommer ist die Plattform sogar bis 23 Uhr geöffnet – was sich zwar nicht mehr für tolle Fotos von Köln, aber umso mehr auf beeindruckende Nacht-Ausblicke auf die rheinländische Stadt bietet. Ein Ausflug lohnt sich jedoch nur, wenn es nicht wie dieser Tage stürmt oder gewittert. Dann bleibt die Aussichtsplattform aus Sicherheitsgründen geschlossen – was wohl ein jeder nachvollziehen kann, der dort oben schon einmal gestanden hat.

Biergartenfeeling im Deutzer Brauhaus

Nach so vielen Ausblicken ist Zeit für ein Glas Kölsch. Oder zwei. Und dazu könnt ihr auch noch um kurz nach neun Uhr abends ein Mettbrötchen, einen halven Hahn und andere Kölner Köstlichkeiten probieren. Mein warmes Mettbrötchen war so lecker, dass es nicht mal die Zeit bis zum Foto abwarten konnte, weshalb ich für euch leider kein Foto habe. Das wird jedoch nachgereicht ;). Das Deutzer Brauhaus befindet sich direkt im Bahnhof Köln Deutz und ist ein ideales Ausflugsziel auch für Businessreisende und Gestrandete. Einkehren (auch auf der Terrasse) lohnt sich.

Ein (nächtlicher) Spaziergang über die Hohenzollernbrücke

Wer es romantisch mag, der muss wohl in Köln einmal auf der Hohenzollernbrücke an den abertausenden Schlössern entlangflanieren. Das ist tagsüber durchaus schon mal ein Unterfangen, denn die Idee haben nicht nur viele verliebte, sondern auch zahlreiche neugierige nationale und internationale Gäste, die zum Teil auch noch versuchen auf den hoffnungslos überfüllten Gittern ein kleines Plätzchen zu finden.

Geht die Sonne langsam unter und wird es Nacht in Köln – dann wird dieser Ort leerer. Und dann, das muss ich ganz ehrlich zugeben, entfaltet er auch seine Magie. Vor allem bei Vollmond. Auch wenn ich das mit den Schlössern immer noch nicht so ganz verstehen kann…

Übernachten im Azimut Hotel

Aufgrund eines Groupon – Deals habe ich in diesem Sommer in einem Hotel übernachtet, an dem ich auf dem Weg nach Köln schon gefühlt 100 Mal vorbeigefahren bin. An der S-Bahn-Haltestelle Hansaring gelegen, auf den Etagen 2 – 4 befindet sich das Azimut Hotel. Die Kette sagte mir bisher nichts – und doch war ich schon aufgrund des Backsteinhauses neugierig, was mich im inneren erwartete. Mit meinem Groupon-Gutschein wurde ich freundlich empfangen und habe eines der schönsten Zimmer in der vierten Etage bekommen. Mit Blick auf den Kölner Dom und so riesig, dass ich hier gefühlt eine Party hätte veranstalten können. So blieb mir in dem Zimmer mit dem wirklich coolen Hausmotiv-Teppich nur übrig, mich möglichst großzügig auszubreiten und nachts den Vollmond über den Kölner Dom schwebend zu beobachten.

Am nächsten Morgen dann entdeckte ich einige andere Highlights des Hauses. Das Frühstück, welches im Preis inklusive ist, oder der Paternosteraufzug, den die Angestellten der Büros in den höheren Etagen nutzen können. Schweren Herzens habe ich mein Zimmer verlassen müssen – denn es wartete schon der nächste Ausflug auf mich.

Eine kleine Bootsrundfahrt

Auch bei dem 2017 allgegenwärtigen Regenwetter lass ich mir die Sommerausflugslaune für Köln nicht verderben. Eine Bootstour auf dem Rhein soll es sein. Und wenn es regnet? Was solls? Mein Glück? Ich bin mit einem der KD – Flaggschiffe in Köln unterwegs. Und weil sich alle in die warmen Innenräume verzogen haben, sitze ich mit meinem Regenschirm alleine am Bug des Schiffes und lasse Köln rechts und links an mir vorbeiziehen. Die Tour ist vor allem für solche Gäste interessant, die das erste Mal in Köln unterwegs sind.

Ich jedoch will einfach nur den Wind, den Regen und die entspannte Atmosphäre genießen, die ich hätte noch sehr viel länger als 90 Minuten hätte genießen können.

Streetart abseits der Touristenpfade erleben.

Köln ist voller Kunst. Nicht umsonst gab es im letzten Jahr unter dem Hashtag #URBANCGN einige coole Aktionen rund um Straßenkunst in Köln. Damals haben wir das Belgische Viertel in Köln unsicher gemacht – wo die Kunst oft nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Anders ist das in Ehrenfeld. Wer dort durch die Straßen zieht, wird von Straßenkunst fast erschlagen. Und das nicht nur von der Vielfalt, sondern auch von den teilweise kritischen Themen.

Alle zwei Jahre findet in Köln das zweiwöchige Urban-Art-Festival „Cityleaks“ statt. Verschiedene Streetart Führungen durch die Kölner Stadtteile, Art Performances und Kunsträume bieten seit 2011 schon zum vierten Mal interessante Einblicke in einen doch recht unbekannten Teil der Kölner Stadtgeschichte. Auch 2017 läuft das Festival (noch bis 24.09.)

Wir haben die Führung in Köln Ehrenfels mitgemacht. Rund 1 1/2 Stunden lang haben wir neue und alte Kunstwerke entdeckt und bestaunt. Ich für meinen Teil bin begeistert und nicht das letzte Mal in Ehrenfeld unterwegs gewesen.

Mein Lieblingskunstwerk jedoch entdecke ich in einer kleinen Seitenstraße von Köln Nippes. Ein Gesicht, zugewachsen mit Efeu, dass wie lockiges Haar über dem Kunstwerk hängt. Ob Absicht oder nicht – ich mag es!

Eisgenuss mal anders

Habt ihr schon mal Lavendeleis gegessen? Ich schon – bei der Eisdielerin in Köln Ehrenfeld. Das Eis hier ist sicherlich nicht das günstigste in Köln, aber die kleine Auswahl an Sorten ist wirklich hervorragend.

Auch wenn ein Schwerpunkt eindeutig auf veganen Eisgenuss gelegt wird – ich als „Milcheis-Esser“ kam trotzdem auf meine Kosten und habe nicht zum letzten Mal an einem Lavendeleis geschleckt.

Wichtige HinweiseTab-TitelÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen
  • Der Eintritt in die Flora ist frei, ihr könnt jedoch den Verein zur Erhaltung der Flora unterstützen oder eine der regelmäßig stattfindenden Führungen begleiten.
  • Im Zentrum der Flora befindet sich das Restaurant/Café „Dank Augusta“ mit einem sehr leckeren und guten Angebot.
  • Die Seilbahn ist bis auf weiteres nicht benutzbar. Wenn dies wieder der Fall ist, gibt es an dieser Stelle weitere Infos.
  • Für den Kölner Grüngürtel gibt es auch eine App, die euch durch die 63 km Wald- und Wiesenfläche führt. Immer wieder bilden sich hier auch Gruppen, die neben Yoga und Tanz auch andere Aktionen im „Grünen Köln“ starten
  • Der km 689 Beach Club an den Rheinterrassen ist bei schönem Wetter im Sommer geöffnet.
  • Der Biergarten des Hyatt Köln, in dem man den leckeren Flammkuchen genießen kann, ist ebenfalls nur im Sommer geöffnet. Gleich mal für nächstes Jahr vormerken!
  • Die Aussichtsplattform auf dem Köln Triangle ist im Sommer bis 23 Uhr, ab Oktober bis 18 Uhr geöffnet. Die Auffahrt kostet 3 Euro. Es ist ggf. mit Wartezeiten zu rechnen.
  • Die KD-Schiffstouren in Köln sind von April bis Oktober möglich und finden bis zu 6-mal täglich bei fast jedem Wetter statt. Aktuell bezahlen Erwachsene 10,40 Euro für die einstündige „Panoramafahrt“. Es gibt darüber hinaus aber auch noch zahlreiche Bundles und Aktionsfahrten.
  • Noch bis zum 24 September 2017 findet das Cityleaks Festival in Köln statt. Für Fans von Urban-Streetart ein Muss. Auch außerhalb des Festivals lohnt sich ein Rundgang durch Köln.
  • Egal ob Sommer oder Winter – der Eisdielerin solltet ihr in Ehrenfeld einen Besuch abstatten. Gutes Eis, nettes Ambiente und Waffeln!
  • Ihr seid im Winter in Köln unterwegs? Dann habe ich hier ein paar Tipps für euch
Da die Parkplatzsituation in der Innenstadt etwas angespannt ist (Parkhäuser gibt es jedoch genug) empfehle ich eine Anreise mit der Bahn. Der Bahnhof befindet sich zentral in Köln und alle hier beschriebenen Sehenswürdigkeiten lassen sich größtenteils auch fußläufig erreichen.

Ich habe einen Termindeal bei Groupon wahrgenommen – ich berichtete hier darüber und habe im Azimut Köln übernachtet Zimmer und auch Frühstück waren echt gut – vor allem der Ausblick Richtung Dom hat mich beeindruckt.

Das Hotel ist direkt gegenüber einer U-Bahn und S-Bahnhaltestelle Hansaring. Ich fand dennoch, das die Geräuschkulisse angenehm war. Bei geschlossenen Fenster habe ich nichts von der Straße gehört.

Offenlegung: In das Hotel Azimut wurde ich von Groupon eingeladen.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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