Teilzeitreisen - Service

Urlaubsplanung leicht gemacht – Erfahrungsbericht einer Teilzeitreisenden

„Sag mal Janett – machst du das mit dem Reisen eigentlich beruflich?“ ist wohl die häufigste Frage, die ich von Freunden, Bekannten und Verwandten in den letzten Jahren zu hören bekomme. Da es darum in diesem Artikel auch nicht gehen soll, eine Antwort aber natürlich gegeben werden kann. Nein. Ich bin eine waschechte Teilzeitreisende. Ich arbeite vier Tage die Woche an der Universität als Sachbearbeiterin, habe ein Privatleben und versuche ganz nebenbei dieses Baby hier zu pflegen.

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Und auch ich muss Urlaub planen.

Mich mit Kolleginnen abstimmen und auf die Preise schauen. Auch wenn so manch einer glaubt, das für „Reiseblogger alles gratis“ ist – im Jahr geb ich gut 9000 Euro für Reisen und Zubehör aus. Klar – dabei geht es mir gut, würde ich jedoch nicht ein wenig auf die Kosten schauen, könnte ich mir soviele Kurzreisen gar nicht leisten. Auch wenn ich spontane Reisen liebe – ein wenig Planung schadet nie.

Teilzeit „Reisen“

Ich arbeite 4 Tage die Woche. Montags, Mittwoch, Donnerstags und Freitags. Den Dienstag nutze ich als „Blogworktag“ oder für Sachen im Haushalt. Die meisten Reisen führe ich am Wochenende durch – also klassisch von Freitag bis Sonntag. In den letzten Jahren hat sich jedoch auch etabliert, die Woche nach vorne zu verlängern, das heisst Urlaub am Montag und Dienstag zu nehmen.

Früher habe ich häufig Donnerstag und Freitag für „Verlängerte Wochenenden“ genutzt – Preislich gesehen macht das jedoch nicht so viel aus. Einziger Nachteil? Vielerorts sind Montags Museen zu.

Hilfreiche Hinweise
  • Preise für Transportmittel sind günstiger, wenn ihr nicht an das klassische Wochenende gebunden seid. Do – Sa oder Sa – Mo sind günstige Alternativen. Ich nehme vor allem in Städte häufig die „Spätflüge“, da diese häufig günstiger und weniger frequentiert sind
  • Preisvergleiche für Bahn mache ich mit dem Sparpreisfinder der Deutschen Bahn oder Goeuro.de, für die Flugsuche nutze ich ebenso wie für die Hotelsuche die dazu passende Googlefunktion
  • Hilfreiche Spartipps für Bahnfahrer
  • Hilfreiche Empfehlungen für einen Mietwagen
  • Flüge kosten am wenigsten 6 – 8 Wochen vor dem Urlaubstermin. Achtet beim individuellen Buchen auch immer auf die Sondergebühren für Kreditkarten und Co.
  • Portale wie Skyscanner und Swoodoo empfehlen sich für den Preisvergleich.
  • Kombiniert Transportmittel. Nutzt für die Hinreise die Bahn, und macht die Rückreise mit dem Fernbus oder Flieger. Hier lohnt sich der Vergleich. So zahle ich mitten in den Ferien für eine Hin und Rückreise von Düsseldorf nach Goslar nicht mal 50 Euro an einem Wochenende. Sparpreis, BC25 und Fernbus sei dank.

Teilzeit „Erleben“

Wenn ich eine Städtereise mache, so nutze ich den Freitag oder den Montag für die bekannten „Sehenswürdigkeiten“. Lässt sich das nicht vermeiden, stehe ich oft sehr früh auf um einer der ersten zu sein und nicht unnötig Wartezeit für das Schlangestehen zu verplempern.

Samstag nutze ich häufig für weniger bekannte Sehenswürdigkeiten. Manchmal lasse ich mich dann auch einfach nur treiben und entdecke dabei das eine oder andere Highlight.  Der Sonntag ist dann oft für eine kulinarische Entdeckungsreise gedacht. Und für „Ausschlafen“. In einigen Städten sind an den Sonntagen auch die Museen kostenfrei nutzbar (Beispiel: Barcelona).

Für Wellnessurlaube bieten sich Samstag bis Montag-Aufenthalte an. Die meisten Gäste reisen am Sonntag ab und in den Hotels ist es herrlich ruhig.

Wandern und Natur geht immer. Bei gutem Wetter ist es zwar etwas voller – aber das verläuft sich nach meiner Erfahrung auf Wanderwegen immer recht schnell.

Hilfreiche Hinweise
  • Eine gute Inspirationsquelle für „Sehenswertes“ sind für mich Tripadvisor, Google Maps (Karte aussuchen und dann rechts unten auf dem Desktop auf „Erkunden“) und Instagram.
  • Typische „Business-Städte“ wie Frankfurt, Düsseldorf, Warschau sind im Hochsommer angenehme Städtereiseziele. Hotels sind günstig, die Städte recht spannend und oft auch nicht so überlaufen wie klassische Urlaubs-Städte.
  • Mit zahlreichen Touristenkarten könnt ihr in der einen oder anderen Metropole die Warteschlangen an den Kassen umgehen.
  • Auf Reisen und mit Regen, Schnee oder Sturm „gestraft“? Wir haben ein paar Schlechtwetter-Alternativen gefunden

Teilzeit „Schlafen“

Früher war es mir recht egal wo ich schlafe, hauptsache mein Bett war sauber und das Zimmer nicht allzu laut. Mit den Jahren achte mich mehr auf Komfort, schaue aber auch nach Preisen. Je nachdem ob ich alleine reise oder in der Gruppe, schaue ich nach Ferienwohnungen oder einem klassischen Hotel. Auch die Länge eines Aufenthaltes ist für mich relevant. In einer Woche am gleichen Ort würde ich lieber in einer Wohnung auch mal mein eigenes Süppchen kochen wollen, bei einer Städtereise ist mir wichtig, zentral, gut und günstig zu wohnen.

Ich buche selten sofort. Praktisch finde ich immer eine Kartensuche – auf der ich dann auch sehen kann, ob z.b. eine passende Straßenbahn in der Nähe fährt oder auch ob ein Hotel noch verfügbar ist. Habe ich ein Hotel, welches mir gefällt, schaue ich auf mehreren Kanälen nach Bewertungen und vergleiche dann Preise. Oft sind die Direktbuchungen im Hotel am günstigsten – gelegentlich nutze ich jedoch auch Booking.com oder andere Buchungsplattformen, um mir eine Stornierungsoption offen zu halten. Vor allem in Städten gibt es im Winter/Frühjahr oft spannende Neueröffnungen, bei denen man günstige Openingspecials hat. Daher – und auch wenn es teurer ist – buche ich immer mit Option der Stornierung

Hilfreiche Hinweise

Teilzeit „Drumherum“

Das gute alte Thema Absicherung schwebt immer wieder mal im Raum. Mir selbst ist es erst vor kurzem passiert. Ich musste in Portugal ins Krankenhaus. In den meisten Ländern sind das öffentliche Einrichtungen, in Ländern der EU reicht sogar die Krankenkassenkarte für eine Behandlung (und ein kleines Bearbeitungsentgelt).

Gesundheit

In einige Ländern (außerhalb der EU) kann es ohne gültige Reisekrankenversicherung aber schnell auch recht teuer werden. Ich habe eine Zusatzkrankenversicherung der Central – die Kurzreisen wie meine überall in der Welt abdeckt. Eine Rücktrittsversicherung ist eher bei pauschalen Reisen interessant und wird oft dort mit angeboten.  Zahlreiche Versicherungen lassen sich auch pro Reise abschließen. Da ich vor allem Hotels mit einer Stornierungsoption buche, risikiere ich oft eine Reisebuchung ohne Reiserücktritt. Die Preise für mich als Einzelperson halten sich in Grenzen.

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Mietwagen

Beim Mietwagen habe ich früher immer ein Auto mit Super CDW (Haftungsbefreiung) gemietet. Mittlerweile habe ich eine Jahresversicherung, die im Schadensfall die Haftungsdifferenz (zwischen 400 – 1200 Euro) bezahlen würde. Ich hab es noch nie benötigt, aber sicher ist sicher. Was ich übrigens letztes Jahr in Island gelernt habe: Der Haftungsbetrag wird oft auf eurer Kreditkarte für die Mietdauer geblockt. Bei mir würde das dazu führen, das ich nicht mehr mit der Karte bezahlen kann, da mein Freibetrag nur 2300 Euro beträgt. In einem internationalen Urlaub ist das schnell verbraucht.

Visum

Ich bin häufig in Europa unterwegs. Bis auf Russland habe ich dort bisher nie ein Visum beantragen müssen.  Auch auf dem Weg in die USA oder nach Kanada ist die Einreise recht unkompliziert und online lösbar, zumindest wenn ihr nur in den Urlaub fahrt und einen deutschen Reisepass besitzt. Empfehlenswert ist es jedoch allemal, sich spätestens 3 Wochen vor der Reise zu informieren, ob man alle Unterlagen zur Einreise zur Verfügung hat.Auf meiner Reise nach Russland vor gut 10 Jahren musste ich ein Visum bei der russischen Botschaft in Bonn besorgen. Und das kostet, sofern man es nicht machen lässt, schon mal recht viel Zeit.

Hilfreiche Hinweise
  • Wie immer bei Versicherungen gilt – sorgfältig die Bedingungen durchlesen! Gerade bei einer Autovermietung gibt es da einige Fallstricke.
  • Falls ihr in ein Land reist um dort zu arbeiten, gilt eine Reiseversicherung oft nicht. Informiert euch diesbezüglich bei eurem Anbieter
  • Empfehlenswerte Versicherungen für unterwegs: Reisekrankenzusatzversicherung (außerhalb der EU), Reisekostenrücktrittsversicherung sowie bei Mietwagen eine Haftungsbefreiung
  • Aufpassen! In einigen Ländern dürft ihr eigene Medikamente nur mit Bescheinung des Arztes einfliegen (Beispiel: Arabische Emirate)
  • Macht euch von Ausweis- und Reisedokumenten immer eine Kopie (idealerweise als Scan in Cloud oder Emailpostfach)
  • Solltet ihr eine Fernreise planen, sprecht vorher mit eurem Hausarzt ab, was ihr für Impfungen und Notfallmedikamente braucht.
  • Reisepass auf Ablauf überprüfen – in einigen Ländern wird euch die Einreise mit einem Reisepass mit Ablauf in den nächsten 6 Monaten nicht genehmigt
  • Visum bei Reisebuchung auf To Do Liste setzen. Je früher, desto besser.

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Teilzeit „Gepäck“

Auf Kurzreisen bin ich mit recht wenig Gepäck oder einem kleinen Handgepäcks-Koffer unterwegs. Bei Reisen für mehr als eine Woche nutze ich in den letzten Jahren häufig meinen Rucksack – vor allem für Reisen ohne Auto hat sich dieser als sehr praktisch erwiesen. Unterwegs nutze ich häufig Shampoo um meine Sachen zu waschen – in den meisten Fällen sind die Sachen am nächsten morgen trocken. Für „Schick-Mal-Ausgehen habe ich ein paar leichte Balerinas, ansonsten nutze ich unterwegs häufig Wander und Laufschuhe. Bei Strecken von bis zu 15 Kilometern pro Tag empfiehlt sich das auch.  Immer mit dabei ist auch ein Tuch, welches für mich auch Mützenersatz ist. Bei Sonne hilft es, vor Sonnenstich zu schützen, bei Wind unterkühle ich damit nicht so schnell.

Hilfreiche Hinweise
  • Ein kleiner Tipp für das Handgepäck: Hier können bis zu 8 kg mitgenommen werden und eine kleine Damentasche ist auch möglich. Eine Kamera, die ihr um dem Hals habt, wird nicht als Gepäckstück gewertet.
  • Wenn ihr doch mal mehr Gepäck braucht, immer vor Abreise online buchen. Am Flughafen ist dies oftmals sehr viel teurer. Ist es bei der Rückreise teurer – prüft nach, ob nicht ein Versand via Post günstiger kommt.
  • Bei Hygieneartikeln/Kosmetikas/Cremes und Co.  immer halbleere oder kleine Tuben und Flaschen mitnehmen und vor dem Rückflug entsorgen, so hat man mehr Platz für die Mitbringsel und Neuanschaffungen.
  • Meine ersten Erfahrungen als Backpacker (Rucksackträger)

Ich freue mich über euer Kommentare und Erfahrungen!

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"

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