Interview mit Klemens von klapprad-klemens.de

Interview mit Klemens von klapprad-klemens.de

Der Frühling kommt in großen Schritten und schon heute habe ich eine Vielzahl von Radfahrern auf meinem Weg nach Hause getroffen. Gerade in der Stadt sind große Räder jedoch oft “im Weg”. Ich bin deshalb ein großer Fan von Klapprädern. Schon als Kind hatte ich ein MIFA – Klapprad (und weiss bis heute nicht, wohin es verschwunden ist).

Und deshalb weiß ich – so ein Klappfahrrad hat ziemlich viele Vorteile. Als Pendler kann man es super mit in die Bahn nehmen, es ist leicht und vor allem platzsparend.

Vor kurzem hat mich dann Klemens angeschrieben. Ihm gehört der Blog klapprad-klemens.de, auf dem er nahezu jedes Klapprad oder Faltrad testet und beschreibt. Was für ein Zufall – denn ich habe erst vor kurzem meinen Reiseartikel zu Radtouren in Europa fertig geschrieben und hatte tatsächlich überlegt, ob ich mal einen Artikel zu sinnvollen Rädern für eine Städtereise zu schreiben. Aber jetzt lass ich erst mal den Profi für Klappräder und Falträder sprechen. Viel Spaß beim Interview!

Was war der Grund, warum du eine Leidenschaft für Klappräder entwickelt hast?

Meine Begeisterung für Klappräder entstand aus einem ganz praktischen Problem im Alltag. Der Bus zu meinem Bahnhof war regelmäßig unpünktlich und ich habe dadurch oft den Anschlusszug nach Berlin verpasst. Das bedeutete eine Stunde Wartezeit. Gleichzeitig musste ich in Berlin noch rund zwei Kilometer bis zum Büro überbrücken.

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Also habe ich angefangen, die sechs Kilometer zum Bahnhof selbst mit dem Rad zu fahren. Das Klapprad war dafür die ideale Lösung, weil ich es kostenlos in der Bahn mitnehmen konnte und unabhängig vom Busfahrplan war.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie viel Freiheit und Flexibilität in diesem Konzept steckt. Später hat mich dann die Frage gereizt, welche Modelle wirklich alltagstauglich sind und wo die Unterschiede bei Qualität, Fahrgefühl und Technik liegen. Aus dieser Neugier ist schließlich meine Testleidenschaft entstanden.

Bist du mit dem Klapprad auch auf (Kurz)Reisen unterwegs? Wenn ja, welche Orte sind perfekt mit dem Rad zu erkunden?

Ja, ich habe drei Jahre in Berlin gelebt und in dieser Zeit war das Klapprad für mich perfekt für Wochenendausflüge. Von Berlin aus fahren die Regionalzüge in alle Richtungen, und oft ist man in einer Stunde mitten in der Natur in Brandenburg. Mit dem Klapprad war ich sofort mobil und konnte Seen, kleine Orte oder Radwege direkt vom Bahnhof aus erkunden.

Aber auch für Sightseeing in großen Städten eignet sich ein Klapprad hervorragend. In Städten wie Berlin, Hamburg oder München kommt man flexibel durch den Verkehr, spart sich Parkplatzsuche und ist deutlich unabhängiger als mit öffentlichen Verkehrsmitteln allein.

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Ich habe meine Klappräder sogar mit in den Urlaub genommen. Ein besonderes Erlebnis war eine Reise nach Tschechien nach Spindlermühle. Dort bin ich mit dem MYVELO Molinar, einem Fatbike Klapprad, bis auf die Schneekoppe gefahren. Solche Touren zeigen, dass ein Klapprad nicht nur für kurze Strecken gedacht ist, sondern auch echte Abenteuer ermöglichen kann.

Ich bin gerne mit der Bahn unterwegs und mache Städtereisen. Welches Rad würdest du mir hierfür empfehlen und warum?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es kommt stark auf den Fahrer und das Budget an.

Für sportliche Fahrer, die ein leichtes und unkompliziertes Rad für Städtereisen suchen, ist das Phoenix 2D von Licorne ein guter Einstieg. Es bietet alles, was ein klassisches Klapprad braucht, ist preislich attraktiv und eignet sich ideal für kürzere Strecken. Wenn etwas mehr Budget zur Verfügung steht, würde ich zum Tern Link D8 raten. Es ist besonders leicht, hochwertig verarbeitet und dadurch angenehm zu tragen und zu fahren. Beide Modelle verfügen über einen Gepäckträger, sodass sich auch Fahrradtaschen problemlos nutzen lassen.

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Für gemütlichere Fahrer oder längere Distanzen bietet sich ein E Klapprad an. Hier empfehle ich meinen aktuellen Testsieger, das MYVELO Berlin. Es überzeugt durch eine hochwertige Verarbeitung, hohen Komfort und eine sehr gute Reichweite im Alltag. Wer ein kleineres Budget hat, findet mit dem Vakole VT4 eine spannende Alternative. Die Bewertung ist für den Preis überragend und die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen.

Thema Pendeln. Ich suche nach einem E-Klapprad für den Alltag, welches ich für den Weg zur Arbeit nutzen kann – möglichst leicht. Hast du hierfür einen Tipp?

Wenn es ums Pendeln geht und ein möglichst geringes Gewicht im Fokus steht, empfehle ich das Fiido X. Mit 19,8 Kilogramm gehört es zu den leichteren E Klapprädern auf dem Markt und überzeugt zudem durch eine hochwertige Verarbeitung und ein modernes Gesamtkonzept. Gerade für den täglichen Weg zur Arbeit ist das Zusammenspiel aus Gewicht, Reichweite und Qualität entscheidend.

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Fiido X

Sehr spannend finde ich außerdem das ADO Air Carbon, das ich kürzlich entdeckt habe. Mit Riemenantrieb und nur 14,7 Kilogramm wirkt es besonders interessant für Pendler, die ihr Rad regelmäßig tragen oder in die Bahn mitnehmen möchten. Getestet habe ich es bislang noch nicht, aber es steht definitiv auf meiner Liste für diesen Sommer.

Zubehör zum Klapprad – was braucht man, was ist vollkommen unnötig?

Das hängt stark vom Einsatzzweck ab. Wer das Klapprad täglich zum Pendeln nutzt, sollte unbedingt auf Schutzbleche achten. Gerade auf dem Weg zur Arbeit fährt man nicht nur bei Sonnenschein, und nasse Kleidung ist im Alltag einfach unangenehm. Natürlich bringen Schutzbleche etwas zusätzliches Gewicht mit sich, aber der praktische Nutzen überwiegt in den meisten Fällen. Für mich sind Schutzbleche beim Alltagsrad deshalb unverzichtbar.

Ebenfalls unverzichtbar sind für mich eine funktionierende Klingel, eine gute Beleuchtung und zuverlässige Bremsen. Nur so ist das Rad StVZO konform und sicher im Straßenverkehr unterwegs.

Ein Gepäckträger ist gerade für den Arbeitsweg sehr sinnvoll, wenn man Tasche, Laptop oder Einkäufe transportieren möchte. Viel Zubehör macht ein Klapprad allerdings schnell schwerer und unhandlicher. Deshalb sollte jedes Extra gut überlegt sein.

Vielen lieben Dank für dieses tolle Interview! Alle Bilder und Antworten stammen von Klemens.

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uniklinik Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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