Habt ihr schon mal was von Trittenheim gehört? Wir haben diesen kleinen Moselort an einem verlängerten Wochenende entdeckt und uns ein wenig in die “Mittelmosel” verliebt.

Was den kleinen Ort so besonders macht und warum wir dort gerne länger als “nur” für 3 Tage geblieben wären, das erfahrt ihr in diesem Artikel.
Inhaltsverzeichnis
Urlaub in Trittenheim? Wie es dazu kam.
Als wir Anfang des Jahres unseren Urlaub geplant hatten, wurde schnell klar – vor Herbst werden wir keinere größeren Sprünge machen. Uns stehen nur ein paar verlängerte Wochenenden zur Verfügung. Da wir vor zwei Jahren schon einmal an der Mosel waren und uns dort vor allem die Wanderwege gut gefallen haben – entschieden wir uns für eine Reise an die Mosel.

Doch wohin? Zwischen Koblenz und Trier ist der westdeutsche Fluss ganze 120 Kilometer lang.
Wir ließen die Unterkunft unseren Urlaub entscheiden. Ich schaute nach netten Ferienwohnungen, B&Bs und Hotels, die für die drei Nächte nicht teurer als 500 Euro waren.

Schnell war klar – das Rennen macht das Gästehaus Cabinett 1876 in Trittenheim. Es ist recht gut (mit dem Auto) erreichbar, bietet ein wirklich tolles Frühstück im gemütlichen Ambiente an, hat nur eine überschaubare Anzahl an Zimmern und es liegt in einem Ort mit Gastronomie und Bäcker.

Wir hatten auch noch riesen Glück, denn über das Wochenende zu Fronleichnam war tatsächlich noch etwas verfügbar.

Gleich vorab – die Unterkunft erwies sich als Volltreffer, tolle Gastgeber, sehr gemütlich und perfekt gelegen – ist aber sehr gut gebucht. Wenn ihr also auch dort übernachten wollt: Früh Buchen!
Trittenheim – eine Auszeit an der Mosel
Trittenheim liegt auf einer Landzunge in der Moselschleife Leiwen-Trittenheim. Schon allein die Tatsache, das sich hier alles gut überblicken lässt, verrät etwas über die Größe den Ortes.

Eine Bahn fährt hier nicht, viele Gäste reisen mit dem Auto, Bus oder Fahrrad an. Und ja, auch ein paar Camper sind auf einem Platz unten an der Mosel zu finden.

Trittenheim ist umgeben von Weinbergen. Die wohl bekannteste Hanglange ist die Trittenheimer Apotheke – aber es gibt noch viel mehr Weinanbaugebiete. Und die bekommen viel Sonne. Soviel, das es im Ort gleich mehrere Weingüter gibt, die von ihrem wirklich guten Wein leben können.
Und das ist auch mein erster und wichtigster Tipp:
Kein Urlaub in Trittenheim ohne Weingenuss
Um es gleich vorab zu sagen – es gibt auch leckere Traubensäfte – aber der Wein aus Trittenheim ist Genuss pur. Schön fruchtig, auch als Schorle sehr gut zu genießen und gut bekömmlich.

Ich kann nicht mehr sagen, wie oft wir Wein getrunken haben, aber sagen wir es mal so – häufiger als daheim.
Sehr praktisch und ein wenig an unserem Weingenuss schuld ist übrigens die Tatsache, das in Sommermonaten gefühlt an jedem Wochenende ein Weinfest in Trittenheim und Umgebung ist. Und wenn ihr Wein mögt, solltet ihr da auf jeden Fall hin! Übrigens: Oft gibts auch leckeres Essen oder Snacks dazu.
Wandern auf dem Römersteig
Wandern an der Mosel ist toll – das haben wir schon bei unserer letzten Tour auf den Spuren der Römer entdeckt. Es war klar, das wir auch in Trittenheim wieder ein Stück auf dem Moselsteig laufen wollten.

Auch rund um Trittenheim gibt es nicht nur Weinberge, sondern auch Waldgebiete, die an sonnigen Tagen etwas Schatten bieten. Aber ich kann euch verraten: Der Anstieg hinauf bis zum Wald ist bei sommerlichen Temperaturen schon schweisstreibend. Ein wenig Abkühlung fanden wir bei den römischen Sarkophagen und etwas später in den Schieferhöhlen.

Gefühlt haben wir auf dieser Wanderrunde mehr gerastet – aber ich darf verraten – Orte dazu gibt es auch einige. Auch die Schaukel (ein Bild seht ihr etwas weiter oben) befindet sich auf der Tour. Und wie ihr seht – einmal durch die Hitze der Weinberge gekämpft, wurden wir mit Wald belohnt.

Die ganze Tour mit viel mehr Bildern findet ihr hier auf Komoot – wir waren knapp 12 Kilometer mit knapp 360 Höhenmetern unterwegs.
Weingarten Mosel-Liebe
Wir haben uns kurz vor dem Ende unserer Wandertour dann noch eine Einkehr in den Weingarten Mosel-Liebe gegönnt. Der Weingarten ist ab Mai geöffnet und ein Muss für alle Fans von Weingenuss mit schönem Blick.

Ich weiss gar nicht wie lange wir dort verweilt haben. Mit Schatten und leckerer Weinschorle habe ich irgendwie die Zeit vergessen.

Sehr begehrt, vor allem bei Einheimischen, sind die Sundowner – Events, bei denen ihr hier bei Wein, Musik und natürlich auch ein tolles Wein und Food-Angebot mit Sonnenuntergang genießen könnt. Aber ich hab auch die chillige Zeit am Nachmittag hier sehr genossen.
Ein Abend beim Zum Moselfischer
Schon vor unserer Reise ist mir das Angebot beim Zum Moselfischer aufgefallen. Die Homepage wirbt mit einem Fischereierlebnis der anderen Art – und das ist die Fischreise mit einem 7 Gang-Überraschungsmenü definitiv. Denn der Fischerwirtschaftsmeister Thomas Weber ist Fischer, Umweltschützer und Koch aus Leidenschaft.

Gleich mal vorab: Ohne Reservierung läuft hier nix und das Abendmenü wird nur am Freitag Abend angeboten. Wir hatten riesiges Glück – denn wir haben zwei Tage vorher noch einen Platz bekommen.

Das Erlebnis ist recht exklusiv, auf einer kleinen Terrasse saßen maximal 20 Personen und folgten dem Moselfischer in seinen Ausführungen.

Die beinhalten nicht nur sieben Gänge, die fast ausschließlich hochwertigen und überwiegend regionalen Fisch präsentieren sondern zahlreich interessante Fakten aus dem Leben eines Moselfischers. Denn Thomas Weber verarbeitet nicht nur Fische, er rettet sie auch.

Damit die jungen Aale in der Mosel aufgrund der zahlreichen Schleusen nicht zu Hack verarbeitet werden, werden sie in der Mosel abgefischt und auf ihrem Weg in den Nordwestatlantik wieder oberhalb der Schleusen ausgesetzt.

Wir erfahren etwas über Forellen und Karpfen, uns wird erzählt, das es in der Mosel auch Krabben gibt und wir dürfen Fragen stellen – die uns alle ausführlich beantwortet werden. Hab ich schon erwähnt, das alles was ich probiert habe, richtig lecker war? Klar – ganz günstig ist das Event nicht, wir haben soweit ich mich erinnern kann, 99 Euro pro Person bezahlt, aber es war nicht nur ein tolles 7 Gänge Menü – sondern ein Abend, an dem wir sehr viel über Fischer und Fische gelernt haben. Ein Event was ihr euch in Trittenheim als nicht entgehen lassen solltet. Wer keinen Fisch mag, kann auch dabei sein und eine Alternative buchen.
Mit Thomas kannst du auch einen Tag aufs Wasser. Das haben wir noch nicht gemacht, aber Lust hätte ich schon. Wer kommt mit?
Mein Lieblingsplatz: Die Laurentiuskapelle
Eigentlich hoffe ich, das diesen Artikel nicht allzu viele Menschen lesen, denn ich verrate hier einen Ort, der für mich wirklich magisch war. Vor allem an diesem lauen Frühsommertagen. Und das nicht nur, weil man hier toll den Sonnenuntergang beobachten kann.

Von unserer Unterkunft ist es bis hierin nur etwa 750 Meter. Bergauf zwar, aber weitestgehend durch Weinberge. Oben wartet eine kleine Kapelle und vor allem im letzten Jahr – eine Vielzahl von Schmetterlingen. Ich mag Schmetterlinge.

Und ja, gerade in er Dämmerung kommen auch immer wieder Menschen vorbei – aber dieser Ort hat mich verzaubert.
Was es in Trittenheim sonst noch so zu sehen gibt
Ich habe nur meine großen Highlights aufgezählt, aber Trittenheim hat noch einiges mehr zu bieten. So gibt es auch von hier Bootstouren, im Stadtzentrum gibt es zahlreiche sehenswerte Kunstwerke und Brunnen und auf Wanderungen rund um die kleine Gemeinde gibt es viel zu entdecken.

An der Moselbrücke gibt es auch zwei alte Fährtürme, wenn ihr mehr dazu erfahren wollt, könnt ihr das hier nachlesen. Und für alle Orgelfans – in der Gemeindekirche gibt es ein sehenswertes Exemplar!
Trittenheim ist ein Ort zum Entspannen – es gibt ein paar Restaurants und Weingüter – aber wer hier außer Wein shoppen gehen will, wird nicht weit kommen.
Römisch Wein genießen auf der Stella Noviomagi
Eine ganz besondere Art der Weinverkostung könnt ihr im Nachbarort Neumagen Dhron erleben. Dort befindet sich das nachgebaute Römerschiff Stella Noviomagi – welches an einigen Terminen eine Weinverkostung inkl. Rundfahrt anbietet.

Wer früh genug bucht, wird eine wirklich interessante Rundfahrt mit der Geschichte rund um die Römer, gutem Wein und vielen Eindrücken von der Mosel rund um Neumagen Dhron erleben.

Unsere Rundfahrt dauert etwa zwei Stunden und führte uns auf der Mosel rund um Neumagen Drohn, wir konnten unterwegs fünf Weine probieren.


An sonnigen Tagen: Unbedingt an den Sonnenschutz denken! Gleiches gilt bei Regen. Auch hier solltet ihr die passende Kleidung mit dabei haben.
Trier – ein heißes Pflaster
Trier ist nur etwa 20 Minuten entfernt von Trittenheim. Grund genug, um der ältesten Stadt Deutschlands einen Besuch abzustatten. Dachten wir jedenfalls. Ich wollte ein paar aktuelle Fotos für meinen Römer an der Mosel – Artikel.

Warum wir uns dafür einen Tag mit sehr hochsommerlichen Temperaturen ausgesucht haben, ich weiss es nicht mehr. Aber lasst euch gesagt: Trier ist für heiße Tage nur bedingt geeignet. In der Innenstadt haben wir zwar ein paar schattige Ecken gefunden, aber die Rundfahrt im Römerexpress hat uns ordentlich ins Schwitzen gebracht.

Klimaanlage in den kleinen Zügen? Fehlanzeige. Aber noch besser ist es, wenn man empfindliche Menschen hinter sich sitzen hat, die den “Zug im Zug” nicht vertragen.

Ich fand es tatsächlich auch nicht so toll, das wir alle Sehenswürdigkeiten ohne Stopp abgefahren haben. Da war nix mit Hop On – Hop Off.

Beim nächsten Mal werde ich wohl lieber den Bus nehmen. Und so wirklich neue Bilder für meinen Römer an der Mosel Artikel hab ich nicht machen können. Also – für eine kurze Orientierung in Trier ganz gut, wer aber Sightseeing machen will, der sollte lieber anders unterwegs sein.
Da die Stadt voller Menschen in Kauflaune war, entschlossen wir uns spontan zu einer Bootstour auf der Mosel. Unterwegs entdeckten wir übrigens den Alleenring – der in Trier etwas Schatten spendete.

Wir buchten eine zweistündige Tour mit der Udine II. Das Schiff war für diesen schönen Tag nicht übermäßig überfüllt, aber auch hier: keine Klimaanlage.

Ja, wir haben etwas getrunken, aber wir sind in diesem Schiff auch wirklich zerflossen.



Mein Tipp: Schirm mitnehmen und nach oben gehen. Denn da war es zwar “kühler” – aber ohne Schatten.

Ich weiss – ich bin ein wenig Mimimi, aber was tut man nicht alles dafür, die älteste Brücke Deutschlands zu durchfahren. Muss aber sagen – das hab ich mir spektakulärer vorgestellt. Aber vielleicht lag das an der Hitze des Tages.
Wie ein Kneippbecken ein Highlight wurde
Mein Highlight des Tages lag tatsächlich außerhalb von Trier – das Wassertretbecken von Leiwen kurz vor Trittenheim. Das war am späten Nachmittag im Schatten und verhalf mir zu einer Abkühlung!

Ich bin ja dafür, das wir wieder mehr Kneippbecken brauchen, was meint ihr?
Wie kommt ihr am besten nach Trittenheim?
Wie ich oben schon erwähnt habe, es gibt eine Busverbindung, die euch auch mit Trier und mit den Zügen der Region verbindet. Mit ein wenig Planung ist also durchaus auch eine Fahrt ohne Auto an die Mittelmosel möglich.

Wir sind mit dem Auto angereist, haben es bis auf unseren Ausflug nach Trier jedoch nicht genutzt. Fragt aber vorher in eurer Unterkunft an, ob Parkplätze zur Verfügung stehen!
Keine Offenlegung – da selbst bezahlte Reise.



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