Wir landen auf dem Flughafen Chania. Geplant sich gut zehn Tage Urlaub auf Kreta, von dem wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, wie dieser aussieht. Der Flughafen ist voll – zahlreiche Urlauber warten auf ihren Flug in Richtung Deutschland.

Die Herbstferien sind für die meisten vorbei und wir starten gerade in unseren Urlaub. Kurz vor Saisonende noch Kreta besuchen. Eine gute Entscheidung? Ich bin unsicher.
Denn schon bei der Vorplanung stell ich fest: Zahlreiche Sehenswürdigkeiten gehen Ende Oktober in die Winterpause. Ob wir einen interessanten Urlaub hatten, oder nicht? Das erfahrt ihr in den folgenden Artikeln.
Inhaltsverzeichnis
Chania
Kurz nach dem Sonnenuntergang landen wir mit einem Taxi am Rande der Altstadt von Chania. Denn: Für die ersten Tage auf Kreta im Westen der Insel haben wir bewusst auf einen Mietwagen verzichtet. Um es gleich vorab zu sagen: Mit Bus und Taxis haben wir effektiv weniger bezahlt und waren auch viel entspannter unterwegs, denn Parken ist im Zentrum von Chania ein stressiges Unterfangen.

Es ist warm an diesem Abend Ende Oktober und vor allem am Hafen noch etwas trubelig. Wie wir später erfahren: Das lag vor allem an einem riesigen Kreuzfahrtschiff, was unweit von Chania liegt. Denn keine Stunde später ist die Stadt fast leer. Also geht es für uns erst einmal ins Hotel – um einzuchecken.
Hotelempfehlung für Chania – Das Elia Palatino
Unsere Unterkunft: Das Elia Palatino unweit vom alten Hafen. Ich muss zugeben – ich liebs! Perfekt zum Ankommen. Wir haben auf den Aufpreis für den Hafenblick verzichtet und schauen aus unserem Zimmer im ersten Stock auf eine wunderschöne Gasse in der Altstadt. Das Zimmer “Prince” hat Klimaanlage, ist modern eingerichtet und riesig!

Wenn es – wie in unserer ersten Nacht – unten in der Bar etwas länger laut ist – kann man das Fenster schließen. Dann ist es herrlich ruhig. Das Frühstück ist übrigens inklusive und wird in einem Restaurant nur 50 Meter entfernt angeboten.
Der einzige Wehrmutstropfen? Es gibt keinen Aufzug und das Schleppen vom Gepäck bis in die erste Etage über schmale Treppen müssen wir selbst übernehmen.
Nach dem auspacken ist es Zeit für einen Erkundungsgang.

Zahlreiche Geschäfte in der Altstadt sind gegen 19 Uhr noch geöffnet, vor fast allen Restaurants stehen Tische und Stühle mit Gästen – bei angenehmen 25 Grad.

Am ersten Abend essen wir im Enetikon und finden gleich zwei Freunde in Form von hungrigen Katzen. Ob es an den leckeren Sardellen lag, die ich mir dort bestellt habe?
Chania und seine Sehenswürdigkeiten für einen Tag
Wir bleiben zwei Nächte in der Stadt, die eine wirklich schöne Altstadt hat. Drumherum entdecke ich oft Bauruinen, Verkehrschaos und Alltag. Aber: Ein Besuch lohnt sich dennoch – allein schon für einen Spaziergang durch die Gassen von Chania, einen Besuch im Botanischen Garten von Kreta, eine Bootstour mit Schnorcheln und eine Erkundung der alten Leuchtturm-Mauer in der blauen Stunde.
Rundgang durch die Altstadt
In den Gassen der Altstadt hätten wir uns zwar auch arm kaufen können, schöne Souvenirs und Stehrümmchen noch und nöcher.
Lieber flanieren wir durch die Gassen, die oft so eng sind, das hier keine Autos durchpassen. Übrigens: In den Abendstunden ist die Stadt nicht voll, Geschäfte und Restaurants sind oft bis 10 Uhr geöffnet.

Eine konkrete Wegempfehlung können wir euch nicht geben. Mein Tipp daher, lasst euch durch die Altstadt einfach treiben und vor allem passt vor allem dort auf, wo ihr keine Preise für Essen und Getränke seht.

Wir haben uns den Bereich rund um den Hafen in den Abendstunden angeschaut und der Bereich in Richtung Zentrum am Morgen.

Die schmalen Gassen verleiten dazu, sich zu verirren – aber vor allem an warmen Tagen ist es hier an vielen Orten auch angenehm kühl.

Gut mit dem Rundgang in der Altstadt kann man auch einen Spaziergang an der alten venezianischen Stadtmauer und einen Blick in die Festungsanlage sowie der Festung Firka verbinden, in der sich das Schifffahrtsmuseum befindet. Letzteres haben wir leider in der kurzen Zeit nicht geschafft – ein Grund, um noch einmal nach Chania zu kommen.

Auf jeden Fall empfehlen kann ich euch ein Spaziergang in den Abendstunden. Bis November habe ich für euch auch noch eine ganz besondere Ausgehempfehlung. Reserviert euch einen Tisch im Ellotia – einem sehr romantischen Restaurant unter freiem Himmel, welches jedoch am Wochenende nach den Herbstferien die Tore bis April schließt.

Es fühlt sich ein wenig an, als würde man in einem Zauberland voller Elfen zu Gast sein. Und ja, dann ist es auch okay, das ich bei der Auswahl meiner Hauptspeise wohl aus versehen ein komplettes Fleischmenü gewählt habe. Das Ambiente? Perfekt für einen romantischen Abend. Vor allem, wenn man oben sitzt. Und ja, auch hier müsst ihr ein wenig mehr Geld für ein Essen einplanen.
Der venezianische Hafen & der Leuchtturm
Wir haben nur wenige Meter vom Hafen entfernt gewohnt und so war es klar, das wir auch dort häufiger entlang flanieren.

Den Innenhafen von Chania bezeichnet man als alten venezianischer Hafen, der im 14. Jahrhundert von der Venezianern gebaut.

Heute sieht man hier nicht nur die Einflüsse der Venezianer, sondern auch die des Osmanischen Reiches, so etwa mit der Hasan-Pascha-Moschee oder auch dem Leuchtturm, der aus der Zeit des Osmanischen Reiches stammt.

Im westlichen Bereich rund um das große Hafenbecken gibt es eine breite Promenade, auf der eine Vielzahl von Restaurants und Bars zu finden sind. Wir haben hier am späten Abend im Calileo Cafe einen Cocktail genossen.

So spät im Oktober ist dann am Wasser kaum etwas los und der Blick auf den beleuchteten Hafen ist wirklich schön. Lasst euch aber vorwarnen, denn günstig sind die Cocktails nicht wirklich.
Zum Sonnenuntergang haben wir beschlossen, eine kleine Runde am Hafen zu machen. Bis zum Leuchtturm. Bei angenehmen Temperaturen und wenig überfüllten Straßen kann man dies auch gut genießen.

Unterwegs ist uns eines der beliebtesten Fotomotive am Hafen aufgefallen. Ein kleiner Shop, der auf dem Wasser schwimmt und Muscheln, Mitbringsel und Meersschwämme verkauft. Selbst bei Nacht sieht das ganze wirklich schön aus.

Durchaus empfehlenswert ist anschließend ein abendlicher Spaziergang zum alten Leuchtturm. Der Blick von dort auf den Hafen: Sooo schön! Auch wenn der Weg im dunklen schon manchmal spannend war, denn der Weg ist in Teilen schon recht dunkel, wenn einmal die Sonne weg ist.

Der Leuchtturm kann nicht besichtigt werden, aber von hier aus habt ihr einen tollen Blick auf Charnia.

Auf dem Rückweg empfehle ich euch, nicht den Weg zurück am Wasser zu nehmen, sondern hinter dem Venezianischen Arsenal abzubiegen, um euch die Altstadt und die Gebäude in diesem Bereich von Chania einmal anzuschauen.

Auch wenn es dort an einigen Stellen unfertig aussieht, macht genau dieser Blick in die Geschichte für mich einen Besuch in Chania aus. Übrigens: Aufgrund dieser Vielfalt ist die Altstadt von Chania auch UNESCO Weltkulturerbe.
Bootstour mit Schnorcheln vor Chania
Unsere Reise schließen wir ab mit einer Bootstour. Und eigentlich hatten wir online vorab die Information bekommen, das diese aufgrund des Wetters nicht mehr stattfinden. Als wir an unserem Abreisetag dann ein Boot am Hafen sahen, fragten wir spontan vor Ort. Und siehe da – wir haben noch einen Platz für die Tour um 11 Uhr bekommen.


Die kleinen Schiffe liegen am alten Hafen – knapp 30 Personen haben darauf Platz. Die etwa einstündige Fahrt geht zur kleinen Insel Lazareta. Unterwegs gibt es ein paar Infos zu Chania und dem Hafen und auch zur Insel – dort kann man aber nicht nur vom Schiff(Glasboden) Fische beobachten.

Für etwa 35 Minuten durften diejenigen, die wollten, auch von Bord gehen. Ich kann das Schnorcheln nur empfehlen – unter Wasser gibt es eine Vielzahl von Fischen und das Wasser ist Ende Oktober/Anfang November noch angenehm warm!

Auf dem Schiff gab es zur Belohnung auch noch einen Raki, bevor es in etwas zügigen Tempo zurück in den Hafen geht.
Im Hafen von Chania fährt auch noch ein schräges rotes “Semi-Submarine” herum, welches wir aber nicht ausprobiert haben.

Denn: Soweit wir jedoch erfahren haben, fährt es nur im Hafen herum. Und tauchen kann es auch nicht. Und ich wollte so gerne schwimmen gehen. Aber vielleicht probiert es jemand aus und kann mal erzählen, wie es so ist.
Botanischer Garten von Kreta
Für unseren zweiten Tag in Chania haben wir uns gegen den Besuch in den Museen und für einen Ausflug zum Botanischen Garten von Kreta am Fuße von Lefka Ori entschieden.

Die Fahrt zum botanischen Garten wird ohne Auto ein kleines Abenteuer, der sich aber lohnt. Der letzte Bus fährt gegen 15 Uhr zum Garten, aber der letzte um 16 Uhr schon wieder zurück. Das war uns zu früh – aber ein Taxi löst.

Der Botanische Garten ist magisch. Der Rundweg ist schon etwas anspruchsvoll, denn es geht über viele Serpentinen erst einmal hinunter ins Tal. Unterwegs entdecken wir eine Vielzahl an Früchten, von denen ich nicht gedacht habe, das ich sie in Europa irgendwo frei wachsend entdecken würde.

Unterwegs sind zahlreiche Kunstwerke, die sich mit der griechischen Mythologie oder auch mit der Natur beschäftigen und unten im Tal sind zahlreiche Tiere, die den botanischen Garten fast wie einen Zoo wirken lassen. Ich entdecke Schildkröten, Wildbienen, Enten und in der Ferne auch Rehe.

Durch Oliven- und Orangenhaine gehts dann wieder nach oben. Ja – ich hatte ein wenig Respekt. Weil es ja doch ein paar Höhenmeter sind. Und so langsam war auch die Sonne weg. Aber dann wurde es magisch. Auf einem der Wege begegneten wir wieder Rehen, die uns ein paar Meter begleiteten.

Gefühlt waren wir allein unterwegs – zwischen vielen Blumen und einem wilden Wald. Ich gehe ja sehr gerne in botanische Gärten, aber dieser hier war trotz fehlenden Gewächshäusern einfach magisch. Und um die Jahreszeit und kurz vor 5 Uhr abends war es herrlich frisch im Schatten des Tales.

Oben gab es ein Restaurant und einen Shop mit vielen Naturprodukten.

Und ja, ich wäre gerne länger geblieben, aber unser Taxis wartete für eine Rückfahrt nach Chania.
Auf nach Panormos
Gerne wären wir noch ein paar Nächte länger geblieben, doch organisierte Touren zur Imbros-Schlucht werden ab Ende Oktober nur noch unregelmäßig von Chania aus angeboten (Mein Tipp: früh genug buchen und nachschauen!)

Da ich eine Tour von Panormos aus fand, beschlossen wir also spontan, der kleinen Hafenstadt Parnormos für zwei Nächte mit dem Linienbus einen Besuch abzustatten. Panormos liegt etwa 80 Kilometer entfernt von Chania.

Was ich dort erlebt habe und wie ich die Imbros Schlucht fand – erfahrt ihr im nächsten Teil meiner Kreta-Rundreise.
Keine Offenlegung: Selbst bezahlt.



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