Wenn man Zugfahren liebt, sieht man auch recht viele Bahnhöfe in Europa. Es ist also längst überfällig, das ich diesen Artikel einmal schreibe und euch meine liebsten Bahnhöfe in unseren Anreinerstaaten einmal vorstelle.

Und ja, der eine oder andere Bahnhof wird vielleicht schon bekannt sein, aber ich bin mir sicher, da ist auch noch der eine oder andere Geheimtipp für Bahnfans dabei. Aber fangen wir mal an…
Inhaltsverzeichnis
Liege – Bahnhof Guillemins
Wer schon mal von Köln mit dem Zug nach Paris oder Brüssel gefahren ist, dem wird dieser Bahnhof sicherlich aufgefallen sein. Der Lütticher Bahnhof Guillemins ist nicht nur beim Sonnenuntergang ein wirklich sehenswerter Ort.

Gebaut wurde er Architekten Santiago Calatrava, von dem ihr hier im Beitrag übrigens noch einen weitern Bahnhof finden werdet. Von 2007 – 2009 wurde gebaut und heraus gekommen ist ein Baldachinartiges Dach, welches aus Beton, Stahl und Glas besteht.
Die schönste Perspektive auf den schwierig zu fotografierenden Bahnhof habt ihr, wenn ihr in Richtung Taxistation geht und dann in den Bahnhof hineinfotografiert.
Antwerpen Hauptbahnhof
Wenn es einen Bahnhof gibt, der den Beinamen „Eisenbahnkathedrale“ wirklich verdient hat, dann ist es Antwerpen-Centraal. Die gewaltige Empfangshalle mit ihrer 75 Meter hohen Kuppel gehört für mich zu den beeindruckendsten Bahnhofsgebäuden Europas.
Eröffnet wurde der Bahnhof bereits 1905. Besonders spannend für Bahnfans ist aber nicht nur die Architektur, sondern auch die moderne Gleisanlage. Während der historische Kopfbahnhof erhalten blieb, wurde Antwerpen-Centraal vor einigen Jahren zu einem Bahnhof auf vier Ebenen umgebaut. Hier entdeckt man Kontraste – denn die unteren Bahnsteige sind recht modern

Direkt vor dem Bahnhof befinden sich außerdem der Antwerpener Zoo und das berühmte Diamantenviertel. Und wenn ihr ganz viel Glück habt – ab und zu steht auch ein Riesenrad auf dem Koningin Astridplein. Das ermöglicht euch einen besonderen Blick von oben!
Leipzig Bahnhof
Der wohl schönste Bahnhof in Deutschland ist für mich seit Jahren unangefochten der Leipziger Hauptbahnhof. Und das liegt nicht einmal an dem riesigen Einkaufszentrum, welches auch am Wochenende zahlreiche Durchreisende und Einheimische in den Bahnhof lockt.

Auch die beeindruckende Dampflokomotive, die auf dem Museumsgleis 24 zu finden ist, hat nur zum Teil mein Herz erobert. Es sind vielmehr die wunderschönen Bahnsteighallen, die vor allem in der Weihnachtszeit liebevoll dekoriert sind. Auch das Kaffeehaus in der Mitte der Hallen ist für mich ein beliebter Platz für einen Stop in Leipzig. Es gibt einiges über diesen Bahnhof zu erzählen – weshalb es auch regelmäßig Führungen gibt. Wenn ihr etwas Zeit habt, dann gerne mitmachen!
Bahnhof Straßbourg-Ville
Eine ganz besondere Konstruktion von Bahnhof ist die Haltestelle Straßbourg – Ville, der Hauptbahnhof der französischen Stadt. Eine Glaskonstruktion schützt den denkmalgeschützten Bahnhof und wirkt von Außen und von der Stadtseite fast wie ein Ufo.

Der innere Bahnhof stammt aus dem Jahre 1878 und war zu diesem Zeitpunkt schon der dritte Bahnhof der als Verkehrsknotenpunkt wichtigsten Stadt im Osten von Frankreich.
Bahnhof Gare de Oriente, Lissabon
Ein Zufallsfund war für mich der Bahnhof Gare do Oriente und dabei ist er noch nicht einmal der Hauptbahnhof der Stadt. Der Bahnhof wurde zur Weltausstellung Expo 98 eröffnet und zählt für mich zu den modernsten und interessantesten Bahnhöfen Europas. Und ja, ihr habt recht, der Architekt Santiago Calatravaist der gleiche, der auch in Liege mitgearbeitet hat.

Besonders auffällig ist das filigrane Dach aus Stahl und Glas, das mit etwas Fantasie an einen Wald aus Palmen erinnert. Je nach Tageszeit entstehen hier durch das einfallende Sonnenlicht immer wieder interessante Lichtstimmungen.
Übrigens: Direkt am Bahnhof befinden sich außerdem das ehemalige Expo-Gelände, das Ozeaneum und viele moderne Gebäude, die einen spannenden Kontrast zur historischen Altstadt von Lissabon bilden.
Hundertwasserbahnhof, Uelzen
Wie bitte kam die Stadt Uelzen im Nordosten von Niedersachsen zu einem so schicken Bahnhof? “Schuld” ist die Expo im Jahre 2000, die im etwa 40 Minuten (mit der Bahn) entfernten Hannover stattgefunden hat. Der Bahnhof Uelzen (klassisch ein Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert) wurde im Rahmen der Weltausstellung zu einem von Friedensreich Hundertwasser umgestalteten „Umwelt- und Kulturbahnhof“

Noch heute sieht man hier die typischen Hundertwasserelemente. Zahlreiche bunte Keramiksäulen, Mosaike, goldene Kugeln – hier jedoch geschickt kombiniert mit der natürlichen Struktur des ursprünglichen Gebäudes.
Übrigens: Es gibt auf Nachfrage auch Führungen zur Architektur des Bahnhofes. Mehr Infos unter hundertwasserbahnhof.de
Bahnhof Tilburg, Niederlande
Der Bahnhof Tilburg ist zwar auf keiner anderen Bahnhofs-Highlightliste zu finden, aber ich mag diesen Bahnhof total. Tilburg Central Station wirkt durch die hyperbolischen Paraboloidschalen aus Stahlträgern sehr modern, wurde jedoch schon 1965 erbaut und ist heutzutage ein Rijksmonument (also unter Denkmalschutz). Bei den Einheimischen wird das Dach auch als Krabbenchipsdach benannt.

Von Innen ist der Durchgangsbahnhof wenig spektakulär, sieht also aus wie viele niederländische Bahnhöfe. Nebenan ist eine wirklich große Fahrradstation, wo ihr Räder abstellen oder leihen könnt. Hier gibts sogar Rolltreppen für Räder! Ihr wollt sowieso mal nach Tilburg? Dann gibts hier unseren Artikel dazu.
Bahnhof Rotterdam Centraal, Niederlande
Rotterdam hat nicht nur eine wirklich coole Markthal und besondere Kubushäuser zu bieten, ebenfalls modern und noch gar nicht so alt ist der zentrale Bahnhof von Rotterdam (den ich noch nie bei schönem Wetter gesehen habe!)
Der heutige Bahnhof wurde 2014 eröffnet und passt mit seiner futuristischen Optik perfekt in die Skyline der niederländischen Architekturhauptstadt. Besonders markant ist das spitz zulaufende Dach, das von vielen Besuchern sofort erkannt wird.

Ein paar Meter müsst ihr von hier aus ins Stadtzentrum laufen, aber Rotterdam hat ja viele ikonische Gebäude, so das auch sicherlich nicht langweilig wird! Übrigens – achtet vor dem Bahnhof mal auf eine übergroße Dame mit dem Namen: „Moments Contained“.
Bahnhof Saint Pancras
London hat sicher nicht nur einen sehenswerten Bahnhof, aber wer mit dem Eurostar nach London reist, kommt an St Pancras International nicht vorbei. Für mich ist der Bahnhof einer der beeindruckendsten Europas, denn hier treffen viktorianische Architektur des 19. Jahrhunderts und moderner Hochgeschwindigkeitsverkehr aufeinander.
Eröffnet wurde der Bahnhof bereits 1868. Besonders sehenswert sind die riesige Bahnsteighalle aus Eisen und Glas sowie das direkt angeschlossene ehemalige Midland Grand Hotel mit seiner auffälligen neugotischen Fassade.

Neben der beeindruckenden Architektur lohnt sich auch ein Blick in die Bahnhofshalle, wo internationale Züge nach Paris, Brüssel und Amsterdam starten. Und dann wartet ein weiteres Highlight: Eine Fahrt durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal!
Bahnhof Budapest – Keleti Palyaudvar
Wer mit dem Zug nach Budapest reist, kommt häufig am Keleti pályaudvar vorbei. Ich bin hier auf meiner Reise nach Sopron gestartet. Der größte Bahnhof der ungarischen Hauptstadt wurde bereits 1884 eröffnet und gehört für mich zu den eindrucksvollsten historischen Bahnhöfen Europas.
Besonders sehenswert ist die neoklassizistische Fassade mit ihren großen Rundbogenfenstern und Statuen. Im Inneren erwartet euch eine beeindruckende Bahnhofshalle aus der großen Zeit der Eisenbahn, die noch heute viel historischen Charme zeigt.

Was ich wirklich spannend fand: Hier treffen Züge aus ganz Europa aufeinander. Von hier aus starten Verbindungen nach Wien, Prag, Bukarest und sogar in Richtung Balkan.
Helsinki Central Station in Helsinki
Ein Bahnhof im Jugenstil? Ohne das es wirklich so aussieht? Wer in Helsinki mit dem Zug ankommt, wird direkt von vier steinernen Figuren am Haupteingang, die große Kugellampen in den Händen halten begrüßt. Die Helsinki Central Station wurde 1919 eröffnet und gilt bis heute als eines der bedeutendsten Bauwerke des finnischen Jugendstils. Entworfen wurde der Bahnhof vom finnischen Architekten Eliel Saarinen und ist noch heute sehenswert.

Der Bahnhof verbindet historische Architektur mit modernem Bahnverkehr und liegt mitten im Herzen der finnischen Hauptstadt. Von hier aus sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Helsinkis bequem zu Fuß erreichbar.
Amsterdam Centraal Station
Ähnlich wie St. Pancras wirkt auch der Amsterdamer Bahnhof von außen wie ein Backstein-Schloss (auch wenn er mir persönlich von innen gar nicht gefällt). Eröffnet wurde der Bahnhof bereits im Jahr 1889. Entworfen wurde er von Pierre Cuypers, dem Architekten des Rijksmuseums.
Besonders spannend finde ich jedoch die Lage des Bahnhofs. Amsterdam Centraal wurde nämlich auf mehreren künstlich angelegten Inseln im IJ errichtet und liegt damit direkt am oder gar auf dem Wasser. Verlässt man den Bahnhof auf der Rückseite, stehen dort bereits die Fähren nach Amsterdam-Noord.

Genau diese Kombination aus historischem Bahnhofsgebäude, Wasserlage und Fährverkehr macht den Bahnhof für mich zu einem der interessantesten in Europa.
Die folgenden Bahnhöfe in Europa muss ich noch sehen
Ja, es gibt auch noch Bahnhöfe in Europa, die ich unbedingt noch einmal sehen will. Dieser Artikel ist also noch längst nicht fertig.
Die folgenden stehen auf meiner To-Do-Liste ganz oben!
- Puerta de Atocha in Madrid
- Der Milano Centrale
- Hauptbahnhof von Porto
Welchen Bahnhof sollte ich – eurer Meinung nach – unbedingt in Europa mal sehen?



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