Es ist nicht das erste Mal Maastricht für mich. Schon vor einigen Jahren war ich zur Weihnachtszeit in der limburgischen Stadt. Damals war ich vor allem zum Shoppen hier – diesmal habe ich die Innenstadt mit ihren vielfältigen Shopping-Angebot im Zentrum der Stadt mal links liegen lassen. Denn: Maastricht hat in Sachen Geschichte so einiges zu bieten. Und es gibt ein paar coole Ausflugsziele, die sich auch jetzt im „Vorfrühling“ bestaunen lassen. Finale unserer Reise war ein cooles Konzert – denn auch als Location für Kultur ist Maastricht absolut geeignet.

Maastricht bietet viel Geschichte, die mich bei meinem ersten Besuch erst mal gar nicht so aufgefallen ist. Wir waren aufgrund eines Konzertes im frühen Frühling in der niederländischen Grenzstadt und haben uns einmal umgeschaut.
Im Artikel werdet ihr sicherlich auch ein paar bekannte Sehenswürdigkeiten entdecken – aber ich bin ehrlich: Die muss man in Maastricht auch gesehen haben. Ich will jedoch versuchen, ein wenig auf den geschichtlichen Aspekt der einzelnen Sehenswürdigkeiten einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
Wo liegt Maastricht?
Wie ihr schon gemerkt habe – ich benenne Maastricht als Grenzstadt. Das hat auch einen Grund, denn die Städte Maastricht, Valkenburg und Heerlen liegen umgeben von Belgien nur wenige Kilometer entfernt von der deutschen Grenze unweit von Aachen. Wie ihr euch denken könnt – dieses Stück Land war häufig umkämpft und hat eine weitere Besonderheit.
Ein Spaziergang im Stadspark entlang der Stadtmauern
Wo kann man den Frühling in Maastricht am besten erleben? Nun – da gibt es meiner Meinung nach nur einen Ort. Der Stadtpark (Stadspark) von Maastricht. Der grüne Gürtel umgibt die Stadtmauern der Altstadt auf einer Länge von etwa 3 Kilometer.

Wir haben unsere Tour am Helpoort gestartet, eines der schönsten mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die klassische Strecke haben wir spontan noch etwas erweitert und sind ein Stück auf der Stadtmauer von Maastricht gelaufen – denn die Onze-Lieve-Vrouwewal ist ein Teil der ersten und zweiten Stadtmauer der Stadt. Am Ende des Walls beginnt der Stadtpark und schon hier sieht man kaum Touristen, sondern viele Studenten und Einheimische, die im Park ein Picknick genießen oder einfach nur Zeit verbringen.

Der Weg führt uns vorbei an Vijf Koppen, einem Rondell, welches einst zur Verteidigung der Stadt diente. Überhaupt scheint die Stadt auf den ersten Blick im Mittelalter sehr gut geschützt gewesen zu sein. Die Stadtmauern, Tore und Verteidigungsanlagen rund um den Stadtpark lassen zumindest diesen Eindruck erscheinen.

Auf den Wiesen recken sich überall die Frühblüher hervor und auch die ersten Bäume sind voller Blüten.
Wir spazieren am Wassergaben und an der alten Stadtmauer entlang, entdecken ein kleines Gehege mit ein paar Rehen und lauschen den Vögeln, die in den zahlreichen noch kahlen Bäumen um ihre Partner buhlen.

Ich entdecke auf einem Hügel einen einsamen Bären, der an die unrühmliche Geschichte des Bärengeheges erinnert. Es handelt sich um den Jo, der einst auch hier gefangen war. Der Berenkuil, in dem einst mehrere Bären den Blicken der Maastrichter ausgesetzt waren, gibt es heute ein besonderes Kunstwerk, an dem niemand einfach so vorbeigeht. Die Halfautomatische Troostmachine ist eine tote Giraffe, die seit 2001 hier liegt und von einem Mädchen beweint wird. Das ganze ist in Maastricht nicht unumstritten, ich bin dennoch froh, das hier seit den 90er Jahren keine Bären mehr gehalten werden.

Kurz bevor wir wieder in Richtung Stadtzentrum abbiegen, treffen wir Charles de Batz-Castelmore d’Artagnan. Ja, das ist einer von den bekannten Musketieren.

Was ich nicht wusste: dieser starb in Maastricht im Holländischen Krieg. Eine Figur im Aldenhofpark, der den Abschluss unserer Stadtparkrunde ist, erinnert an die berühmte Figur.
Unsere Unterkunft im Hotel Les Charmes
Im Herzen der Altstadt von Maastricht – im Jekerviertel – checken wir im Hotel Les Charmes ein. Und was soll ich sagen? Ich hab mich in dieses kleine familiengeführte Hotel verliebt. Ja – es war nicht ganz günstig – und ja, ein wenig Geschichte haben wir hier geatmet, aber das war alles so stylisch eingereichtet und so gemütlich, das ich gerne noch ein wenig länger geblieben wäre.

Wir hatten ein Zimmer zur Rückseite des Hotels und bis auf die Kirchenglocken, die wir hier ab und zu hörten, war es wirklich recht ruhig.

Und auch im Zimmer gab es viele kleinen besondern Highlights (seht ihr die coolen Nachtschränkchen??), die das sonst eher klassische Zimmer zu einem besonderen Highlight machen. Wir haben direkt beim Hotel gebucht, dies war etwas günstiger. Frühstück vor Ort haben wir verpasst – wir als Langschläfer haben uns lieber was in der Stadt gesucht.
Typisches aus Maastricht – Zuurvlees im Eetcafe de Preuverij
So ein Frühlingsspaziergang macht natürlich hungrig. Wir haben nur etwa zehn Gehminuten von unserem Hotel das Eetcafe de Preuverij entdeckt. Auf den ersten Blick wirkt das Restaurant eher wie eine Kneipe und auch hier sind wir quasi unter Einheimischen. Hier gibt es eine Vielzahl von guten Biersorten (auch die belgischen ;)), aber auch richtig gutes Essen.

Ich hätte nach meiner Schüssel Maastrichts Zuurvlees gerne Nachschlag gehabt und auch die Sate Spiese, die sich mein Freund bestellt hatte, waren wirklich gut. Und das beste: Auch preislich war das ganze hier absolut bezahlbar!
Frühstück im Livin Room
Wir sind Spätstücker, meist kommt der Hunger erst gegen 11 Uhr. Deshalb waren wir happy, das wir im Livin Room.

Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee und doch haben wir einen Tisch und wirklich leckeres Frühstück bekommen. Für alle Spätaufsteher definitiv eine Empfehlung! Für uns geht es weiter an die Maas, denn wir möchten uns den Grund anschauen, warum Maastricht schon immer recht umkämpft ist.
Die älteste Brücke der Niederlande – die Sint Servassbrug
Maastricht war bis ins 18. Jahrhundert einer der wenigen Orte in den Niederlande, der überhaupt eine Brücke hatte. Die St. Servatiusbrücke hat ihren Ursprung schon bei den Römern- deren Brücke hielt über 1100 Jahre und wurde bei einer Prozession zerstört, als 400 Personen gleichzeitig die Brücke nutzten.

Im Jahre 1280 – also nur fünf Jahre nach dem tragischen Unglück – wurde dann schon mit dem Neubau begonnen. Nicht haargenau an der gleichen Stelle, aber ähnlich. Hier war sie bis ins 20. Jahrhundert die einzige Brücke über die Maas, was der Stadt so einigen Reichtum bescherte.

Wieviel heute noch von der originalen Brücke übrig ist, kann ich nicht sagen – sie kann nur einspurig befahren werden und wird sonst von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Wer vom Bahnhof in die Altstadt will, muss definitiv über diese Brücke.
Achso! Ihr wollt die Brücke vom Wasser aus besichtigen?

Dann macht es wie wir und macht eine Rundfahrt mit dem Schiff, welche euch in etwa einer Stunde an zahlreichen Attraktionen von Maastricht vorbeiführt. Die Tour ist recht kurzweilig und die Durchsagen sind neben Niederländisch auch auf Deutsch und Englisch. Und was das beste ist? Sie finden auch im März statt!
Aber gehen wir doch an dieser Stelle noch weiter in die Vergangenheit. Denn wer in der Innenstadt mal genauer hinschaut, wird nicht nur Spuren aus dem Mittelalter finden.
Vom Kastell zu steinernen Stadtmauern
Die Römer waren hier – aber sie waren nicht die frühesten Siedler in Maastricht. Sie bauten hier ein Kastell und ein römisches Bad, Überreste wurden im 20. Jahrhundert ausgegraben. Wer auf den Spuren der Römer durch Maastricht spazieren möchte, dem empfehle den römischen Spaziergang durch Maastricht, der euch gleichzeitig zu zahlreichen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt führt.

Denn: Der Onze-Lieve-Vrouweplein, auf dem schon jetzt im Frühling zahlreiche Restaurants locken, war einst Teil des spätrömischen Kastellums. Aber im Maastricht geht es noch weiter zurück in der Geschichte. Denn schon die Kelten siedelt hier 500 Jahre v. Christus. Damit ist Maastricht neben Nijmegen eine der ältesten Städte in der Niederlande. Nach den Römern wurde Maastricht christlich. Im 13. Jahrhundert bekam Maastricht zwar kein Stradtrecht, aber eine erste Stadtmauer.

Die wurden im Verlaufe der Zeit immer höher, was auch daran lag, das die Stadt recht häufig angegriffen wurde. Am Erfolgreichsten dabei waren die Franzosen, den französischen Einfluss entdeckt man heute auch noch vielerorts in der Stadt. Hier lohnt es sich mit offenen Augen durch die Altstadt zu flanieren – hier findet ihr noch zahlreiche Gebäude und Teile der alten Stadtmauer.
Genießt ein Stück Kuchen in den Bischoppsmolen
Ein Muss bei einem Besuch der Altstadt und mittlerweile sehr beliebt ist der Besuch in den Bischoppsmolen. Schon wieder haben wir Glück und bekommen einen Sitzplatz für ein kleines Kaffeekränzchen.

Hier könnt ihr – halt nein – MÜSST ihr ein Stück Aprikosenvlaai oder Kirschvlaai probieren. Der ist oft noch warm und einer der leckersten Kuchen in Maastricht. Hier könnt ihr auch frühstücken, das haben wir aber noch nicht ausprobiert. Im Anschluss könnt ihr euch euch kostenlos das alte Mahlwerk der Mühle und auch den Wasserantrieb anschauen. Mein Tipp – lauft ein wenig durch die schmalen Seitengassen hinter der Mühle

Übrigens: Mühlen gibt es vor allem in der Altstadt von Maastricht nicht nur diese, wir haben insgesamt vier Stück entdeckt, die zum Teil auch noch in Betrieb sind
Fort Sint Pieter – die Maastricher Festung
Die Brücke machte die Stadt begehrt und sie musste verteidigt werden. Das hat nicht immer so gut funktioniert – aber im 18. Jahrhundert wurde zur Verteidigung das Fort Sint Pieter auf dem Sint Pietersberg gebaut. Übrigens – gleich nebenan gibts ein Restaurant mit tollem Ausblick auf die Stadt – perfekt für ein kleines Bier oder einen Kaffee!

Die fünfeckige Festung steht auf dem höchsten “Berg” der Umgebung. Heute finden hier regelmäßig Führungen statt. Wir waren auf der seit 1867 nicht mehr genutzten Festung unterwegs. Ziemlich beeindruckend, das hier einst 400 Soldaten stationiert waren. Übernachtet hat hier übrigens niemand – es gab zwei Schichten und alle mussten von Maastricht den Weg hier hoch laufen. Da man auf anderem Wege nicht in die Festung kommt – kann ich euch die Führung nur empfehlen. Ein paar Eindrücke von Innen findet ihr in meiner Instastorie zu Maastricht.

Und wenn ihr im Anschluss noch ein wenig mehr Zeit habt – es gibt auch noch eine unterirdische Führung durch die Grotten, die einst als Bergwerke genutzt wurden. Da ich so etwas ähnliches schon im nahegelegenen Valkenburg gesehen habe, haben wir uns noch ein paar Highlights „oberirdisch“ angeschaut.
Ein Spaziergang zum ENCI‑Areal
Ein ehemaliger Steinbruch soll ein Ausflugsziel für Maastricht sein? Ja, das war auch mein Gedanke, als wir uns spontan zu einem kleinen Spaziergang zum sogenannten ENCI-Areal vom Fort Sint Pieter entschieden haben.

Der Weg ist mit gut 1 1/2 Kilometern jedoch nicht weit und so sind wir „mal kurz“ dort vorbeigegangen und haben einen Blick in den renaturierten Steinbruch geworfen. Okay – wir haben uns die Treppen hinunter gespart und einmal herum war zeitlich auch nicht drin – dennoch lohnt sich ein Besuch, zumal sich die Natur rund um den Steinbruch so einiges zurückerobert hat. Und ja, auch für Spielkinder wie mich gab es hier einiges zu entdecken.
Das moderne Maastricht
Nun hab ich euch schon so viel von der Geschichte und besonderen Orten aus der Vergangenheit der Stadt erzählt – aber Maastricht kann mehr. Überall in der Stadt gibt es coole Murals und besondere Kunstwerke – vor allem an der Hallo of Fame unweit vom Bassin gibts tolle Straßenkunst.

Auch hier gibt es eine spannende etwa 3 Kilometer lange Rundtour, die ich euch ans Herz legen kann. Und für alle die wie wir im März oder April unterwegs sind habe ich noch einen besonderen Tipp.

Ihr solltet euch auf jeden Fall mal auf den Seiten der TEFAF umschauen – eine Messe rund um das Thema Kunst, die regelmäßig im Frühling in Maastricht stattfindet. Bei meinem letzten Besuch hatten wir zu wenig Zeit (ihr wisst schon – Zeitreise und so), aber ich hoffe, das wir diese Veranstaltung defintiv einplanen können.
In Maastricht gibt es jedoch auch viele Orte, die Neu und Alt verbinden. Eine der bekanntesten ist der Boekhandel Dominicanen, eine Buchhandlung in einer alten Kirche im Zentrum der Stadt (hier könnt ihr aber auch Käffchen trinken). Im März finden hier die Buchwochen statt und es gibt auch deutsche Literatur. Für alle Booklover also definitiv ein empfehlenswerter Tipp!

Aber es gibt auch noch mehr solcher Orte. Ich hatte ja vorhin schon gesagt, das wir keine Zeit für eine große Wanderung hatten. Grund war ein Konzert der Band Orbital, welche in der Muziekgieterij ein Konzert gehalten haben.

Früher einmal war dieser Ort eine alte Lagerhalle am Hafen. Und es kommt noch besser, denn das Kino nebenan war eins ein Kraftwerk. Das sieht man heute auch noch eindrucksvoll in dem Restaurant Lumiere, in dem man vor Konzert, Event oder Film noch einkehren kann.

Hier standen früher riesige Dampfmaschinen, die für die Töpferindustrie in Maastsricht Energie erzeugt haben. Heute lässt sich vom Restaurant auf dem passenden Platz entspannt auf den Innenhafen hinausschauen. Im Sphinx-Viertel gibt es aber auch andere ehemalige Industriegebäude, die in Büros oder Hotels umgewandelt wurden. Viel zu entdecken also bei meinem nächsten Besuch in Maastricht.
Anreise nach Maastricht
Wie ich schon vorab geschrieben habe – unser Hotel lag mitten im Stadtzentrum. Für uns ein Grund, Das Auto zuhause zu lassen und mit dem Zug nach Maastricht anzureisen, was unter anderem von Aachen ohne Umsteigen und von Dormagen mit zwei mal Umsteigen in knapp zwei Stunden entspannt möglich ist.

Bis zur Grenze könnt ihr diese Tour sogar mit dem Deutschlandticket fahren. So kostet die Fahrt nur knapp 10 Euro pro Strecke – denn Maastricht liegt quasi umme Ecke. Das Stadtzentrum ist übrigens sehr gut zu Fuß zu erleben.
Hinweis: Privat bezahlte Reise.



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