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Portugal

Verliebt in Lissabon – Was ein Seeotter und ein Tuk Tuk damit zu tun haben.

Es ist Sonntag in Lissabon. Während wir uns nach einer entspannten Nacht aus dem Bett quälen, läuten irgendwo in der Stadt Glocken. Für uns ist dies ein Weckruf. Denn endlich funktionierte nun auch in unserer Unterkunft das Internet reibungslos, so das wir für den Vormittag via Internet einen Ausflug ins moderne Lissabon entschieden.

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Das moderne Lissabon – Parque das Nações

Im Jahre 1998 gastierte die Expo in der portugiesischen Hauptstadt und seit jenen Jahren gibt es etwas außerhalb des Zentrums eine parkähnliche Anlage „Parque das Nações“ mit Messehallen, Konzerthallen und einem sehenswerten Aquarium.

Direkt am Tejo kann man entspannt an einer Promenade flanieren und in den Abendstunden wohl auch in einen der zahlreichen Restaurants essen gehen. In den frühmorgendlichen Stunden jedoch waren hier eher Jogger und Inlineskater unterwegs. Mein Ziel war das Aquarium, und doch war das Wetter an diesem Februarmorgen so toll, das wir noch eine ganze Zeit herum spazierten. Am Ende der Promenade befindet sich ein Gebäude, was ich sonst vielleicht nur so in Dubai vermutet hätte. Weiss, Hochmodern und mit Blick aufs Meer. Über die Zimmer kann ich nix sagen, aber das ganze sah von außen schon ziemlich beeindruckend aus. Vielleicht sollte ich in das dortige Hotel mal irgendwann einchecken?

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Wir entschließen uns für den Rückweg die Seilbahn zu nutzen. Die 5 Euro pro Hin&Rückfahrt kann man sich zwar auch sparen, aber als Überbleibsel der Expo ist das Transportmittel natürlich ein Highlight, was man sonst an den Promenaden der Welt sehr selten hat. Von hier oben hat man zudem einen tollen Blick über das Gelände. Unser nächstes Ziel – das Aquarium.

Der Ozean von Lissabon

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Das ist übrigens die Rückseite vom Ozeaneum von Lissabon :D

Die Suche nach dem Eingang gestaltet sich für uns nicht so einfach. Das Problem – der Gebäudekomplex steht auf einer Art Insel und ist nur von einer Seite zugänglich. Von der Bahnstation ist dieser sehr simpel zugänglich, nicht jedoch, wenn man von der Promenade kommt. So sind wir ewig unterwegs! Auch hier ist der Eintritt mit knapp 16 Euro (Für eine Vorbestellung online gibt es 10% Rabatt) für Erwachsene nicht unerheblich, das zweitgrößte Ozenarium der Welt ist aber gerade an Schlechtwettertagen einen Besuch wert.

Highlight ist ein riesiges Becken in der Mitte des Hauses, das man von allen Seiten, über zwei Etagen beobachten kann. Hier wird die Unterwasserwelt der Ozeane dargestellt und vor allem die Kinder drängelten sich an die Scheiben, als wollte sie in das kühle Nasse eintauchen. Ich war schon ein wenig versaut, hatte ich das Aquarium in Atlanta schon gesehen – aber ich war durchaus beeindruckt von dem Konzept des „Wasserzoos“. In zahlreichen Einzelbecken fand man die Exoten, eine Halle war den kalten Regionen der Erde nachempfunden,  auf „Eisbergen“ hüpfen Pinguine herum und Vögel kreisen durch den Raum. Wer Angst vor frei fliegenden Tieren hat, sollte diesen Raum tunlichst meiden, die Tiere kommen durchaus schon mal recht nah.

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Ein weiterer Raum zeigte Seeotter – und muss ich bei diesem Foto noch erklären, warum sie die heimlichen Stars des Ozenariums sind? Ich hätte ihnen stundenlang zuschauen können, aber unser Terminplan in Lissabon war noch nicht vollständig.

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Als Kombiangebot konnte man sich damals noch eine Wasserschildkröten-Ausstellung anschauen. Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man in einer Art Kuppel sitzt und eine Wasserschildkröte mit einem Affenzahn über uns schwimmt. Der Platz in der Kuppel war begehrt und wirklich viel mehr war hier nicht zu sehen. Wir schnappten uns also unsere sieben Sachen und waren nach ein paar Fotos mit dem Ozenarium-Masskottchen schon wieder auf dem Weg Richtung Innenstadt.

Sonntags-Shopping leicht gemacht

Trödeln in der Metro
Trödeln in der Metro

Wer übrigens Lust auf sonntägliches Einkaufen hat, das Einkaufszentrum an der Expo-Metro-Station hat auch am Sonntag geöffnet und bietet einige Geschäfte. Ich bin jedoch eher für Trödelmärkte und werde in einem der Wartehallen einer Metrostation fündig. Ein Bücherbasar! Leider sind die meisten Bücher auf portugiesisch, ich nehme mir für meinen nächsten Portugalbesuch einen Abstecher auf einen der zahlreichen Trödelmärkte vor.

Die bekannteste Straßenbahnlinie Lissabons

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Zurück in der Stadt bedienten wir uns einer Handy-App, die uns nun endlich den Weg zur Start-Station für die Linie „28“ zeigte. Es handelt sich hierbei um eine rustikale Straßenbahn, welche die besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt abfährt. Im Gegensatz zu den HopOn/HopOff – Bussen und sonstigen Anbietern könnt ihr diese Bahn mit dem normalen Öffi-Ticket nutzen.

Auf der Hinfahrt hatten wir sogar einen Fensterplatz. Da unser Ticket zeitlich nur noch genau für eine „Rundfahrt“ gültig war, ließen wir so die Sehenswürdigkeiten an uns vorbeifahren. Ganz bis zum Ziel kamen wir leider nicht, denn kurz vor der Endstation gab unsere Bahn einfach ihren Geist auf. Also hieß es warten und zurückfahren. Unterwegs habe ich mir viele Inspirationen für einen kommenden Lissabon – Urlaub geholt und mich gut amüsiert. Hinter unserer Bahn fuhr eine ganze Weile ein TukTuk mit 5 netten portugiesischen Jungs, die, während wir sie fotografierten, uns natürlich auch mit Winken und Gegenfotografien viel Laune machten.

Einmal Aufzug fahren, bitte!

Unglaublich wie schnell die Zeit verging. Die Sonne neigte sich an diesem Sonntag schon wieder dem Untergang zu und auch diesmal wollten wir den Sonnenuntergang ganz von oben bestaunen. Ausgesucht haben wir uns dafür das Dach des Elevator de Santa Justa. Der Aufzug verbindet die Unterstadt von Lissabon mit der Oberstadt und einen Großteil dieses besonderen Bauwerkes aus dem Jahre 1902 mit eurem Öffiticket benutzen.

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Wir wollten natürlich auch auf die Aussichtsplattform. Für 1,50 Euro Aufpreis (ohne öffentliches Ticket 5 Euro) war das ein Schnäppchen gegenüber den sonstigen Ausgaben in der Stadt. Auf schmalen Wendeltreppen quetschen sich an diesem Abend viele Menschen dort hoch – ich vermute mit dem gleichen Ziel wie wird. Ich habe trotz Puddingbeinen und ziemlicher Höhenangst den Aufstieg gewagt und war sehr überrascht über den Tollen Ausblick über die Dächer der Stadt und hinauf in Richtung der Burg. Einen so tollen Sonnenuntergang wie auf der Burg haben wir hier jedoch nicht erlebt.

Ein kurzer Blick in die Oberstadt

Im Februar war es dort oben unglaublich windig, so das wir uns von dort nach knapp 15 Minuten „Ausblick“ aufmachten, noch ein wenig die Oberstadt in der „blauen Stunde“ anzuschauen. Gleich am Ausgang des Santa Justa ist das Museu Arqueológico do Carmo, eine Art Kirchenruine, die in der untergehenden Sonne schon recht beeindruckend aussieht.

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Ein paar Meter weiter dann ein Konsular/Orden, an dessen Eingang ein armer Portugiese stundenlang seinen Dienst abstehen muss. Die Straße von dort hinunter (Calcada Carmo) hat übrigens einen tollen Souvenirshop zu bieten. Die Mitbringsel sind die gleichen, die liebe Verkäuferin verpackt diese aber total toll mit einer selbst gebastelten Rose aus Papier. Meine habe ich immer noch aufbewahrt.

Wir waren platt. Aber mal so richtig. Während der Praca Restaurados sich immer mehr mit Menschen füllt, schaffen wir es gerade noch in die Unterkunft. Gute Nacht Lissabon.

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Unsere 48 Stunden Lissabon gingen viel zu schnell vorbei. Ich flog zurück mit dem Gefühl…Hier muss ich noch mal herkommen. Und auch das Meer sehen und die Oberstadt und Fisch essen und eine Bootstour auf den Teja machen und auch mal die Burg oben ein wenig genauer besichtigen. Und Und Und…

Wichtige HinweiseAnreiseUnterkunftsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Das Wetter und die Temperaturen im Februar können schnell wechseln, ihr könnt jedoch davon ausgehen, das es angenehme 15 – 20 Grad ist. Die Zeit kann man gut mit dem deutschen Frühling vergleichen.
  • Unbedingt einen tollen Ort für den Sonnenuntergang suchen. Der ist aufgrund der Winterzeit natürlich recht früh (zwischen 17 und 18 Uhr) aber in den Häuserschluchten bekommt ihr davon leider nicht so viel mit
  • In der Innenstadt gibt es versteckt ein paar Supermärkte, jedoch auch einige wirklich gute Restaurants. Vor allem als „Fischfans“ kommt ihr in Lissabon auf eure Kosten.
  • Vorsicht vor Taschendieben! In der Innenstadt wird überall davor gewarnt.
  • Im Aquarium könnt ihr eure Sachen abgeben, ein Besuch lohnt sich nur, wenn ihr 2 -3 Stunden hier verbringen wollt

Von NRW aus gibt es leider kaum günstige Flüge. Ein Trick für günstige Flüge nach Lissabon * kommt, sind Flüge aus Eindhoven. Von dort fliegt die günstige niederländische Airline Transavia schon ab 29 Euro (one way). Eindhoven Airport könnt ihr in gut 80 Minuten von Düsseldorf aus mit dem Auto erreichen, mit dem Zug seit ihr knapp 2 Stunden unterwegs. Parken könnt ihr für ca. 12 Euro pro Tag in der Nähe des Flughafens.

In Lissabon selbst kommt ihr sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln voran. Es gibt verschiedene Pässe, die ihr schon am Flughafen kaufen könnt.

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Wir waren in „The Lisbonaire“ – einem schicken Appartmentkomplex in der Nähe vom Praca Restaurados. Die Unterkunft hatte Bad und Küche sowie kostenloses Internet. Je nach Tageszeit und Nachbarn kann man hier schon mal hören, wenn jemand diskutiert. Insgesamt haben wir aber sehr gut geschlafen.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

5 Kommentare

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  • Sehr schöner und ausführlicher Beitrag über eine der besten Städte in Europa, wenn nicht überhaupt die beste Stadt…noch zu empfehlen sind die Weltkulturerben in Belem, kann man auch mit der schönen alten Strassenbahn hinfahren, der Turm von Belem, das fabelhafte Entdeckerddenkmal, das Hyronimuskloster mit Grabmal von Vasco da Gama als auch das Marinemuseum; ist was für Leute, welche sich für die maritime Vergangenheit Portugals interessieren…

  • Lissabon ist wirklich Liebe auf den ersten Blick :) Die Stadt ist sehr hügelig und die schönsten Gratis-Ausblicke auf die Stadt hat man von den vielen Aussichtspunkten – den Miradouros – aus. Den Elevator de Santa Justa fand ich auch toll, mittlerweile bilden sich dort aber besonders in den Sommermonaten immer sehr lange Warteschlangen.

  • Hi, liebe Janett! Danke dir für die Erwähnung von Luis‘ Story. Der wird sich freuen, ist ja gerade auf Weltreise, erster Stopp Holland. :-) Süß, der Otter da!! Lissabon ist schon eine der schönsten Städte überhaupt, ich kann da gar nicht oft genug hin. :-) Liebe Grüße aus dem Zug nach Hamburg! Elke

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