Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

In die Keller der Nation und auch in Bergwerke und künstliche Höhlen haben wir euch ja schon in unserem anderen Artikel über Unterirdische Sehenswürdigkeiten entführt. Hier gehts nun in echte Höhlen und zuguterletzt Tunnel, die überall in Deutschland zu finden sind. Einige öffentliche und musealen Einrichtungen möchten wir euch hier nicht vorenthalten.

Schauhöhlen in Deutschland

Deutschland hat knapp 50 “Schauhöhlen”. Das sind jene natürlichen Hohlräume, die für Besucher erlebbar gemacht wurden. Vor allem im Harz, in NRW und im Frankenland gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich als Höhlenmensch ausleben zu können.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel
Der Einstieg zur Höhle

Die Barbarossahöhle in Thüringen kenn ich am besten – als Kind war ich hier fast jedes Jahr zu Besuch. Ein großer Vorteil der Höhlen ist er Besuch im Sommer – denn bei durchschnittlich 12 – 19 Grad Temperatur (stabil über das ganze Jahr) ist eine oft 60 – 90 minütige Führung eine ideale Erfrischung.

Folgende Höhlen in Deutschland habe ich schon besucht und kann sie empfehlen:

Barbarossahöhle (Thüringen)

Die “Höhle” meiner Kindheit war die Barbarossahöhle im Kyffhäusergebirge in Thüringen. Sie lag nur wenige Kilometer von meiner alten Heimatstadt Bad Frankenhausen entfernt und war in meinen jungen Jahren fast jedes Jahr ein Ziel. Seit damals hat sich einiges getan.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Nicht nur, das die Zugänge mittlerweile umgebaut wurden, auch gibt es tolle Events vor Ort, wie die World of Lights, bei dem auch das unten gezeigte Bild gemacht wurde. Für die Führung solltet ihr ca. 1 – 2 Stunden einplanen. Übrigens: Für alle Wanderfans gibt es rund um die Höhle spannende Wege, die ich euch nur empfehlen kann.

Gut zu wissen!
Weitere Infos zu Eintrittskosten, Öffnungszeiten und besinderen Aktionen findest du unter barbarossahoehle.de. Direkt vor der Höhle solltet ihr euch eine leckere Bratwurst gönnen und auch einen Besuch im Informationszentrum Geopark Kyffhäuser einplanen.

Wiehler Tropfsteinhöhle (NRW)

Die Wiehler Tropfsteinhöhle ist eine der Schauhöhlen im Bergischen Land in NRW. Die 868 Meter lange Karsthöhle mit Stalaktiten, Stalagmiten, farbig schimmernden Kaskaden und der berühmten Kristallgrotte bietet auch einen Blick auf den ehemaligen Höhlensee voller Calzitkristalle. Hier ist es angenehm, bei konstant 8 °C und einer Führung von rund 45 Minuten kann man gut abkühlen.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Entdeckt wurde die Höhle durch Zufall bei Bergbauarbeiten im Jahre 1860, seit 1927 ist sie als Schauhöhle für Besucher geöffnet. Rund um die Höhle gibt es einen tollen Naturpark, dessen Besuch ich euch auch empfehlen kann.

Gut zu wissen!
Weitere Infos zu Eintrittskosten, Öffnungszeiten und besinderen Aktionen findest du unter waldhotel-wiehl.de . Hier gibts auch Infos zu Sonderaktionen. Nicht wundern, die Höhle gehört zum Waldhotel Wiehl!

Heimkehle

Als Kind des Kyffhäusers war ich natürlich schon einmal in der Heimkehle, aber das ist inzwischen auch ein paar Jahre her. Die Höhle ist mit 8 Grad recht kühl, etwas feucht und ein bisschen geheimnisvoll – eine Strickjacke ist hier definitiv Pflicht, genauso wie der Helm, den ich nach den ersten hundert Metern aufsetzen muss.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Unser Guide ist bestens gelaunt und verteilt Spitznamen wie Souvenirs; meiner wird „Prinzessin Valium“, weil ich beim Fotografieren ständig hinter der Gruppe zurückfalle. Bilder zu machen ist in der Höhle nämlich gar nicht so einfach – die Beleuchtung ist schwach, die Wege schmal, und die abschließende Illumination darf man nicht aufnehmen (sie könnte übrigens ein kleines Update vertragen).

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Trotzdem ist die Tour spannend, denn die Heimkehle ist nicht nur eine Naturhöhle mit riesigen Hallen und einem fast kathedralartigen Großen Dom, sondern auch ein Ort mit schwerer Geschichte. Während der NS‑Zeit nutzten die Nationalsozialisten Teile der Höhle als unterirdische Rüstungsanlage, in der Zwangsarbeiter unter extremen Bedingungen arbeiten mussten – ein Kapitel, dem heute Gedenktafeln und eine kleine Dokumentation Raum geben.

Gut zu wissen!
Weitere Infos zu Eintrittskosten, Öffnungszeiten und besinderen Aktionen findest du unter Schauhöhle Heimkehle

Aber du kennst doch noch mehr Höhlen?

Natürlich gibt es auch noch zahlreiche Höhlen die ich euch hier präsentieren könnte oder wahrscheinlich auch schon vorgestellt habe. Ich habe mich aber entschieden, die von Menschenhand geschaffenen Höhlen an anderer Stelle nieder zu schreiben.

Ein gutes Beispiel ist die Parkhöhle in Weimar – die ursprünglich als Keller für die Kühlung von Bier erbaut wurde.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Oder die Feengrotten (ebenfalls Thüringen), die vor knapp 200 Jahren ein Bergwerk waren. Und davon, das kann ich euch versprechen, gibt es richtig viele. Die Links findest du übrigens ganz oben im Artikel.

Begehbare Tunnel in Deutschland

Das Thema Tunnel in Deutschland ist recht neu für mich. Klar, den alten Elbtunnel in Hamburg kenne ich schon lange – doch als Unterweltenthema sind Tunnel bei mir erst durch den Zeittunnel in Wülfrath in den Focus gerutscht. Wohl auch weil es so viele klassische Fußgängertunnel in Deutschland auch nicht gibt. Bei Wikipedia wird einzig der Schlossbergtunnel in Tübingen genannt. Spannend zu diesem Thema ist übrigens auch, das es einst in Berlin zahlreiche Fußgängertunnel gab.

Der alte Elbtunnel in Hamburg

Wer in Hamburg zu Besuch ist, sollte sich die Zeit nehmen, um durch den alten Elbtunnel zu laufen. Als Radfahrer und Fußgänger ist das sogar kostenlos und recht spannend, denn hier entdeckt man ein beeindruckendes Bauwerk des frühen 20. Jahrhunderts.

Eine Hamburgtour mit Waterkant - Mit nem Bulli anner Elbe entlang

Allein schon die Treppen oder Aufzüge an den Zugangspunkten in St. Pauli und dem Hafengebiet in Steinwerder sind sehenswert und gerade das Treppensteigen bedarf für Personen mit Respekt vor Höhe Überwindung.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Anschließend sind die 426,5 Metern durch den Tunnel ein Klacks, oder? Übrigens: Seit 2019 ist der Tunnel nicht mehr für Autofahrer nutzbar.

Gut zu wissen!

  • Der Besuch ist kostenfrei und rund um die Uhr machbar.
  • Der Tunnel ist für Autos gesperrt.
  • Die Lastenaufzüge sind nur zu bestimmten Zeiten aktiv
  • Mehr Infos bekommst du unter St Pauli Elbtunnel

Der Zeittunnel von Wülfrath

Der Zeittunnel von Wülfrath war ursprünglich ein alter Abbautunnel des Kalksteinbruchs Bochumer Bruch in Wülfrath – kein klassisches Bergwerk also. Der Tunnel ist nahezu ebenerdig, wirklich tief in die “Unterwelten” geht es deshalb nicht. Auf 180 Metern wirst du von April bis Oktober auf eine wirklich lange Zeitreise geschleust. In der Gegenwart angekommen kann man einen Blick auf den alten renaturierten Tagebau Bochumer Bruch schauen – in dem sich übrigens an ausgesuchten Stellen auch “Bergsteiger” befinden.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten in Deutschland: Höhlen und Tunnel

Kinder können vor Ort auf Schatzsuche gehen und die Erwachsenen bei schönen Wetter im Biergarten eine Auszeit genießen.

Gut zu wissen!
  • Der Zeittunnel ist von Mai bis Oktober geöffnet. Genauere Informationen findet ihr hier.
  • Jeden 1 & 3 Sonntag gibt es eine öffentliche Führung. Aktuell wird um Voranmeldung gebeten.
  • Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro.

Welche Tunnel möchte ich noch besuchen?

Die Suche nach begehbaren Tunneln ist gar nicht so einfach. Es gibt einige Fahrradtunnel, es gibt Infos zu Unterquerungen, aber sehenswerte Tunnel in Deutschland sind schwierig zu finden. Ein paar davon habe ich mal aufgeschrieben – keine Ahnung ob die was können?

  • Der Schlossbergtunnel in Tübingen
  • Dorptunnel, Engelbergtunnel und Dorrenbergtunnel in Wuppertal
  • Schulenbergtunnel Hattingen
  • Fußgängertunnel Rendsburg

Habt ihr noch weitere Tipps?

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uniklinik Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

Alle Blogposts des Autors

Schreib uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert