“Komm, wir fahren einfach mal raus.” Manchmal entstehen die schönsten Reisen aus genau diesem einen Satz. Und manchmal braucht es gar keine zwei Wochen Urlaub, um den Kopf freizubekommen.
Genau so begann unser verlängertes Wochenende im Oberallgäu. Kein großer Roadtrip, keine wochenlange Planung – nur ein paar Freunde, ein vollgepacktes Auto, gute Laune und die Hoffnung, für ein paar Tage dem Alltag zu entkommen. Ehrlich gesagt wusste ich vorher gar nicht so genau, was mich in Obermaiselstein erwartet. Heute würde ich den kleinen Ort jederzeit wieder als Ausgangspunkt für einen Kurzurlaub wählen.

Denn das Oberallgäu hat etwas, das sich nur schwer beschreiben lässt. Vielleicht ist es die Mischung aus beeindruckenden Bergen, grünen Wiesen und den kleinen Dörfern mit ihren traditionellen Häusern. Vielleicht sind es aber auch die Menschen, die einen mit einem freundlichen “Grüß Gott” begrüßen, als würde man schon immer dazugehören.
Fest steht: Nach nicht einmal einer Stunde vor Ort hatte ich das Gefühl, endlich einen Gang herunterzuschalten. Sanfte Almwiesen treffen auf schroffe Gipfel, urige Gasthöfe auf moderne Unterkünfte und überall liegt dieser typische Allgäuer Charme in der Luft. Hier geht es nicht hektisch zu – stattdessen bestimmen Kuhglocken, klare Bergluft und beeindruckende Ausblicke den Tagesrhythmus.
Inhaltsverzeichnis
Oberallgäu erleben – perfekt für einen Kurzurlaub mit Freunden, als Paar oder allein
Es gibt Reiseziele, die funktionieren einfach für jede Konstellation. Das Oberallgäu gehört definitiv dazu.
Mit Freunden verbringt man den Tag auf Wanderwegen, kehrt gemeinsam auf einer Berghütte ein und diskutiert abends bei einem kühlen Getränk darüber, wer eigentlich die Idee hatte, “nur mal eben” den etwas steileren Wanderweg zu nehmen.

Als Paar genießt man Sonnenuntergänge auf den Bergen, Wellnesshotels und gemütliche Restaurants.

Und wer alleine reist, findet hier genau das, wonach viele suchen: Ruhe. Die Berge schaffen es erstaunlich schnell, den Kopf frei zu bekommen.
Was mir besonders gefallen hat: Obwohl das Oberallgäu zu den beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands zählt, fühlt sich vieles angenehm entschleunigt an. Die Uhren ticken hier ein bisschen langsamer – und genau das macht den Reiz aus.
Obermaiselstein – klein, ruhig und überraschend vielseitig
Während viele direkt an Oberstdorf denken, landeten wir in Obermaiselstein. Und ganz ehrlich? Ich glaube, genau das war die bessere Entscheidung.
Der kleine Luftkurort wirkt angenehm entspannt. Morgens hört man eher Kuhglocken als Autolärm, und spätestens beim ersten Blick auf die umliegenden Gipfel merkt man, warum so viele Menschen jedes Jahr wiederkommen.

Was ich besonders angenehm fand: Von Obermaiselstein aus erreicht man fast alle bekannten Sehenswürdigkeiten innerhalb weniger Minuten. Gleichzeitig bleibt der Ort selbst angenehm ruhig.



Gerade nach einem langen Wandertag war ich jedes Mal froh, wieder hierher zurückzukommen. Wir haben hier genächtigt in der Ferienwohnung Glücksmoment.
Ein wirklich schöne Ferienwohnung für 2-4 Personen, die die Balance zwischen modern und Allgäu Charme widerspiegelt. Eine ziemlich unkomplizierte Übergabe des Schlüssels ist per Schlüsselkasten möglich, bei Abreise verbleibt er einfach in der Wohnung.
Checkt einfach die Website über den Link in der Info-Box. Dort finden sich immer die aktuellen Angebote.
Der Preis ist abhängig von der Personenanzahl und der Anzahl der Übernachtungen (Mindestaufenthalt: 3 Nächte).
Eine Bäckerei gibt es im Ort leider nicht mehr, aber es gibt einen Brötchenservice. Dort kann man online bestellen und bekommt die Brötchen direkt bis an die Tür geliefert. Ansonsten gibt es im Nachbarort Fischen (ca. 3 km entfernt) weitere Einkaufsmöglichkeiten.
Ausflugsziele im Oberallgäu
Das Oberallgäu ist für mich eine der schönsten Regionen Deutschlands. Mit seinen beeindruckenden Bergen, idyllischen Seen und charmanten Orten gibt es hier unzählige Ausflugsziele, die zum Entdecken, Staunen und Genießen einladen.
Hinanger Wasserfall – Natur pur
Unser erster Ausflug führte uns nur wenige Autominuten von Obermaiselstein entfernt zum Hinanger Wasserfall. Ehrlich gesagt hatte ich vorher nicht viel erwartet – schließlich gibt es im Allgäu unzählige Wasserfälle. Doch schon nach den ersten Metern war klar: Dieser Ort hat etwas Besonderes.

Über Holzstege und schmale Treppen schlängelt sich der Weg durch eine moosbewachsene Schlucht. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf den Wasserfall, der über mehrere Felsstufen in die Tiefe rauscht.
Das leise Rauschen des Wassers, der Duft des Waldes und die angenehm kühle Luft machten den Spaziergang selbst an einem warmen Sommertag zu einer willkommenen Abwechslung.

Der Rundweg eignet sich hervorragend für einen kurzen Ausflug zwischendurch. Je nach Route legt ihr zwischen 1,2 und 3 Kilometer zurück und seid etwa 35 bis 60 Minuten unterwegs. Mit rund 70 Höhenmetern ist die Strecke auch für Familien oder weniger geübte Wanderer gut machbar.
Wer danach noch nicht genug von der Allgäuer Bergwelt hat, kann die Tour problemlos erweitern. Besonders beliebt ist die Wanderung ab Fischen, die auf knapp acht Kilometern durch das Illertal bis zum Wasserfall führt. Von dort geht es auf Wunsch weiter Richtung Berghotel Sonnenklause oder sogar auf die Sonnenköpfe.
Sturmannshöhle – auf Entdeckungstour unter der Erde
Nur wenige Minuten von Obermaiselstein entfernt wartet mit der Sturmannshöhle ein ganz besonderes Ausflugsziel. Die rund 120 Millionen Jahre alte Spalthöhle ist die einzige begehbare Schauhöhle im Allgäu.

Während einer etwa 30-minütigen Führung geht es über rund 180 Treppenstufen tief ins Erdinnere – vorbei an engen Felsspalten, einem unterirdischen Bach und beeindruckenden Felsformationen. In der Höhle herrschen das ganze Jahr über konstante 4 °C – eine Jacke solltet ihr also auch im Hochsommer dabeihaben.

Woher der ungewöhnliche Name stammt, ist übrigens nicht eindeutig geklärt. Einer Überlieferung nach geht er auf den Ritter Sturmann zurück, der sich hier einst vor seinen Feinden versteckt haben soll.

Historisch belegen lässt sich diese Geschichte zwar nicht, sie gehört aber bis heute zu den bekanntesten Sagen rund um die Höhle und verleiht ihr ihren geheimnisvollen Charakter.
Mit der Hörnerbahn hoch hinaus
Wenn man schon im Oberallgäu ist, gehört eine Bergbahnfahrt einfach dazu. Von Obermaiselstein aus erreicht ihr die Hörnerbahn in Bolsterlang in wenigen Minuten.

Die Gondeln bringen euch bequem auf rund 1.500 Meter Höhe. Schon während der Auffahrt wird der Blick auf die Allgäuer Alpen immer beeindruckender. Oben angekommen mussten wir erst einmal kurz stehen bleiben und das Panorama genießen – einer dieser Momente, in denen plötzlich alle ganz still werden.
Von der Bergstation starten zahlreiche Wanderungen. Besonders beliebt ist der Hörner-Panoramaweg, der sich auch für Genusswanderer eignet und immer wieder fantastische Ausblicke bietet.
Wer es etwas actionreicher mag, kann sich an der Bergstation ein Mountaincart ausleihen und damit über die Forstwege zurück ins Tal fahren.
Ofterschwang – Bergbahn, Almhütten und der Kuh-Muh-Pfad
Nur wenige Kilometer entfernt wartet mit der Bergbahn Ofterschwang ein weiteres lohnendes Ausflugsziel.
Der Weltcup-Express bringt Besucher bequem auf das Ofterschwanger Horn. Oben erwarten euch gut ausgebaute Wanderwege, gemütliche Alphütten und herrliche Ausblicke auf die Hörnerdörfer.

Besonders Familien kommen hier auf ihre Kosten. Der interaktive Kuh-Muh-Pfad erklärt spielerisch das Leben auf den Allgäuer Alpen und sorgt dafür, dass selbst wanderunlustige Kinder gerne noch ein Stück weiterlaufen.

Natürlich durfte auch eine Einkehr nicht fehlen. Hand aufs Herz: Nach einer Wanderung schmecken Allgäuer Kässpatzen einfach doppelt so gut.
Oberstdorf entdecken – Nebelhorn, Breitachklamm und echtes Alpengefühl
Natürlich durfte ein Abstecher nach Oberstdorf nicht fehlen.
Der Ort gehört zu den bekanntesten Urlaubszielen im Allgäu – und nach unserem Besuch wusste ich auch warum. Ganz oben auf unserer Liste stand das Nebelhorn.

Bereits die Fahrt mit der Bergbahn war ein Erlebnis. Je höher wir kamen, desto kleiner wurden die Häuser im Tal und desto größer wurde das Panorama. Kein Wunder, denn das Nebelhorn misst 2224 Meter. Oben angekommen standen wir erst einmal minutenlang einfach nur da. Und obwohl es ziemlich heiß war, gab es hier oben immer noch Schnee zu bewundern.


Es gibt diese Momente auf Reisen, in denen niemand etwas sagt. Nicht, weil einem nichts einfällt, sondern weil jeder gerade versucht, den Ausblick auf seine eigene Weise festzuhalten.
Genau so war es auf dem Nebelhorn.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte unbedingt einen Spaziergang auf einem der Panoramawege einplanen und den Seealpsee umrunden.
Breitachklamm – Naturgewalt hautnah erleben
Ein Ausflug ins Oberallgäu wäre für mich nicht komplett ohne einen Besuch der Breitachklamm. Sie zählt zu den beeindruckendsten Naturattraktionen der Region und ist die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas.

Schon beim Betreten der Klamm wird es spürbar kühler. Über gut ausgebaute Stege und Brücken führt der Weg direkt entlang der steilen Felswände, während sich die Breitach mit lautem Getöse ihren Weg durch die enge Schlucht bahnt.

Je nach Jahreszeit zeigt sich die Klamm immer wieder anders: Im Sommer sorgen die tosenden Wassermassen für eine willkommene Abkühlung, im Herbst leuchten die Wälder in kräftigen Farben und im Winter verwandeln meterlange Eiszapfen die Schlucht in eine beeindruckende Eiswelt.

Für den Rundweg solltet ihr etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Wer möchte, kann den Besuch auch mit einer Wanderung nach Riezlern oder zurück nach Oberstdorf verbinden.
Die Gästekarte – ein echter Pluspunkt
Ein Highlight unseres Aufenthalts war die Gästekarte beziehungsweise der Allgäu-Walser-Pass. Viele unterschätzen, wie viel Geld und Zeit sich damit sparen lässt.

Besonders praktisch fand ich die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Oberallgäu. So kann man das Auto einfach stehen lassen und bequem nach Oberstdorf oder in andere Orte fahren. Je nach Unterkunft und Angebot profitieren Gäste außerdem von Vergünstigungen oder inkludierten Fahrten bei den Bergbahnen der Region sowie zahlreichen Rabatten auf Freizeitangebote.
Das Oberallgäu hat mich überrascht.
Für einen Kurzurlaub bietet die Region unglaublich viele Möglichkeiten, ohne dass man ständig lange Strecken zurücklegen muss. Obermaiselstein war für mich dabei der ideale Ausgangspunkt: ruhig, authentisch und dennoch nah an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten.
Ob gemeinsamer Wochenendtrip mit Freunden, romantische Auszeit zu zweit oder ein paar Tage nur für sich selbst – das Oberallgäu zeigt, dass Erholung oft näher liegt, als man denkt. Und dank der Gästekarte wird der Aufenthalt nicht nur komfortabler, sondern auch deutlich entspannter.
Wenn ihr mehr über Touristenkarten erfahren wollt könnt ihr hier die Artikel zu den verschiedenen Gästekarten finden.
Offenlegung: Wir wurden vergünstigt eingeladen.



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