Wenn mich Freunde von außerhalb fragen was ich mit NRW touristisch verbinde, kommt kurz nach dem Ruhrgebiet und dem Kölner Dom oft Wuppertal. Vor allem die Wuppertaler Schwebebahn ist besonders. Auch wenn die Schönheit der bergischen Stadt auf den ersten Blick nicht wirklich zu sehen ist – für mich ist Wuppertal eine der sehenswertesten Städte in Nordrhein-Westfalen. Und das nicht nur deshalb weil ich hier für wenig Geld wirklich tollen Urlaub machen kann.

Inhaltsverzeichnis
Wuppertal und die Schwebebahn
Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit von Wuppertal ist die Schwebebahn. Und wie schon die letzten 125 Jahre wird sie auch heute noch als öffentliches Verkehrsmittel genutzt. Und das ist wirklich speziell.
Von Vohwinkel (im Westen) und Oberbarmen (im Osten) fährt die Schwebebahn einmal durch das Wupper -Tal. Eine komplette Strecke hat 20 Stationen, von denen vier direkt durch eine Straße und 16 über der Wupper zu finden sind. Etwa 30 – 40 Minuten ist man für eine komplette Fahrt unterwegs.

Die Schwebebahn ist ein ganz normales Transportmittel in Wuppertal, das mit Deutschlandticket oder Nahverkehrsticket genutzt werden kann. Genau deshalb ist es hier auch manchmal etwas voller. Wer also einen Sitzplatz oder gar einen Platz am Panoramafenster (im hinteren Wagen) erwischen will, sollte sehr früh oder recht spät fahren.

An dieser Stelle will ich mit euch einmal durch die Stadt fahren und euch verraten, an welchen Orten ihr noch was entdecken könnt!
Haltestelle Vohwinkel – Eine Häuserfahrt
Wer an der Brucher Straße in Vohwinkel lebt, für den gehört die vorbeischwebende Schwebebahn längst zum Alltag. Die Vohwinkler haben sogar in den Anfangsjahren Geld dafür bekommen, sich Vorhänge zu kaufen.

Sitzt man selbst in der Bahn, wirkt der Blick nach unten auf die fahrenden Autos und direkt hinein in die Wohnstuben der alten Gründerzeithäuser jedes Mal wieder besonders. Fast wirkt es, als sei die Straße viel zu schmal für dieses beeindruckende Stahlgerüst. Aber keine Sorge: hier passt alles millimetergenau zusammen.

Übrigens – in Vohwinkel solltet ihr unbedingt auf die Füchse achten. Der ist nicht nur das Maskottchen des Stadtteiles, er ist auch Teil des Namens. Denn einst hieß Vohwinkel Fuchswinkel.
Wenn ihr noch Zeit für einen Spaziergang habt, solltet ihr euch auf jeden Fall das historische Rathaus anschauen – ein wunderschönes Haus aus der Gründerzeit.

Übrigens: Nur wenige Gehminuten vom Schwebebahn-Bahnhof befindet sich das BUGA Lokal, in dem ihr euch über die Bundesgartenschau informieren könnt. Das Lokal, in dem auch zahlreiche Veranstaltungen stattfinden befindet sich in der Kaiserstrasse 4.
Haltestelle Zoo & Stadion – Grüner Zoo und Gründerzeit
Der grüne Zoo von Wuppertal ist für mich persönlich einer der schönsten und auch nachhaltigsten Zoos in NRW. Zum einen ist die Parkanlage mit ihrem wunderschönen alten Baumbestand auch ohne Tiere einfach wunderschön – zum anderen gibt es hier im Zoo eine Vielzahl von spannenden Projekten, um vorm Aussterben bedrohten Tieren zu Retten.


Aber auch ganz ohne Tiere kann man hier etwas erleben. Auf den zahlreichen Spielplätzen ist an Samstagen immer was los und seit Mai 2026 gibt es neu das Visiotopia – eine 360 Grad Visualisierung der ursprünglichen Lebensräume der Tiere.

Im angrenzenden Stadtviertel prägen prachtvolle Gründerzeitgebäude das Straßenbild und verleihen der Umgebung ihren besonderen Charme.

Weil sich hier auch das Stadion befindet – welches unter Denkmalschutz steht, wurde die Schwebebahnstation am Zoo mit besonders breiten Bahnsteigen ausgestattet – ein Detail, das die Bedeutung dieses Halts unterstreicht.

Ich bin gespannt, was sich hier in den kommenden Jahren (vielleicht im Rahmen der Buga2031) ändern wird.
Wuppertal Hauptbahnhof
Okay, zugegeben – vor ein paar Jahren hätte ich die Ecke um den Wuppertaler Hauptbahnhof nicht wirklich als Reiseziel empfohlen. Aber hier hat sich in Wuppertal so einiges getan. Angefangen vom Bahnhof selbst, der wirklich sehenswert ist.

Von hier aus könnt ihr sehr gut eine Innenstadt von Wuppertal erreichen – die euch unter anderem zum Neptunbrunnen vor dem ehemaligen Elberfelder Rathaus und dem sehenswerten Von der Heydt-Museum bringen. Zwischendrin gibts viele Geschäfte, so das einem Einkaufsbummel hier nichts im Wege steht.

Von hier aus ist der Weg zur Wuppertaler Universität auch nicht weit. Aber seit vorgewarnt – es geht wie fast überall in Wuppertal bergauf! Vielleicht auf der bekanntesten Treppe Wuppertals? Tippen-Tappen-Tönchen? Muss ich auch noch machen :)
Haltestelle Wuppertal Landgericht
Habt ihr euch schon immer mal gefragt, warum es “über die Wupper gehen” hesst, wenn jemand stirbt. Nun, der Spruch kommt aller Wahrscheinlichkeit nach aus Wuppertal. Schon früh befand sich das Landgericht auf der einen und der Galgen für die Verstreckung einer Strafe auf der anderen Seite der Brücke.

Aber auch noch heute lohnt es sich, hier einmal auszusteigen. Zum einen ist das Landgericht ein beeindruckendes Bauwerk, zum anderen ist der Botanische Garten und der Elisenturm in den Hardt Anlagen von hier aus in einer Viertelstunde fußläufig zu erreichen.

Und dort oben ist es in den Sommermonaten einfach nur schön. Perfekt für ein Picknick oder ein entspannter Nachmittag mit einem Buch.

Wer Kunst und Natur erleben will, muss von der Schwebebahn etwas länger laufen. Auf der anderen Seite der Haltestelle Landgericht befindet sich der Skulpturenpark Waldfrieden, etwa 25 – 30 Minuten Fußweg müsst ihr dafür einplanen. Ein Besuch in diesem wunderschönen Wald mit zahlreichen Kunstwerken des englischen Bildhauers Tony Cragg (und vieler anderer Künstler) sollte auf jeden Fall auf der To-Do Liste bei einem Wuppertal Urlaub stehen.
Haltestelle Adler Brücke
Wuppertal war gerade im 19. Jahrhundert für viel Industrie und einen besonderen Bewohner bekannt. Friedrich Engels.

Wer an der Haltestelle Adler Brücke aussteigt, kann dort auf eine ganz besondere Zeitreise machen – denn hier steht nicht nur das berühmte Tuffi-Denkmal, sondern auch das Engels Haus, welches einer der fünf Häuser der Familie Engels war und heute ein spannendes Museum zur Geschichte der Industriellenfamilie Engels in Wuppertal ist. Natürlich findet ihr auch einiges zu dem bekanntesten Spross der Familie – Friedrich Engels.

Ganz neu überarbeitet und auf meine Agenda für Wuppertal steht das Museum für Frühindustrialisierung – welches sich gleich neben dem Engels-Haus befindet. Wenn ihr übrigens unweit der Museen über die Straße lauft, achtet gerne auf die Ampel. Und wer etwas Grün genießen will – unweit vom Museum befindet sich der Engelsgarten.
Haltestelle Werther Brücke
Man hat ja so Lieblinge – und die Haltestelle Werther Brücke ist meine. Ich liebe die Architektur und den Kontrast zwischen alt und neu an dieser Haltestelle.

Wer mit der Schwebebahn auf eine Zeitreise gehen will, und auch einen Schlechtwettertag in Wuppertal gut überstehen will, dem kann ich einen Besuch im Schwebodrom in Wuppertal empfehlen. Für gut eine Stunde durfte ich als Besucher nicht nur mir VR Brillen durch die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts fahren – sondern auch ein spannendes Museum mit zahlreichen besonderen Ausstellungsstücken kennenlernen und eine interessante Videodokumentation verfolgen.

Hier wurde mir das erste mal bewusst, wie schnell (innerhalb von 50 – 60 Jahren) die Industrialisierung die Welt verändert hat. Und für alle, die die die Schwebebahn mit nach Hause nehmen wollen, hier gibt es richtig viele Mitbringsel für daheim. Ich hätte ga gerne die Kuschelbahn gehabt – aber ich war stark!

Wer ein wenig laufen möchte, dem empfehle ich einen Spaziergang (ca. 2 Kilometer) dem Berg hinauf zum Nordpark. Hier gibt es nicht nur ein Wildgehege, sondern einen wirklich coolen Skywalk, der euch einen tollen Blick über Oberbarmen bietet.
Wuppertal Oberbarmen
Unsere Fahrt mit der Schwebebahn ist in Oberbarmen leider schon wieder vorbei. Hier dreht die Bahn und fährt wieder zurück, oder macht für diesen Tag Feierabend.

Aber Oberbarmen hat für alle Ausflügler noch mehr zu bieten. Nur etwa 300 Meter vom Bahnhof entfernt befindet sich der Gaskessel Wuppertal. Klingt jetzt erstmal langweilig? Isses aber nicht, denn im Gaskessel befindet sich das Visiodrom.

Ein besonderer Ort, in dem Kunst auf eine einmalige Art bestaunt werden kann. Auf einer 360 Grad Leinwand wird mit Licht, Video und Musik ein ganz besonderes Erlebnis erzeugt.
Streetart mit der Schwebebahn entdecken
Und wer noch mehr Kunst erleben will, Wuppertal wird immer mehr zur Streetart – City. Auch in Oberbarmen gibt es einige sehenswerte Kunstwerke.

Mehr zu den Quartieren und der coolen Murals findet ihr unter Urbaner Kunstraum.
Da fehlen doch Schwebebahnhaltestellen?
Ja, ihr habt es richtig gesehen, ich habe noch längst nicht alle sehenswerten Dinge in Wuppertal entlang der Schwebebahn erkundet.

Vor allem das Briller Viertel und die Nordstadt (erreichbar über die Haltestelle Robert Daum Platz), die alte Stadthalle und das Luisenviertel sowie zahlreiche Treppen (erreichbar von der Haltestelle Ohligsmühle) sowie das Wuppertaler Brauhaus (in einer alten Badeanstalt) (erreichbar über die Haltestelle Alter Markt) sowie zahlreiche Straßenkunstwerke stehen noch auf meiner Wuppertal-Wunschliste. Zahlreiche Inspirationen habe ich mir übrigens auf der hilfreichen Seite der Schwebebahn geholt.
Hotelempfehlungen für Wuppertal
Recht zentral in Düsseldorf und preislich absolut im Rahmen ist das Premier Inn Hotel Wuppertal City – welches ich für einen Städtetrip absolut empfehlen kann. Die Zimmer gibt es hier an machen Tagen schon unter 60 Euro.

Das Hotel liegt unweit der Haltestelle Ohlingsmühle und ist ideal für eine Erkundungstour durch die Stadt.
Anreise-Empfehlung für Wuppertal
Auch wenn aktuell die Anreise für Wuppertal mit der Bahn etwas schwieriger ist – ich bin bisher mit der Anreise in die Stadt an der Wupper mit Zug immer gut gefahren.

Aus Düsseldorf oder Köln ist man in etwa 20 Minuten vor Ort und muss sich ewig nach einem schwer zu findenden Parkplatz suchen. Bitte beachten – von den Bahnhaltestellen zur Schwebebahn müsst ihr immer ein wenig laufen.
Noch mehr Tipps für Wuppertal?
Im Artikel findet ihr ja schon einige Empfehlungen für Wuppertal. Aber ich hab noch mehr – denn über das Bergische Land, welches ja auch die Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid (besser bekannt als die Bergischen Drei) beinhaltet – habe ich gemeinsam mit Andreas Walter ein Buch geschrieben.

Schau gerne mal rein – es lohnt sich. Denn auch rund um Wuppertal gibts so einiges zu entdecken!
Gewinnspiel!
In diesem Artikel fehlt noch der eine oder andere Tipp für Wuppertal. Vielleicht hast du eine Empfehlung? Ich verlose unter allen Kommentaren hier unter dem Beitrag bis zum 15.06.2026 mit einem Ausflugstipp für Wuppertal ein Überraschungspaket aus Wuppertal. Die Verlosung erfolgt per Zufallsgenerator.
Offenlegung: Ich wurde im Rahmen eines VDRJ Regiotreffen ins Schwebodrom und den Zoo eingeladen. Danke auch an Meike Nordmeyer für die zahlreichen Tipps!



Schreib uns einen Kommentar