Kennt ihr Dokkum? Nein? Nun – dann ist es an der Zeit dies umgehend zu ändern. Zu den Fakten sei gesagt, das sich die Kleinstadt in der Gemeinde Noardeast-Fryslân in der Provinz Friesland in den Niederlanden befindet.

Und bevor ihr fragt: Ja, Dokkum ist im kommenden Jahr (am 27.04.26) Gastgeberstadt für den Königstag. König Willem-Alexander feiert seinen Geburtstag in der friesischen Stadt.
Ich war an einem Novemberwochenende vor Ort und habe ein paar wirklich schöne Sachen entdeckt, die ihr auch ein einem schönen Wintertag in Dokkum erleben könnt.
Inhaltsverzeichnis
Warum ihr Dokkum im Winter besuchen solltet
Dokkum im Sommer ist wunderschön – keine Frage, aber für mich war der November die perfekte Zeit für einen Besuch. Und das nicht etwa, weil ich Regentage so liebe – sondern weil man an trüben Tagen entspannt und ohne Menschenmengen eine Stadt entdecken kann.
Was tun, wenn es in Dokkum regnet?
Die Stadt hat neben tollen Sehenswürdigkeiten auch ein paar coole Schlechtwetteralternativen, die ich natürlich fast alle ausprobiert habe.

Verzeiht mir, das ich das Hallenbad und die Bowlingbahn ausgelassen habe – aber hier kommen die Tipps für Reisende nach Dokkum.
Museum Dokkum
Die erste Empfehlung ist das Museum Dokkum. Hier könnt ihr so einiges zur Geschichte von Dokkumn erfahren. Dank eines Infoblattes und mit Hilfe der Google Übersetzung lässt sich das Museum in gut einer Stunde erleben.

Angefangen mit der Geschichte rund um Bonifatius, vorbei an Infos über die Geschichte von Kultur und Industrie in Dokkum bis hin zur regionalen Kunst bietet sich hier ein toller Rundgang an.

Mein Tipp: Vom zweiten Ausstellungsraum über Bonifatius habt ihr einen tollen Blick auf den Kanal vorm Museum. Perfekt um einen Moment zu verweilen und entspannt das Treiben zu beobachten.
Im Gebäude des Museum befindet sich auch die Stadtinformation.

Hier gibts auch Infos in Deutsch und Englisch und den dort empfohlene Stadtrundgang habe ich natürlich auch noch gemacht. Auch ein paar witzige Souvenirs könnt ihr vor Ort kaufen.
Ein Bummel durch die Geschäfte von Dokkum
Ich eskaliere ja selten, aber in Dokkum bin ich in so einigen Geschäften schwach geworden. Ich weiss nicht ob es daran lag, das ich alleine unterwegs war, oder an der tollen Auswahl an Geschäften. Aber ich kann euch verraten, das ich nicht mit leeren Händen nach Hause gefahren bin. Hier gibts meine Empfehlungen – schaut einfach mal selbst vorbei:
Kulinarische Leckereien: Zuevelhoeve Dokkum (Käse), Miss Vino Dokkum (Wein und besondere kulinarische Spezialitäten), Bakkerij A.J. van der Bijl (Mega leckere Spekulatius!)
Mix aus Kleidung und Deko: 1622Lifestyle (oben Kleidung, unten Deko), Juul Dokkum (Gemixtes Angebot), Gesondheitswinkel Werkmann (Warme Socken, Kleidung und Gesundheitszeugs)
Einrichtung, Deko: De Vries & Ko (Decken, Kissen, Einrichtung), De Snipel (Handgemachtes, Deko), Stichting Werelswingel Dongeradell (besondere Dekorationsartikel)
Es gibt natürlich auch die niederländischen Klassiker wie Hema, Action und Zeeman – sowie zahlreichen Bekleidungsläden – die genannten sind jedoch besonders. Alle Geschäfte sind zentral in der Altstadt zu finden und auf kurzen Wegen zu erreichen.
Einkehr in der Stadsbrouwerij Bonifatius
Eigentlich wollte ich in der Stadsbrouwerij Bonifatius nur ein kleines Bier trinken. Doch dann habe ich rund zwei Stunden in der kleinsten Stadtbrauerei der Niederlande verbracht. In dem schmalen Kaufmannshaus der Stadtbrauerei gibt es – wie in einer Kneipe – nur Getränke (und ein wenig Knabberkram).

Und wirklich nette Gespräche! Es gibt nicht viele Sitzplätze – und so kommt man schnell ins Gespräch. Auch dann, wenn man kein Niederländisch spricht. Nach zwei Bieren und einem leckeren Bonifatius Bitter hab ich dann auch noch entdeckt, das im Obergeschoss ein kleines Museum zur Geschichte versteckt ist.
Hier erfahrt ihr auch den einen oder anderen Geheimtipp für Dokkum. Das mit dem Licht bei der Ijsfontain hab ich hier erfahren! Und noch ein Hinweis: Ich hab mir sagen lassen, das es ein Spezialbier zum Königstag gibt. Aber ihr wisst von nix!
Wer nicht so viel Zeit hat – das Bonifatiusbier könnt ihr vor Ort natürlich auch zum Mitnehmen kaufen.
Kulinarische Highlights für den Winter
Kalte Luft macht hungrig. Für mich gibt es im Winter daher fast nichts schöneres wie eine Einkehr in ein gutes Café. Hier habe ich gleich zwei Empfehlungen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
Wenn ihr auf eurem zeitgeschichtlichen Rundgang durch die Stadt unterwegs seit, empfehle ich euch die Einkehr bei der Koffiebranderij in Dokkum. Hier gibt es neben Kaffee auch eine tolle Auswahl an Tees und megaleckeren Kuchen. Das Café befindet sich zwischen der Station der Bollwerke (an den Windrädern) und dem Rathaus. Hier gibt übrigens auch Frühstück.
Der zweite Tipp liegt mitten in der Stadt und bietet auch zum Mittag richtig leckere Sachen. Im Lunchcafe Andurz war recht viel los – was an der Gastfreundschaft und der liebevollen Zubereitung lag. Ich hab ein Gesundes Sandwich probiert – es war so viel, das ich mir sogar noch etwas hab einpacken lassen.
Auf der Karte stand übrigens auch eine Tea Time – ich glaub die probier ich bei meinem nächsten Besuch!
Den Winter in Dokkum erleben
Im Winter fahren zwar keine Ausflugsschiffe und ja – es ist auch wesentlich kälter – aber dennoch gibt es in der Zeit von November bis März in der Kleinstadt so einiges zu erleben.
Das Dokkumer Winter Weken bietet fast an jedem Wochenende ein besonderes Wintererlebnis in Dokkum. Die Winterwochen beginnen schon im November mit der Ankunft von Sinterklaas, es gibt Kneipenfeste, Silent Discos und natürlich auch einen Weihnachtsmarkt.
Auch ist die Stadt in dieser Zeit beleuchtet und es gibt bis März immer wieder unterschiedliche Events. An Freitagen könnt ihr zudem bis 21 Uhr durch die Geschäfte bummeln und shoppen (was sich perfekt mit einem stimmungsvollen Spaziergang kombinieren lässt.

Ein weiterer winterlicher Tipp betrifft eines der modernsten Sehenswürdigkeiten der Stadt – De IJsfontein. Der Brunnen ist schon am Tag sehr beeindruckend, wird abends jedoch ganz besonders angeleuchtet und ist damit ein besonderes Fotomotiv.
Ein Spaziergang durch Dokkum
Dokkum ist eine Stadt der kurzen Wege. Und weil mich die 7 (Zeitreise)Hotspots der Stadt neugierig gemacht haben, machte ich mich auf den Weg, diese zu entdecken. Den Rundgang kann man mit einer App begleiten oder einfach in der Stadt auf Entdeckungsreise gehen.

Das erste Schild mit niederländischer und englischer Beschreibung entdecke ich vor dem Museum Dokkum, hier wird etwas zur Admiralität erzählt. Ich erfahre, das die Admiralität einst zur Verteidigung der Niederlande errichtet wurde. Bis ins frühe 17. Jahrhundert besaß die Stadt einen Zugang zum Meer. Als dieser versandete, verlor Dokkum auch seine Rolle als Admiralität.

Weiter geht es zum Rathaus, an dem ich etwas über die Stadtrechte von Dokkum erfahren habe, welche im Jahr 1298 bekannt wurden. Das heutige alte Rathaus stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und wird nachts toll angestrahlt. Wenn ihr etwas Zeit habt – ich hatte das Glück zwei Glockenspiele zu erleben, diese sind wirklich hörenswert!

Nur ein paar Meter weiter wird eine weitere Tradition der Stadt zelebriert, das Bierbrauen. Von der Einkehr in die Stadsbrouwerij Bonifatius habe ich schon berichtet und ich war verwundert, als ich erfahren habe, das es über viele Jahrzehnte kein selbstgebrautes Bier in der Stadt gab. Vor der Brauerei befindet sich ein besonderer Wasserbrunnen – der an die Geschichte der Brauerei in der Stadt berichtet.

Springen wir doch etwas mehr in Richtung Gegenwart. Am Kanal gibt es noch ein weiteres Highlight aus der Zeitgeschichte. In Dokkum war der “Wendepunkt” der Elfstedentocht (Der Elf Städte Tour). Dabei handelt es sich um ein Schlittschuhevent, welches seit 1909 immer dann ausgetragen wird, wenn die Kanäle und Wasserwege im Friesland zugefroren sind. Das letzte Mal war wohl 1997. Zu Ehren dieser besonderen Ereignisse gibt es eine Tafel sowie zwei Bänke in Schlittschuhform.

Wir gehen noch ein Stück den Weg in Richtung Windmühle und sind schon wieder ziemlich in der Zeit gesprungen. Denn wo heute rund um die Altstadt ein wunderschöner Spazierweg ist, wurden im 16. Jahrhundert Bollwerke (eine Verteidigungsanlage) errichtet. Die Stadt wurde niemals eingenommen und heute befinden sich auf der 2,4 Kilometer langen Strecke rund um die Altstadt die Mühlen Zeldenrust und De Hoop, die vier Zugangstore, Kanonen aus dem 19. Jahrhundert und wunderschönen Ausblicke. Die Infotafel befindet sich direkt an der Mühle Zeldenrust.
Von hier aus springen wir ein großes Stück in Richtung Zukunft. Im Jahre 2018 war Leeuwarden-Fryslân Kulturhauptstadt Europas. Aus diesem Anlass bekamen alle elf Städte in Friesland ein Geschenk aus dem Projekt 11fountains – einen Brunnen also. Der Brunnen in Dokkum wurde 2019 aufgestellt – Wasser in seiner klassischen Form ist hier jedoch nicht zu finden – das Kunstwerk Ijsfontein von Birthe Leemeijer produziert Eis.

Je nach Jahreszeit ist das mal mehr oder weniger. Spannend auch die Bäume rund um das Kunstwerk. Sie verweisen auf den heiligen Bonifatius, der in Dokkum ermordet wurde. Sie färben sich im Herbst rot – eine Annekdote auf das Ereignis im Jahre 754. Die Bäume dienen aber auch der Beschattung der Skulptur. Spannendes Projekt – und wirklich eiskalt!

Damit kommen wir dann auch schon zum letzten der 7 Dokkumer Sehenswürdigkeiten. Das liegt nur ein paar Meter von meinem Hotel entfernt – Die Bonifatiuskapelle und das Bonifatiusmonument. Die Kapelle kann im Sommer auch besichtigt werden und auch eine Quelle gibt es hier.

Das Wasser soll heilende Wirkung haben. Probiert hab ich es nicht. Der Mord an Bonifatius geschah unweit Dokkum und ist die erstmalige urkundliche Erwähnung der Stadt. Wer mehr zum Thema erfahren will – sollte das Dokkum Museum und den Bonifatius-Rundweg anschauen.

In der Stadt gibt es aber noch einige weitere Entdeckungen zu machen. Einige sehenswerte Kirchen zum Beispiel. Und ein Spaziergang in die Seitenstraßen entlang der Grachten lohnt sich ebenfalls. Ich glaub ich muss auf jeden Fall noch mal nach Dokkum, denn längst habe ich noch nicht alles entdeckt.
Ein Hinweis noch für alle, die, wie ich, nicht so gut niederländisch können. Mit Englisch und auch Deutsch kommt ihr in Dokkum überall weiter!
Ein Besuch in der Mühle Zeldenrust
Ich bin ein großer Fan von Mühlen und war deshalb hellauf begeistert, das die Mühle Zeldenrust in Dokkum auch von innen besichtigt werden kann.

Was viele Besucher der Stadt nicht wissen: An schönen Samstagen ist das Denkmal geöffnet – dies ist daran zu erkennen, das entweder ein Schild vorm Eingang der Mühle steht oder sich die Windräder drehen.
Vor Ort sind dann nicht nur die Müller, um euch die zahlreichen Fragen zur Mühle zu beantworten, mit etwas Glück könnt ihr auch live dabei sein, wenn Mehl gemahlen wird. Für mich war ein Highlight der Besuch auf dem Balkon der Mühle, das ist sonst selten bei Mühlen möglich.

Ich war unterwegs mit Warner B. Banga, einem der Müller, der nicht nur Führungen durch die Mühle anbietet, sondern auch ein Buch über die Mühlen in Dokkum und Umgebung geschrieben hat. Von den ehemals über 120 Mühlen gibt es heute nur noch etwas mehr als eine Handvoll.

Wir arbeiten uns über die verschiedenen Etagen und Warner zeigt mir auch, wie die Windräder in eine andere Richtung gedreht werden. Ganz ehrlich – das sieht nach einiger Arbeit aus!
Meine Hotelempfehlung für Dokkum
In Dokkum gibt es gleich mehrere gute Hotels, ich kann euch das Grandcafé – Hotel Van der Meer empfehlen. Es ist außerhalb der Altstadt, aber direkt am Kanal gelegen und hat moderne und gemütliche Zimmer sowie ein nettes Restaurant, welches auch bei Einheimischen für eine Einkehr und ein gutes Essen beliebt ist.

Ich habe gut geschlafen – hatte ein Bad in dem ich Walzer hätte tanzen können – und habe morgens ein tolles Frühstück genossen.

Auch das Restaurant kann ich empfehlen – am ersten Abend habe ich mir dort ein 3 Gängemenü mit Empfehlungen vom Chefkoch bestellt.
Und was soll ich sagen: Ein Gang leckerer als der andere. Nicht nur für Übernachtungsgäste eine absolute Empfehlung!
Anreise nach Dokkum
Aus dem Rheinland ist Dokkum mit dem Auto in knapp 4 Stunden erreichbar. Da ich persönlich im Winter ungerne lange Auto fahre, bin ich ganz entspannt via Düsseldorf und Utrecht mit dem Zug nach Leeuwarden und habe mir dort ein Auto gemietet.

Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, oder nur Dokkum entdecken wollt, lohnt sich auch eine Anreise mit dem Zug und anschließend mit dem Bus. Friesland ist sehr gut ans öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden.
Besonders praktisch – solltet ihr mit dem Auto anreisen: Außerhalb des Stadtzentrums gibt es mehrere Parkplätze, wo ihr kostenfrei parken könnt.
Offenlegung: Wir wurden von Visit Dokkum eingeladen, an einem Wochenende die Stadt zu erleben.





























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