La Gomera – San Sebastian, 1000 Palmen und ein Zauberwald

Alle Fünfe grade sein lassen

Nach 3 Tagen wandern steht heute endlich einmal relaxen und nichts-tun auf dem Reiseplan. Nach dem Frühstück machen wir uns auf ein wenig durch das entzückende San Sebastian zu bummeln.  Wir schlendern durch die Straßen nahe unserem Hotel und besuchen anschließend die Markthalle am Busbahnhof. Die vielen exotischen Früchte lachen uns von überall her verführerisch an, jedoch mitnehmen können wir kaum noch etwas. Von unserem Besuch in Marinas Garten am Tag zuvor warten nämlich im Hotelzimmer noch knapp 1,5 Kilo Bananen auf einen Platz im Koffer und den Transport nach Deutschland.

Kurz vor Mittag packen wir unsere Strandsachen ein und beginnen den gemütlichen Teil des Tages. Der tiefschwarze Sandstrand ist nur wenige Meter vom Hotel Torre del Conde entfernt und heute fast menschenleer, was wahrscheinlich auch ein wenig am aufgefrischten Wind liegt. Wir lassen uns davon jedoch nicht vertreiben und genießen das herrlich erfrischende Meer und die Sonnenstrahlen.  Als der kleine Hunger kommt beschließen wir, das Kiosko El Pajarito direkt am Strand zu testen. Zugegeben, besonders hübsch ist es nicht, der gegrillte Ziegenkäse mit Palmhonig und die Garnelen in Knoblauchöl sind der Hammer. Zusammen mit einem kühlen Bier einfach der perfekte Mittagssnack. Außerdem stehen frische Fisch, Meeresfrüchte und Paella auf der Karte.

Das Tal der 1000 Palmen

Unser vierter Wandertag startet nach dem Frühstück in Richtung Süden von La Gomera. In der Nähe von Las Toscas verlassen wir den Bus und machen uns auf in das Tal der 1000 Palmen. Wieder einmal erblicken wir eine ziemlich bizarre Gegend: Außer kleineren Büschen und Gras wächst hier kaum etwas auf dem kargen Boden – außer die unzähligen Palmen. Es kommt mir, als seien wir mal wieder auf einem anderen Planeten gelandet – so etwa der dritte seit unserer Ankunft auf der Insel.

Benjichigua – der erste Orte der Insel

Nach ein paar Kilometern erreichen wir Benjichigua, den wohl ältesten Ort von La Gomera. Wie uns Marina erzählt wurden die historischen Häuser nach einem Buschbrand mit viel Geld aus der EU und finanziert durch den Fährunternehmer Fred Olsen wieder aufgebaut. Leider sind dennoch inzwischen alle Häuser wieder verlassen und beginnen zu verfallen. Trotz der Schönheit des Ortes ist es schon ein wenig gruselig hier.

Mitten im Ort entdeckt Marina einen Kaktus mit jeder Menge reifen Früchten. Da nicht nur mich der Geschmack der leuchtend orangenen Bälle interessiert, pflückt und schneidet unsere Wanderführerin eine für uns auf. Wie sie dabei erzählt ist hierbei äußerste Vorsicht geboten, denn die feinen, kaum sichtbaren Stacheln auf den Früchten können zu einem unangenehmen Erlebnis werden. Innen drin jedoch ist die Kaktusfrucht herrlich süß und lecker, wie alles, was wir bisher hier direkt von Baum oder Busch genießen durften.

Wenige Minuten später erreichen wir die Kirche von Benjichigua. Anders als die übrigen Gebäude ist diese durchaus gut in Schuss und wie wir von Marina erfahren, werden hier auch noch regelmäßig Gottesdienste abgehalten zu denen die Einwohner der Insel von überall her pilgern. Hier ist auch die perfekte Stelle für ein Päuschen und eine kleine Stärkung. Bis Imada liegen noch knapp 5 Kilometer vor uns.

Imada – das an schönsten gelegene Dorf der Insel

Es geht also weiter durch die teils karge, felsige Landschaft, die doch so spannend und faszinierend ist. Dank dem kühlen Lüftchen ist der steile Aufstieg über die Serpentinen zwar anstrengend doch auch für uns Freizeitsportler machbar. Oben auf dem Grat werden wir mit einem grandiosen Ausblick und einem Zirbenschnaps belohnt. In der Ferne sehen wir bereits Imada, unser Ziel für den heutigen Tag. Auf steinigen Wegen geht es nun hauptsächlich bergab, vorbei an unzähligen Kakteen und Agaven mit ihren gigantischen Blüten. In Imada kehren wir in eine kleine Bar ein und genießen unseren wohlverdienten Kaffee und traditionelle Tapas, sowie eine weitere Variante von Gofio.

Mystischer Urwald und Lilienmeer

Heute geht es in die Mitte der Insel und zurück in den Nationalpark Garajonay. Schon auf der Fahrt dorthin erleben wir einen phantastischen Ausblick auf den Teide, Teneriffas höchsten Berg, zum ersten Mal in diesen Tagen fast ohne Wolken. Der leichte Dunst über dem Meer verleiht dem Ganzen eine schon fast mystische Stimmung.

Bald darauf wird diese jedoch vom Urwald im Nationalpark getoppt. Kaum ein paar Meter in den Wald gelaufen werden wir förmlich erschlagen von der üppigen Vegetation aus unzähligen Riesenfarmen Baumheide und immergrünem Lobeer. Die Bäume sind mit Moosen überwuchert und der „feuchte Atem Gottes“, wie die Gomeras den Nebel im Laurisilva nennen, umschließt unsere kleine Wandergruppe. Wir fühlen uns so weit weg von allem. Fast wie in einem sehr fernen Paradies.  Dazu läßt uns Marina wieder an ihrem unerschöpflichen Wissen übder La gomeras Flora und Fauna teilhaben und wir lauschen gebannt ihren Geschichten.

Bei unserer ersten Rast treffen wir auf ein paar Kanarenbuchfinken, die sehr scharf auf unsere Kekskrümel sind. Die kleinen Gesellen sind sehr zutraulich und picken unserer Führerin Marina sogar aus der Hand. Und das nächste kleine Wunder wartet auch schon auf uns.

Kurz nachdem wir den Picknickplatz verlassen und zurück sind im Nebel des Urwaldes gelangen wir zu einer Wiese mit hunderten, wenn nicht tausenden von rosa Lilienblüten. Kein einziges Blatt ist zu sehen, nur die dunklen Stengel, die sich ihren Weg an die Oberfläche gebahnt haben. Wie gern würde hier einfach für eine Stunde sitzen uns die Schönheit genießen. Doch wir müssen weiter, denn auf uns wartet noch eine kulinarische Spezialität auf unserer heutigen Tour.

In der urigen Bar in El Cedro dürfen wir von der über die Grenzen hinaus bekannten Kressesuppe kosten. Serviert wird die köstliche Suppe in handfesten Holzschüsseln, dazu wird Ziegenkäse und Gofio gereicht. Zum Essen gönnen wir uns wieder einen Barraquito, damit auch der finale Abstieg noch locker geht.

Gut gestärkt beginnen wir unseren Abstieg auf dem Wanderweg entlang der Steilwand in Richtung Presa de los Tiles. Von diesem Aussichtspunkt genießen wir den atemberaubenden Ausblick zum größten Wasserfall La Gomeras und das Tal von Hermigua. Im Hintergrund ist bereits der leuchtend blaue Atlantik zu sehen.  Das ist der letzte Ausblick dieser Art für uns, denn morgen geht es zurück nach Hause.

Zum großen Abschiedsessen treffen wir uns in einem Lokal ganz in der Nähe unseres Hotels. Die Bodega Colon wird geführt von ein paar jungen Leuten mit viel Leidenschaft für gutes Essen. Wir lassen uns den perfekt rare gebratenen Thunfisch schmecken und krönen unseren letzten Abend mit einem himmlischen Flan. Der perfekte Abschluss für eine tolle Woche.

Abreise – Noch kurz zum Stand

Am nächsten Tag geht mittags unsere Fähre zurück nach Teneriffa. Da wir noch 3 Stunden Zeit haben, bis wir wieder am Flughafen sein müssen, genießen wir noch ein wenig die Sonnenstrahlen in der Beachbar und am Strand von Los Cristianos. Noch ein letzten erfrischendes Bad im Atlantik, bevor wir uns wieder in den Flieger zurück nach Deutschland setzen.

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen
  • Die Wander-Reise haben wir mit Mitoura durchgeführt.
  • In dem Komplettpaket der Best La Gomera Wandern (8 Tage) für 1550 Euro pro Person ist der Flug, die Fährfahrt, der Transfer auf der Insel, 7 ÜN im DZ mit Frühstück, Abendessen an 6 Tagen, 5 geführte Wandertouren und eine Reiseleitung (deutschsprachig) dabei.
  • Ein Einzelzimmer kostet einen Zuschlag.
  • Auf der Homepage werden mögliche Reisetermine angeboten.
  • Die anderen Gäste in der Reisegruppe waren etwas älter als wir und von der Wandererfahrung eher gemischt. Für die meisten war es die erste derartige Reise. Die abendliche Verpflegung war im Reisepreis enthalten und meist vorbestellt. Wir waren in wechselnden Restaurants in San Sebastian essen, mit unterschiedlicher Qualität. Getränke wurden zusätzlich verrechnet.
  • Wenn euch die Stops unserer Reise genauer interessieren:

Unsere Anreise erfolgte über den Flughafen Teneriffa mit der Fähre nach La Gomera (Los Cristianos – San Sebastian). Mehr über die Fährfahrt könnt ihr hier nachlesen. Die Fähre kostet 34 Euro (Hin und Zurück), mehr Infos gibt es unter Fredolsen.es

Auf La Gomera wurden wir gemeinsam mit unserer Reisegruppe bequem mit einem Bus gefahren.

Wir haben im Hotel Torre del Conde übernachtet. Es handelt sich um ein einfaches Mittelklassehotel in San Sebastian. Wifi ist verfügbar.

Offenlegung: Ich wurde zu dieser Reise eingeladen von Mitoura. 

Monique
Monique

Monique zog es früh von Thüringen aus hinaus in die Welt. Als Kulinarik-Expertin im Team von Teilzeitreisender.de präsentiert sie uns besondere Highlights rund um die Welt!

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