Madrid zählt längst zu Europas spannendsten Shopping-Destinationen – und die Stadt baut ihr Angebot an Luxus-Boutiquen und Einkaufszentren weiter aus.

Alle wichtigen Marken wie Rolex, Gucci, Prada, Dior, Cartier, Armani und Lous Vuitton haben zusätzlich zu einem Flagship-Store in Madrid noch mehrere Verkaufsstellen, unter anderem im Flagship-Store von El Corte Inglés, der größten Warenhauskette Europas. Doch braucht es noch mehr? Wir schauen uns das mal an.
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Shoppingparadies Madrid
Allein hier in der Calle de Raimundo Fernández Villaverde kümmern sich 4.500 Beschäftigte um die Kunden. Der Umsatz in diesem Shopping-Center liegt bei 180 Millionen Euro im Jahr, und zwar ohne die Einnahmen der Luxusläden Louis Vuitton, Hermès, Gucci und Co.


Die Kunden haben im wahrsten Sinn des Wortes die Qual der Wahl. Produkte von über 700 Marken stapeln sich in den Regalen. El Corte Inglés hat auch ein eigenes Reisebüro, um die Gäste, vor allem aus Südamerika, bestmöglich zu bedienen.

Tanausu Hernandez, der lange in Köln gelebt hat, fasst es treffend zusammen. „Wir sind wie die Kö in Düsseldorf oder die Zeil in Frankfurt, nur dass Du bei uns alles unter einem Dach bekommst und das Haus nicht verlassen musst.“
Mexikaner lassen es in Madrid krachen
Dank des Tax free-Programms weiß Hernandez genau, wie viel die Kunden durchschnittlich ausgeben bei einem Einkaufsbummel durch die Regale im Corte Inglés. Vorne liegen die Mexikaner mit 3.500 € pro Person und Tag.

Kurzum: Für alle, die gerne shoppen gehen, ist Madrid ein Paradies mit 95 Shopping Malls, sechs Outlet Centern.
Insgesamt gibt es in der Stadt rund 85.000 Geschäfte, von der Apotheke, dem Lotto-Laden bis zu Dior, Gucci etc. Doch während Ketten wie Zara, H&M etc. immer weiter zulegen, schließen – wie in anderen Städten weltweit auch – immer mehr kleine, inhabergeführte Läden.
Überleben in der Nische
Gegen die großen Modekonzerne stemmt sich beispielsweise IPA seit 2022. Sie verwenden ausschließlich Stoffreste für die Produktion kleiner Kollektionen. Irene ist eine der Gründerinnen und berät die Kundinnen.


Ein paar Hundert Meter weiter (Calle de Argensola 22) haben sich ein paar Künstlerinnen und Designerinnen zusammengeschlossen und verkaufen handgefertigten Schmuck und Handtaschen. Rocio gibt auch Workshops, in denen die Teilnehmerinnen in ein paar Stunden eine Tasche herstellen. Die Kurse sind buchbar ab drei Personen, Kosten 75 Euro pro Person.
Zuschüsse für kleine Läden
Die Stadt Madrid unterstützt Kleinunternehmerinnen wie Irene und Rocia mit Zuschüssen für Digitalisierung etc. Dennoch schließen praktisch täglich kleine Läden; die Zahl sinkt seit Jahren, denn nur wenige der jährlich rund neun Millionen Besucher verirren sich in kleine Läden wie die von Irene und Rocio.

Das gilt nicht für die HOFF-Sneakers auf der sogenannten Goldenen Meile, der Milla de Oro, die inzwischen sehr angesagt sind. Direkt im Laden können Kunden ihre Schuhe individualisieren lassen, indem sie die Farbe der Schnürsenkel und aus einer großen Auswahl an Perlen etc. auswählen können.
Gucci oder nackt?
Doch beim Schlendern durch die Luxus-Shopping-Malls stelle ich mir die Frage: Wer um alles in der Welt braucht all die Sachen, die da wunderschön drapiert und ausgeleuchtet in den Auslagen liegen? Weshalb muss ein bestimmtes Logo meine Kleidung, Taschen oder mein Handgelenk zieren?

Wer bist Du als Mensch und was bist Du wert, wenn Du keine Statussymbole von Rolex, Gucci, Prada und Lous Vuitton trägst? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich an der Atlantikküste bei Bordeaux „Nackt im Urlaub“ war, gut 500 Kilometer Luftlinie entfernt von Madrid.
Von Prada endlich zum Prado
Wer Madrid besucht, geht hoffentlich nicht nur shoppen. Alternativen gibt es genügend. Madrid lockt mit mehr als 100 Museen.

Der Prado dominiert klar und lockt die meisten Besucher an – er gehört zu den meistbesuchten Museen Europas.

Dahinter bilden das Reina Sofía und das Thyssen-Bornemisza zusammen mit dem Königspalast die Top-Attraktionen in Sachen Museen.
Ein paar besondere Tipps hat Wolfgang hier zu Madrid zusammengefasst.
Der Fußball und Real Madrid
Fünf Fußballclubs in der Stadt spielen in der LaLiga, vergleichbar mit der Bundesliga. Der bekannteste Verein ist Real Madrid. Beeindruckend: Die Stadiontour bei Real Madrid lockt jährlich mehr als eine Million Besucher an.

Das Eintritts-Ticket für die Classic-Tour (Stadionführung und Museum im Santiago-Bernabéu-Stadion) kostet 37 Euro. Fanartikel, Fotos auf dem Fußballrasen sorgen für zusätzliche Einnahmen. Klassische Spieltag – Eintrittskarten sind spontan kaum zu bekommen. Wenn ihr zu einem Spiel möchtet, sei euch eine frühe Buchung der Tickets empfohlen.
Kulinarische Highlights in Madrid
Wer gerne gut und teuer essen geht, wird in Madrid fündig: 43 Michelin-Sterne leuchten über der Stadt.


Beliebt sind die Markthallen mit ihren Essensständen San Anton, Anton Martin, Bernabeu und San Miguel, der in einem Prachtbau beim Plaza Mayor untergebracht ist. Hier gibt es alle Köstlichkeiten.
Das Gedränge ist groß, die Preise nicht günstig, das Essen aber sehr lecker.
Madrid ist wie Flamenco
Madrid wirkt auf mich laut, kraftvoll und bunt – ist also wie Flamenco, der im 18. Jahrhundert in Andalusien entstandenen Verschmelzung von Gitano-Traditionen mit maurischen, jüdischen und andalusischen Einflüssen.
Flamenco umfasst die drei Säulen Cante (Gesang), Baile (Tanz) und Toque (Gitarre) und wurde 2010 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

Traditionell wird Flamenco bei familiären Feiern, in Peñas und bei spontanen Juergas gepflegt, wobei der Ausdruck von tiefster Emotion, dem sogenannten „Duende“, im Mittelpunkt steht.
In Madrid etablierte sich die Kunstform bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Inzwischen zählt Spaniens Hauptstadt zu den wichtigsten Flamenco-Zentren mit legendären Bühnen wie dem Corral de la Morería, in denen täglich hochkarätige Vorstellungen stattfinden. Er gilt als die berühmteste und älteste Flamenco-Bühnengaststätte der Welt – entstanden 1956 – und damit lange vor den ganzen Shopping-Malls in der Stadt.
Nicht nur der Flamenco lockt die Menschen in die Stadt. Es gibt in Madrid etwa 284 Locations mit Live-Vorführungen (Konzerte, Comedy, Theater etc.). Nach New York und London liegt Madrid zahlenmäßig an dritter Stelle weltweit.
Offenlegung: Wir wurden im Rahmen der MADRID 7 STARS Kampagne von der Handelskammer Madrid für einen Kurztrip nach Madrid eingeladen.




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