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Bargeld oder Kreditkarte? Wie bezahlen im Urlaub? Ein Interview mit Rainer Gerhard von Check24

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Bezahlen im Urlaub ist immer eine schwierige Sache. Während in einigen Ländern Cash (der Euro ist gerne gesehen) das Maß aller Dinge ist, kann man in den USA oder England in jedem kleinen Kaffee mit Kredit- oder EC-Karte bezahlen. Leider ist Kriminalität oder manchmal auch einfach nur Schusseligkeit ein großes Problem. Wir haben mit dem Finanzexperten und Geschäftsführer von Karten und Konten bei Check24, Rainer Gerhard über die Herausforderung mit dem lieben Geld auf Reisen gesprochen.

Viele heben heute noch gut 20 – 30 % ihrer Reisesumme für Anschaffungen im Urlaub ab. Dies ist in einigen Ländern nicht ungefährlich. Ist es nicht viel sinnvoller kleine Summen vor Ort abzuheben?

Antwort: Ja, das ist von Vorteil, weil alle größeren Zahlungen im Ausland ohne Probleme mit der Kreditkarte bezahlt werden können. Es reicht deshalb aus, mit Bargeldbeträgen zwischen 50 und 100 Euro zu reisen. Einige Banken bieten Kreditkarten an, mit denen Kunden europa- und sogar weltweit gebührenfrei abheben können. Dadurch entstehen keine weiteren Kosten, wenn man vor Ort abhebt.

Bildrecht: E. Paschinger (Creativelena).

In immer mehr Ländern, auch in Europa, lässt sich jede Kleinigkeit mit Karte bezahlen. Dennoch ist gerade dann die Gefahr eines Kreditkartenmissbrauchs sehr hoch. Welche Maßnahmen sollte ich als Tourist ergreifen, um dem Missbrauch zu verhindern?

Antwort: Als Tourist sollte ich in einigen Ländern aufpassen, dass zum Beispiel in Restaurants der Kellner nicht mit meiner Kreditkarte weggeht. Besser ist es, das Kartengerät an den Tisch bringen zu lassen oder mit dem Kellner mitzugehen. Sollte doch mal etwas passieren, übernehmen Banken in der Regel die Schäden. Der Verbraucher selbst haftet mit maximal 50 Euro. Visa und Mastercard übernehmen sogar alle Schäden, die entstehen.

Lohnt es sich, für den Urlaub extra eine Urlaubskreditkarte oder Girocard anzuschaffen?

Antwort: Für Vielreisende lohnt sich eine Urlaubskreditkarte in fast jedem Fall. Zum Beispiel kann man mit der Santander 1plus Visa Card weltweit gebührenfrei Geld abheben. Die kann man auch im Alltag nutzen, weil keine Jahresgebühren anfallen. Wer ein Girokonto bei der DKB hat, der kann ebenfalls weltweit kostenlos Geld abheben. In einigen Fällen zahlt sich sogar eine Jahresgebühr aus, wenn man dadurch an Bonusprogrammen teilnimmt oder kostenlose Reiseversicherungen bekommt.

Werden sogenannte Prepaid-Kreditkarten überall anerkannt? Was sollte ich als Reisender beachten?

Antwort: Bei sogenannten Prepaid-Kreditkarten kann es vorkommen, dass Sie nicht akzeptiert werden. Reisende sollten sich vorab beim Hotel oder beim Mietwagenhändler informieren, ob diese die Prepaid-Karte akzeptieren. Charge-Karten sind in solchen Fällen empfehlenswert. Die werden nahezu überall ohne Probleme genommen. Zudem fallen bei einer Charge-Karte in der Regel keine Zinsen an, da der offene Kreditkartenbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Referenzkonto – meist das Girokonto – abgebucht wird.

Zahlungsverkehr im Ausland kostet Geld. Vor allem mit Karte. Das höre ich immer wieder von Freunden und Verwandten. Ist dem wirklich so? Mit was für Kosten muss ich rechnen, wenn ich 100 Euro in Spanien oder in den USA abhebe?

Antwort: Nein, Geldabheben muss im Ausland nichts kosten, wenn ich die passende Kreditkarte habe. Dann übernimmt meine Bank die Kosten für Abhebungen und Zahlungen. Bei manchen Karten hängt es davon ab, ob man innerhalb oder außerhalb des Euroraums abhebt. Wer beispielsweise mit der Barclaycard New Visa in den USA 100 Euro abhebt, müsste 1,99 Euro an Gebühren zahlen. In Spanien wäre das kostenlos. Bei der GenialCard der Hanseatic Bank müsste man beim gleichen Betrag mindestens 5,95 Euro Gebühren zahlen.

Mir ist es schon einmal passiert, dass ich meine Kreditkarte in einem Amtrak-Zugwaggon in den USA liegen lassen habe. Gott sei Dank wurde sie gefunden und es waren keine weiteren Belastungen auf der Karte – was kann ich jedoch tun, wenn mir die Karte im Ausland verloren geht?

Antwort: Egal, ob Kreditkarte oder Girocard: Wer seine Karten im Ausland verliert, der sollte sie sofort sperren lassen. Mit der Nummer 0049 116 116 können Reisende rund um die Uhr die Girocard von jeder Bank sperren lassen und damit das Girokonto schützen. Falls die 0049 116 116 in Ausnahmefällen von einem ausländischen Telefonnetz nicht erreichbar ist, kann die Girocard auch unter der 0049 30 4050 4050 gesperrt werden. Bei einigen Kreditkarten ist das auch mit der 0049 116 116 möglich. Wer aber beim Kreditkartenverlust sichergehen will, der notiert sich die Notrufnummer der Bank, die die Kreditkarte ausgestellt hat. Wenn die Karte verschwunden bleibt, geben einige Banken sogar Notfallgeld aus, damit Reisende im Urlaub flüssig bleiben.

Wohin wird sich der Zahlungsverkehr auf Reisen insgesamt entwickeln? Lohnt es sich Konten bei Paypal und Co. oder Handybezahlung anzulegen oder wird Bar, Kreditkarte auch in Zukunft relevant bleiben?

Antwort: Deutschland ist im Vergleich zu China oder Schweden ein Bargeld-Land. Wer in diese Länder verreist, bekommt aber auch mit einer geeigneten Kreditkarte und kleineren Bargeldbeträgen keine Probleme. In Großbritannien können Touristen ebenfalls fast überall mit Kreditkarte zahlen – sogar Straßenmusiker. Wer sich aber für digitale Bezahlmethoden wie Girocard mobile oder digitale Kreditkarte interessiert, kann sich darüber informieren und wenn es gefällt, ausprobieren. In Zukunft wird sich der Zahlungsverkehr wahrscheinlich noch mehr digitalisieren.

 Vielen Dank für das spannende Interview!

Habt ihr noch Fragen zum Thema Finanzen? Dann gerne her damit!

Offenlegung: Das Interview wurde uns ermöglicht von Check24.de. Für den Werbelink wurde ein Honorar gezahlt.

1 Kommentar

  • Zum Glück ist uns auf Reisen noch nie etwas passiert. Aber es ist gut, wenn man sich vorab informiert wie man sich im worst case Fall verhalten soll. Bezüglich Geld wechseln oder im Ausland mit Euro bezahlen ist mir aufgefallen, dass dies innerhalb Europas ziemlich variiert. In Tschechien kann man überall mit EUR bezahlen, erhält aber einen sehr schlechten Wechselkurs. Da macht es wirklich Sinn viel mit der Karte zu bezahlen und den tagaktuellen Kurs zu erhalten oder in Kronen zu wechseln. In Bosnien ist das total egal, da bekommt man immer 1:2 getauscht.
    Zum Abschluss habe ich noch eine Frage. Meine Bank bietet auch Notallgeld an. Wie funktioniert das in der Praxis?
    Liebe Grüße
    Myriam

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"