Burgen in Japan… sehen etwas anders aus…

Auch in Japan gibt es jede Menge Burgen zu sehen. Die bekannteste dürfte dabei die Burg in Himeji sein, die sogar zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Zunächst wurden auch in Japan die Burgen zu militärischen Zwecken gebaut, auf Anhöhen, wie man es aus Europa kennt und natürlich zur Überwachung von Wasserstraßen und Kreuzungen.

Später, in der japanischen Geschichte, ging man dazu über die Burgen nicht mehr nur zu militärische Zwecken zu bauen, sondern sie prunkvoller zu gestalten und als Mittelpunkt des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Geschehens zu nutzen. Sie waren also praktisch das Wohnhaus der Feudalherren und ihrer engsten Gefolgsleute. Anders als die europäischen Burgen bestand bei der japanischen Variante zumeist nur das Fundament aus Stein, der Rest wurde vornehmlich aus Holz und Mörtel gebaut, was diesen Burgen keine besonders lange Haltbarkeit garantierte. Hieraus ist auch zu erklären, warum fast keine japanische Burg mehr in ihrem Originalzustand besteht. Viele Burgen sind sogar, wie die Burg von Osaka Repliken aus der Neuzeit, welche zwar optisch das Original abbilden, aber aus Beton gebaut wurden.

Matsue-jô

Fangen wir nun mal mit der Burg an, die ich am Besten kenne und die mich darum dazu veranlasst hat zu sagen fast alle Burgen sind Repliken, denn diese ist soweit ich weiß die Einzige, die noch heute als originale Holzkonstruktion existiert und über die Jahre nicht zerstört wurde, die Rede ist von Matsue-jô. Wobei die Silbe jô nichts anderes als Burg heißt.

Matsue-jô Außenansicht
Matsue-jô Außenansicht

Die Burg von Matsue liegt in der gleichnamigen Stadt, die die Hauptstadt der Präfektur Shimane ist. Gebaut wurde diese Burg in den Jahren 1607-1611 und ihr Geschichte hat vornehmlich der Matsudaira-Clan geprägt. Die Burg besteht aus sechs Etagen, die man mittels etwas unebener Holztreppen erklimmen kann und im Inneren sind einige Stücke aus der Geschichte der Burg, wie Rüstungen ausgestellt, wobei dies aber nicht das eigentlich interessante an dieser Burg ist, denn das ist vielmehr die Holzkonstruktion, die man von innen natürlich auch bewundern kann und die enorme Höhe, von der man nicht denken würde, dass Menschen früher schon so hohe und dennoch sehr massive Bauwerke erschaffen konnten und dann auch noch aus Holz.

Beeindruckende Holzkonstruktionen im Matsue-jô
Beeindruckende Holzkonstruktionen im Matsue-jô

Da ich die Höhe ja bereits angesprochen habe ist auch klar, dass man von oben einen wunderbaren Blick über Matsue und auf den angrenzenden See Shinji-ko hat. Der Eintrittspreis beträgt für erwachsene Ausländer 280 Yen, für Kinder 140 Yen. Wer in Matsue nicht nur das Schoss sehen mag, sondern auch andere Attraktionen wie das Haus von Lafcadio Hearn, der kann sich dort auch ein Kombiticket für 1160 Yen kaufen.

Okayama-jô

Ich bin jetzt beinahe versucht zu sagen die nächste Burg ist in der Nähe, wobei so richtig nah ist es nicht, aber sie ist immerhin in einem Tagesausflug zu besuchen.Gemeint ist Okayama-jô, die Krähenburg, weil sie auch von aussen komplett schwarz angestrichen ist. Die Burg liegt in der Stadt Okayama in der gleichnamigen Präfektur. Die Geschichte dieser Burg begann noch früher als die in Matsue, nämlich bereits im Jahr 1346.

Okayama-jô
Okayama-jô

Zerstört wurde diese Burg nicht in japanischen Kriegen, sondern wie so vieles in Japan während des zweiten Weltkrieges und wurde danach im Jahr 1966 mit einem Betonkern wieder aufgebaut, zwei Nebentürme überstanden jedoch das Bombardement und sind auch heute noch in ihrer originalen Form erhalten. Die Burg ist 6 Stockwerke hoch und im Inneren befindet sich eine Ausstellung zu Geschichte und Entwicklung der Burg.

Blick von Okayama-jô
Blick von Okayama-jô

Es gibt hier an Ort und Stelle auch immer wieder Spezialausstlungen auf Grund derer der Eintrittspreis auch schonmal steigen kann. Normalerweise beträgt der Eintrittspreis hier 300 Yen. Neben der Burg kann man hier auch noch den sehr schönen, angrenzenden Burggarten Kôraku-en besichtigen, der sehr schön gestaltet und nicht besonders überlaufen ist, so dass es sich hier herrlich entspannen lässt.

Himeji-jô

Kommen wir jetzt aber zu der wohl berühmtesten Burg Japans, Himeji-jô, die man besonders während der Kirschblüte jetzt im Frühling besuchen sollte, da sie dann eine unnachahmliche Schönheit verspricht. Wie das aber bei Weltkulturerbe und besonders berühmten Attraktionen so ist sollte man sich auch hier auf sehr viele Touristen und tausende fotografierende Asiaten einstellen.  Willkommen in Japan ;).

Beginnende Kirschblüte an Himeji-jô
Beginnende Kirschblüte an Himeji-jô

Bei den anderen beiden Burgen ist dies nicht der Fall.

Okayama ist ganz gut besucht, aber nicht überlaufen und die Burg in Matsue hat man auch schonmal für sich allein. Die Burg Himeji befindet sich in der gleichnamigen Stadt in der Präfektur Hyôgo und ist ganz im Kontrast zur Burg in Okayama fast komplett in weiß gehalten. Die ältesten Teile dieser Burg stammen aus dem Jahr 1346 und sie ist sehr viel größer als die meisten anderen japanischen Burgen, besteht sie doch aus 83 einzelnen Gebäuden.

Diese Burg ist jedoch nicht nur einfach schön, sie hatte auch gute Wehranlagen und galt als unbezwingbar in Japan. Das Hauptgebäude der Burg besteht aus 5 Stockwerken. Wie auch die Burg von Okayama wurde auch Himeji im zweiten Weltkrieg bombardiert, überstand dies jedoch fast komplett unbeschadet. Die Burg ist auch ein gern genommener Platz für Filmdrehs, so wurden hier unter anderem einige Szenen aus dem Film Last Samurai gedreht. Hier ist der Eintritt mit 600 Yen für einen Erwachsenen dann auch schon etwas teurer.

Schloss, Burg
Himeji-jô

Osaka-jô

Wer für seinen Schlossbesuch nicht extra „aufs Land“ reisen will, für den bleibt dann wohl nur eines der Stadt-Schlösser über, wie das Schloss von Osaka. Osaka-jô ist eine Nachbildung aus Beton und das merkt man diesem Schloss auch an, verfügt es doch im Inneren über einen Aufzug und ganz klare Betonwände, die einen glauben lassen man wäre in einem x-beliebigen Museum über die Geschichte Osakas mit einem Hauch von Burggeschichte, sowie der Lebensgeschicgte von Toyotomi Hideyoshi. Das man sich gerade in der Burg befindet wird man innen nicht wahrnehmen, wenngleich auch diese Burg von Aussen sehr schön ist.

Osaka-jô - hauptsache Aufzug
Osaka-jô – hauptsache Aufzug

Ursprünglich erbaut wurde diese Burg 1583, die Replik die man heute besichtigt stammt aus dem Jahr 1997. In ihrer Geschichte wurde die Burg von Osaka jedoch nicht nur dieses eine Mal wieder aufgebaut, sondern schon vorher auf Grund von Bränden und Kämpfen mehrmals wiederhergestellt. Das Einzige was mich in dieser Burg wirklich begeistern konnte war die Aussichtsplattform in der 8. Etage mit einem tollen Blick über die angrenzenden Teile von Osaka, ansonsten gefielen mir die eher ursprünglichen Burgen wie Matsue weitaus besser, wenn gleich ihre Sammlung historischer Artefakte wesentlich geringer ist. Auch Osaka-jô verlangt einen stolzen Eintrittspreis von 600 Yen.

Kennt ihr auch noch tolle japanische Burgen, die man besuchen muss ?

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Gastblogger Teilzeitreisender

Eine Vielzahl von ausgesuchten Gastautoren hat für Teilzeitreisender.de geschrieben. Wer geschrieben habt erfahrt ihr in den jeweiligen Artikeln. Danke vor allen an Bianka, Ewa, Jana, Elena und Ulrike!

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