Nordrhein Westfalen

Der Sturm auf Zons – eine Zeitreise ins Mittelalter

Es begab sich zu einer Zeit, als der Frühling in Deutschland einkehrte, als die Stadt Zons zu einem Markte einlud. In der Zollfeste sollte ein Mittelaltermarkt stattfinden. Viele Gäste aus ganz Europa kamen mit dem Pferd, neumodischen elektrischen Transportmitteln und zu Fuß in das kleine Städtchen am Rhein.

Ein mittelalterlicher Markttag

Auch ich, die ich unweit dieser bekannten Zollfeste wohne, wollte mir den Markt nicht entgehen lassen. Man sagte mir, das auch ein großes Spektakel auf die Gäste wartete. So wanderte ich durch den Schlamm über den kleinen Mittelaltermarkt, fand jedoch nicht so recht etwas, für das ich meine schwer verdienten Gulden ausgeben wollte.

Durstig von der Anreise hielt ich Rast und ließ mir einen arabischen Tee kommen. Ein wenig war ich verwundert – wie dieses Getränk den Weg ins Mittelalter gefunden hat.Etwas süß schmeckte er. Aber wie heisst ein altes Sprichwort „Was auf den Tisch kommt, wird getrunken und gegessen“.

Ich lief ein wenig durch Zons. Es duftete herrlich. Nach Sauerkraut!

Spätzle mit Sauerkraut – Mittelalterliche Kost?

So ein Hunger ist natürlich etwas sehr gemeines. Keine 5 Minuten später stand ich – umringt von einigen Rittern – an einem großen Kessel.

In seiner Mitte köchelte Sauerkraut mit Kassler. Daneben in einem kleinen Trog Spätzle. Ich frag mich nur kurze Zeit, ob das so typisch fürs Mittelalter ist, dann kann ich jedoch nicht mehr wiederstehen.

Wenn die Ritter davon laufen…

Ich weiss nicht was in dem Essen war, doch plötzlich liefen alle Ritter von dannen. So schnell „Mann“ halt konnte. Denn so ne Rüstung ist nicht nur sehr unpraktisch beim laufen, sondern auch recht schwer. Ich aß schnell auf und folgte der Heer-Schar.

Draußen versammelten sich die Ritter, spielten mit ihren Lanzen (also den richtigen, nicht was ihr denkt) und zogen alsbald formiert hinfort.

Ich tat, was ich sonst nie tue. Ich lief den Männern hinterher. In einem kleinen Marsch durch den Ort Zons formierte sich eine „Blechlawine“. Der Sturm auf Zons formierte sich – und ich immer hinterher.

Zumindest, bis so ein blöder Ordner aus der Neuzeit mich wegscheuchte.

Zu dem gemeinen Volk.

Und so stand ich da und wartete, was denn so passieren würde. Und wartete. Und wartete. Bis plötzlich. Ein Ruf! Und Kawumm! Ein Kanonenschuss. Und ein Dutzend Männer, was einen kleinen Berg hinunterstürmt und auf andere einschlägt.

Ein Schauspiel – bei dem ich nicht nur selbst Spaß hatte, sondern auch die Kämpfer selbst. So einfach ist das nicht – denn liegt man einmal in einer Rittermontur am Boden – kann man so einfach nicht aufstehen.

Dazu gehört schon mal ein zweiter Mann, der wieder aufhilft. Oder die Wasserfrauen, die immer wieder die halb verdursteten Männer versorgen, die hier um die Ehre und um Zons kämpfen. Uns Frauen hat natürlich auch gefallen, das plötzlich einer der jungen Kämpfer in Unterhose da stand… ;)

Im letzten Jahr hat die Zonser Garnison das kleine Städtchen am Rhein erfolgreich verteidigt. Ob dies auch dieses Jahr gelingen wird? Ganze 4 Tage dauert das Event und verwandelt Zons in ein mittelalterliches Ritterlager.

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen
  • 2017 findet das Treffen vom 25. – 28.Mai statt. Am Wochenende wird auch wieder versucht die Festung Zons zu erstürmen – ein Event, welches ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
  • Alle wichtigen Infos findet ihr auf der Homepage „Sturm auf Zons“
  • Donnerstag und Freitag kosten die Eintrittskarten für Erwachsene 4 Euro, am Samstag und Sonntag 6 Euro.
  • Es werden zahlreiche Attraktionen angeboten: Theater, Kampfkunst, Eselpark, Mittelaltermarkt, Zinngießen, Buchmalerei
  • Für den Sturm auf Zons solltet ihr Ohrenstöpsel einpacken, denn es kann durchaus etwas laut werden.
  • Gutes Schuhwerk anziehen. Vor allem im Heerlager kann es schon bei wenig Regen ein wenig unwegbar werden.
Die Anzahl der Parkplätze in Zons ist recht begrenzt. Ich empfehle daher einen Ausflug mit dem Bus oder dem Fahrrad, wenn möglich. Vom Dormagener Hauptbahnhof seit ihr in 10 Minuten in Zons. (Bus 887 oder WE2)

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"