Nordrhein Westfalen

Heimatliebe. Ausflugstipps für Dormagen

Seit 2005 lebe ich in Dormagen.

Zugegeben – Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Gewerbegebiete, Industrie und zwei Autobahnen – wie soll das denn schön sein ? Doch ich habe meinen Platz gefunden – noch dazu einen richtig schönen !

Ich wohne im Ortsteil Stürzelberg – nur knapp 200 Meter vom Rhein und einem kleinen Naturschutzgebiet entfernt. Hinter zwei Häuserreihen wachsen in der anderen Richtung im Frühling Spargel und Erdbeeren und in meinem Ort gibt es einen Milchbauern, bei dem man sich frische Milch kaufen kann. Die Kühe dafür treffe ich regelmäßig bei meinen Spaziergängen.

Auch wenn die Städter unter meinen Freunden behaupten ich wohne „Fernab vom Schuss“ – Ich komme nach Hause und habe: RUHE! Lustigerweise ist es nicht die Industrie oder die Autobahnen, die akustisch stören – sondern eher mal die Dorfjugend, die nach dem Schützenfest hier leicht angetrunken die Straße hinuntertorkelt.

Nicht nur für mich, sondern für alle Gäste hat Dormagen so einiges zu bieten. Soll ich euch mitnehmen auf eine Reise durch meine Heimat?

Naturschutzgebiet Grind. Mein Stück Natur vor meiner  Haustür

Schon mal was vom „Grind“ gehört? Nein, dass ist nicht die Figur aus dem Weihnachtsmärchen. Der Grind ist ein Naturschutzgebiet zwischen den beiden Ortsteilen Stürzelberg und Zons. Auf dem fast 330 Hektar großem Gelände gibt es zahlreiche Kopfweiden – die jedoch überwiegend im abgezäunten Wasserschutzgebiet zu finden sind. Prägnant sind auch die zahlreichen Pappeln – die vor allem im Winter von zahlreichen fliegenden Gästen besucht werden.

In einem „feuchten“ Winter steht die Aue häufig unter Hochwasser – im Sommer weiden die Kühe und die Felder im Zentrum des Grinds werden bewirtschaftet und im Winter sammeln sich hier sehr viele Vögel vor ihrem Weg in den „Winterurlaub“. Bei jedem Wetter und jeder Witterung bin ich gerne hier.

Nicht nur, weil die 5 oder 10 Kilometer „Wanderstrecke“ für mich einen idealer Spaziergang bedeutet – auch weil es meine Heimat ist.

Auf dem Deich zu laufen ist übrigens verboten!

Trotz zwei Campingplätzen, die den „Grind“ im Sommer bevölkern ist es auch dann ruhig in Stürzelberg. Auf kieseligen „Strand“ lassen sich nicht allzu viele Menschen nieder und auch der Ausblick auf Industrie gefällt oft nur mir – genau der Platz also um zur Ruhe zu kommen.

Mein kleiner Spaziergang durch Zons

Zons ist schön. Zugegeben – nicht überall, aber zumindest die Altstadt ist ein waren Kleinod und eine Mini-Zeitreise nur drei Kilometer vor meiner Haustür. Am besten kommt man hierher mit dem Rad (von Düsseldorf Urdenbach fährt eine Fähre) oder mit dem Bus (Haltestelle: Klosterstraße). Während in den Sommermonaten hier richtig viel los ist, eignen sich die frühen Morgenstunden und die Wintermonate ideal für einen entspannten Spaziergang durch Zons.

Wenn mich Freunde und Familie besuchen kommen dann zeige ich Ihnen immer „Mein Zons“. Ja irgendwie vermessen – wo ich doch noch nicht mal in Zons wohne. Aber mittlerweile habe ich vor allem die Altstadt so oft gesehen, das ich jeden Wachturm zumindest von außen kenne – das ich weiss warum auf einem der alten Wachtürme eine Windmühle steht und was es mit dem Hohen Gässchen auf sich hat.

Auch wenn sicherlich nicht jedes Haus im Altstadtkern spannend ist – fast ein jeder dem ich den kleinen Ort gezeigt habe war begeistert. Von der gut erhaltenen Stadtmauer – von der Windmühle, vom „Eingang“ zum Freilufttheater oder von der Waffel – die es richtig gut gleich an zwei Orten im Altstadtbereich zu genießen gibt.

Natürlich habe ich über Zons auch schon ausführlich geschrieben. Ein cooles Event für Mittelalterfans ist übrigens der „Sturm auf Zons“ – der jedes Jahr im Mai stattfindet.

Kurze Auszeiten im Kloster Knechtsteden

Noch mehr Orte zum Entspannen? In Dormagen kein Problem. Ein idealer Ort dafür ist das Kloster Knechtsteden. Wenn ich das Klostergelände betrete umgibt mich fast immer eine besondere Stimmung. Ich kann die Magie dieses Ortes gar nicht beschreiben – was es mit mir macht jedoch sehr wohl.

klos

Obwohl vor Ort auch eine Schule ist – auf dem Gelände ist es bei meinen Besuchen oftmals recht ruhig. Auch den Weihnachtsgottesdienst habe ich schon zwei mal besucht – immer wieder spannend und einprägend.

Das Klostergelände bietet nicht nur einem Kloster, einer Kirche, einem Friedhof und einer Schule Platz – ganz nebenbei gibt es hier auch noch einige Event-Räumlichkeiten, in denen gelegentlich auch Theatervorführungen stattfinden. Ich finde den Klosterladen sehr interessant, der auch am Sonntag geöffnet ist. Hier bekommt man neben einigen christlichen Produkten auch Apfelsaft aus ökologischen Anbau, frische rote Beete und selbst gebackenes Brot.

Auch Marmeladen, Öle und Essige aus eigener Herstellung sind hier zu finden. Wer Spaß am trödeln hat – auf dem Gelände findet sich ebenso ein Trödelladen sowie eine Kleiderbörse. Auch für Kunstliebhaber wird regelmäßig eine Ausstellung geboten – ich finde ja eher die Workshops interessant – mal schauen, vielleicht probiere ich mich hier auch mal im Laufe des Jahres aus….

Je nach Zeit mache ich auch immer noch einen Abstecher zum Klostergarten. Dort ist je nach Jahreszeit verschiedenes zu finden – ich geh hierher gerne, weil es für mich einer der ruhigsten Orte im Kloster ist. Kurz hinter dem Garten gelangt man auch in den Knechtstedener Wald. Ideal für einen Sonntagsspaziergang!

klosterhof

Einen Restaurant-Tipp für das Kloster habe ich natürlich auch noch! Nach einem Klosterbesuch oder auch gerne mal spontan besuche ich oft den Klosterhof Knechtsteden . Dort gibts nicht nur ein typisches Klosterbier, sondern recht gute Küche in recht urigem Charme. Im Sommer gibts hier eine große Terrasse, die auch immer sehr gut besucht ist.

Die Schweine aus dem Tannenbusch

Ich liebe den Tannenbusch. Und ich liebe die verrückten Wildschweine, die mir ein jedes mal beim Besuch ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Der Wildtierpark Tannenbusch ist jedoch mehr als das.

Er ist das zuhause von zahlreichen regionalen Wildtierarten und dem einen oder anderen Pfau – er ist ein perfekt schattiges Plätzchen für überhitzte Sommertage und ein idealer Ort für einen Sonntagsspaziergang. Achso – von der Trimm – Dich Installation und der Nordic Walking Strecke hab ich noch nichts erzählt? Die befindet sich hier auch noch.

 

Hier haben Pferde, Rehe, Schwäne, Esel, Kühe, Ziegen, Wild- und Hausschweine, Schildkröten, Schnucken und viele andere ein Zuhause gefunden, was nicht nur für Kinder toll anzusehen ist. Der Eintritt ist frei, der Park freut sich jedoch über freiwillige Spenden – außerdem könnt ihr an Automaten auch Futter für die Tiere kaufen und direkt verfüttern.

Ein paar mehr Infos über den Tierpark könnt ihr hier erfahren – ich habe im letzten Jahr schon einmal ausführlich darüber berichtet.

Was ihr noch zu Dormagen wissen solltet!

Wichtige InfosAnreiseWeitere Inspirationen
  • Der Eintritt zu allen „Sehenswürdigkeiten“ ist frei – jedoch kostet das Parken beim Tierpark im Sommer 2 Euro.
  • Dormagen ist im Sommer vor allem bei Radfahrern sehr beliebt – es liegt zwischen Köln und Düsseldorf und ist gut zu erreichen.
  • In Stürzelberg kann ich allen Fleischliebhabern das „BIG HUG Barbeque“ an der B9 empfehlen – wirklich gute Ribs und leckere Sandwiches und Burger
  • In Zons könnt ihr mit lecker Waffeln nix falsch machen – außerdem gibt es bei Stratos Dining in der Nähe der Altstadt eine wirklich leckere Pizza!
  • Im Tannenbusch gibt es ein kleines Restaurant, welches auf den ersten Blick sehr verbaut aussieht – Waffeln und Kuchen sind hier aber durchaus empfehlenswert
  • Im Klosterhof in Knechtsteden könnt ihr gerne mal abends vorbeischauen! Ich fand vor allem die Spargelgerichte sehr lecker! Hier gibts eigenes Bier!
  • Im Stadtzentrum gibt es eine kleine Einkaufstrasse (KÖ) die zwar ganz okay ist, aber nichts besonderes bietet. Im Sommer findet hier jedoch regelmäßig auch Trödelmarkt statt

Dormagen ist übrigens mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Von Köln ist man in 17 Minuten in Dormagen (RE7), von Düsseldorf in knapp 30 Minuten (S11).. Wer lieber mit dem Auto unterwegs ist – kommt über die A46 und A57 sehr gut in die Stadt am Rhein. 

8 Kommentare

  • Hahaha! Da hast Du aber auch echt die schönsten Orte herausgepickt. Empfehlen würde ich im Sommer noch den Straberger See mit seinem BeachClub und der Wake Board Anlage. Wobei schön hier relativ ist. Ich mag auch den Knechtstedener Wald. Ansonsten muss ich aber passen was unsere gemeinsame Heimat angeht. Auch nach 6 Jahren habe ich mich noch nicht verliebt ;). LG um die Ecke, Nadine

  • Ich wohne auch schon seit über 30 Jahre im Rheinland. Es gibt vieles, womit ich wenig anfangen kann wie zum Beispiel Karneval und es gibt vieles, was nicht schön ist: die A57, der Neusser Hafen, Assis in der Düsseldorfer Altstadt, pöbelnde Fußballfans von Gladbach, von Fortuna, vom 1. FC, von Bayer…

    Aber unter gar keinen Umständen möchte ich woanders leben wollen. Das Rheinland ist ein richtig schönes Fleckchen Erde. Es gibt so viele Wälder und Wiesen. Das Rheinufer ist im Sommer ein Traum. Und die allermeisten Menschen hier sind weltoffen, hilfsbereit und freundlich. Und im Notfall ist Holland um die Ecke. ;-)

  • Der Tannenbusch ist wirklich schön, ich war damals, als die Kids noch kleiner waren, oft dort und müsste unbedingt mal wieder vorbeischauen.

    Und Zons erst! Zons ist einfach ein schönes Örtchen – das ich auch viel zu selten besuche. Das wäre ein ideales Ziel für eine Fahrradtour.

  • Oh, Eiskultur in Dormagen – muss ich mir merken, ich schleck doch so gern Eis aus dem Hörnchen. Und immer nur Pia an der Kasernenstrasse – das ist ja fast langweilig.

    Und sonst: klar ist Zons einen Bummel wert, so ein hübsches mittelalterliches Städtchen mit Stadtmauer. Wir kommen gelegentlich mit der Fähre ‚rüber. Und Knechtsteden kenn ich auch, vor allem den Klosterhof: schöner Biergarten für eine Rast auf Radtouren oder auch Ziel für ein abendliches Bier mit leckerem Essen. Den Laden allerdings, den hab ich noch nie besucht. Also noch etwas auf der Merkliste für die nächste Ausfahrt!

    Schöner Beitrag mit viel Heimatliebe!

  • Da musst ich gerade beim Googlen feststellen, ich bin genau 1x bisher durch Stürzelberg durchgefahren – auf der B9 :D
    Weiter als bis Uedesheim (Edeka) kam ich bisher nicht hinaus, zu 99% fahre ich von der A57 ab und biege dann rechts nach Grimmlinghausen ab. Lediglich einmal kam ich von Dormagen her gefahren auf der B9, das aber eher zufällig weil die Autobahn dicht war. :)

    LG
    Mandy

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Über den Blogger

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"