Lyf East Frankfurt profitiert Großstadt-Trend
Hotelbüffets auf der ganzen Welt sehen ziemlich gleich aus – von Ausnahmen abgesehen. Backwaren, Konfitüre und Honig auf der einen Seite, dann Käse- und Wurstplatten, an einer heißen Theke Spiegeleier und Speck, manchmal ergänzt um Rostbratwürstchen oder, je nach Reiseland, regionale Spezialitäten. In Großbritannien ist das „black pudding“ – Blutwurst.

Inhaltsverzeichnis
Außergewöhnliches Konzept
Im Lyf East Frankfurt fehlen viele der genannten Produkte. Das Frühstücksbuffet (19 Euro für Hotelgäste, 39 Euro für externe Gäste) ist komplett vegan. Also kein Käse, keine Kuhmilch, keine Spiegeleier und natürlich auch kein knuspriger Speck etc.. Also ziemlich viel KEIN.
Doch dafür: Hochwertige Backwaren, ausgefallene Marmeladensorten, verschiedene vegane Aufstriche und Säfte von regionalen Produzenten. Auch Crémant, mit und ohne Alkohol, ist inklusive. Gespart wird hier nicht. Und: Alles, was ich probiere, ist wirklich lecker.
Leuchtendroter oft ausgebucht
Sowohl das Frühstückbuffet als auch das Restaurant, das abends von 18:30 bis 22 Uhr geöffnet hat, wird nicht vom Hotel selbst betrieben, sondern von Leuchtendroter.

Das Dinner-Menü kostet 95 Euro pro Person. Die 65 Plätze sind in der Regel ausgebucht, die Bewertungen auf den diversen Plattformen durchweg positiv.
Trend in Großstädten
Vor allem in Großstädten liegt veganes Essen im Trend und Lechtendroter im Lyf im Frankfurter Ostend profitiert davon. Was einst als radikale Außenseiterposition galt, ist längst im Mainstream angekommen. Berühmte bekennende Veganer sind unter anderem Oscar-Preisträger Joaquin Phoenix, die Schauspielerinnen Natalie Portman und Pamela Anderson, die Musiker Bryan Adams und Billie Eilish, sowie Rennfahrer Lewis Hamilton.
Fleisch ist mein Gemüse
Doch wie bei jedem Trend gibt es natürlich auch Gegentrends und Fleischgenießer, die ihr Steak lautstark verteidigen, vor allem Männer. Dazu zählen die TV-Moderatoren Piers Morgan und Jeremy Clarkson, der sich regelmäßig über Veganismus und vegane Produkte lustig macht. Spitzenkoch Anthony Bourdain nannte in seiner Sendung „Kitchen Confidential“ Vegetarier und Veganer „Feinde alles Guten und Anständigen im menschlichen Geist“. Sein Kollege Gordon Ramsay war lange für anti-vegane Sprüche bekannt. Er bezeichnete Veganer als Allergie, ist über die Jahre allerdings moderater geworden.
Vegan: Aber sicher doch
Wer sich mit dem Thema „veganes Essen“ beschäftigt, findet zahlreiche Gründe für den Verzicht auf tierische Produkte; es ist ein komplexes Geflecht aus ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Argumenten. Die Fürsprecher verweisen vor allem auf die moralische Dimension – und vor allem die geht Fleischessern tierisch auf den Keks. In intensiver Tierhaltung leiden Millionen von Tieren unter Bedingungen, die mit einem modernen Verständnis von Würde kaum vereinbar sind. Wer vegan lebt, entzieht diesem System die Nachfrage und setzt ein Zeichen gegen Tierleid. Auch gesundheitlich wird der Veganismus oft positiv dargestellt. Eine gut geplante vegane Kost kann Studien zufolge das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebserkrankungen verringern – vorausgesetzt, sie ist ausgewogen und reich an Nährstoffen.

Vegan: Auf keinen Fall
Doch die Kehrseite ist ebenso real. Ernährungsexperten und Forscher warnen vor Mangelerscheinungen. Vitamin B12, Eisen, Omega-3-Fettsäuren, Calcium und hochwertiges Protein sind in pflanzlicher Form nicht leicht verfügbar oder werden schlechter aufgenommen vom Körper. Ohne sorgfältige Planung und gegebenenfalls Supplementierung drohen langfristige Defizite, besonders bei Kindern, Schwangeren oder älteren Menschen. Zudem ist Veganismus nicht automatisch nachhaltig. Avocados, Soja oder Mandelmilch entstehen oft in Monokulturen, dazu kommen in der Regel sehr lange Transportwege, oft per Flugzeug.
Essen als sozialer Kit
Gemeinsames Essen ist sozialer Kit – vorausgesetzt, Veganer UND Fleischesser bewerfen sich nicht mit Messern. Im Leuchtendroter im Lyf besteht diese Gefahr nicht.

Das Restaurant ist sozusagen ein geschütztes Biotop für Veganer, vor allem aus der urbanen Mittel- und Oberschicht. Hier sind sie unter sich. „Das Essen kann, weil alles vegan ist, auch nicht kontaminiert werden mit Milch, Fleisch oder Wurst“, so eine Servicekraft beim veganen Kochen in der Gemeinschaftsküche, die allen Hotelgästen offen steht.

Perfekte Symbiose
Lyf-Direktor Björn Rapanis zufolge ist das eine perfekte Symbiose: „Das Hotel ist mit seinem Konzept der Gemeinschaftsräume anders als andere Hotels und das Restaurant hebt sich mit seinen ausschließlich veganen Produkten ebenfalls von anderen Hotelrestaurants ab.“
Das Leuchtendroter befindet sich im Hotel. Unbedingt vorab reservieren! Mehr Infos gibts unter leuchtendroter.com. Das Restaurant bietet auch Kochkurse an.
Mehr über Frankfurt findet ihr hier.
Offenlegung: Ich wurde vom Lyf Hotel Frankfurt eingeladen.



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