Die wohl älteste Sternenkarte der Welt – Himmelsscheibe von Nebra

Das Auto schunkelte nur so über die zerfurchten Straßen. Irgendwo im Nirgendwo und 1000 Umleitungen, die durch kleine Dörfchen führten, mitten hinein ins sachsen-anhaltinische Burgenland. Und das alles nur, weil so ein Typ vor ein paar 1000 Jahren mal eine Scheibe mit ein paar Sternen und Sonnen drauf gebastelt hat…

Zugegebenermaßen wusste ich bis zu diesem Tag im Sommer 2012 noch nichts von diesem Ort. Auf die Frage nach Ausflugsempfehlungen in Mitteldeutschland kam dann aus meiner Familie die Empfehlung… Da musst du unbedingt mal die Himmelscheibe in Nebra anschauen! Gesagt getan, die liebe Mama in den Mietwagen gepackt und los.

Himmelsscheibe Nebra

Bevor wir dann das futuristische Museum hoch auf den Bergen über Nebra entdeckten, quälte ich meinen Mietwagen gefühlte 10 Stunden durch Sachsen Anhalt. Umleitungen sind sicherlich nur dafür gedacht, um im Sommer arglose Touristen zu quälen….

Kaum angekommen wurde man schon mit drei massiven Infosäulen auf die Geschichte rund um die Himmelscheibe eingestimmt. Für Lauffaule gibt es dann einen Shuttlebus hinauf zu den zwei Anlaufstellen, nach der langen Autofahrt jedoch wagte ich es, meine Pfunde den doch nicht so anstrengenden Aufstieg selbst hinaufzutragen. Ein wenig außer Puste, jedoch stolz ins Tal hinunterblickend stand ich nun, inmitten von Feldern vor einem futuristischen Gebäude – der Arche Nebra. Es wirkt so unpassend und doch, als ob hier nichts anderes stehen sollte.

Doch was ist die Himmelsscheibe in Nebra eigentlich ? In der Bronzezeit (vor knapp 4000 Jahren) wurde von einem Schmied eine sehr komplexe Abbildung von astronomischen Phänomenen und damit der Himmel dargestellt. Eine nostalgische sehr sehr alte Sternenkarte sozusagen. Und alles, was es um den Fundort, die Himmelsscheibe und Astronomie der damaligen Zeit zu sagen gibt, erfahrt ihr in Nebra, unweit des Fundortes der Bronzescheibe.

Himmelsscheibe Nebra

Gleich vorweg bitte ich euch, falls ihr auch nach Nebra fahren solltet, doch unbedingt zwei – drei Stündchen einzuplanen. Das Besucherzentrum besteht aus einem Museum mit Ausstellungen, einem Restaurant und einem Souvenirshops, der ARCHE NEBRA. Ein paar Kilometer den Mittelberg hinauf kann man dann auch den Fundort bestaunen und von einem Aussichtsturm einen tollen Blick über die gesamte Region werfen. Für einen Euro könnt ihr mit dem Linienbus relaxt fahren oder in die anhaltinischen Wälder hinauf wandern…

Himmelsscheibe Nebra

Das Wetter war uns damals nicht wirklich holt und so beschränkten wir unseren Besuch nur aufs Museum zur Himmelsscheibe Nebra, was mit einem Planetarium und vielen tollen und vor allem für Kinder interessanten Ausstellungstücken aufwarten kann…

Himmelsscheibe Nebra

Der Preis für einen Erwachsenen ohne Rabatt liegt bei knapp 7,50/ 9,50 Euro. Bei dem höheren Preis ist ein Besuch im Planetarium inklusive, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Kinder bezahlen knapp 4/ 5,50 Euro und eine Familienkarte für 16/ 20 Euro für 4 Personen. Aktuelle Infos findet ihr auf der Internetseite der Arche Nebra  könnt. Wenn man sich für das Thema interessiert, kann man sich dort auch über Patenschaften und fortlaufende Ausstellungen informieren.

Himmelsscheibe Nebra

Die Original-Himmelsscheibe befindet sich übrigens in Halle an der Saale, einen Nachbau könnt ihr jedoch in Nebra auch bewundern. Die Geschichte der Erde, von Dinos über Mammuts bis zur jetzigen Zeit, einige tolle Installationen, die das Sonnensystem erklären und natürlich der Besuch im Planetarium mit dem tollen Film über die Himmelscheibe und ihre Bedeutung sollte man gesehen haben. Immer wechselnde Ausstellungen und tolle Aktionen (wie z.B. zur Wintersonnenwende und Führungen im umliegenden Forst) machen das ganze auch für Wiederholungstäter interessant.

Hier müsst ihr hin: An der Steinklöbe 16, 06642 Nebra (Unstrut)

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Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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