Es ist ein eiskalter Sonntag in November, als ich an der Promenade von Königswinter entlang flaniere. Die Sonne scheint, es ist windig. Um mich herum sind dick eingepackte Menschen – auch ich ziehe meine pinke Mütze noch etwas tiefer.

Ich bin nicht das erste Mal in der kleinen Stadt unweit von Bonn. Und auch dieses Mal entdecke ich wieder neues. Und doch habe ich nie über den Ort selbst geschrieben. Und den Grund, warum es hier zu jeder Jahreszeit was zu erleben gibt.
Inhaltsverzeichnis
Wo liegt Königswinter?
Direkt am Rhein, nur etwa 20 Kilometer von Bonn entfernt, liegt die Stadt Königswinter. Der Ort ist mit etwas über 40.000 Einwohner gar nicht so klein und ist bis heute ein beliebter Ausflugsort. Das liegt vor allem am Drachenfels, der mit Schloss Drachenburg, der Drachenfelsbahn und der Burg Drachenfels einige spannende Attraktionen zu bieten hat.

Mit seiner Lage direkt am Rhein ist Königswinter nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, hier wird auch Wein angebaut.
Spaziergang durch Altstadt von Königswinter
Die Altstadt von Königswinter lässt sich in gut 1 1/2 Stunden sehr gut entdecken. Es gibt Gebäude aus verschiedenen Epochen und ein paar informative Tafeln in der Stadt, die etwas über die Geschichte der Stadt erzählen.

Wenn es bei meiner nächsten Tour etwas wärmer ist, werde ich mir die Tafeln mal etwas genauer anschauen. Auch Fotos der schönsten Häuser habe ich bei meinem aktuellen Besuch leider weniger gemacht. Wer möchte – es werden vom Siebengebirgsmuseum auch häufig Stadtführungen angeboten.

Und ja – auch Königswinter hat mit dem Problem kleiner Städte zu kämpfen. Geschäfte stehen leer, es gibt baufällige Gebäude und außerhalb der Altstadt liegt so einiges brach- aber bisher war ich dort immer nur im Winter. Vielleicht ist es hier lebhafter in den Sommermonaten?
Bootstouren und Fährfahrten in Königswinter
In den Sommermonaten fahren in Königswinter mehrmals täglich Schiffe ab. Ob in den Morgenstunden in Richtung Koblenz oder etwas häufiger nach Bonn, es gibt mehrere Angebote von der KD und zudem auch eine Siebengebirgsrundfahrt von Schiff Schmitz mit Halt in Linz.

An all den weiteren Tagen bietet sich für alle, die gerne auf dem Rhein unterwegs sein wollen, nur eine Alternative an.

Die Fähre von Königswinter nach Bad Godesberg (was auf der anderen Rheinseite liegt). Sie fährt täglich und zwar mehrmals die Stunde. Die Überfahrt dauert zwar nur fünf Minuten, bietet aber einige schöne Ausblicke.
Siebengebirgsmuseum
Nicht nur im Winter ist der Besuch im Siebengebirgsmuseum ein Muss. Denn hier erfahrt ihr so einiges über die Geschichte von Königswinter, erfahrt etwas über die Geschichte des Siebengebirges, über Kultur und Religion, über den Aufstieg des Tourismus und aktuelle Herausforderungen.

Nur für die Hauptausstellung mit zahlreichen interaktiven Elementen habe ich etwa eine Stunde gebraucht, häufig gibt es auch spannende weitere Ausstellungen – nehmt euch also etwas Zeit mit. Und wenn ihr Glück habt, könnt ihr vor Ort sogar beim Brotbacken vorbeischauen.
Schloss Drachenburg
Schloss Drachenburg ist wohl die beliebteste Attraktion in Königswinter. Und ja, nachdem ich für eine Nacht Schlossherrin dort war, kann ich sagen: Das Schloss hat Magie.

Vor allem der Blick von hier oben ist wirklich traumhaft (deshalb mein Tipp: nicht nur das Schloss von vorne bestaunen, unbedingt auch mal drumherum gehen) und auch die Ausstellung im inneren ist sehenswert.

Ich war zwei mal beim Schlossleuchten dabei, welches es jedoch nicht mehr gibt. Wer jedoch das Schloss einmal besonders und abseits von den klassischen Eintritten erleben möchte: Es gibt regelmäßig Laternenführungen in der Nacht.
Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, etwas unterhalb vom Schloss Drachenburg gibt es die Nibelungenhöhle mit der Drachenwelt Königswinter. Wir waren schon mal dort – ich fand es toll – aber ich habe keine Fotos gemacht. Wenn ihr also den Weg zum Schloss oder zum Drachenfels zu einem Tagesausflug machen wollt, schaut auf jeden Fall auch hier vorbei!
Drachenfels & Drachenfelsbahn
Für mich als Bahnfan gibt es eine weitere Attraktion, die im November und Dezember jedoch nur selten fährt – die Drachenfelsbahn. Die Zahnradbahn ist die älteste in Deutschland und ich habe 2015 auch schon einmal drüber berichtet. Viele laufen eine Strecke und erklimmen die Burgruine auf dem Drachenfels, und fahren dann entspannt zurück.

Ich bin ehrlich, ich war bisher faul und bin beide Strecken mit dem Zug gefahren. Als ich das erste mal die Strecke fuhr, gab es auch noch Esel, die Touristen nach oben brachten. Dies ist aber glücklicherweise vorbei.
Wandern im Siebengebirge
Das Siebengebirge eignet sich perfekt für erholsame Wanderungen mit vielen tollen Ausblicken und Einkehrmöglichkeiten. Mein Highlight war die Nonnenstromberg – Runde, die wir 2020 gemacht haben. Mit etwa 9 Kilometern ist sie auch sehr gut für Gelegenheitswanderer wie mich geeignet, auch wenn es einige Höhenmeter zu überwinden gibt.

In den Sommermonaten gibt es auf dieser Strecke viele Einkehrmöglichkeiten und vor allem sehr viele Attraktionen, wie etwa den Petersberg, wo viel Geschichte geschrieben wurde. Eines dieser Highlights ist auch die Klosterruine Heisterbach:
Klosterruine Heisterbach
Die Klosterruine der Abtei Heisterbach ist ein perfekter Ort für eine kleine Rast auf einer Wanderung. Zu schade eigentlich, um hier nur mal kurz hinzufahren – denn das Erlebnis Siebengebirge macht es erst magisch.

Die Abteikirche, deren Reste heute noch zu sehen sind, war einst mit einer länge von 88 Metern eine der größten Kirchen im Rheinland – die nach der Säkularisation abgebaut wurde.

Übrig geblieben ist nur noch der heute sichtbare Teil, in dem aber Events und Konzerte stattfinden. Heute befindet sich in der Nähe noch einige schöne Barocke gebäude und das Haus Heisterbach, ein Hilfs- und Informationszentrum, in der mit der Klosterstube ebenfalls eine Einkehrmöglichkeit geboten wird.
Neu ab 2026: Die DinoXperience
Vor einigen Jahren war ich im Sealife Königswinter. Das ist jedoch seit 2022 Geschichte und in die Räumlichkeiten, die recht zentral an der Promenade zu finden sind – soll ab 2026 wieder Leben einziehen.

Wobei: Echte Tiere wird es dort nicht mehr geben. Bei der DinoXperience geht es um eine Zeitreise weit in die Vergangenheit. Dies ist wohl ein Grund – bald noch mal nach Königswinter zu reisen!
Afternoon Tea in Königswinter
Gleich vorab: In Königswinter gibt es einige nette Kaffees. Aber: Im Winter sind einige von diesen im Winterschlaf. Und so bin ich auf der Suche nach einem netten Café im Zentrum von Königswinter auf das Cosy Corner 1717 gestoßen. Das liegt zentral in der Stadtmitte, hat auch in den Wintermonaten geöffnet und bietet – was ich liebe: einen Afternoon Tea an.

Wer das nicht kennt – ihr bekommt Scones, Clotted Cream und Erdberrmarmelade. Stilecht hab ich mir noch einen Tee dazu bestellt – und da das Café innen komplett voll war, haben wir Ende November mit Decken draußen vor dem Cosy Corner geteatimed. Ging auch – und ist eine absolute Empfehlung. Falls ihr drinnen genießen wollt, besser vorab reservieren – hier ist immer viel los!
Übernachten mit Rheinblick
Wer meinen Blog schon länger verfolgt, der kennt meine Geschichte, wie ich oben auf Schloss Drachenburg übernachtet habe. Aber: Das ist mittlerweile nicht nur recht teuer, sondern das ist auch gefühlt auf Jahre ausgebucht.

Spontan für einen Mädelstag dort vorbeischauen? Schwierig bis unmöglich. Eine gute und vor allem buchbare Alternative musste her. Gefunden haben wir die im Maritim Hotel Königswinter, welches sich direkt am Rhein befindet. Zimmer gibt es hier schon ab 100 Euro (ohne Frühstück) pro Nacht – und mit etwas Glück bekommt ihr ja auch ein Upgrade?

Uns hat es aufgrund eines solchen Upgrades in eine Junior Suite verschlagen, die uns nicht nur ein gemütliches Wohnzimmer und ein separates Schlafzimmer bot, sondern auch noch einen tollen Blick auf Rhein und Promenade. Geschlafen haben wir richtig gut – nur war meine Nacht etwas kurz, denn nach einer wirklich netten Weihnachtsfeier des Bowling Clubs Tropics Köln (fragt nicht, wie ich da wieder gelandet bin :)) ging es für uns noch in die Bar.

Ein Tipp gibts aber noch: Die begehrten Suiten solltet ihr früh buchen. Beim Frühstück wurden wir von anderen Gästen angesprochen, das wir “ihr” Zimmer bekommen hätten. Ich kann euch aber auch versprechen – die etwa 60 Euro Aufpreis sind es wert! Und wenn ihr MyMaritim Mitglieder seit, bekommt ihr auch noch etwas Rabatt.
Unbedingt probieren: Pianobar im Maritim
Die Pianobar im Maritim Königswinter war glücklicherweise noch um 24 Uhr geöffnet. Unser Glück – denn so konnten wir die wirklich guten Cocktails ausprobieren. Wer abends in Königswinter einen wirklich guten Cocktail genießen will, die Bar ist definitiv eine perfekte Anlaufstelle dafür!
Gut eine Stunde haben wir bei dem einen oder anderen leckeren Getränk hier verbracht – wir wären gerne länger geblieben!

Entspannen im Maritim Hotel Königswinter
Wir hätten ausschlafen können. Denn eigentlich ist der Check Out im Maritim Hotel Königswinter erst um 11 Uhr. Auch das Frühstück am Sonntag gibt es bis 10:30 Uhr. Aber wie wollten ja noch den Wellnessbereich ausprobieren.
Der ist im Maritim Hotel im Untergeschoss, mit Pool mit zahlreichen Ruheliegen, einem kleinen Saunabereich mit einem Sanarium und einer Finnischen Sauna und einem Fittness-Studio sehr gut ausgestattet.
Nach dem Frühstück haben wir also eine kleine Spa-Session eingelegt.
Das tat nach der kurzen Nacht richtig gut! In den Morgenstunden ist hier nicht viel los – so das wir Saunas (die um 8 Uhr schon warm waren!) und auch den Pool einen großen Teil der Zeit für uns alleine hatten. Übrigens: Die Saunen sind gebührenpflichtig und kosten 5 Euro pro Person und Tag.


Wie kommt man nach Königswinter?
Von Köln & Bonn aus könnt ihr Königswinter ganz entspannt mit der regelmäßig fahrenden Straßenbahn Linie 16 mit öffentlichen Verkehrsmitteln anfahren. Diese fährt etwa 15 – 20 Minuten von Bonn HBF.

Alternativ könnt ihr natürlich mit dem Auto anreisen, aber lasst euch sagen, das die Parkplatzsuche schon etwas schwieriger sein kann, je näher ihr an den Rhein möchtet. Wer im Maritim Hotel übernachten möchte – hier kostet das Parken für Gäste 20 Euro pro Tag. Dort könnt ihr auch für 2,50 Euro pro Stunde als Externer parken.
Offenlegung: Ich habe im Maritim Hotel ein Upgrade bekommen.



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