Schiffshebewerk Henrichenburg

Vom Schiffshebewerk aus Kaisers Zeiten – Unterwegs im Ruhrgebiet

Dies ist ein Gastartikel von Anja

Ich bin geboren im Ruhrgebiet, und doch immer wieder erstaunt über die kulturelle Vielfalt, die der Pott zu bieten hat. Wirklich bewusst gesehen habe ich erst einen Bruchteil, zwar fahre auch öfter an der einen oder anderen Industriekultur-Denkmal vorbei – aber man schaut ja auch selten „genauer“ hin. Vor kurzem habe ich mich mit einer Freundin auf den Weg zum Schiffshebewerk Henrichenburg nach Waltrop gemacht. Ich war schon einige Male vor Ort, letztes Jahr auch zur Extraschicht. Bisher hab ich jedoch noch nicht ins Museum geschaut, das habe ich jetzt dann mal nachgeholt.

Schiffshebewerk 10

Von der Strasse aus ist das alte Schiffshebewerk nicht gleich einsehbar. Das Hebewerk und das Museum ist ausgeschildert, schon nach ein paar Metern sieht man die beiden imposanten Türme zwischen den Bäumen. Hinter der Unterführung ist dann auch ein großer Parkplatz. Am neuen Schiffshebewerk, das ganz in der Nähe liegt, gibt es übrigens auch noch einmal Parkmöglichkeiten.

Das Bauwerk ist schon ziemlich spektakulär. An dem Oberhauptturm ist noch der preußische Adler zu sehen. Wer vor den gigantischen Toren steht kommt sich schon ziemlich klein vor und es lässt sich erahnen wie aufwendig früher die Schiffe mit dem 40 Meter hohen Aufzug transportiert wurden.

Wer mag kann auch in den Türmen hochgehen und auf mehreren Ebenen die Umgebung von oben ansehen. Hier kann man auch über die Brücke laufen, die die beiden Obertürme miteinander verbindet.  Ja ich gebe zu, ich war nicht oben, ich habe vor einiger Zeit mal den engen, doch etwas unheimlichen Aufstieg gesehen und für mich entscheiden,  dass ich mir das lieber spare. Yvonne hat sich hoch gewagt und so kann ich euch auch ein paar Bilder von oben zeigen.

Zur Geschichte des Schiffshebewerk

Das alte Schiffshebewerk wurde am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. 1969 wurde es dann stillgelegt und das neue Hebewerk eröffnet. 1992 wurde es dann nach Restauration für die Öffentlichkeit wieder zugängig. Heute umfasst der Schleusenpark, wie es nun heisst, das alte Schiffshebewerk Henrichenburg, die Schachtschleuse, das neue Schiffshebewerk, die neue Schleuse, Betriebseinrichtungen, Siedlungen, sowie neu gestaltete Parkanlagen.

Das Museum

Schiffshebewerk 6

In der historischen Maschinenhalle erfährt man nicht nur viel über die Geschichte, sondern sieht man an vielen Modellen wie Wasserstrasse und Hebewerk gebaut wurden und auch die Technik gibt es hier zu entdecken. Enorm was die Arbeiter damals geleistet haben diese Bauwerk fertigzustellen, das kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen. Viele alte Fotos, damalige Arbeitsgeräte und Nachbauten lassen vieles verstehen wie schwer es früher war. Alleine die Dimensionen der vielen Geräte sind schon beeindruckend.

Uns hat das Museum gut gefallen, hier erfährt man anhand von vielen historischen Fotos viel über die Geschichte des Schiffshebewerks.  Das Museum ist liebevoll gestaltet, schön hell und weitläufig, für die kleine Pause zwischendurch stehen Bänke bereit. Auch für Kinder ist es spannend, denn Käpt`n Henri, ein Comicfigur, führt nicht nur die Kleinen verständlich durch das Museum und lässt vieles ausprobieren.

Das Schiffshebewerk Henrichenburg liegt am Dortmund-Ems-Kanal und gehört zur Route der Industriekultur im Ruhrgebiet und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur am alten Hebewerk.

Auch Besuch Wert - Henrichenburg Schiffshebewerk
So strahlt das Schiffshebewerk bei der Extraschicht!

Wer ein bisschen mehr Zeit mitbringt und die ganze Umgebung entdecken möchte, kann den ganzen Schleusenpark anschauen und eine Fahrt mit dem Schiff machen. Mehrmals am Tag von Ostern bis Oktober zu den Öffnungszeiten fahren die Schiffe für eine ein- oder zweistündige Rundfahrt vom Anleger am alten Hebewerk ab.

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen?

Tipp: 
Kamera mitnehmen und Zeit mitbringen!

Öffnungszeiten:

Dienstag–Sonntag und an Feiertagen 10–18 Uhr
Geschlossen: montags (außer an Feiertagen) sowie vom 24.12.2016 bis 2.1.2017
Zur Extraschicht, immer den letzten Samstag im Juni, gibt es hier von 18 – 02 Uhr Veranstaltungen, Events und eine Lichtshow (auf der Webseite der Extraschicht gibt es dann mehr Infos).

Eintrittspreise:

Erwachsene 4,00 Euro
Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren und Schüler 2,00 Euro
Gruppen ab 16 Personen, pro Person 3,50 Euro
Mit der RUHR.TOPCARD ist der Eintritt gratis

Hinweis:
Schiffsrundfahrt muss extra bezahlt werden.

LWL-Industriemuseum für Industriekultur Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 26
45731 Waltrop

Am sinnvollsten ist eine Anreise mit dem Auto. Parkplätze sind reichlich vorhanden!

 

Gastblogger Teilzeitreisender

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