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Niederlande

Burgers´ Zoo – Wo sich Fledermaus und Erdmännchen Gute Nacht sagen

Als ich Kind war, sind wir häufig in die Zoos in Leipzig und Erfurt gefahren. Mit leuchtenden Augen habe ich damals immer die Schimpansen beobachtet, hab mir im Aquarium die Nase an der Scheibe platt gedrückt und habe mich gestreckt – in der Hoffnung, dass mein Hals auch mal so lang wird, wie der einer Giraffe.

Ist ein Zoobesuch noch zeitgemäß?

Zoos und Tierparks haben heute keinen leichten Stand. Durch die immer höheren Standards wird die Haltung von Tieren immer teurer, die Preise für einen Zoobesuch immer „unbezahlbarer“ und nicht zu vergessen sind auch die Tierschützer, die teilweise militant gegen jede Art von Tierhaltung demonstrieren und Stimmung machen.
In den letzten 30 Jahren hat sich viel getan. War es früher üblich, Tiere zu fangen und dann in Gefangenschaft leben zu lassen, so sind heute die meisten Tiere in Gefangenschaft aus den Zuchtprogrammen der Zoos. Die meisten Tiere kennen die Wildnis nicht und würden dort auch nicht überleben können. Die Umgebung, in der viele dieser Tiere heute leben, ist sicherlich kein Vergleich zu der Freiheit – und doch hat sich sehr viel getan. Mehr Platz, weniger Tiere, mehr Achtsamkeit. Einen Zoo, wie ich ihn aus meiner Jugend kenne, gibt es so nicht mehr.

Der Königliche Zoo von Holland

Schon als ich vor einigen Jahren ins Rheinland auswanderte, wurde mir von zahlreichen Freunden der Tipp gegeben doch unbedingt mal im Burger´s Zoo vorbeizuschauen. Im Rahmen meiner #dasandereHolland – Tour war ich im vergangenen Jahr in Arnheim. Und besagter Zoo um die Ecke. Also schnappte ich mir meine Begleitung und wir besuchten an einem regnerisch nasskalten Wintertag den bekanntesten Tierpark Hollands.
Der Eintrittspreis liegt bei 21 Euro, sparen kann man jedoch, indem man ein Kombiticket mit dem Freilichtmuseum „Nederlands Obluchtmuseum“ kauft. Für einen Zoo ist das ein normaler Preis und bedenkt man, wie viele Tiere davon ernährt und gepflegt werden müssen, finde ich den Preis absolut okay.
Am Eingang begrüßten uns Pinguine. Ganz ehrlich? In diesem Moment wollte ich gerne schon wieder umdrehen. Das Gelände mag zwar groß sein, aber ich mag es nicht, wenn Tiere so präsent in einem Eingangsbereich zu finden sind. Hier läuft jeder erstmal vorbei und guckt. Und Ja, das macht man immer in Zoos, aber irgendwie hatte ich mir von so einem renommierten Zoo etwas Anderes vorgestellt.

Nebel vor meinen Augen

Im festen Glauben, dass an den begeisterten Empfehlungen meiner Freunde etwas dran ist, gingen wir weiter Richtung in Richtung „Busch“. Anders als in vielen Zoos ist ein großer Teil dieses Tierparks überdacht. Dies ist vor allem in den kalten Wintermonaten recht praktisch, für mich als Brillenträger jedoch eine Herausforderung. Extra für uns gibt es einen „Brillenfön“ und dennoch sorgt die Luftfeuchtigkeit für ein wenig Nebel vor meinen Augen.
Ab dem Eintritt in den „Busch“ verstehe ich ein wenig die Faszination „Burgers Zoo“. Obwohl ich Tier nur hören und nicht sehen kann, fühle ich mich kurze Zeit wie im Dschungel. Hier wachsen Pflanzen, hier ist es mild – und hier kommen wir uns wie in einer anderen Welt vor.

Ein Spaziergang durch die Wüste

Ein Schild will uns den Weg weisen. Wir entscheiden uns für den Spaziergang durch Wüste und entdecken kurze Zeit später Spinnen und Schlangen auf einem Höhlenweg Richtung Mexiko.

Jens, der mich begleitet, kann meine Faszination für diese spannenden Tiere nicht wirklich verstehen. Nur wenige können das. Doch gerade Spinnen und Schlangen sind so faszinierend. Vor allem in der Art, wie sie ihre Beute fangen, so dass ich stundenlang diesen Tieren zuschauen könnte. Wir jedoch laufen an diesem Tag nach rund 10 Minuten weiter.

Mit geschickten „Lebensräumen“ entsteht in Burgers Zoo an einigen Stellen das Gefühl, Mittendrin zu sein. Eine Schlange, die über Steine kriecht, im Hintergrund Wildschweine in der Steppe und etwas weiter Springböcke, ich komme mir nicht mehr vor, als wenn ich in einem Zoo wandele.

Wir laufen über kleine Rinnsale, die uns das Gefühl geben, mittendrin zu sein. Wer hier eine Ansammlung von vielen Tieren erwartet, wird etwas enttäuscht sein. Das Konzept ist bewusst darauf ausgelegt, Tiere in einer möglichst authentischen Umgebung zu zeigen. Und das bedeutet Klasse statt Masse.

Einsam durch den Zoo

Unser Spaziergang führt uns an einem verlassenen Imbiss vorbei. Ein paar alte Cola Flaschen stehen herum, es wirkt, als wenn hier gerade noch gestern jemand saß.

Heute jedoch ist alles ruhig – nur die Geräusche der Steppe sind zu hören.

Ein paar Gämsen springen wie aufgescheucht in ihrem Bereich herum. Nur einer schaut zu – er scheint etwas älter zu sein. Wir treffen auch endlich wieder auf Zoogäste – zeitweise hatten wir das Gefühl, hier allein zu sein.

In meiner Winterjacke wird mir langsam zu warm. „Wollen wir uns in ein wenig kühlere Gefilde begeben?“ frag ich Jens. Ein Ausgang ist schnell gefunden – und uns begrüßen ein paar Erdmännchen.

Raus an die frische Luft

Längst habe ich die Orientierung verloren. Schilder? Gibt es, aber irgendwie habe ich es heute lieber mich treiben zu lassen. So entdecke ich kurze Zeit später ein paar Wildschweine, denen es gut gehen muss, wenn man von der Lautstärke ihres Grunzens ausgeht.

Obwohl es anfängt zu regnen und sich alle wieder in die warmen Hallen zurückbewegen, will ich gerne draußen bleiben. Ich entdecke Elefanten und zum ersten Mal wird mir bewusst, dass ein solches Tier nicht in unsere Breitengrade gehört. Schon seltsam, wenn ein Dickhäuter, den man nach Afrika stecken würde umgeben von einem europäischen Mischwald Heu frisst.

Viel Platz haben die Tiere hier. Das wird mir vor allem klar, als ich das riesige Gelände für die Giraffen und Zebras sehe. Die Tiere sind teilweise so weit weg, dass ich sie mit einer normalen Kamera gar nicht eingefangen bekomme. Umso faszinierender ist es für mich, zu beobachten, wie aktiv vor allem die Giraffen sind. Ob denen nicht kalt ist?

Es regnet inzwischen immer mehr. Wir beschließen nun doch ins Warme zu flüchten.

Nach gut 2 Stunden im Zoo haben wir noch längst nicht alles gesehen und doch ruft die Heimat. Es gibt vieles, was ich mir noch einmal genauer anschauen würde und vieles was mich überrascht hat.

Vor allem die Gestaltung des Tierparks ist in Arnheim sehr gut gelungen.

Habt ihr auch schon mal einen holländischen Zoo besucht?

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Es gibt über das Jahr verteilt immer mal wieder verschiedene Events im Zoo, so findet im Winter „Burges Light“ statt – wo ihr bis 21 Uhr im Zoo unterwegs sein könnt und dort spannende Lichtfiguren entdecken könnt sowie die Tiere in der Nacht beobachten könnt. Online bekommt ihr bei einer Vorbestellung übrigens einen Rabatt.
  • Der Eintrittspreis beträgt vor Ort 21 Euro, wenn ihr vor Ort kauft, auch hier gibt es online einen Rabatt von 1,50. Kinder bis 3 Jahre kommen kostenlos in den Park, Kinder ab 3 Jahre bezahlen 19 Euro vor Ort und 17,50 bei Onlinebestellung
  • Parken beim Zoo kostet 5 Euro pro Auto. Ihr müsst Münzen an der Kasse kaufen, damit ihr den Parkplatz verlassen könnt.
  • Mehr Infos rund um den Zoobesuch bekommt ihr auf der deutschen Internetseite vom Burger Zoo.
Mit dem Auto und mit dem Stadtbus 3 ab Arnheim Centralstation. (Haltestelle Burgers Zoo)
Im Design Hotel Modez im Zentrum von Arnheim schlaft ihr wirklich anders. Wir haben die Nacht mit Gummipuppen verbracht ;)

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

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