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Nordrhein Westfalen

Die Suche nach dem Grafen von Bad Driburg

Auf meiner Reise durch den Teutoburger Wald kam ich auch im Gräflichen Park in Bad Driburg vorbei. Obwohl „Vorbei“ das falsche Wort für diesen Ausflug ist. Schließlich durfte ich einige Stunden in diesem wunderschönen Ensemble verbringen.

Der Park

Auf den Seiten des Parks und des darin gelegenen Grand Resort Hotels finden sich folgende Worte über das Parkgelände:

„Die Anfänge des Gräflichen Parks liegen in der 1669 vom Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg angelegten doppelreihigen Lindenallee. Diese wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch eine hierzu rechtwinklig verlaufende Allee ergänzt. Noch heute bestimmen beide mit der im Kreuzungspunkt befindlichen Heilquelle die Grundstruktur des Parks…

Der Gräfliche Park trägt seit 2001 die Auszeichnung Goldenes Lindenblatt… Darüber hinaus ist der Park mehrmals unter die zehn schönsten Parks Deutschlands gewählt worden.“

Kaum in Worte fassen lässt sich jedoch die Schönheit, die einen vor Ort auf 64 Hektar gefangen nimmt. Lange Alleen. Wundervoll arrangierte Blumenbeete. Weite Wiesen, auf denen Bäume wachsen, die ich in dieser Zusammenstellung nicht erwartet hätte. Ein eigens angelegtes Gehege für Dammwild. Unendliche Ruhe. Ein Irrgarten. Einen mystisch erscheinenden Teich, dem eine verträumte Liebesgeschichte zu Grunde liegt.

Und das Moor. Angelegt, um Menschen in Form von Moorpackungen, Moorbädern und Ähnlichem zu helfen. Entweder im ortsansässigen Moorbadehaus, in einer der nahe gelegenen Reha-Kliniken oder sogar in einem weiteren Umfeld. Doch dazu später mehr.

Obwohl ich einige Zeit durch diesen wunderschönen Park wandelte, meine Füße das weiche Grün der Wiesen betraten: den Grafen habe ich im Park leider nicht getroffen. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, was die Liebe seiner Familie zu diesem ganz besonderen Ort ausmacht!

Das Hotel

Im Gräflichen Park befindet sich – wunderbar integriert in die bestehenden Gebäude – ein erstklassiges Grand Hotel, dass mich mit Herzlichkeit und Eleganz überzeugte.

Nicht nur in den sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmern lässt es sich aushalten, sondern besonders der beheizte Außenpool und die Spa-Bereiche laden zu einem längeren Aufenthalt ein. Kneipp-Anwendungen können hier im Haus ebenso gebucht werden, wie ein ganz privater Whirepoolbereich – natürlich dann auch mit eigener Sauna. Man gönnt sich ja sonst nix. Nicht umsonst gehört das Hotel mittlerweile zu den Top-10 der Wellness-Hotels in Deutschland.

Als ehemalige Raucherin hat die Gräfin im Haus an ihr vergangenes Laster und derer, die es noch immer mit sich schleppen, gedacht und einen wunderbaren Rauchersalon erbaut. Alte Sessel, Gemälde aus längst vergangener Zeit, dazu schwere Tapeten an den Wänden und einige – wie vergessene herumliegende – Bücher runden das Bild ab. Hier lässt man sich die Zigarette oder die Zigarre sicher besonders gut schmecken.

Auch, wenn ich kurz in dem Gebäude war, in dem der Graf arbeitet und die Familie ihren Sitz in einem herrschaftlichen Haus im Park hat: den Grafen habe ich auch hier nicht getroffen.

Die Heilquellen

Das gesamte Gelände erzählt von den – 1593 entdeckten – in 70 Meter Tiefe liegenden, kohlensäurehaltigen Heil- und Mineralquellen. Im Hotel wurde eine der Quellen im Roten Salon (der Raucher-Lounge) in Kupfer gefasst und fließt dort fröhlich vor sich hin. Im Park selbst konnte ich in der 1822/24 erbauten Trink- und Wandelhalle im Brunnenhaus meinen Durst nach dem Heilwasser stillen. Es schmeckt gar nicht sehr nach Mineralien. Nicht unangenehm. Bis auf eine Quelle (deren Namen ich leider nicht mehr weiß) – hier war der Eisengeschmack so stark, dass ich nicht mehr als einen großen Schluck geschafft habe. Also vorsichtig probieren und dann das genießen, das am Besten schmeckt!

Leider war der Graf gerade nicht am Wandeln und ich traf ihn auch hier nicht. Aber wahrscheinlich trinkt die gräfliche Familie auch das Wasser eher in den heimischen Gefilden.

Das Bad im Moor

Im Anschluß erwartete mich mein persönliches Highlight an diesem Tag: ein Moorbad! Davon hatte ich zwar schon eine Menge gehört, aber so recht vorstellen konnte ich mir das nicht. Eher waren das nicht so rosige Gedanken, die sich in mein Gehirn schlichen: „Liege ich da wirklich komplett in einer Schlammmasse? Sind da noch Reste irgendwelcher Tiere drin? Geht das auch wieder ab oder bin ich danach tagelang am Schrubben?“ So und so ähnlich ratterte es in meinem Kopf während ich den Weg zu dem 1825 errichteten Moorbadehaus ging.

Doch natürlich waren alle Sorgen vorab umsonst! Nach einem mega freundlichen Empfang durfte ich mich in einem Vorraum meiner Kleidung entledigen und betrat in einem kuscheligen Bademantel die heiligen Hallen. Und da stand sie: die Wanne. Komplett aus Edelstahl, da dies besser ist für die Hygiene und natürlich für die Reinigung.

Als das Moor durch eine kleine Öffnung in die Wanne geschossen wurde, waren die komischen Gefühle und Gedanken wieder da. Jetzt konnte ich noch umdrehen! Als würde sie meine Gedanken erahnen, wurde mir von meiner Betreuerin erklärt, dass ich mir keine Sorgen machen brauche. Die Öffnung der „Spritze“ ist so klein, dass eventuelle Rückstände nicht mit in die Wanne kommen. Aber die Masse war so schrecklich schwarz und undurchsichtig! War doch unheimlich. Vor allem, als ich dann komplett drin lag. Den eigenen Körper nicht mehr zu sehen und nur eigenartige schwarze Dinger aus dem Wasser ragen, wenn Hände oder Füße bewegt werden. Wahrscheinlich lese ich auch einfach nur die falschen Bücher, dass ich mich in dem Moment gruselte.

Zu der Sache mit dem Abwaschen: vorab galt es, Fuß- und Fingernägel gut mit einer Lotion zu bearbeiten. Denn hier haftet das Moor besonders gut. Genau, wie in allen Ritzen und Falten. Nach dem Bad wurde aber das Moor einfach abgewaschen und alles war genauso sauber wie vorher. Und ich mega erleichtert.

Mein Bad dauerte 12 Minuten. Nicht sehr lange also. Allerdings ist das so auch gewollt. Denn durch die besonderen Nährstoffe im Moor wird der Körper (obwohl er ja ruhig liegt) so sehr beansprucht, als hätte man den ganzen Tag auf einer Baustelle schwer geschuftet. Um eine Überanstrengung zu vermeiden, klingelte mich also ein Wecker nach den 12 Minuten wieder aus dem Schlamm und trieb mich zur Dusche. Zum Glück traf ich hier den Grafen auch nicht. Wäre mir auch ziemlich unangenehm gewesen ;)

Danach kam aber noch ein toller Teil: im Nebenraum ruhte ich dick eingemummelt in Laken und Decken 15 Minuten, damit mein Kreislauf und Körper wieder fit werden. War mehr als nett diese Zeit. Im Anschluß war ich zwar ausgepowert, aber auf eine sehr angenehme Art und Weise.

Der Moorkeller

Nach meinem Bad durfte ich mir die heiligen Hallen anschauen, in die sonst kein Fremder kommt: den Moorkeller.

Den Ort, an dem das Moor von groben Bestandteilen getrennt und für Bäder und Packungen vorbereitet wird. Der Moorkoch (das heißt wirklich so) war nicht anwesend, aber mega interessant war es trotzdem! Lange Förderbänder, große Boxen und überall Eimer mit Moor. Genauestens abgemessen.

Im Pferdestall

Wie gesagt, war das Moorbad körperlich anstrengend und hat auch mächtig hungrig gemacht. Daher nahm ich die Einladung in den ehemaligen Pferdestall mehr als gerne an. Hier wurde ein mega schönes Restaurant erbaut und an den Wänden erinnern Tränken und Fotos an die ehemalige Nutzung.

Besonderer Höhepunkt: Live-Cooking. Sicher nicht so einfach für die Köche, aber für die Gäste eine tolle Sache. So konnte ich genau beobachten, wie meine – später so leckere – Kaninchenkeule in ihrer Pfanne zubereitet wurde.

Anscheinend hatte der Graf schon gespeist, denn hier war er auch nicht.

Also noch ein letztes Mal in den Park…

Ein bisschen Zeit hatte ich noch bis zum Abholen und diese nutzte ich für einen weiteren Spaziergang durch den herrlichen Park. Endlich ließ sich auch die Sonne blicken und die Schönheit zeigt sich noch einmal ganz Besonders… Doch hier lasse ich lieber Bilder sprechen…

Wo ist denn nun der Graf?

Tja, den Grafen, seine Frau oder andere Familienmitglieder habe ich nicht getroffen. Aber alle anderen Menschen, die mir begegneten, nahmen mich sehr herzlich auf und ließen diesen Tag zu einem ganz Besonderen werden!

AnreiseParkpreiseHotelBarrierefreiheit

Anreise mit der Bahn

Nach Bad Driburg mit der Regionalbahn, ca. 10 Gehminuten bis zum Gräflichen Park entfernt.
Oder vom ca. 10 km entfernten Bahnhof Altenbeken. Hier verkehren ICE-, IC- und Regionalzüge.

Anreise mit dem Auto

  • von Westen kommend: A 44 (Dortmund-Kassel) bis Ausfahrt Büren, weiter Richtung Paderborn. Am Ortseingang von Paderborn rechts auf die B 64 Richtung Bad Driburg/Höxter. Weiterfahrt bis Bad Driburg.
  • von Süden/Osten kommend: A 7 Richtung Kassel bis Autobahnkreuz Kassel. Weiter A 44 Richtung Dortmund/Paderborn bis Ausfahrt Diemelstadt/Bad Driburg. Weiterfahrt bis Bad Driburg.
  • von Norden/Osten kommend: A 2 (Hannover/Dortmund) bis Autobahnkreuz Bielefeld (Ausfahrt Nr. 25). Weiter A 33 Richtung Paderborn bis Ausfahrt Paderborn Zentrum/Bad Driburg. Am Ortseingang von Paderborn rechts auf die B 64 Richtung Bad Driburg/Höxter. Weiterfahrt bis Bad Driburg.

Anschrift:
Gräflicher Park Grand Resort
Brunnenallee 1
D-33014 Bad Driburg

Weitere Informationen unter folgendem Link: www.graeflicher-park.de

Eintritt in den Park:

von April bis Oktober, 8 bis 18 Uhr

Erwachsene = 5,00 EUR
Kinder bis 14 Jahre frei
verschiedene Jahreskarten

Parkführungen:

Allgemeine Führung: jeden Dienstag, 14:30 Uhr, 3,00 EUR pro Person. Dauer ca. 90 Minuten. Anmeldung im Gästeservice-Center im Park, Tel.: +49 (0) 52 53.95 23-700.
Gruppenführungen auf Anfrage: events(at)graeflicher-park.de oder Tel.: +49 (0) 52 53.95 23-502 oder -503

Parkplatzkosten:

Für das Parken auf den Hotelparkplätzen fällt eine Gebühr von € 0,50 pro Stunde bzw. € 5,00 pro Tag an.

Zimmerpreise:

Einzelzimmer ab 124,00 EUR pro Person und Nacht
Doppelzimmer ab 84,50 EUR pro Person und Nacht

Die Zimmerpreise beinhalten:

  • Das ausgewogene Frühstücksbüffet
  • Die Nutzung des großzügigen GARTEN SPA mit ganzjährig beheiztem 25 m-Außenpool, finnischerSauna und Vitalbadsauna, Dampfbädern, Ruheräumen und weitläufigem Spa-Garten +
    des Indoor-Pools in den historischen Badehäusern +
    des Fitnessraums mit Blick in den Park
  • Auswahl an Getränken der Bad Driburger Naturheilquellen bei Anreise auf Ihrem Zimmer
  • Der kostenfreie Internetzugang auf dem Zimmer
  • Sonntags kostenfreier Late Check-out auf Anfrage und nach Verfügbarkeit

Hunde sind zum Preis von 25 EUR pro Hund und Tag in einem Teil der Hotelzimmer nach frühzeitiger Voranmeldung erlaubt.

Die meisten Wege sind für Menschen mit Gehbehinderung zugänglich. Bänke stehen bereit. Das Restaurant „Pferdestall“ und das Café im Park sind ebenfalls barrierefrei zugänglich.

Offenlegung: Wir wurden zu diesem tollen Tag vom Grand Resort Gräflicher Park und dem Teutoburger Wald eingeladen.

Über den Autoren

Kerstin

Unsere Berlinkorrespondentin ist häufig in der Hauptstadt unterwegs und findet zusammen mit ihrer Familie so manchen tollen Geheimtipp. Ob Kulinarik, Kreativität, Museen oder Bücher, lernt durch ihre Berichte das "Zentrum der Macht" neu kennen....

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