Vereinigte Arabische Emirate

Dubai mal anders – Ein Blick auf die alte Beduinenstadt.

Dubai. Für mich ist das nicht nur eine Stadt der Superlative mit den Hochhäusern und den verrückten Malls mitsamt ihren Aquarien und Skibahnen. Für mich ist Dubai auch ein Ort mitten in der Wüste. Und das nicht erst, seitdem es Öl gibt oder aus Salzwasser Süßwasser gewonnen werden kann.

Die Stadt zeigt ihren Reichtum. Da werden künstliche Inseln in Form von Palmen erbaut, da werden Straßen in die Wüste betoniert, da wird innerhalb von knapp 40 Jahren eine komplette Mega-City erschaffen. Und doch fehlt im ersten Moment die Seele – Das Herz der Stadt. Ich sehe breite Straßen, ich sehe das Meer mit zahlreichen fetten Jachten, sehe Hotelkomplexe, die mich an Walt Disney erinnern, ich sehe Reichtum. Wenn ich wollte, könnte ich hier tagelang shoppen, die schönsten Aquarien bestaunen, vom höchsten Haus der Welt hinunter schauen und mit einem Porsche über die Rennstrecke fahren. Aber ehrlich? Vieles von dem kann ich auch in Europa. Oder überall anders auf der Welt, wo es Wohlstand gibt.

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Früher einmal war Dubai eine Stadt der Perlentaucher. Der Dubai Creek – ein Meeresarm des persischen Golfes – machte es schon im 19ten Jahrhundert dem einen oder anderen Beduinen möglich hier zu siedeln. Dubai war damals ein Dorf. Bastakia – ein Stadtteil, den es noch heute am Creek gibt, war der Ausgangspunkt einer Ansiedlung von Beduinen, Normaden, Iranern und Indern. Dubai wuchs schnell –  rund 20.000 Einwohner hatte Dubai in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Wer heute das „alte Dubai“ entdecken will, muss gar nicht so lange suchen. Die Ortsteile rund um den Creek haben zwar in großen Teilen den Charme der späten 70er Jahre (dem ersten Bauboom) und doch gibt es hier die Möglichkeit – Dubai und seine Geschichte – zu erleben. Kommt mit auf meine Reise durch das Viertel!

Mein Spaziergang durch die Bastakia

Ja – die Bastakia ist nur zum Teil so alt, wie ihr Anblick es verraten will. Es gibt eine Ausgrabung einer Stadtmauer, es gibt einige Gebäude, die wohl schon früher hier gestanden haben sollten, aber der flache Boden und die akkurate Bauweise waren sicher nicht schon vor 200 Jahren hier. Dennoch finde ich die Stadt in der Stadt sehr charmant.

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Als ich durch die Gassen dieses Ortes wandere, bekomme ich trotz „Update“ ein Gespür dafür, wie es hier „früher“ einmal gewesen sein muss. Es gibt Händler, die auf Stühlen ihre Siesta machen und durch all die blühenden Bäume stellt sich bei mir ein wenig mediterranes Gefühl ein. Zugegeben – der Januar ist wirklich ein idealer Monat um diesen tollen Ort zu besuchen.

An einigen Stellen gibt es „Routenplaner“, die ich beflissentlich ignoriert habe. Immer den anderen hinterher. Wenn ihr alleine hier unterwegs seit, solltet ihr zumindest einmal einen Blick darauf werfen – zwar ist der kleine Ort übersichtlich, das eine oder andere mal hatte ich jedoch schon das Gefühl, mich im Kreise bewegt zu haben. Durch die Bastakia gibt es auch Führungen, die euch zudem noch etwas zur Geschichte und zu den Inhalten der einzelnen Museen erzählen, die es hier gibt.

Auch die haben um die Mittagszeit häufig geschlossen, hier empfiehlt es sich eher, am Nachmittag noch einmal vorbei zu schauen.

Eine Mittagspause auf Arabisch

Schon vor meiner Reise nach Dubai habe ich mich gefragt, ob es eigentlich ein typisch arabisches Gericht gibt, welches hier gerne gegessen wird. Schnell hab ich feststellen können, das in Dubai die leckersten Cocktails ohne Alkohol gemixt werden und das es eine große Vielfalt von exotischen Früchten gibt.

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Inwiefern die Früchte importiert sind – keine Ahnung – ich glaube ich habe lange nicht mehr so viel Obst und Gemüse gegessen, wie in dieser arabischen Stadt. Aber da gibt es noch mehr. Typisches Essen. In Dubai gibt es durchaus die Möglichkeit, einen Einblick in die Kultur und Kulinarik zu bekommen. Im Sheikh Mohammed Centre for Cultural Understanding wird häufiger ein typisches Emirati-Lunch mit „Fragestunde“ angeboten.  Das Zentrum befindet sich praktischerweise direkt am Eingang des Bastakia. Wer nicht in der Mittagshitze draußen stehen will, dem empfehle ich eine kurze Erfrischungspause im Wartezimmer.

Die Zeremonie startete damit, das alle ihre Schuhe ausziehen mussten.  Schwitzen muss hier keiner, bei der Renovierung wurde auf den Einbau einer guten Klimaanlage geachtet. Auf flachen Kissen durften wir in einem Kreis  um einen großen Teppich in der Mitte Platz nehmen. Nach einem Kaffee mit Anis (der so gar nicht nach meinem Geschmack war) erläuterte uns eine junge Emirati die kulturellen Besonderheiten ihres Landes und ihrer Religion. Was ich besonders cool fand: Es wurden durchaus auch kritische Themen angesprochen und beantwortet. Nach knapp 40 Minuten durften dann alle das Buffet stürmen. Neben einer Art „Reispfanne mit Ei und Lammfleisch“ gab es noch Salate und süße Bällchen.

Ich war überrascht, wie schnell ich davon satt wurde, und auch wenn ich insgesamt der islamischen Welt ein wenig kritisch gegenüber stehe – die Möglichkeit, sich hier über wichtige Themen auszutauschen, hat mir die Augen geöffnet. Gerade was die Burkas für Frauen angeht, so habe ich meine Vorbehalte abgelegt. Wir haben erfahren, was die Gewänder der Männer bedeuten, und das man die Staatsbeamten durchaus an ihrer Kleidung erkennen kann. Nach knapp 2 Stunden war unser Lunch vorbei. Während die anderen sich auf der Suche nach Kunst in Dubai machten – startete ich mein Abenteuer „Janett allein in Dubai.“

Ein Shoppingbummel durch die Souks

Als erstes stand ein Bummel in den Souks der Stadt auf dem Programm. In der Stadt gibt es verschiedene, alle sind auf ihre Art natürlich auch auf den Tourismus ausgelegt. Während im Goldsouk mit dem wertvollen Edelmetall gehandelt wird, was ich mir sowieso nicht leisten kann, sind der Gewürzsouk und der Kleidersouk (auf der anderen Seite vom Creek) sehr viel interessanter.

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Sehr interessant fand ich die Tatsache, das du von den Händlern zwar angesprochen – bei einer Antwort „No Thank You“ aber nicht weiter genervt wirst. Die Hallen der Souks sind nicht wie die Malls der Stadt auf Prunk ausgelegt – hier kann jeder handeln und mit etwas Glück und Erfahrung sicherlich auch das eine oder andere Schnäppchen machen.

Eine Bootsfahrt mit einem Abra

Ich muss ja zugeben, vor meiner ersten Fahrt mit einem solchen Boot hatte ich schon ein wenig Muffensausen. Für ganz wenig Geld (1 Dirham) könnt ihr mit den Schiffen am Creek übersetzen. An vielen Stellen gibt es dafür Abra-Haltestellen. Für Freunde des deutschen TÜVs währe eine Überfahrt sicherlich nichts.

Ein Boot mit Motor, in der Mitte ein paar Sitzplätze (manchmal auf einer Plastiktischdecke), leichte Rostspuren und niemals nie ein Gitter, was die Menschen vor dem spontanen „Herausfallen“ schützen könnte. Es gibt Rettungswesten, darauf wird auch hingewiesen, aber irgendwie hat die Überfahrt in den alten Kähnen auch etwas abenteuerliches und erinnert an „alte Zeiten“.

Auf einem Abra in Dubai

Es gibt natürlich noch weitere Highlights, die ich aufgrund der Zeit nicht habe besuchen können. Die Jumeirah Moschee, die als einzige Moschee Dubais auch Touristen einen Zutritt gewährt oder der Al Fahidi Fort, das älteste Gebäude der Stadt, in dem auch ein Museum über die Geschichte der Stadt zu finden ist. Ein paar Infos dazu findet ihr jedoch in der Infobox.

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Beide Metrolinien treffen sich ganz in der Nähe vom Creek, ihr kommt also sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln hier her.
  • Das kleine Stadtviertel kostet keinen Eintritt, es gibt überall Händler, die jedoch nicht wirklich aufdringlich sind.
  • Um ein Culture – Lunch oder Breakfast auszuprobieren, solltest du vor deinem Urlaub einen Termin im SMCCU buchen. Das Angebot kostet incl. Wasser und Kaffee 80 – 100 Dirham, ca. 20 Euro. Beim Lunch wird englisch gesprochen, du solltest also zumindest diese Sprache verstehen.
  • Das Zentrum bietet übrigens auch Touren zur Moschee und die Altstadt an. Auch kannst du, wenn du willst, hier Arabisch lernen.
  • Als Frau ist es recht unkritisch, tagsüber durch die Souks und das Viertel zu laufen. Ich wurde überall sehr freundlich behandelt und nie wurde ein Verkäufer aufdringlich. Ich habe mir ein Tuch mitgenommen, es war jedoch nirgends Kopfbedeckung nötig.
  • Zwischen Altstadt und Souks befindet sich ein öffentliches Gebäude. Die dürfen – wie in so vielen Städten der Welt – nicht fotografiert werden.

Nach Dubai könnt ihr von allen größeren Flughäfen Deutschlands fliegen. Die Flugzeit beträgt zwischen 5 – 6 Stunden. Wenn ihr abends anreist, ist ein Taxi die beste Fortbewegung – die Metro fährt nur bis 24 Uhr.

Ich habe keine Übernachtungsempfehlung für das Stadtzentrum, habe jedoch gesehen, das zahlreiche Ketten hier auch Hotels stationiert haben. Ich empfehle euch ein Hotel entlang der Metrolinie, so seit ihr auch ohne Guide mobil. Mein Hotel befand sich auf The Palm, ich habe im Waldorf Astoria Dubai Palm Jumeirah übernachtet. Mit einer Rate von ca. 565 Euro pro Nacht ist es jedoch nicht unbedingt ein Schnäppchen.

 

Offenlegung: Ich wurde von Dubai Tourismus zu einem Blogtrip nach Dubai eingeladen.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubril "Persönliches"

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