Bremen Städtereisen

Ein Besuch in den Havenwelten – Bremerhavens „Erlebniswelt“

„Sag mal – was sind eigentlich die Havenwelten – Ein Erlebnispark?“ wurde ich vor einiger Zeit gefragt. Bremerhaven zählt – trotz des tristen Charmes in der Innenstadt zu einer meiner Lieblingsstädte in Deutschland. Doch ist der Bereich zwischen neuem und alten Hafen denn ein Abenteuerpark? Ich sage JA! Irgendwie jedenfalls. Damit ihr euch selbst ein Bild machen kann – berichte ich euch von meinem Kurzurlaub in den Havenwelten – von Ausflugstipps für jedes Budget und von einem ganz besonderen Hotel.

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Bremerhaven ist keine alte Stadt. Um 1827 hat Bremen ein Stück Land an der Weser gekauft und dort eine Hafenstadt errichtet. Von Bremerhaven aus sind viele Schiffe während des ersten und zweiten Weltkrieges Richtung New York gefahren und auch jetzt ist die Be- und Entladung von Schiffen eines der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Ein Ausflugziel war die Stadt an der Weser ganz lange Zeit eher nicht.

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Seit gut 20 Jahren hat sich hier jedoch viel getan. Die Havenwelten sind entstanden und mit Ihnen hat sich das Bild der Industriestadt gewandelt. Gleich zwei sehr markante Gebäude prägen heute diesen Stadtteil.

Atlantic Hotel Sail City

Als ich 2006 das erste Mal in Bremerhaven zu Besuch war, wurde das Atlantic Hotel Sail City gerade gebaut. Wie ein großes Segel wirkt das Hotel, welche in seiner Architektur ein klein wenig an das Burj al Arab in Dubai erinnert.

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Schon 2014 habe ich mich auf die Dachterrasse gewagt. Der Eingang zum Aufzug ist separat vom Hotel, der Ausblick von oben ist bei klarer Sicht wirklich beeindruckend. Für mich ist die Auffahrt ein idealer Start für einen Kurzurlaub in Bremerhaven.

Die Hotelzimmer selbst befindet sich in auf den ersten 8 Etagen und bieten je nach Buchung einen Blick auf die Weser und/oder den Hafen (der bei Nacht wirklich wunderschön aussieht). Ich muss ehrlich zugeben, dass ich um dieses Hotel bei meinen bisherigen Besuchen immer einen Bogen gemacht habe, in der Vermutung, dass hier eine Nacht unbezahlbar ist. Das Gegenteil ist der Fall. Mit Zimmerpreisen ab 99 Euro ist eine Nacht im Sail City durchaus im Rahmen eines Kurzreisen-Urlaubsbudgets.

Ein Zimmer im Atlantic City Hotel Sail City
Ein Zimmer im Atlantic City Hotel Sail City

Bei meinem letzten Besuch habe ich dort auch ein Deluxe Zimmer bewohnt. Das Zimmer in der dritten Etage bot mir einen tollen Blick auf die Promenade und die Weser. Vom Stil her sind die Zimmer modern, aber sehr auf Business-Gäste ausgelegt, was jedoch nicht verwunderlich ist, denn das Hotel hat einen der größten Konferenzbereiche in Bremerhaven zu bieten.

Bei den Zeichen an der Tür handelt es sich um Seezeichen
Bei den Zeichen an der Tür handelt es sich um Seezeichen

Interessant zu wissen – es gibt die Möglichkeit nach Voranmeldung auch seinen tierischen Begleiter mitzunehmen, hierfür gibt es einige spezielle Zimmer. Und wenn wir schon einmal bei Tieren sind – Auf dem Dach des Konferenzzentrums gibt es sogar einen Hoteleigenen Bienenstamm, den dazu passenden Honig könnt ihr beim Frühstück gerne einmal probieren.

Übrigens – das Restaurant des Hotels steht auch externen Gästen offen. Wenn ihr nach einem Ausflug auf die Aussichtsplattform also noch Lust auf wirklich gute Speisen habt (Besonders lecker ist der Burger mit Süßkartoffeln – unbedingt probieren). Für alle, die mal in der Captainslounge hoch über Bremerhaven Brunchen wollen, auch das ist einmal im Monat möglich.

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Klimahaus Bremerhaven 8° Ost

Wie ein riesiges Boot ergänz das Klimahaus das „Segel“ des Atlantic Hotels. Ich gebe gerne zu, das Boot habe ich zuerst nicht wirklich entdeckt. Die ovale Form jedoch sticht heraus und verrät schon vorab, das sich hier etwas Besonderes versteckt. Das Klimahaus ist ein spannender Ort für alle Nachwuchswissenschaftler und für alle, die sich über das Thema „Klima“ informieren wollen.

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Für das Klimahaus braucht man etwas mehr Zeit – wohl auch ein Grund, warum ich es bisher nicht geschafft habe, einmal hinein zu schauen. Ein Blick von außen lohnt sich nicht nur bei Tag, auch bei Nacht wird das Gebäude auf eine ganz besondere Art ausgeleuchtet.

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Nachts sieht das Klimahaus am Hafen wirklich spacig aus.

Mein Tipp – lauft am alten Leuchtturm vorbei und stellt euch dort auf die Aussichtsplattform. In einer klaren Nacht könnt ihr hier ein besonders tolles Foto von den Havenwelten machen.

Eine Reise auf den Spuren der Auswanderer

Schon das zweite mal war ich zu Besuch im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven. Das Museum befindet sich direkt am Eingang der Havenwelten und entführt in eine Zeit, die so lange noch nicht vorbei ist. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts sind von Bremerhaven aus viele 1000 Menschen in die USA oder nach Südamerika ausgewandert.

Galerie der 7 Millionen
Galerie der 7 Millionen

Im Auswandererhaus folgt man den Spuren einer ausgewählten Person – von der Abreise bis hin zur Einbürgerung. Schon 2006 war ich von diesem Museum und seiner Gestaltung sehr beeindruckend – und auch das Thema ist sehr spannend und im Zeitalter von Flüchtlingströmen und Vorurteilen ein Ort, der bewusst macht, um was es wirklich im Leben geht.

Um das Streben nach dem eigenen Glück. Wo wir gerade bei dem Thema Einwanderer sind – auch diesem Schwerpunkt hat sich das Museum seit knapp 2 Jahren angenommen. In einem neu errichteten Bereich werdet ihr in ein Deutschland der 70er und 80er Jahre entführt – und folgt auch dort der Geschichte eines Einwanderers.

Einmal „Dicke Pötte“ sehen

Nach dem Museum wird es Zeit, hinaus auf die Weser zu fahren. Die „Dicke Pötte“ – Tour startet von März bis November täglich 14 Uhr im Innenhafen ein paar Meter vor der Schleuse. Eine Reservierung (vor allem an schönen Tagen und dem Wochenende) kann ich euch nur empfehlen, ich hatte Glück, das ich noch mit aufs Boot durfte.

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Die Tour dauert knapp 2 Stunden und wartet gleich zum Anfang mit einem wirklichen Highlight auf. Die MS Geestemünde fährt durch die Schleuse. Das ist vor allem vom Schiff aus ein ganz besonderes Highlight, aber auch wer nur mal „zuschauen“ will, kann hier auf seine Kosten kommen.

Vorbei am alten Leuchtturm fahrt ihr hinaus auf die Weser und hinüber zum Containerhafen, zum Kreuzfahrtterminal und mit ganz viel Glück sogar noch zu den Seehundbänken. Das hängt jedoch immer davon ab, welche Gezeiten gerade herrschen – wir haben leider keine Seehunde sehen können. Die Fahrt war deshalb nicht minder spannend. Wir haben riesige Schiffe gesehen, ein Kranführer hat uns sogar sein Können vorgeführt und auch das Traumschiff lag aktuell in Bremerhaven vor Anker.

Ihr könnt von der Schifffahrt nicht genug bekommen?

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum von oben
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum von oben

Dann kann ich euch einen Besuch im Deutschen Schiffahrtsmuseum nur ans Herz legen. Schon im Museum gibt es neben spannenden Ausstellungstücken auch zahlreiche „Mitmachmöglichkeiten“. Ich habe erfahren, das Wasser ziemlich schwer ist, und das es gar nicht so leicht ist, ein Containerschiff zu manövrieren.

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Wirklich begeistert hat mich jedoch der Museumshafen. Vier Schiffe konnte ich von innen und außen besuchen, und da ich auch just am Tag der Museen vor Ort war, bekam ich auf einigen Schiffen auch spannenden Input zur Geschichte der Schiffe. Besonders spannend fand ich den Schlepper, den man ganz untypisch von unten erforschen muss.

Schon mal in Schiffahrtslaune besuchte ich dann auch gleich noch das U-Boot „Wilhelm Bauer“ – das zwar nicht zum Schifffahrtsmuseum gehört, aber deshalb nicht minder spannend war. Übrigens – ich mit meinen 161 hatte keine Beklemmungen und überall genug Platz.

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Noch mehr Havenwelten – Erlebnisse?

Mein Bericht ist schon recht lang, ein paar Sachen finde ich jedoch so spannend, dass ich sie nicht unerwähnt lassen will. Da wären zum einen die wohl längsten Bänke Deutschlands, die ihr bei einem Deichspaziergang entdecken könnt.  Lasst die mal 10 Meter oder so lang sein, auf jeden Fall passt gefühlt eine ganze Schulklasse drauf. Der Blick auf die an dieser Stelle unglaublich breite Weser und die vorbeifahrenden Schiffe lässt den einen oder anderen hier stundenlang verweilen, wie ich beobachten konnte.

Bremerhaven Havenwelten

Das Mediterraneo ist auch noch empfehlenswert – auch wenn es in das Hafen – Wasser – Wandern – Konzept auf den ersten Blick nicht wirklich passt. Es handelt sich um ein Shoppingzentrum mit ein paar kleinen und netten Geschäften. Das eine oder andere entspannte Stündchen kann man hier auch verbringen. Das Columbuscenter auf der gegenüberliegenden Seite fand ich leider nicht so toll, dafür gibts dort einen Supermarkt und eine Drogerie.

Mein letzter Besuch an diesem Wochenende galt dem Radarturm, der ein wenig unscheinbar zwischen all den neuen Gebäuden steht. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher und doch ist ein Besuch sehr spannend. Nicht nur, weil eine Auffahrt nur 1 Euro kostet, der Blick von hier oben bietet einen 360 Grad Blick auf die gesamte Stadt.

Wenn ihr etwas mehr zur Geschichte erfahren wollt, der Pförtner/Radarturm-Wart kann euch einiges zu diesem Gebäude erzählen. Leider ist der Turm nur noch im Sommer geöffnet, da im Winter zu wenig Gäste vor Ort sind. Übrigens, ganz hoch kommt man nicht, der Fahrstuhl fährt in die von Glas geschützte Aussichtsplattform.

Was eine Erlebniswelt, oder?

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Eine Nacht im Atlantic Hotel Sail City bekommt ihr ab 99 Euro pro Zimmer.
  • Im Restaurant Strom könnt ihr auch als externe Gäste einkehren. Im Sommer gibt es einen Windgeschützten Bereich neben dem Restaurant, wo ihr auch draußen essen könnt.
  • Eine Auffahrt auf die Aussichtsplattform des Sail City ist im Preis für das Hotel nicht inklusive, der Eintritt kostet 3 Euro.
  • Das Deutsche Auswandererhaus kostet 13,80 Euro Eintritt für Ein und Auswandererhaus. Wenn ihr das Schifffahrtsmuseum auch besuchen wollt, lohnt sich ein Kombiticket, welches für Erwachsene 18 Euro kostet. Das Kombiticket könnt ihr auch am Folgetag einlösen. Für die Museumsschiffe ist ein Zusatzeintritt von einem Euro pro Schiff fällig. An besonderen Tagen wie dem Tag der Museen ist der Eintritt frei.
  • Die Fahrt mit der MS Geestemünde kostet 11 Euro für Erwachsene. Ich empfehle unbedingt eine Reservierung der Dicke Pötte Tour! Da es im Schiff recht warm ist, solltet ihr geeignete Kleidung mitnehmen (kann schon mal eine leichte Brise wehen ;))
  • Die Karte fürs Klimahaus kostet 15 Euro. Hier gibt es viele Familienangebote!
  • Das U-Boot „Wilhelm Bauer“ liegt auch im Museumshafen und kann für 3,50 Euro besucht werden. Das U-Boot kann von hinten nach vorne durchlaufen/durchklettert werden – allzu eng ist es jedoch nicht.
  • Der Richtfunkturm unweit der Havenwelten kann für 1 Euro von Mi – So nachmittag besucht werden.
  • Schleusenfahrten könnt ihr bis 22 Uhr beobachten.
Es gibt einen Bus vom Hauptbahnhof Bremerhaven zum Deutschen Schifffahrtsmuseum (Linie 501 Rtg. Wulsdorf Bahnhofstr.). Für Autos gibt es ein Parkhaus direkt zwischen Klimahaus und Sail City. Dies ist jedoch kostenpflichtig.  
Ich habe im Atlantic Hotel Sail City übernachtet. Das Hotel liegt direkt in den Havenwelten und bietet einen tollen Ausblick, moderne Zimmer und ein empfehlenswertes Frühstück.

Offenlegung: Ich wurde vom Atlantic Hotel Sail City und Bremerhaven Touristik für ein Wochenende eingeladen. 

4 Kommentare

  • Hallo Janett,
    ein schöner Bericht über Bremerhaven.
    Ich möchte deinen Lesern eine Sonderaktion am 31.07.2016 ans Herz legen, dann ist nämlich der „Tag der Seenotretter“ und die Station Bremerhaven lädt dazu ein sich über die Arbeit der Seenotretter zu informieren. Von 10:00 bis 17:00 Uhr wird der Seenotkreuzer HERMANN RUDOLF MEYER an der Seebäderkaje am Willy-Brand-Platz zu besichtigen sein (ausser er wird zu einem Einsatz gerufen). Auch das Deutsche Schifffahrtsmuseum beteiligt sich mit Vorträgen und stündlich angesetzten Führungen zum Thema Seenotrettung.

  • Liebe Janett, frei nach dem Motto #MetropoleKannJeder war ich auch vor rund 1,5 Jahren zum letzten Mal in Bremerhaven. Klimahaus, Auswanderhaus, Aussichtsturm & Co. standen natürlich auch auf meinem Plan. Zusätzlich ging es aber auch noch in den „kleinen“ Zoo am Meer: http://wellness-bummler.de/bremerhaven-mit-kindern/ – der lohnt sich wirklich auch sehr. Grad kleinere Kinder sind hier sehr begeistert – von den frechen Pinguinen z.B. ;-)

    Auch in Sachen Essen gibt es in Bremerhaven ganz urige Sachen wie z.B. die Seute Deern oder auch die Letzte Kneipe vor New York. :-) Hast du die auch besucht?

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