Koh Chang – Thailand (Teil 2)

Am darauf folgenden Tag wurde uns die Planung vom Wetter abgenommen: Während es an den meisten Tagen in dieser Zeit vormittags des Öfteren zu kleineren und größeren Schauern kommt, regnete an diesem schönen Sonntag wie aus Kübeln. So entschlossen wir uns den Vormittag auf dem Zimmer zu verbringen und uns ein wenig unserer Urlaubslektüre zu widmen. Zum Mittag genossen wir das exotische Obst, das täglich frisch auf unser Zimmer gebracht wurde und warteten auf die nächsten Sonnenstrahlen. Diese zeigten sich am frühen Nachmittag, so dass wir diesen noch entspannt am tollen Hotelpool verbringen konnten. Für den Abend entschieden wir uns, die Gegend rund um unser Hotel zu erkunden und machten uns zu Fuß auf die Suche nach einem Restaurant. Nach nicht einmal 10 Minuten kamen am „M & D’s“ vorbei und waren entzückt von der liebevollen Gestaltung des Lokals und den Gesichtern der Besitzerin und ihrer Mitarbeiter, die uns sofort willkommen hießen. Die Einrichtung war typisch für die Insel und erinnerte uns spontan an die Möbel der „Familie Feuerstein“: sehr massiv, stabil und nach unseren europäischen Maßstäben ganz gerade. Wir nahmen Platz an einer der Sitzgruppen und studierten die ebenso originelle, wie vielfältige Speisekarte. Und dann trank ich zum ersten Mal eines der leckersten Getränke, die ich je probiert hatte – einen Wassermelonen-Shake. Dieser Shake ist wieder einmal der Beweis dafür, dass die einfachsten Sachen oft die leckersten sind. Zubereitet wird er nämlich, indem Wassermelone mit Eis püriert wird – weiter nichts – und es gab ihn in den weiteren Variationen Ananas, Mango, Kokos und Banane. TZR5Von diesem Tag an trank ich statt Wasser zum Essen meist mindestens einen solchen Shake, denn frischer und leckerer ging es nicht. Wie bereits erwähnt war Speisekarte von „M & D’s“ ebenfalls ein echtes Highlight. Neben den „normalen“ thailändischen Speisen und Omelettes wurden hier auch verschiedene asiatische BBQs angeboten. Meine Begleitung entschied sich für das Koreanische BBQ und bekam einen Feuertopf und jede Menge Hühnchen, Rind- und Schweinefleisch zum Selbstgrillen.  Dazu gab es eine Brühe und uns unbekanntes Gemüse, das ebenfalls in diesem Feuertopf gegart werden konnte, und verschiedene scharfe, sehr scharfe und mega-scharfe Soßen. Ein wirklich originelles und schmackhaftes Essen und ein gelungener Abschluss für einen tollen Urlaubstag.

TZR6Den nächsten Tag begannen wir wieder mit einem ausgiebigen Frühstück und ein wenig Sport, bevor wir am frühen Nachmittag zu einem der Elefantencamps aufbrachen. Das „Chang Chutiman Trekking“ bot verschiedene Touren auf den Rücken der Elefanten an. Da wir für die Wasserfall-Tour leider zu spät dran waren, entschieden wir uns für die einstündige Dschungel-Tour und waren gespannt, was uns der Urwald zu bieten hatte. Nun, es war eine sehr hohe und wackelige, eher behäbige Angelegenheit. Der Elefant, auf dem wir saßen hatte auch offenbar noch nichts gefrühstückt, denn er blieb an fast jedem ihm schmackhaft erscheinenden Busch stehen und gönnte sich einen Snack. Alles in allem war der Ausflug auf den ausgetretenen Pfaden in den Dschungel weniger aufregend als wir gehofft hatten. Es gab leider weder wilde Tiere zu sehen, noch sonstige Highlights. Einen Wasserfall bekamen wir an diesem Tag dann doch noch zu Gesicht. Der wohl bekannteste Wasserfall auf Koh Chang ist der Klong Plu. Er ist zu Fuß auf einem befestigten Weg durch den Dschungel in knapp 10 Minuten zu erreichen und lohnt wirklich jede Anstrengung, TZR7denn der Klong Plu ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern bietet auch eine tolle Abkühlung. An den Bäumen befestigte Seile laden zudem noch zum Reinspringen und Herumtollen ein, was offensichtlich nicht nur ein Spaß für die kleinen Urlauber war. Nach dem Bad im kristallklaren Wasser wärmten wir uns auf einem der vielen vom Wasser rund geschliffenen Felsen wieder auf, bevor es zurück ging in die Zivilisation und zu den Souvenirshops, die sich  vor dem Wasserfall angesiedelt haben. Da Elefantenreiten, Wandern und Schwimmen hungrig machen und es am Vortag so toll und lecker war, wiederholten wir am Abend unseren Besuch bei „M & D’s“ und probierten dort neue leckere Gerichte. Ein echtes Muss in Thailand sind in jedem Fall die Currys. Aber Vorsicht: Wo „hot“ draufsteht ist meistens „very hot“ drin, denn was für die Thais mild gewürzt bedeutet, ist für unsere Zungen oft schon scharf genug. Ich entschied mich jedenfalls für ein mildes, gelbes Curry und war restlos begeistert: der Geschmack war toll und die Schärfe war gerade richtig, um vom Geschmack auch noch etwas zu merken. Dazu tranken wir alle die Shake-Karte hoch und runter und wurden uns einfach nicht einig, welcher der beste war.

Da wir den nächsten Tag wieder komplett im Hotel verbrachten und uns dort im sehr abwechslungsreich und modern ausgestatteten Fitnesscenter beim Steppen, Rudern, auf dem Laufband und beim Tischtennis austobten, beschlossen wir, auch den Abend gemütlich im Hotel zu verbringen. Diesmal stellten wir die italienische Küche des Restaurant „Sassi“ auf die Probe und was soll ich sagen: es hat sich wieder total gelohnt. Die Pasta und Pizza von Chefkoch Stefan waren beide ein wahre Offenbahrung, auch wenn die Pizza ein wenig anders war als gewohnt und mit ihrem dünnen, knusprigen Teig mehr an einen Flammkuchen erinnerte. Auch der Nachtisch war einfach nur himmlisch, was das phantasievolle Anrichten betraf ebenso wie den Geschmack. Was wieder besonders auffiel war der aufmerksame Service des Restaurantpersonals, das uns scheinbar alle Wünsche von den Augen ablas. Allein schon wegen der großartigen Küche ist das Amari Emerald Cove eine Reise wert.

Am Tag acht unseres Aufenthaltes auf Koh Chang war wieder Action angesagt. Zusammen mit unseren Freunden und einem knallblauen Pick-up starteten wir am Vormittag zur lange überfälligen Inselerkundung. Diese Reise kann ich durchaus als abenteuerlich bezeichnen, da die einzige umlaufende Straße knapp 80 Kilometer mehr oder weniger gleichmäßigen Belag zu bieten hat. Zudem besitzt sie in den bergigen Abschnitten extrem steile und enge Kurven, so dass schon die Fahrt zu den Ausflugszielen zum echten Erlebnis wird. Da die Straße noch nicht vollständig durchgängig ist, es fehlen noch ca. zwölf Kilometer wie uns ein Einheimischer verriet, kamen wir an allen Plätzen zweimal vorbei – einmal auf der Hin- und einmal auf der Rückreise. TZR8Dabei genossen wir die grandiosen Aussichten über die Berge und das Meer, sowie in den kleinen Dörfern viele Einblicke in das Leben der Einheimischen. Eine besonders beeindruckende Aussicht hat das im nordöstlichen Teil von Koh Chang gelegene „Paradise behind the Sea“ zu bieten. Zum Genuss der hervorragenden Gerichte aus der Küche Kambodschas und Thailands ließen wir uns auf den auf den sehr bequemen und für Koh Chang typischen Holzmöbel und gemütlichen Sesseln nieder und erfreuten uns an der Wohnzimmeratmosphäre des Lokals. Wir erlagen der farbenfrohen Speisekarte und probierten exotisches Fingerfood, das an Sushi erinnerte, und leckere Suppen, sowie die obligatorischen Frucht-Shakes. Wie immer lagen der Melonen- und der Lemon-Shake an vorderster Position und besonders köstlich fand ich als absoluter Nachtisch-Fan die Kokossuppe mit Tapioka Pearls (grünen Sago-Perlen) und die in Backteig frittierten und mit Sirup servierten Bananen. Diese beiden Gerichte hatten einen gewaltigen Suchtfaktor. Dennoch konnten wir uns vom Paradies trennen und fuhren weiter in Richtung Süden und Salak Phet. TZR9Die Bucht von Salak Phet ist wahrscheinlich der bekannteste Ort auf Koh Chang, das gleichnamige Fischerdorf ist bekannt für seine vielfältige Seafood-Küche. Da wir in der Nebensaison Koh Chang besuchten, war von dem oft beschriebenen Gewimmel wenig zu spüren. Im Grunde war der Ort wie völlig ausgestorben: die Restaurants waren geschlossen und die handvoll Menschen, denen wir begegneten schienen verwundert, dass sich jemand dorthin verirrt hatte. Trotzdem ist der Hafen von Salak Phet ein magischer Ort, besonders bei den grauen, tief hängenden Regenwolken, die das grünlich schimmernde Wasser der Bucht ein wenig unheimlich wirken lassen. Einerseits ein wenig gespenstisch und andererseits ein außergewöhnliches Fotomotiv mit den im Dunst kaum zu erkennenden Bergen und den farbenfrohen Fischerboten an den Anlegestellen. Den Tag beendeten wir auf dem Heimweg zurück zu unseren Hotels am White Sands Beach im Thor’s Palace. Die traumhafte Lage dieses Lokals direkt am Strand ist wirklich ein echtes Highlight, mit nur zwei Stufen zum Sand und zur Brandung. Für Kinder optimal, da sie nie aus dem Blickfeld verschwinden und sich so die Zeit mit Plantschen vertreiben können bis die Erwachsenen endlich mit dem Essen fertig sind. TZR10Für die großen Gäste wartet dieser Küstenabschnitt mit großartigen Fotomotiven auf, wie zum Beispiel beim Sonnenuntergang über dem Meer – einfach ein unvergessliches Erlebnis. Noch nie habe ich so viele Farben wie in diesem Moment gesehen geschweige denn festgehalten. Das Essen im Thor’s Palace kann ich übrigens uneingeschränkt empfehlen, denn die Mischung aus traditionellem Thaifood und europäischen Gerichten wie zum Beispiel Pizza und Pasta war wirklich lecker. Natürlich standen auch hier die berühmten frischen Frucht-Shakes auf der Karte. Alles in allem  ein würdiger Abschluss für einen ereignisreichen und aufregenden Tag auf Koh Chang.

 

 

Monique
Monique

Monique zog es früh von Thüringen aus hinaus in die Welt. Als Kulinarik-Expertin im Team von Teilzeitreisender.de präsentiert sie uns besondere Highlights rund um die Welt!

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