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Kanada

Manawan – Wo das Abenteuer beginnt.

Schon seit gut einer Stunde habe ich Angst um unseren Reisebus. Eine Straße – oder soll ich sagen Schotterpiste – führt in das Reservat Communauté Atikamekw. Was für Rallyefahrer ein Genuss ist, ist in einem kleinen Bus und nach einer langen Anreise von Deutschland eine Herausforderung.

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Manawan – Ein erster Schritt in die Wildnis

Eine kleine Gemeinde irgendwo im Nirgendwo von Quebec. Knapp 2600 Einwohner, die allesamt dem Stamm der Atikamekw angehören. Die leben seit Jahrtausenden in den Wäldern von Kanada – und waren bis ins 19te Jahrhundert als Nomaden ständig in Bewegung. Als Jäger und Sammler waren die Monate mit der Jagd und dem Fischen bestimmt, in den Wäldern von Quebec ein oft sehr erfolgreiches Unterfangen. Mittlerweile ziehen nur die wenigsten umher – Manawan ist seit Anfang des 19ten Jahrhunderts ihre Heimat.

Unsere Herberge für die erste Nacht

Erst seit einigen Jahren gibt es im Reservat der Atikamekw auch Tourismus. In Manawan gibt es seit 2015 ein kleines 3 Sterne Hotel Auberge mit 10 Zimmern.

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Nach gut einer Stunde Fahrt über besagte Schotterpiste freu ich mich über die Ruhe, die mich hier umfängt. Nach ebenso langer Zeit ohne Internet habe ich hier vor Ort Wifi. Das letzte Mal. Für die kommenden drei Tage.

Wir werden mit einem musikalischen Abend begrüßt. Ich stelle schnell fest, das sich das Volk der Atikamekw mit der französischen Sprache leichter tut – und doch klappt die Verständigung.

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Das Abendessen tut sein übrigens – nach knapp 24 Stunden auf den Beinen werde ich an diesem Abend nicht alt.

Frühstücken im Dorf

Wir frühstücken nicht im Hotel – in der Gemeinde gibt es jedoch ein kleines Diner.

Frühstücken in Manawan
Frühstücken in Manawan

Unscheinbar und auf den ersten Blick wenig einladend bekomme ich dort das wohl beste deftige Frühstück meines Lebens. Ei, Käse, Wurst, Poutine – das Ambiente drumherum war mir nach dem Genuss schlichtweg egal.

Eindrücke aus der Gemeinde

Der Ort Manawan beherbergt zwar einige 1000 Menschen, im ersten Moment hat man hier das Gefühl, in einer kleinen Wohn-Siedlung außerhalb einer großen Stadt zu sein. Sehenswürdigkeiten sind hier begrenzt, es gibt keinen klassischen Stadtkern, nur der Lake Metabeckeka lockt viele Fischer hinaus in die Wildnis.

Auf der Straße streunen ein paar Hunde und vor den Häuser stehen ein paar Einheimische und beobachten uns „Exoten“. Gäste gibt es zwar einige – Touristen sind jedoch immer wieder eine Besonderheit – vor allem wenn sie so sichtbar erscheinen wie wir. Eine Reisegruppe – allesamt mit Kameras bewaffnet – ist hier nicht sehr häufig zu sehen.

Warum mich eine Kirche so verwirrt hat

Wir entdecken die Kirche des Ortes. Ich muss ehrlich zugeben, das mich dieser Ort ein wenig verwirrt. Bevor die Europäer das Land Kanada „bekehrten“ – hatten alle Stämme ihre Heiligen. Heilige, die auch heute noch in Zeremonien verehrt werden und Mutter Natur – die das Maß aller Dinge ist.

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Wie nur kommt es dann, das mitten in einem „First Nation Reservat“ eine katholische Kirche steht? Um dieser Sache auf den Grund zu gehen habe ich diesmal keine Zeit. Und doch ist es eine Frage, die mich beschäftigt….

Vorbereitung auf unser großes Abenteuer

Im Büro von Tourisme Manawan erfahrt ihr einiges mehr über die Einwohner der Stadt. Auf Schautafeln wird einiges über die Geschichte berichtet und doch habe ich an diesem Dienstag morgen kaum ein Auge dafür.

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Für uns beginnt hier eine Reise. Fernab vom Alltag,ohne Internet, Strom und fließend Wasser werden wir drei Tage auf einer Insel verbringen. Noch in Manawan unterschreiben wir ein Dokument, in dem wir versichern, das wir gesund und das wir uns der Gefahren bewusst sind. Ein wenig mulmig wird mir nun schon. Bin ich fit genug? Schließlich plagt mich schon seit Tagen eine nervige Bronchitis.

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Die jedoch ist kein Problem – und so befinden wir uns kurze Zeit später auf dem Weg zu unserem Schiff. Auf in die Wildnis. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
  • Eine Anreise nach Manawan von Montreal ca. 4-5 Stunden. Die letzten 1 1/2 Stunden fahrt ihr auf eine Schotterpiste, schaut bitte vorher nach, ob euer Mietwagen gegen Steinschlag versichert ist.
  • Mit dem deutschen Mobiltelefon habt ihr hier nicht viel Empfang. Das Hotel und auch das Gebäude von Tourisme Manawan verfügen über Wifi.
  • Sehr gut frühstücken könnt ihr in der Cantine Bello. Der Imbiss sieht zwar nicht sehr besonders aus – aber das Frühstück ist sehr lecker!
  • Für Angler gibt es sehr viele Ausflugsmöglichkeiten in der Region.
  • Für Aktivitäten und Kontakt rund um Manawan (Manouane) sollte euer erster Besuch ein Abstecher ins Tourismusbüro sein. Dies ist gut erreichbar an der Hauptstraße zu finden (Fürs Navi: Québec J0K 1M0). Beachtet jedoch, das dort nur bis 17 Uhr geöffnet ist.
  • Interessante Infos über die Region der Atikamekw findest du hier.
Der einfachste und günstigste Weg ins Reservat ist der mit einem Wagen. Da ihr über Schotterpiste fahrt, solltet ihr jedoch auf ein Auto mit Steinschlagversicherung und auf einen vollen Tank achten. Die Fahrt von Montreal dauert ca. 4 – 5 Stunden.
Wir haben im Hotel Auberge übernachtet. Die Zimmer verfügen über einen Balkon und eine kleine Küche. Das Zimmer kostet ca. 90 – 120 Euro. Übrigens für alle großen Menschen – die Betten sind extralang und richtig gemütlich!

Offenlegung: Im Rahmen einer Pressereise wurde ich von AboriginalTourism, VisitCanada und TourismManawan eingeladen.

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

4 Kommentare

Hier kannst du einen Kommentar abgeben

  • Das ist ein echt schön geschriebener Artikel. Ich war mitten drin in Deinem Abenteuer. Und dann baust Du da so einen Cliff Hanger ein. Wie gemein :-)

    Ich freue mich auf mehr Geschichten über Dein Kanada Abenteuer.

    Liebe Grüße, Heike

  • Liebe Janett,

    Dein Artikel macht definitiv Lust auf mehr, jetzt bin ich erst recht gespannt auf diesen Teil Kanadas! Soeben taste ich mich hier, im Rahmen meiner Reisen nach Saskatoon & vor allem Winnipeg, ein wenig näher an die First Nations Cultures heran, vor allem auch was den französischen Einschlag angeht der hier in Winnipeg schon spürbar ist.

    Québec – ich bin gespannt!

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