Home » Reisethemen » Teilzeitreisen - Service » Mit dem Zipfelpass in Deutschland unterwegs. Ein Interview mit Meike(meilen)
Teilzeitreisen - Service

Mit dem Zipfelpass in Deutschland unterwegs. Ein Interview mit Meike(meilen)

Meike kenne und folge ich schon, seit ich mich mit dem Thema „Reiseblog“ beschäftige. Die Journalistin aus Wuppertal entdeckt immer wieder ganz besondere Orte und Dinge, die mir so wohl nie aufgefallen wären. So auch der Zipfelpass – von dessen Existenz ich eigentlich erst durch Meike erfahren habe. Auf ihrem Blog Meikemeilen.de hat sie ausführlich darüber berichtet und steht mir zu diesem wirklich spannenden Thema heute Frage und Antwort.  Vielen Dank für das tolle Interview!

Meikes Zipfelpass (Bildrechte liegen bei Meike Nordmeyer, Meikemeilen.de)

Meike, du hast in den vergangenen Jahren eine spannende Themenreihe realisiert, wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Ich habe alle vier Zipfelstädte Deutschlands besucht, also den südlichsten, östlichsten, westlichsten und nördlichsten Ort der Republik. Auf die Idee zu dieser Themenreihe bin ich gekommen, als eine Reise nach Oberstdorf anstand. Das ist ja die südlichste Gemeinde Deutschlands. Mein Bruder Jörn wies mich darauf hin, dass ich mir in Oberstdorf einen Zipfelpass geben lassen sollte. Davon hatte ich noch nie gehört. Ich war aber sofort neugierig und habe mir natürlich einen solchen Pass besorgt.

Südlichster Zipfel Deutschlands. (Bildrechte liegen bei Meike Nordmeyer, Meikemeilen.de)

Was hat es mit dem Zipfelpass auf sich? Wo kann man diesen bekommen?

Der Zipfelpass basiert auf dem Zipfelbund, zu diesem haben sich die vier Städte beziehungsweise Gemeinden an den äußersten Punkten Deutschlands zusammengeschlossen. Das sind neben Oberstdorf noch Görlitz im Osten, der Selfkant im Westen und List auf Sylt im hohen Norden. Wer einen dieser Orte besucht, kann sich dort beim Tourismusbüro einen Zipfelpass holen und abstempeln lassen. Und dann gilt es, auch alle drei weitere Zipfelorte zu bereisen und den Pass abstempeln zu lassen. Voraussetzung für den Stempel im Pass ist, dass die Besucher mindestens jeweils für eine Übernachtung bleiben.

Wer alle Zipfelorte innerhalb von vier Jahren schafft, erhält schließlich ein passendes Präsentpaket. Das ist ein schöner Ansporn. Aber natürlich ist das beste daran, dass der Zipfelpass dazu anregt, in alle vier Himmelsrichtungen von Deutschland so weit wie möglich zu reisen und die Orte und Landschaften dort kennenzulernen.

Nördlichster Zipfelort Deutschlands:
List auf Sylt. (Bildrechte liegen bei Meike Nordmeyer, Meikemeilen.de)

Wie lange hast du insgesamt für deine Reisen gebraucht und gab es besondere Herausforderungen?

Am Anfang habe ich gedacht, dass vier Jahre für diese Reisen ja reichlich sind. Doch dann rast die Zeit, man kennt das ja. Schnell waren drei Jahre herum, und ich hatte erst zwei Orte besucht. Dann musste ich mich für die anderen beiden beeilen. Aber das hat dann geklappt, denn mein Ehrgeiz, die Frist einzuhalten, war ja ungebrochen. Über den Selfkant musste ich mich dann erstmal genauer informieren, insofern hat der mich am meisten gefordert. Das ist wirklich das Lustige an der Sache, dass ich diese Gemeinde, die mit rund 100 Kilometern Entfernung am nächsten an meiner Heimatstadt Wuppertal liegt, trotzdem am wenigsten kannte.

Von allen anderen Zipfeln hatte ich schon etwas gehört, in List war ich sogar schon mal zuvor. Vom Selfkant hingegen wusste ich nichts. So habe ich diese Region in meiner Nähe auch endlich mal kennengelernt. Ich bin dort wie vom Pass gefordert für eine Übernachtung hingereist, obwohl ich das ja auch gut als Tagesausflug hätte unternehmen können. Aber so hatte ich Zeit, die Gegend ausgiebig zu erkunden.

Ansonsten gab es in den Zipfeln nur kleinere Herausforderungen, die zum Reisen dazugehören, wie beispielsweise auf dem Fahrrad dem Gegenwind zu trotzen, selbstgesammelte Austern im Wattenmeer zu probieren oder sich in Oberstdorf von Regen, Nebel und ungewöhnlicher Kälte für den Monat Mai nicht stören zu lassen.

Du bist ja am nördlichsten, südlichsten, westlichsten und östlichsten Ort Deutschlands gewesen – hast du jetzt Interesse, diese Reihe durch weitere Orte zu ergänzen? Den tiefsten und den höchsten Ort, den kleinsten und den größten, den sonnigsten und den regnerischsten – hast du Pläne?

Die Geschichten zu den Zipfelorten sind auf meinem Reiseblog meikemeilen sehr gut angekommen. Der Zipfelpass hat bei den Lesern für Begeisterung gesorgt. Viele wollen jetzt auch so eine Tour mit dem Pass unternehmen. Das ist wirklich schön, dass ich dazu mit meinen Berichten anregen konnte. An so einer Themenreihe ist auch klasse, dass man dann immer wieder auf die anderen Artikel verweisen kann und merkt, dass die Leser die gesamte Reihe verfolgen. Daher möchte ich die natürlich fortsetzen.

Östlichster Zipfelort: Görlitz (Bildrechte liegen bei Meike Nordmeyer, Meikemeilen.de)

Der Zipfelpass ist nun vollständig. Aber Du hast ja schon schöne Ideen genannt, da gibt es noch viele weitere Möglichkeiten für besondere Reisen im Lande. Als nächstes möchte ich erstmal den Mittelpunkt von Deutschland in Thüringen aufsuchen und darüber berichten. Denn der passt ja sehr gut als Gegenstück zu den Zipfeln. Dann gibt es schon ein weiteres Vorhaben. Ich war nämlich noch nie auf der Zugspitze. Der höchste Punkt Deutschlands – da muss ich endlich mal hin. Ich habe auf jeden Fall noch viele Ideen für die Reihe.

Der Zipfelverbund und ZipfelpassMeikes Blogartikel über ihre Erlebnisse in den Zipfelorten

Mehr Infos zum Zipfelbund gibt es auch hier: www.zipfelbund.de

 

Über den Autoren

Janett

Hallo, ich bin die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Ich liebe kreative und verrückte Reisen, stehe auch auf Motorsport und Roadtrips. Als Experte in "Günstig in den Urlaub" kann ich sicherlich auch Tipps für eure nächste Reise geben!

1 Kommentar

Hier kannst du einen Kommentar abgeben