Ein Tag in Tenby – Wandern auf dem Küstenpfad in Pembrokeshire

Vor gar nicht allzu langer Zeit haben wir unsere Wales-Reise geplant. Das – so kann ich euch verraten – ist aufgrund der Vielzahl von spannenden Reisezielen gar nicht so einfach. Vor allem dann nicht, wenn nur knapp zwei Wochen Reisezeit eingeplant sind. Auf einen sehr schönen Teil von Wales einigten wir uns jedoch recht schnell. Eine Region, deren Namen ich nur nach mehrmaligem Anlauf fehlerfrei aussprechen kann: Pembrokeshire. Unser erstes Reiseziel im Südwesten? Tenby. Was wir dort erlebt haben? Das erfahrt ihr hier!

Auf nach Tenby

An einem Montag in aller Herrgottsfrühe startete unser Zug in Cardiff. Bis nach Tenby fahren wir immer entlang der Küste – von der wir jedoch an diesem Tag nicht wirklich viel sehen. Dicker Nebel verdeckt die Sicht auf die Carmarthen Bay. Einmal müssen wir umsteigen – und doch verfliegt die Zeit bis nach Tenby. Nur knapp 3 Stunden brauchen wir für die knapp 120 Kilometer bis in den berühmten Hafenort im Südwesten von Wales.

Unser Hotel liegt direkt am Meer – nur eine Straße und ein kleiner Garten trennt uns vom Sandstrand. Nach Baden ist mir jedoch an diesem usseligen Montagnachmittag nicht. Ich genieße für den Moment den Blick von unserem kleinen Balkon und bestaune St Catherine’s Island – welches nur gut 200 Meter von unserem Hotel aus dem Wasser zu ragen scheint.

Zugegeben – kurz war die Überlegung da anstatt einer Erkundung von Tenby und Umgebung den kleinen Wellnessbereich vom Atlantic Hotel zu nutzen. Und doch – bei nur einem Tag Aufenthalt wollten wir natürlich auch ein wenig die Landschaft und die Orte sehen. Tenby – so stellen wir nach unseren ersten Metern fest – scheint in der Zeit vor den Sommerferien sehr beliebt bei der älteren Generation.

Vor allem tagsüber ist die Altstadt recht überlaufen – wir entscheiden uns daher an diesem Tag spontan für eine kleine Wanderung auf dem Küstenpfad.

Auf dem Küstenpfad nach Saundersfoot

Die Sonne sollte sich an diesem Tag nicht mehr blicken lassen. Und doch blieb uns der Wettergott treu indem er zumindest keinen Regen schickte. Der Küstenpfad schlängelt sich entlang der Küstenlinie. Anders als ich erwartet habe jedoch nicht direkt am Wasser, sondern durch ein Waldgebiet gut 50 Meter abseits des Wassers.

Die „Auf und Abs“ haben es vor allem für mich in sich. Es gilt gefühlt 1000 Treppen zu besteigen, durch tiefen Dschungel zu waten und es durchaus auch mal mit gefährlichen Tieren auf der Weide aufzunehmen.  Belohnt werden dir jedoch mit tollen Ausblicken auf die Küstenlandschaft Pembrokeshire.

Wir haben Ebbe und entschließen uns auch den dann recht breiten Sandstrand zu genießen. Weit kommen wir nicht, denn ich entdecke eine kleine Höhle. Ob diese bei Flut unter Wasser steht? Ich will nicht riskieren dann in einer walisischen Höhle gefangen zu sein und setze daher den Strandspaziergang fort.

Kurze Zeit später sind wir auf dem Weg zur nächsten Entdeckung – dem Hafen von Saundersfoot. Auch hier haben wir das Glück der Ebbe – denn zwischen den Schiffen im Hafen können wir komplett trockenen Fußes umherlaufen. Das ist wirklich verrückt und auch recht spannend – dennoch müssen wir uns sputen – denn das Meer kommt zurück.

Saundersfoot

Einen kleinen Blick werfen wir noch auf den  kleinen Leuchtturm von Saundersfoot und entscheiden uns dann für einen Rückweg mit dem Bus. Mittlerweile ist es später Nachmittag. Wir haben Glück, denn nur wenige Minuten nach unserem Eintreffen im Hotel fängt es ziemlich an zu regnen.  Wir beschließen unsere weitere Entdeckungsreise durch Tenby später fortzusetzen und besuchen auf Empfehlung den „Salt Cellar“.

Das Restaurant befindet sich direkt unter dem Hotel. Auch wenn es etwas gehobener wirkte – für unser Geld bekamen wir recht gutes Essen. Vor allem das Brot des Hauses kann ich absolut empfehlen. Unsere Rechnung in Sachen Wetter ging auf. Nur eine Stunde später war der Himmel zwar immer noch bedeckt – der Regen jedoch hatte nachgelassen.

Abendspaziergang durch Tenby

Wir beschließen einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und zu Tenby Castle. Unterwegs fällt mir die große Anzahl an Eisdielen auf. Ob Tenby vielleicht die heimliche Eishauptstadt von Wales ist? Ich kann es nicht herausfinden – denn zu so später Stunde haben die Cafés und Dielen leider alle geschlossen.

Doch es gibt auch so viel zu entdecken. Eigentlich will ich nur ans Meer – entdecke dann jedoch die zweite Höhle des Tages. Auch hier sind wir fast alleine unterwegs – eine Tatsache die ich zugegebenermaßen sehr genieße. Ganz genau kann ich nicht mehr sagen wo sie sich befindet – wenn ihr jedoch in der Nähe der Insel einen „Abgang“ findet – dann seid ihr vermutlich auf dem richtigen Weg.

Wir laufen weiter zum Hafen von Tenby. Mittlerweile hat sich dieser mit Wasser gefüllt und gibt den Blick auf das so bekannte Stadtbild mit den bunten Häusern frei. Die Stadt wirkt an diesem Abend wie ausgestorben – wo sind denn die Menschen(massen) vom Nachmittag hin? Nur eine Vielzahl von Möwen scheint sich mit uns den Abend im regnerischen Tenby zu vertreiben. Nach einem kurzen Stop im Pub und einem Besuch auf dem Gelände von Tenby Castle geht es für uns zurück ins Hotel. Das Fenster lassen wir offen – und genießen das Rauschen des Meeres.

Wichtige Informationen zu Tenby

Sehenswürdigkeiten TenbyHotelempfehlungAnreiseWeitere Inspirationen
  • Absolut empfehlenswert: Die Wanderung auf dem Küstenpfad von Tenby nach Saunderfoot (5 km, Gutes Schuhwerk, Waldstrecke mit Strandpassagen)
  • Rückfahrt von Saundersfoot ist mit dem Bus möglich, fährt einmal die Stunde, Kostet 2,70 Pfund und dauert 15 Minuten.
  • Tenby verfügt über lange Sandstrände – perfekt für einen Strandspaziergang oder ein Picknick. Fast alle Strandabschnitte sind öffentlich und daher frei zugänglich (über Treppen)
  • Zahlreiche Häuser und ein Teil der Stadtmauer (Mittelalter) bestehen noch und können heute noch entdeckt werden.
  • St Catherine’s Island und das Fort können bei Ebbe besucht werden – der Eintritt kostet 3,50 Pfund
  • Die Ruine von Tenby Castle kann man besuchen, in den Turm gelangt man jedoch nicht. Auf dem Gelände befindet sich ein Kunstmuseum, welches besucht werden kann.
  • Im Ort gibt es zahlreiche Eisdielen und Tea Rooms. Tagsüber ist recht viel los.
Wir haben im Atlantic Hotel Tenby übernachtet.  Tolle Lage direkt am Meer und nur 100 Meter von der Stadt entfernt. Pool und Restaurant im Haus. Preislich ab 150 Euro pro Zimmer.
Anreise ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Da Parkplätze knapp sind, würden wir das auch empfehlen. Die Fahrt von Cardiff dauert knapp 3 Stunden – der Bahnhof liegt recht zentral in Tenby. Mietwagenverleih (Europcar) am Pembrokeshire Warf. Fahrt dahin kostet knapp 26 Pfund mit dem Taxi. 

Offenlegung: Das Atlantic Hotel Tenby hat uns für eine Nacht eingeladen. 

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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