Niederlande

Ein Wochenende in Rotterdam

Als ich vor einigen Jahren das allererste mal in Rotterdam war – damals noch ohne Digitalkamera und weitab von Blogs und Social Media –  blieben mir zwei Sachen in Erinnerung. Zum einen die Vielzahl von Fahrrädern und zum anderen das World Trade Center. Damals, im Jahre 2002 wohl auch klar.

Rotterdam Brücke
Rotterdam Brücke

Manchmal muss etwas Zeit vergehen. Zeit um eine Stadt neu zu entdecken. Bei mir waren das im Fall von Rotterdam rund 10 Jahre. Und wie sich die Stadt verändert hat!

Moderne Architektur, wohin man schaut

Ein moderner Bahnhof, zahlreiche Hochhäuser, ein kleiner Jachthafen und natürlich die Maas, ein Nebenfluss des Rheins, der in Rotterdam aber schon „rheinische“ Ausmaße annimmt.

Rotterdam ist eine Stadt, die man sich als Fan moderner Architektur und Industriekultur auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Die ersten 2 Tage habe ich dank des Wetters und einer Konferenz nicht wirklich viel gesehen. Aber ich habe Simone von nach-holland.de getroffen, die schon seit vielen Jahren in Rotterdam lebt.

Skyline von Rotterdam

 

Und sie habe ich gebeten, uns ihre Stadt ein wenig vorzustellen. Eine Mini – Greeter – Tour sozusagen. Da wir uns schon im Zentrum befanden, und Rotterdam ganz elementar von der Maas abhängig ist (Hafen und so), schlug uns Simone eine Tour auf dem Fluß vor.Gute Idee!

Eine Bootstour auf der Maas

Befindet man sich an der Maas, ist eine Brücke so gar nicht zu übersehen – Die Erasmusbrug (Erasmusbrücke). Die Schrägseilbrücke ist seit 1996 eines der Wahrzeichen der Stadt und ein beliebtes Fotomotiv. Wenn ihr ein wenig Zeit habt, empfehle ich euch, die Klappbrücke im Süden im Auge zu behalten. Es ist faszinierend, hier Schiffe bei der Durchfahrt zu beobachten.

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Die vorgeschlagene Tour war eine  Rundfahrt mit einem der SPIDO – Boote, die unterhalb der Erasmusbrücke abfahren. Eine Hafenrundfahrt dauert ca. 75 Minuten und kostet knapp 11 Euro (Stand 05/2013). Die Spido-Boote sind recht modern und selbst für Menschen mit Handycap nutzbar. Im Inneren gibt es sogar einige interessante Infoterminals und die angefahrenen Sehenswürdigkeiten werden in Niederländisch, Englisch und Deutsch und auch Französisch vorgestellt.

Immer mit on Tour – Simone, unsere Greeterin

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Viel interessanter war es aber, unterwegs Simone zu lauschen. Sie erzählte uns, das zahlreiche Gebäude südlich der Erasmusbrücke erst in den vergangenen 10 Jahren entstanden sind und das, obwohl in den Niederlanden der Bauboom ein wenig nachlässt, hier immer wieder neue moderne Büro, Verwaltungs und Hotelgebäude erbaut werden.

Der erste niederländische Autotunnel ist in RotterdamIMG_2203

Nach ein paar Fotos ging unsere Fahrt mit dem Spido dann schon weiter. Ein Gebäude, welches aussah wie ein römischer Opfertempel, stellte sich dann als Belüftungsgebäude für den ersten niederländischen Autotunnel – den Maastunnel heraus. Den kann man übrigens auch – ähnlich wie den Hamburger Elbtunnel – zu Fuß und mit dem Fahrrad durchqueren.

Scheepvaartkwartier?

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Weiter geht es entlang von Wohngebieten und Hafendocks, in denen teilweise noch Schiffe auf Reparaturen warten, wir sehen die schönen Gebäude im Viertel Scheepvaartkwartier – eines der wenigen Viertel, die das Bombardement im zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden hat. Am nördlichen Ufer der Maas entdecken wir den Euromast, ein Aussichts-Turm, den man auf seinem Besuch in Rotterdam schon allein wegen dem Ausblick einen Besuch abstatten sollte. Viele Menschen sind bei dem schönen Wetter an der Maas zu sehen und geniessen die Sonnenstunden in den vielen Grünanlagen entlang der Maas.

Das Wirtschaftwunder – der Hafen von Rotterdam

Schon wenige Meter weiter dann fängt uns der Anblick des riesigen Industriehafen uns mit seinen Docks, Kränen und Containern ein.  Rund 8 Kilometer sind wir bis hierher gefahren, und bis zur Meeresmündung Richtung Atlantik sind es noch knapp 25 Kilometer, und ein großer Teil davon wird als Seehafen für die Industrie genutzt.  Wir drehen, und fahren nun auf der nördlichen Seite der Maas entlang der Containerhäfen und einiger Schiffe, vorbei an stillgelegten Transatlantikschiffen (die als Hotel umfunktioniert wurden) und Kunstvierteln zurück zum Ausgangspunkt.

Wir erfahren von Simone während der Fahrt, das im Hafen z.b. auch Teile für Bohrinseln gefertigt werden, das es zahlreiche Transatlantik-Fahrten gibt, die hier ihren Halt machen.

Rotterdam – Straßenkunst mal anders!

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Unserer Rundfahrt war recht schnell vorbei. Mein Weg führte mich zum Bahnhof, den ich eigentlich mit der Metro anfahren wollte. Da mir Simone erklärte, das man den Weg recht gut zu Fuß ablaufen kann, bekam ich auch noch einen tollen Einblick in die Stadt. Zahlreiche tolle Gebäude und Kunstwerke säumten unseren Weg und Simone erläuterte mir einige. Ich bin persönlich kein Kunst-Fan, empfehle aber all denjenigen unter euch, die Architektur und Kunst mögen, eine Stadt wie Rotterdam unbedingt auf ihre Bucket-Liste aufzunehmen.

Unsere Wege trennten sich leider am Bahnhof. Und ich habe in den wenigen Stunden nur die Spitze des Eisberges gesehen. Wenn ich das nächste mal in Rotterdam unterwegs bin – liebe Simone – dann gibts ne Fortsetzung !

Übrigens: Zwei weitere interessante Berichte zu unserer Rundfahrt findet ihr bei TravelworldOnline und bei nach-Holland.de

 

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Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"