Bayern

Sangeslust – A Cappella durch Bayreuth

Wagner. Dieser kauzig anmutende bekannte Komponist beherrscht noch heute Bayreuth. Überall in der Stadt stehen Figuren, noch immer (und das seit mehr als 100 Jahren) werden im Festspielhaus nur Stücke von Richard Wagner gespielt und auch das Wohnhaus und die letzte Ruhestädte des Künstlers ist ein Ort, der viel und häufig von Gästen besucht wird.

Aber kann Bayreuth Musik auch anders?

Ich war bisher noch nie in einer Oper. Nicht weil es mich nicht vielleicht interessieren würde. Sondern weil ich einfach nicht so lange still sitzen könnte. Genau deshalb verpasse ich auch im Kino immer die spannensten Szenen (aber das ist eine andere Geschichte).

Ich besuchte Bayreuth Anfang November anlässlich eines Wochenendes mit Monique. So ein Mädelding, über das wir auch schon berichtet haben. Die Opern-Saison ist so spät im Jahr längst vorbei.

Sangeslust – A Cappella durch Bayreuth

In der oberfränkischen Stadt ist jedoch längst noch nicht Ruhe eingekehrt. Der Herbst gibt anderen Kunstformen die Möglichkeit sich zu entfalten. Dem ursprünglichen Gesang zum Beispiel. Und so tauchten wir gemeinsam in eine Welt voller Musikalität ein. Zwei Tage mit großen Augen und verliebten Ohren. Und dem einen oder anderen schiefen Ton, der meiner Kehle entwich. Doch fangen wir von vorne an.

Mein erstes Mitsing-Konzert

Keine Frage – ich singe gerne. Das weiß wohl am besten meine bessere Hälfte, der das nur allzu häufig im Auto oder unter der Dusche miterleben muss. Und doch – so in der Öffentlichkeit halte ich mich weitestgehend zurück. Es ist ja nicht gerade so, das ich schüchtern bin – leicht angeheitert hab ich überhaupt kein Problem damit mein Umfeld mit Arien und auch in Karaokebars gebe ich meine Künste zum besten. Bei einem Mitsing-Konzert jedoch war ich noch nie.

Das sollte sich in Bayreuth ändern. Zu jedem „Sangeslust-Festival“ gehört immer ein Mitsing-Abend. Monique und ich nahmen im Brausaal vom Restaurant Liebesbier Platz. Sehr weit vorne. Ob das so eine gute Idee war? Schnell hatten wir Bekanntschaft mit unseren Sitznachbaren geschlossen – als sich die Bühne mit den Bogartz füllte. Die Bogartz aus Berlin. Nun – wie soll man sie beschreiben?

Vielleicht kennt ihr ja das Lied „Kaktus“. So wie die Urenkel der Comedian Harmonist. Und die in irre Lustig. Ich war müde. Und irgendwie auch ein wenig Lustlos. Vorher. Dann legten die 4 Herren aus Berlin los. Und ich? Mittendrin. Schlager und Chansons singend. Ich weiss nicht wie das passieren konnte.

Ich hatte Spaß! Richtig viel. Und hab gelacht. So viel, das es in der Nacht etwas brauchte, bis ich zur Ruhe kam. Immer wieder summte ich Hit the Road Jack und Waters of Babylon. Sorry Monique für die nächtliche Ruhestörung!

Open Air und A Capella im November

Am nächsten Tag war Sightseeing in Bayreuth angesagt. Schon am Abend würden wir auf zahlreiche Stars der A Capella Szene treffen. Manuel und Peter – die klugen und kreativen Köpfe hinter „Sangeslust“ gaben uns vorab jedoch noch einen wertvollen Tipp. „Seit um fünf unbedingt am Markgräflichen Opernhaus!“.

Ein wenig verwundert war ich schon, hatte ich doch erst am Vormittag erfahren, das im Opernhaus keine Aufführungen stattfinden. Ich starrte auf das Wunderschöne Gebäude im Stadtzentrum, als ich plötzlich hinter mir Stimmen hörte.

„Das ist die Serenata Balkonia“ verrät uns Manuel. Vor der Schloßkirche „Unsere Lieben Frau“ treten alle Künstler kurz auf und geben für Gäste der Stadt und Fans ein ganz besonderes Open-Air-Konzert zum besten. Mitten im November. Um uns herum sammeln sich immer mehr Passanten – gut 100 sind es, als die Darbietungen enden. Meine Füße sind zwar kalt – ich selbst hätte aber noch stundenlang zuhören können.

Noch mehr Sangeslust?

Ein wenig Hunger habe ich schon und so sind wir kurze Zeit später auf dem Weg zum Restaurant „Zur Sudpfanne“. Nach zwei kulinarischen Highlights erleben wir dort insgesamt 5 Künstler. Quintense, Die Bogarts (ja die vom Vorabend), Georgian Six, Hörband und Upsweep bieten uns ein so vielfältiges Programm mit Melodramatik und Humor, mit Beatboxing und Sopranstimmen.

Das beste – wir und der Nachtisch, der zwischendrin serviert wird, bewegen uns keinen Millimeter. Die Bands wechseln die Location und treten in insgesamt 5 Restaurants auf. Auch an diesem Abend sind wir uns einig – Spaß hat es gemacht! Wie erstaunt wir sind, als wir kurze Zeit später in unserem Hotel noch einen Absacker trinken wollen.

Denn dort beginnt – klammheimlich – die Aftershow Party. Und wir mittendrin. Was jedoch an diesem Abend noch passiert ist – bleibt unter uns. Wer weiß, vielleicht treten wir ja demnächst in Bayreuth auf ;)

Sangeslust – das Festival

SangeslustAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen
Eine Anreise mit dem Auto ist genauso empfehlenswert wie mit der Bahn. Von Bayreuth aus gibt es eine gute Anbindung an Nürnberg – auch das Autobahnnetz rund um die Wagner-Stadt ist gut ausgebaut. Parkplätze sind gut zu finden.

Wir haben sehr gut im Hotel Rheingold geschlafen. Unser Zimmer hatte zwei getrennte Betten und genug Platz für unsere riesigen Koffer. Das Frühstück hier ist ziemlich umfangreich. Spannend – im Hotel waren auch die Sangeslust Interpreten untergebracht und wir sind abends bei einem „Absacker“ auch noch in den Genuss von mehr ACapella gekommen.

Zimmer gibt es ab 90 Euro. Es gibt immer mal wieder spannende Packages!

Offenlegung: Vielen Dank für die Einladung zu einem tollen Gesangswochenende in Bayreuth an Bayreuth Tourismus.

Schreib einen Kommentar

Hier kannst du einen Kommentar abgeben