Mecklenburg - Vorpommern

Usedom abseits des Trubels – Ein Reisebericht aus Ückeritz

Es sollte ein Ausflug in die Sommerfrische werden, der dann buchstäblich ins Wasser fiel. Trotz Regen, viel Wind und ein bisschen Sonnenschein, habe ich die Tage in Ückeritz auf der ‚Sonneninsel‘ Usedom genossen.

Entspannt auf der Sonneninsel

Ückeritz ist den meisten, die sich für eine Reise nach Usedom interessieren, eher unbekannt. Man hört die Orte Ahlbeck und Heringsdorf. Ich persönlich kann Ückeritz nur empfehlen. Es liegt an einer der  schmalen Stellen der Insel. Vorteil dadurch: ich war in 5 Min. am Achterwasser und in 10 Min. an der Ostsee. Herrlich! Auf der einen Seite peitscht der Wind den Regen ins Gesicht, auf der anderen Seite fällt er leise vor sich hin.

Auf der einen Seite ist die brüllende Hitze kaum auszuhalten, auf der anderen Seite geht immer ein leichter Seewind. Alles was das Herz begehrt!

Ruhe tanken im Juli

Da Ückeritz nicht soooo bekannt ist, begegnete mir hier gemäßigter Tourismus. Für mich, die ich Ruhe tanken wollte, ideal, obwohl ich im Hochsommermonat Juli gereist bin. Ückeritz bietet viele Ferienwohnungen an, die teilweise auch direkt an der Ostsee liegen. Am Ende der Strandstraße kommt man zu dem touristischen Stranddorf, mit kleinen Geschäften, Cafés, Souvenirlädchen und einigen Ferienhäusern.

Ich finde hier Sommerkleidung, Strandsachen, Hüte und Taschen und vieles mehr Im Angebot. Ich bleibe an einem Ständer mit Handtaschen aus Seegras in wunderschön leuchtenden Farben und außergewöhnlichem Design hängen. Ich höre die Geschichte zu den Taschen. Es handelt sich um ein „Fair Trade“ Sozialprojekt in Kambodscha, das vor Ort ein Ückeritzer betreut. Auch hier ist die weite Welt zuhause. Unterstützenswert!

Gemütlich wohnen auf Usedom

Wer sich in Hinblick auf die Unterkunft, wie ich, lieber verwöhnen lässt und gediegen gemütlich wohnen möchte, kommt an der Pension Richter mit seiner Inhaberin Birgit Lange nicht vorbei. Mein Einzelzimmer war behaglich eingerichtet mit einem super bequemen Bett, Flatscreen TV und Mini-Kühlschrank. Das einzige, was mir fehlte, war der Fön im Bad.

Ich hatte meinen nämlich vergessen. Das Frühstück war sehr umfangreich. Selbst für mich, die ich vegan esse, hat Frau Lange z. B. eine herrlich schmeckende Avocado-Bananen-Schokocreme extra aufgetischt. Sogar das Rezept hat sie mir verraten. Nicht zu vergessen, die vielen Sorten selbst hergestellter Marmelade, die auch zum Verkauf angeboten werden. Was mir auch gleich ins Auge gefallen ist, das Haus beherbergt schöne Gemälde mit Motiven vom Meer. Sie stammen alle aus der künstlerischen Hand der Inhaberin. Hut ab!

„Hut“ ist ein schönes Stichwort.

Es führt mich zum Café „Am Achterwasser“. Es liegt an der Hauptstraße, nahezu direkt an dem kleinen Hafenbecken zum Achterwasser. Viele Eissorten und Torten – alles aus eigener Herstellung wie z.B. Pistazien-Marzipan-Torte oder Sanddorn-Sahne-Torte – erwarten den Besucher. Und mitten auf der Theke finde ich hölzerne Hutformen und diverse Sommerhutkreationen aus dem Atelier einer Hutmacherin aus Schwerin.

Der Juniorchef des Cafés erzählte mir, es komme so oft vor, dass die Gäste ihre Kopfbedeckung zum Schutz vor den Sonnenstrahlen vergessen haben. Hier kann geholfen werden!

Vegan essen in Ückeritz

Zum Abendessen bieten sich einige Restaurants mit vorwiegend deutscher Küche an. Sie sind über den kleinen Ort verteilt oder liegen direkt am Strand an der kleinen Steilküste. Der Blick, den ich hier erlebte, war magisch: Der weite Blick über die Ostsee, in der sich das warme Sommerlicht bricht, der helle feine Sandstrand, auf den die Wellen zurollen und die wenigen blauweißen Strandkörbe, die einem das Gefühl von Zufriedenheit geben. Fast meditative Ruhe!

Aber ich muss auch die Enttäuschung über das Traditionsrestaurant „Deutsches Haus“ zum Ausdruck bringen. Der Koch war nicht in der Lage, einen vegan essenden Gast wie mich zufrieden zu stellen. Das Essen war langweilig und nicht gewürzt, nicht einmal mit Salz. Ich hoffe sehr, dass ich mit meiner Kritik direkt nach dem Essen dem Restaurant einen Kick gegeben habe, sich mit diesem Trend einmal auseinander zu setzen. Das Haus selber war mit viel Liebe zu historischen Dingen ausgestattet.

Last but not least ein Tipp zur Fortbewegung.

Die meisten Gäste benutzen das Fahrrad, um die Gegend kennen zu lernen, d.h. da ist einiges los. Fahrräder können an vielen Stellen gemietet werden. Ich empfehle euch, zu Fuß zu gehen, wenn man es wie ich liebt, keinen oder wenigen Menschen zu begegnen. Die Familien mit Kindern halten sich verständlicherweise am Strand auf und der Rest fährt Fahrrad.

Durch den Wald oder am langen Strand entlang hatte ich das Gefühl, mit mir und der Welt allein zu sein. Die Hektik des Alltags vergessen!

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen

Freizeitgestaltung:

Kulinarik:

  • Deutsches Haus

Ein Dorfgasthof mit viel Tradition.

Zum Essen unbedingt reservieren – Tel. 038375 20940

www.deutsches-haus-ueckeritz.de

  • Café am Achterwasser

Hier gibt es nicht nur Torten und Eis aus eigener Produktion, hier im Haus

www.pension-eiscafe-am-achterwasser.de

Anreise:

Mit der Deutschen Bahn bis Züssow und weiter mit der UBB Usedomer Bäderbahn (100%ige Tochter der Deutschen Bahn www.ubb-online.de) nach
Ückeritz. Zur Pension Richter sind es 2-3 Min. Fußweg

Oder

Mit der Deutschen Bahn nach Greifswald, 20 Min. ÖPNV-Fahrt, Pkw mieten, über Europcar und somit auf der Insel beweglich sein.

Europcar Autovermietung GmbH, An den Bäckerwiesen 12, 17489 Greifswald

Pension Richter :  Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Frau Lange und ihre rechte Hand Daniel Loose führen ihre Pension mit viel Liebe zum Haus und zu ihren
Gästen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.

Adresse: Pension Richter, Aufbauweg 5, 17459 Ückeritz

www.pensionrichter.de

Preise Einzelzimmer

Nebensaison        35,00 €

Zwischensaison   45,00 €

Hochsaison           49,00 €

Auf Sonderangebote achten!

Parkplatz und WLAN kostenlos

Bei den beiden gastronomischen Angeboten gibt es auch Zimmer.

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Über den Blogger

Beate

Beate lebt das Reisen auf ganz besondere Art. Wandern, Radfahren, Camping - Die Natur ruft! Als Veganer(in) ist sie immer auf der Suche nach tollen Restaurants und als Globetrotterin der alten Schule schon viel um die Welt gereist.