Wien im Advent – ein kleiner weihnachtlicher Spaziergang (mit Shoppingtipps)

Es ist der Abend des 19. November und ich bin müde. Das Jahr war sehr reiseintensiv. Hatte ich nicht letztes Jahr gesagt, es wird weniger? Die Dunkelheit macht mir zu schaffen, vielleicht aber auch die letzte Nacht im Nachtzug. Und doch bin ich schlaflos. Vielleicht euch, weil ich euch von Wien im Advent berichten will. Denn – soviel kann ich euch versprechen – das lohnt sich wirklich!

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Ein Muss zur Adventszeit: Schloss Schönbrunn

Die Sonne, die sich heute hinter dichten Nebelwolken nicht zeigen will, ist schon längst untergegangen und ich wage mit Jana einen kleinen Spaziergang zum Schloss Schönbrunn. Ich will ihr den Charme des Schlosses und vor allem des Gartens zeigen und werde doch selbst ein wenig enttäuscht. Die Gloriette – eingehüllt wie einst der Reichstag in Berlin. Der Garten, trist und vom kalten Herbst gezeichnet. „Sorry, das war nicht das, was ich dir zeigen wollte“ teile ich Jana schuldbewusst mit.

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Schloss Schönbrunn ist für mich ein ganz besonderer Ort. Dort habe ich sehr viel Spaß mit meiner Mama und meinem Bruder gehabt, als wir vor 5 Jahren selbst das erste Mal Wien besucht haben. Noch vor zwei Jahren habe ich dort gemeinsam mit Elli den Weihnachtsmarkt erlebt und auch diesmal warte ich auf den besonderen Moment, der mich ein jedes Mal wieder einfängt.

Wenn im Advent die Engelein singen.

Dann plötzlich höre ich vier Stimmen. Ein Chor probt. Vor dem großen Weihnachtsbaum, der auf dem Weihnachtsmarkt steht. Noch ist keine Kerze an und auch das Schloss wirkt dunkel im Lichte der letzten Sonnenstrahlen.

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Wir wollen gehen als „es“ passiert. Hinter unsere Rücken. „Schau“ sagt Jana. Da ist es wieder. Dieses „Weihnachtsgefühl“. Der beleuchtete Baum vorm Schloss Schönbrunn. Und irgendwie flasht es mich in diesem Jahr besonders. Es ist fast so, als wenn in meinem Herzen jemand auch ein Lichtchen anschaltet und damit automatisch aus mir eine Grinsekatze macht. Immer wieder sind wir versucht zu gehen – immer wieder bleibe ich stehen, lausche dem Chor, entdecke Kinderaugen die strahlen und freue mich einfach.

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Schon wieder muss ich eine Träne verdrücken. Und das ist an diesem Tag nicht das erste Mal. Da war Elena, die mich auf ganz besondere Art in ihrem Vortrag über Kanada erwähnt hat. Und wohl deshalb schuld ist an meinem Dilemma.

Ein Shoppingcenter in Wien Mitte? Adventsgefühle mal anders.

Jana verabschiedet sich. Freunde warten. Ich habe eigentlich vor in unser Hotel zurück zu fahren. Der Wilhelmshof in Wien liegt nur wenige Gehminuten vom Prater entfernt, doch trottelig wie ich bin, verpasse ich meinen Umsteigebahnhof. Zugegeben – es lag wohl daran, dass ich unbedingt ein Instagram-Foto hochladen wollte und deshalb meine Station verpasst habe. Aber das nur am Rande.

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Da stand ich also. In einem Shoppingparadies in Wien Mitte. Über mir eine überdimensionale goldene Kugel, um mich rum Glitzerkram und Weihnachtsdeko, aus den Radioboxen klingen Weihnachtslieder und ich denke mir nur: „Weihnachten, dieses Jahr willst du es aber wirklich wissen!“ So mache ich etwas, was ich das ganze Jahr nicht gemacht habe. Ich bummele durch dieses Einkaufszentrum. Einfach so. Weil die Zeit dafür ist und weil ich mich von der weihnachtlichen Stimmung einfangen lassen möchte.

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Ein Abstecher zum Wiener Wintermarkt

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir – hey, du solltest langsam in Richtung Hotel zurück! Und so setze ich mich in die nächste Bahn Richtung Prater. Mein Handy zeigt mir einen Fußweg von 6 Minuten und doch lasse ich mich schon wieder vom Weg abbringen. Das Riesenrad leuchtet und lockt mich heran. Es fängt an zu regnen. Die Neugier gewinnt vor der Gemütlichkeit – und so laufe ich wenige Minuten später über einen fast menschenleeren Prater „Wintermarkt“. Ja – es wirkt alles ein wenig hochstilisiert und doch ist da wieder dieses Leuchten ums Herz. Mönsch Weihnachtszeit – dieses Jahr hast du mich! Als dann auch noch ein Künstler ein jazziges Weihnachtslied anstimmt, ist es nur der immer stärker werdende Regen, der mich an diesem Abend vom Bleiben abhält.

Ihr braucht weitere Advent in Wien – Ideen?

In der Vorweihnachtszeit ist es nur bedingt sinnvoll, sich in die Innenstadt zu wagen. Gerade am Wochenenden sind recht viele Touristen unterwegs, Einkaufen macht hier nur bedingt Spaß. Wer ein paar mehr Euro in die Hand nehmen will, dem empfehle ich eine „Shoppingtour mit Lucie„. Eine Modedesignerin, die vor einigen Jahren aus der New Yorker Modewelt der Liebe wegen nach Wien gezogen ist, trifft mit ihrer Idee genau meinen Wunsch nach einem entspannten Shoppingbummel.

Im 5ten Bezirk zeigt sie uns ein paar wirklich coole Geschäfte, die mich total begeistern. So zum Beispiel Henzls Ernte – ein Lebensmittelladen auf der Kettenbrückengasse, in dem es nur selbst gesammelte und damit garantiert österreichische Wildkräuter und Früchte gibt. Allein die Frucht- und Gemüsechips sind der Renner, wegen der Sirup-Sorten muss ich bei meinem nächsten Besuch unbedingt wieder mal dort vorbeischauen.

Auch in der Nähe unseres Hotels werde ich fündig. Ich muss zugeben, als mich Elli in Lunzers Maß-Greißlerei eingeladen hat, dachte ich zuerst an ein Kaffeehaus. Überrascht war ich, dass ich hier den ersten Unverpacktladen Wiens besuchte und noch überraschter war ich, wie sehr mich dieses Konzept begeisterte. Mal ganz abgesehen von dem leckeren Kakao hier.

Wo könnt ihr in Wien im Advent übernachten?

Ich teile mir dieser Tage ein Zimmer mit Elena – und entdecke wieder ein Wiener Hotel neu. Der Wilhelmshof ist mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet und gewinnt Strom über Solarzellen auf dem Dach.

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Auch auf Einzelverpackungen wie Duschgel und Co. wird verzichtet, dafür nicht auf Design. Sowohl die Zimmer und vor allem der Haupttreppengang wurden von Künstlern gestaltet. Und jetzt im Winter wird im Hof auch Glühwein ausgeschenkt.

Das Nachhaltigkeitskonzept zeigt sich auch beim Frühstück. Auf 1000fache Umverpackungen wird verzichtet. Damit fängt es an, oder?

Die Labstelle? Mein Ausgeh-Tipp für Wien

Auch hier hat Elena einen tollen und vor allem sternewürdigen Tipp. Ein Ort – der sich im ersten Moment nicht nach Sterne-Essen anhört und mich doch begeistert. Die Labstelle. Für knapp 50 Euro esse ich dort ein 4 Gänge -Menü der Spitzenklasse in einem wirklich entspannten Ambiente.

Das tolle am Menü – es handelt sich um ein „Überraschungsmenü“, ich wusste also vorweg nicht was es gab. Und ich habe mich in jeden einzelnen Gang verliebt. Nach 3 Stunden war ich satt und glücklich und habe für meinen nächsten Wientrip das Frühstück hier im Haus eingeplant, was ebenso legendär ist.

So geht ein österreichischer Spaziergang durch das weihnachtliche Wien zu Ende. Die Stadt an der Donau überrascht mich immer wieder! Was sie wohl beim nächsten Besuch für mich zu entdecken hat?

Was ihr rund um Wien im Advent wissen solltet

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen?
In Wien empfehle ich immer die öffentlichen Verkehrsmittel. Parkplätze sind knapp und teuer. Die Anreise ist günstig mit den Nachtzügen der ÖBB
Wir haben im Hotel Der Wilhelmshof in der Nähe vom Prater übernachtet. Es liegt in einem recht ruhigen Viertel. Die Preise für ein Doppelzimmer im Arthotel liegen bei rund 100 Euro pro Nacht.

Dieser Beitrag ist Teil des #Reisebloggeradvents. Den nächsten Bericht könnt ihr bei Nicole nachlesen!

Offenlegung: Ich wurde im Rahmen des Jubiläums des Umweltzeichens nach Wien eingeladen, um verschiedene Konzepte in Sachen Nachhaltigkeit kennenzulernen.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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