Bed & Breakfast 9 Luzern – Von Schweizer Träumen und dem Besten Müsli der Welt

Es regnete aus Eimern, als ich aus dem Bahnhof in Luzern auf den Vorplatz lief. Ein Bus der Linie 19 sollte mich von hier aus zur Friedbergstrasse bringen. Ein langer Tag lag hinter mir, war ich doch von St. Gallen gestartet und über Zermatt und Bern nun endlich in Luzern angekommen. Die 5 Minuten vorm Ticketautomaten reichten, um mich in ein tropfendes Etwas zu verwandeln und die 15 Minuten Wartezeit, die man um diese Zeit nun mal hat, ließen mich trotz angenehmer Temperaturen etwas frösteln. Keine 15 Minuten später war ich jedoch angekommen und begab mich auf die Suche nach meiner Schlafstätte.

Luzern im Regen

Das Bed & Breakfast 9 befindet sich in einem wunderschönen, über 80 Jahre alten Gebäude und verfügt über 5 Doppelzimmer, die sich über drei Etagen erstrecken. Auf den letzten Metern erwischte mich dann noch mal eine Regendusche – aber Gott sei Dank war ich endlich am Ziel! Doch wo sollte ich klingeln ? Es gab zwar eine Klingel, aber da tat sich nix. Ich hatte die Telefonnummer der Hausherrin und rief sie kurz an. „An der linken Seite gibt es einen Hebel – ziehen sie diesen kraftvoll herunter!“ Und siehe da – nach einem KlingKlong öffnete sich tatsächlich die Tür und ein netter älterer Herr öffnete mir die Tür. Leider kam er kaum zu Wort, weil ich mich vielfach für die Wartezeit, die er wegen mir hier verbrachte – entschuldigte. „Schon gut – ziehen Sie bitte die Schuhe aus.“ Ich unterbrach meinen Redeschwall und schaute ihn verdutzt an. Schuhe ausziehen ? Sowas hab ich ja noch nie erlebt? Alle Gäste können ihre Schuhe hier unten lassen – Hausschuhe mit dem Schweizernationalemblem liegen bereit – wie cool! Er hielt mir ein paar Schweizer Schläppchen hin und lächelte mich an. Und so kam es, das ich zwei Sekunden später ihm in Schläppchen zum „Check Inn“ folgte. Nach den Formalitäten und der Schlüsselübergabe half er mir noch, meine Sachen in die zweite Etage zu bringen – Nach einem „Gute Nacht“ war er dann auch verschwunden.

Ich schaute mich in meinem Zimmer für eine Nacht um. Zentrales Element meines Zimmers war das Bett, flach zwar – aber sehr gemütlich. Neben einigen rustikal-modernen Elementen, wie der Holzgarderobe und dem Tisch gab es viele moderne Designstücke. Das Badezimmer und die Toilette befanden sich auf dem Flur – Gemeinschaftsdusche – ich war auf das schlimmste gefasst. Und doch war ich auch hier vollauf begeistert. Modernes Design (ich brauchte morgens ein wenig um die Duschbedienung nachvollziehen zu können) und klassische Elemente auch hier. Das einzig doofe – nur eine Toilette – und leider hatten meine Zimmernachbarn den gleichen „Rhythmus“ wie ich.

Abends jedoch wollte ich einfach nur noch ruhen. Nach einem kurzen Frischmachen fiel ich einfach nur ins Bett und erst das laute „MMMMMMMMMUUUUUUUUUUUUHHHH“ am kommenden Morgen weckte mich. Irritiert schaute ich auf – War ich nicht in Luzern ? Im Hintergrund hörte ich Kuhglocken und das wirkte mal so gar nicht wie Stadt. Ein Blick von meinem Balkon gab mir Gewissheit. Ich bin richtig – und ich bin ausgeruht.

Und Hungrig. Hatte ich am vergangenen Tag doch für Zermatt mein Abendessen sausen lassen, knurrte mir jetzt ziemlich der Magen. Und so dauerte es auch keine 20 Minuten, bis ich in der „guten Stube“ des B&B9 zum Frühstück bereitstand. Ich war nicht allein, alle anderen Gäste saßen am Tisch und unterhielten sich angeregt. – „Guten Morgen.“ wurde ich kurz darauf von meiner Gastgeberin begrüßt. Mein Platz war schon gedeckt. Ein Frisch gepresster Orangensaft und das beste Müsli – was ich je gegessen habe – waren nur zwei Besonderheiten, die mich bei diesem Frühstück überraschten.

Der große Tisch, an dem wir alle gemeinsam saßen, vollführte das Wunder der Kommunikation. Plötzlich tauschte ich mich mit völlig fremden über meine Reiseerfahrungen aus – und genoss ein herrlich entspanntes Frühstück. Ich merkte kaum – wie die Zeit verging – während ich einen frischen Obstsalat und leckeren Brot mit Konfitüre den Berichten der anderen lauschte. Knapp 1 1/2 Stunden – wann hatte ich das letzte Mal solange beim Frühstück gesessen ?

Der Aufenthaltsraum kann übrigens auch unabhängig vom Frühstück genutzt werden. Um in den zahlreichen Büchern und Zeitschriften zu stöbern, die Regionale Kunst zu bestaunen (die übrigens überall im Haus zu finden ist) oder um einfach nur mit den Gastgebern Rea Rudolf und Piet van Spijk oder anderen Gästen gemütlich beieinander zu sitzen.

 

An einer Tafel im Treppenbereich gibts dann auch noch wertvolle Tipps und Ausflugsziele – zu schade, das ich in Luzern nicht viel Zeit habe. Ein Besuch im Verkehrshaus und dann gehts auch schon wieder weiter!

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen?
  • Die Nacht kostet inklusive Frühstück 180 CHF für ein DZ in Zweierbelegung (ca. 150 Euro)
  • Bettwäsche und Handtücher sind Inklusive (und hilfreiche Tipps für eure Luzern-Touren)
  • WLAN ist inkludiert und funktioniert sehr gut.
  • Alle weiteren Informationen und mehr Impressionen findet ihr unter www.bb9.ch
  • Unterwegs seit ihr mit der Bahn ganz gut mit dem Swiss Pass
  • Interessant zu wissen – das Haus hat seinen Namen aufgrund seiner Hausnummer ;)
Mit dem Bus der Linie 19 zur Friedbergstrasse oder mit dem Auto


Offenlegung: Vielen Dank an Schweiz Tourismus und das Bed & Breakfast 9 in Luzern, die uns auf der Reise durch die Schweiz unterstützt haben.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

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