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Berlin

Berlin zwischen Kunst und Kultur – ein etwas anderer Kurztrip in die Hauptstadt

Berlin in 1 ½ Tagen

Ein Konzert der Band The National lockte uns Ende Oktober für  1 ½ Tage nach Berlin. Und wenn wir schon einmal in der Hauptstadt sind, verbleiben wir natürlich nicht nur im Hotel. Brandenburger Tor, Siegessäule, Fernsehturm und Reichstagsgebäude kennen natürlich schon die meisten Reisenden und so haben wir unser Programm diesmal etwas anders gestaltet. Doch was macht man an einem Montag, an dem viele Museen geschlossen haben? Wir berichten euch jetzt von einen spannenden andere Blickwinkel auf Berlin.

Ein Besuch in Berlin ohne die vielseitige Geschichte der Stadt zu erkunden wäre ein verlorener Besuch. Auch wenn wir vieles schon gesehen haben, so gibt es für uns hier immer wieder neue Geschichtsträchtige Orte zu erkunden. Obwohl schon 2010 eröffnet hatten wir bisher noch nicht die Gelegenheit die „Topographie des Terrors“ zu besuchen und so war schnell unser erstes Ziel an diesem verregneten Montag gefunden.

Eine Ausstellung über Terror

Das Dokumentationszentrum versucht in einer umfangreichen Ausstellung den Terror des dritten Reichs näher zu bringen. Mit sehr viel Bildmaterial werden hier in Deutsch und Englisch die Gräueltaten sowie deren Opfer vielseitig beleuchtet. Wir waren wirklich positiv von der Ausstellung überrascht. Es zeigten sich viele Aspekte des Terrors, die uns so vorher noch nicht bekannt waren.

Der Eintritt ist frei. Dies ist wohl auch ein Grund, warum das Besucherzentrum sehr gut besucht ist. Ein Besuch ist dennoch absolut zu empfehlen, auch für diejenigen, die meinen sie wüssten schon alles über die Geschichte des dritten Reichs.

Ein Lieblingsplatz

Nach so viel Informationen mussten wir natürlich auch mal Energie tanken/Essen. Wir machten uns also auf den Weg zu einem meiner liebsten Orte Berlins, dem Umspannwerk Ost. Dabei handelt es sich um ein Restaurant und Theaterclub im ältesten Umspannwerk Berlins.

Die Betreiber des Restaurants haben es geschafft, den industriellen Charm dieses Gebäudes zu erhalten, so dass nicht nur das Essen, sondern auch das Restaurant selbst ein Besuch wert ist. Die offene Küche direkt im Eingangsbereich schafft Vertrauen und durch das warme Licht strahlen auch die kahlen Fliesen ein Gemütliches Ambiente aus.

Die Speisekarte zeigt sich unaufgeregt Europäisch und auch mal deftig. Neben Gulasch und Gänsebraten findet sich auch Fisch und Pasta auf der Karte. Die etwa 13€ pro Gericht sind dabei mehr als Fair denn bisher hat es mir und all meinen Begleitungen immer sehr gut geschmeckt.

Montags bis freitags gibt es zwischen 11:30Uhr und 15:00Uhr auch noch ein Mittagsgericht, welches sich an die umliegenden Angestellten richtet. Für 6,50€ gibt es hier ein täglich wechselndes Gericht. Trotz des Preisunterschieds zur Speisekarte sind jedoch auch die Mittagsgerichte qualitativ hochwertig und wirklich lecker.

Gegen Abend wird es im Umspannwerk für gewöhnlich recht voll und eine Reservierung ist von Vorteil. Bis zum späten Nachmittag findet jedoch jeder einen Platz. Das Kriminaltheater habe ich bis heute leider noch nicht besucht aber irgendwann werde ich sicher nicht nur Essen im Umspannwerk.

Der Ausblick und eine Regenwalddusche

Der Abend näherte sich mit großen Schritten, so dass wir uns auf den Weg zum Hotel machten. Unsere Wahl fiel diesmal auf das Pestana am Tiergarten. Uns erwartete ein toller Blick auf die Siegessäule und ein angenehm großes Zimmer mit tollem Badezimmer und Regenwalddusche. Auch sonst fehlte es an nichts.

Ein moderner TV, freies W-Lan, Minibar und sogar ein Balkon (in Berlin eher eine Seltenheit) vermittelten uns ein „Angekommen“ – Gefühl. Highlight für uns war jedoch auch der kleine Spa-Bereich im Keller, mit Sauna, Dampfbad, kleinem Pool und Sportbereich, der mir am Dienstagmorgen die nötige Kraft für die Rückfahrt gegeben hat.

Auch die Lage, direkt am Tiergarten und zwischen Zoologischem Garten und Potsdamer Platz wusste zu gefallen und so nutzen wir die noch restliche Zeit für einen kurzen Ausflug zum Aquarium Berlin.

Der Einblick und die Geister der Meere

Das Berliner Aquarium gehört zu einem der ältesten Aquarien in Europa. Es wurde bereits 1913 eröffnet. Mehr als 1.000 verschiedene Arten, von Fischen über Reptilien zu Insekten, sind im Aquarium über drei Etagen verteilt zu finden.

Die Becken sind schön gestaltet mit einem tollen Tropenraum in der zweiten Etage. Gegen Nachmittag lehrt sich auch langsam das Aquarium so das man auch etwas länger von dem Quallenbecken verbringen und die Geister der Meere bewundern kann.

Das Aquarium ist eng mit dem Zoo verbunden, was sich auch im Eintrittspreis zeigt.  15,50€ zahlt man als Erwachsener für das Aquarium allein und der Preis erscheint recht hoch. Für 21€ bekommt man jedoch ein Kombi-Ticket für Zoo und Aquarium.

Der Abend und die Musik

Nach dem Umfangreichen Tagesprogram ging es dann noch mit dem Bus und U-Bahn zum Tempodrom. Da die Parkplatzsituation um das Tempodrom herum als angespannt zu bezeichnen ist, sollte hier unbedingt den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Die Konzerthalle war schon gut gefüllt und so freuten wir uns über ein sehr starkes Konzert bei sehr gutem Sound. Das Tempodrom besitzt sowohl Steh- als auch Sitzplätze und überzeugt durch eine gute Akustik. Natürlich sind die Getränke- und Essenspreise in einer solch großen Location nicht unbedingt angemessen.

Der Mitternachtsnack am Mehringdamm

Die Zeiger der Uhr näherten sich schon 12:00Uhr doch etwas musste noch erledigt werden. Berlin ohne Currywurst fühlt sich nicht richtig an und so ging es noch schnell zur einer der wohl bekanntesten Currybuden Deutschlands, der Curry 36 am Mehringdamm.

Von 9:00Uhr morgens bis 5:00Uhr in der Nacht gibt es hier von der klassischen Currywurst mit Pommes bis zur Vegi-Variation alles, was das Imbiss-Herz benötigt. Für 1,70€ gibt’s die nächtliche Stärkung die, wenn man ehrlich ist, nicht so gut ist wie ihr Ruf. Die Qualität ist gut aber die beste Currywurst war es dann doch nicht. Für den Preis kann man sich jedoch nicht beschweren und so ging es satt, glücklich aber auch geschafft zurück ins Hotel.

Der entspannte Vormittag

Nach sieben Stunden Schlaf weckte uns der Hunger. Also machten wir uns auf, das Frühstücksbuffet mit allem, was man sich so wünscht, zu überfallen.

So ein Konzertabend schlaucht, weshalb wir uns anschließend noch in den Spa-Bereich des Hotels verzogen – bevor uns der Weg zu unserem letzten Stop in Berlin führte.

Das medizinhistorische Museum

Auf unserer Liste stand noch ein Besuch im medizinhistorischen Museum der Charité. Neben der Dauerausstellung befindet sich dort noch bis zum 14. Januar 2018 die Sonderausstellung Hieb und Stich – Dem Verbrechen auf der Spur. Die Ausstellung versucht dabei aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, Morde aufzuklären. Dabei werden alle Register der Spurensuche beleuchtet und geben so einen Einblick in die Arbeit der Mordkommission und Gerichtsmedizin.

Copyright Charite – BMM

Leider kratzt die Ausstellung jedoch nur an der Oberfläche und die Aufarbeitung erfolgt, trotz eines solch spannenden Themas, recht unspektakulär. Zwar gibt es viele Ausstellungsstücke zu betrachten, aber es fehlt an Interaktivität und Spannung. Wünschenswert wäre gewesen, wenn man selbst einen Fall „aufklären“, auch selbst mal in ein Mikroskop blicken oder einen Pistolenschuss simulieren könnte. Stattdessen finden sich neben Axt und Schusswaffe auch Wasserpfeife und anderes Drogenequipment, dass hier eher deplatziert wirkt. Interessanter fällt da schon die Dauerausstellung aus, die einen Einblick in 300 Jahre Medizingeschichte gibt. Besonders beeindruckend sind dabei natürlich die etwa 10.000 pathologisches Präparate. Der Eintrittspreis von 9€ für eine erwachsene Person lohnt sich für die Sonderausstellung selbst leider nicht. Für Medizininteressierte, die auch etwas Zeit mit bringen ist jedoch ein Besuch der Dauerausstellung zu empfehlen. Für Kinder und Jugendliche eignet sich das Museum leider nicht wirklich. Hier fehlt es einfach an Interaktivität.

Wichtige HinweiseAnreiseÜbernachtungsempfehlungWeitere Inspirationen

Adressen und Preise:

Topographie des Terrors 

Niederkirchnerstraße 8 10963 Berlin-Kreuzberg

Täglich 10 bis 20 Uhr Eintritt frei

Umspannwerk Ost 

Palisadenstr. 48 10243 Berlin

täglich ab 11:30 Uhr

Aquarium Berlin 

Budapester Str. 32, 10787 Berlin
Täglich 9:00 – 18:00 Uhr

Infos zu Tickets fürs Aquarium

Tempodrom

Möckernstraße 10, 10963 Berlin
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen

Curry 36

Mehringdamm 36, 10961 Berlin

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Charitéplatz 1, 10117 Berlin

Das Hotel Pestana verfügt über Parkvignetten, die ihr an der Rezeption anfragen könnt. Grundsätzlich ist jedoch auch eine unkomplizierte Anreise mit der Bahn möglich. Für Sightseeing empfiehlt sich der Kauf einer Tages oder Berlin Card.

Wir haben im Pestana Berlin Tiergarten übernachtet. Zimmer gibt es dort schon ab 90 Euro die Nacht, das Frühstück, die Zimmer und auch den kleinen Wellnessbereich können wir durchaus empfehlen. Wenn verfügbar, lasst euch ein Zimmer mit Blick auf die Siegessäule geben. 

Offenlegung: Wir wurden für eine Nacht ins Pestana Berlin Tiergarten eingeladen.

Über den Autoren

Katja und Kai

Katja und Kai suchen im Urlaub neben der Erholung auch immer wieder neue Erfahrungen. Erlaubt ist dabei alles was gefällt. Ob mit dem Rucksack durch Island, auf einem Musikfestival in Tschechien oder Pauschalurlaub in Griechenland. Die beiden versuchen dabei immer auch einige Geheimtipps zu geben, die den Urlaub noch besser machen können.

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