Luxemburg

Die Schloss-Ruinen von Esch Sauer (in Schwarz-Weiß)

Als ich entdeckte, das Jungs doch nette Menschen sein können, als ich feststellte, das auch ich mich der Pubertät nicht mehr entziehen kann – mit süßen 14 Jahren – war ich das letzte Mal in Luxemburg. Und ehrlich gesagt waren meine Erinnerungen damals nicht die besten. Klar – die Stadt fand ich schon damals total faszinierend, aber nachdem ich mich mit meinem Französisch dort so in die Nessel gesetzt habe, das ich niemals wieder danach versucht habe – diese Sprache außerhalb der Schule zu sprechen und außerdem mein erstes „Penner fragt nach Geld“ – Gespräch stattfand (Ich war aus ner Kleinstadt, da gab es so was nicht!) verblasste eher die Erinnerung an die wirklich tolle Stadt. Vor zwei Jahren entdeckte ich ein Foto, welches damals meine Freundin Doreen gemacht hat. „Eigentlich muss ich Luxemburg noch eine Chance geben.“ war mein Gedanke. So begab es sich – knapp 20 Jahre nach meinem letzten Besuch, das ich im April 2015 wieder entlang der Mosel in das kleinste Land der Benelux-Staaten jettete.

Burg Esch Sauer 10

Lange Rede – kurzer Sinn: Ich hab auch diesmal kein Französisch gesprochen. Auch einen Penner habe ich nicht getroffen dafür aber richtig nette Einheimische, einen Bananenmann und wirklich coole Ecken. Ich war überrascht, wie groß dieses Land doch eigentlich ist, ich hab mich kreativ ausgelebt und ganz nebenbei auch noch die luxemburgischen Ardennen entdeckt. Mein Besuch bietet Material für viele Berichte und doch möchte ich mit einem Ort anfangen, der so eigentlich gar nicht auf dem Programm stand.

Angefangen hat eigentlich alles mit unserer Mittagsrast im HÔTEL DE LA SÛRE . Das Hotel und Restaurant ist wohl eines der schrägsten Locations, die ich in Luxemburg erlebt habe. Neben einer 60! – Seitigen Speisekarte, über die man sich auch Souvenirs und Rezepte anschauen kann gibts hier auch einen ziemlich ausgefallenen Wellnessbereich und zahlreiche „überdimensionale“ Dinge – die jeder (der so was mag) unbedingt mal gesehen haben muss. Das Essen war ganz okay, und der Ort „Esch – Sauer“ oder auch „Esch-sur-Sûre“ ist auch landschaftlich einen Besuch wert. Der Ort liegt in einer Art „Flussbogen“ des Flusses Sauer/Sûre. Der Fluss ist wichtig für Luxemburg – nur wenige Kilometer westlich der Stadt liegt der Stausee Sebes, der rund ein Drittel der Trinkwasserversorgung des Landes Luxemburg gewährleistet.

Burg Esch Sauer 5

 

In Esch sorgt genau dieser Fluss dafür, das sich schon 773 eine Ansiedlung einer Abtei in diesem Tal der Ardennen gefunden hat. Durch einen Herren Medingaud (damals Erzbischof von Trier) hat das ganze dann auch einen Wohnturm und die Form einer Burg bekommen, bevor es in den folgenden Jahrhunderten durch mehrere Hände und Grafschaften gegangen ist… Bis in das 19te Jahrhundert lebten auf der Burg, die inzwischen zum Schloss wurde, noch Menschen – heut ist das Schloss nur noch eine Ruine, die das Glück hatte, das sich das Städtchen Esch quasi an sie gekuschelt hat. Allein diesem Umstand haben es zahlreiche Anlagen zu verdanken, das es im 16ten Jahrhunder nicht von den Franzosen plattgemacht wird. Soviel zur Geschichte, die ihr übrigens auch hier in aller Ausführlichkeit nachlesen könnt.

Die Ruine übrigens ist gut gesichert und kann jederzeit besichtigt werden. Gute Schuhe sind hier ein Muss, denn gerade bei regnerischen Wetter kann der „Aufstieg“ gerne einmal etwas rutschiger werden. Um sich alles in Ruhe anzuschauen, braucht man schon eine gute Stunde, um einen kompletten Rundgang auch zum Lochturm zu machen, sicherlich sogar noch etwas mehr. Vor allem für Fans von Ruinen ist dieser Ort ganz besonders – es gibt noch recht viele gut erhaltene Orte, in die man hineinschauen kann und sich in eine längst vergangene Zeit träumen kann.

Burg Esch Sauer 11

Einen tollen Ausblick habt ihr von hier oben übrigens auch über den Verlauf der Sûre – ich wünschte ich hätte ein Objektiv mit Weitwinkel gehabt, denn von hier oben sieht man herrlich das schmale Nadelöhr, welches verhindert, das dieser Ort keine Insel ist. In der Nacht wird diese Ruine beleuchtet – leider hab ich dies nicht miterleben können – freu mich aber auf Fotolinks in den Kommentaren….

Wenn ihr das Schloss von Esch Sûre auch besuchen wollt:

  • Die Fahrt von Luxemburg Stadt bis hier her dauert ca. eine Stunde – eine Anreise ist am besten mit Auto möglich.
  • Die Burg/Schlossruine kann kostenlos besucht werden, wie bei allen Ruinen solltet ihr jedoch bitte alles so belassen, wie es war, nichts zerstören oder mitnehmen
  • Einen Parkplatz für Touristen gibt es am Ortseingang, von hier aus sind es knapp 4 Minuten bis zum „Anstieg zur Burg“, der sich zwischen zwei Häusern auf der Hauptachse des Ortes befindet.
  • Gutes Schuhwerk ist Pflicht, ebenso ist der Besuch nichts für Personen, die nicht wirklich gut zu Fuß sind.
  • Für einen Besuch solltet ihr 40 Minuten – 2 Stunden einplanen, je nachdem wie viel ihr sehen wollt. Infotafeln und so hab ich nicht gefunden, ihr könnt jedoch sicher Einheimische Fragen, die euch sicher das eine oder andere erzählen.
  • Wenn ihr vor Ort seit, solltet ihr das Freizeitprogramm am Stausee und einen Besuch im Naturparkzentrum Öewersauer einplanen. Dort gibt es zahlreiche Informationen über die Geschichte des Naturparks und Kreativkurse sowie eine alte Tuchfabrik zu bestaunen. Von hier aus werden auch Führungen in den Ort angeboten.

Offenlegung: Wir wurden von Visit Luxembourg zu einer Kreativreise eingeladen.

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Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt. Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik "Persönliches"