Sachsen

Ein Kurztrip nach Bautzen oder warum ich beinahe nicht mehr in mein Hochzeitskleid passte.

Nach Bautzen zu fahren war ein großer Fehler*.

Ein sehr Großer! Zumindest in Hinsicht auf unsere bevorstehende Hochzeit! Warum?

Das Essen war viel zu gut!

Und nun müssen wir uns an eine strenge Diät halten, um die zusätzlichen bautzener Kilos wieder von unseren Hüften zu bekommen. Sonst ist nix mit Hochzeitskleid und Anzug. Man kann in dieser schönen Stadt aber auch verdammt lecker essen! Egal, ob beim Frühstück im Hotel, oder zum Abend in den verschiedenen Gasthäusern. Wir waren durchweg begeistert!

Da ich eh schon beim Thema bin, kann ich eigentlich auch gleich dabei bleiben. Wer nicht möchte, dass ihm das Wasser im Mund zusammenläuft, kann ja in unserem zweiten Bericht über Ausflugstipps weiterlesen.

Bautzen und der Senf

Von unserer Anreise aus Berlin waren wir ziemlich hungrig. Uns wurde die „Bautzener Senfstube“ empfohlen – und wer aus dem Osten kommt, der kennt auch Bautzner Senf. Was liegt dann also näher, als uns kulinarisch auch auf dieses Thema einzulassen?

Das Restaurant? Rustikal (wie so viel in dieser Stadt) und gemütlich. Hier wird spezielle Senf-Hausmannskost serviert, die wirklich sehr lecker ist. Die Empfehlung war durchaus gerechtfertigt und wir geben diese auch gerne so weiter.

Rustikal durchs Mittelalter

Bautzen ist eine recht alte Stadt. Ritter, Könige und Klöster bestimmen das Stadtbild. Und auch die vorgefundene Küche.

An unserem ersten Abend kehrten wir im Mönchshof ein: direkt gegenüber dem ehem. Kloster gelegen wird der Gast hier traditionell von einem Knecht und einer Magd empfangen und bedient. Natürlich in entsprechender Kleidung. Und auch das Essen erinnert sehr an die alte Zeit. Da gibt es Portionen, die nach einem langen Fußmarsch alle Defizite wieder auffüllen können. Natürlich serviert auf gebranntem Tongedecken.

Schon der Gastraum im Inneren erinnert eher an ein Klostergemäuer, in dem den sündigen Lastern nachgegangen werden kann. Steinernde Wände, klobige Holztische, Wandmalereien und diverse Waffen versetzen den eintretenden Gast in eine längst vergessene Zeit.

Da wir wunderschönes Wetter erwischt haben, durchquerten wir aber das dunkle und etwas unheimliche Gemäuer und erhielten einen super Platz auf der lichtdurchfluteten Terrasse. Was für ein schönes Plätzchen! Weinranken schlängeln sich über den Köpfen und das urige Ambiente schürt noch extra den mitgebrachten Appetit. Zurecht wie sich alsbald herausstellte!

Ein 3-Gänge-Menü ist hier absolut nicht zu empfehlen!* Denn die dargereichten Mengen sind beim allerbesten Willen nur mit sehr viel Sitzfleisch und einem riesigen Loch im Bauch zu schaffen. Dabei war der Beginn mit Schmalzsstullen (wie man bei uns sagen würde) nahezu perfekt: der Bauch bekam etwas zu tun und lecker war es auch. Ein Stück Stulle weniger wäre aber durchaus besser gewesen, da auch der zweite Gang es in sich hatte.

Auf mich kam eine Portion Ziegenfrischkäse zu und René wußte nicht wo er bei seinen mehr als gut belegten dargereichten Rippchen zuerst anfangen sollte. Rein optisch ungewohnt, aber mega lecker! Und dann war da auch noch die Sache mit dem Nachtisch. „Hirsebrei mit Rosinen, Zucker und Zimt“ – ich hab noch vielleicht die Hälfte von dem leckeren Brei geschafft. René hat aber ganz aufgegeben.

Die Gastwirte vom Mönchshof wollten uns eindeutig mästen! Gott sei dank kamen wir lebend aus dem Gemäuer und endeten nicht in einer dunklen Kammer für schlechte Zeiten. :)

Bier mit Aussicht!

Bei unserem Spaziergang am nächsten Tag wollten wir natürlich auch wieder in eine besondere Location einkehren. Auf einem Flyer entdeckten wir das Restaurant „Alter Bierhof“ – hier soll es den schönsten Panoramablick der Stadt geben! Also nix wie hin.

Und ja: auch ohne die Vergleichsobjekte zu kennen: die Aussicht war phänomental und das Radler schmeckte auf dieser großen, sonnendurchfluteten Terrasse gleich besonders gut.

Auf jeden Fall empfehlenswert! Zum Geschmack der angebotenen Speisen kann ich leider nix sagen, da wir vom Vorabend einfach noch nicht wieder in der Lage waren, etwas zu essen.

Sorbische Küche

Unser persönliches Kulinarik-Highlight während unseres Kurztripps war auf jeden Fall das Restaurant „Wjelbik“. Nicht nur die sehr einladende Kulisse, das freundliche (und in sorbischer Tracht) Auftreten der Gastleute, sondern vor allem das original sorbische Essen hat uns überzeugt: dieses Restaurant ist ein Muss für jeden Bautzen-Besucher!

Serviert wurde uns das „Sorbische Hochzeitsmahl“ – bestehend aus „Klare Rinderkraftbrühe mit Eierstich, Fleischklößchen“, „Gemüsestreifen, Falsches Filet vom Ochsen im Wurzelgemüsesud gegart, mit Meerrettichsoße, frischem Marktgemüse und Petersilienkartoffeln“ und „Altbautzener Holunderkaltschale mit hausgemachter Quarkmousse“.

Wer hier speisen möchte, sollte aber doch vorsichtshalber reservieren, denn die begrenzten Plätze in dem hellen und modernen Kellergewölbe sind sehr begehrt.

Hier ist das sorbische Brauchtum bis in den hintersten Winkel zu spüren: natürlich durch die Küche, aber auch zum Beispiel durch das wunderschöne und große Sagenfenster (Buntglasfenster), das die drei bekannte Geschichten vom Wassermann, dem Schlangenkönig und der Mittagsfrau darstellt.

Auch an diesem Abend sind wir kaum bis in unser Hotel gekommen: wir waren einfach viel zu satt. Aber nach einem ausgedehnten Spaziergang durch die abendliche Altstadt hat das Alles auch wieder etwas vergessen lassen.

Und spontan etwas zu sich nehmen? Geht das?

Wir haben auf unserem 2-Tage-Aufenthalt bei unseren Spaziergängen jede Menge Restaurants, Gaststuben und Café der unterschiedlichsten Herkunft, aber immer sehr einladend gesehen.

Wer also bei seiner ersten Anlaufstelle keinen freien Platz erwischt sollte einfach ein wenig weitergehen und wird dann sicher auch fündig.

*natürlich ist ein Besuch in Bautzen nie ein Fehler. Unbedingt machen!

Gut Essen gehen zusammengefasstAnreiseÜbernachtungsempfehlung

In Bautzen gibt es viele Restaurants, die zum Verweilen einladen und es war sehr schade, dass wir aus Zeitgründen nicht bei Allem die Küche austesten konnten.

Selbst ausprobiert und für sehr empfehlenswert empfunden:

Bautzener Senfstube
Öffnungszeiten: täglich ab 11:00 Uhr
Schloßstr. 3, 02625 Bautzen
Informationen unter: Bautzener Senfstube

Mönchshof zu Bautzen
Öffnungszeiten: täglich ab 11:00 Uhr
Burglehn 1, 02625 Bautzen
Informationen unter: Mönchshof zu Bautzen

Alter Bierhof
Öffnungszeiten: täglich ab 11:00 Uhr
Heringstr. 7, 02625 Bautzen
Informationen unter: Alter Bierhof Bautzen

Sorbisches Restaurant Wjelbik
Öffnungszeiten: Di – Sa 11:00 – 15:00 + 17:20 – 22:00 Uhr, So 11:00 – 15:00 Uhr
Kornstr. 7, 02625 Bautzen
Informationen unter: Sorbisches Restaurant Bautzen

Anreise mit dem Pkw

Über die Autobahn A4 (E40) erreichr ihr Bautzen aus den Richtungen Dresden und Görlitz. Mögliche Abfahrten sind Salzenforst, Bautzen-West (mit Panorama-Blick auf die Altstadt) und Bautzen-Ost.

Anreise mit Bus + Bahn

Über das Fernbus-Angebot von Flixbus ist Bautzen unkompliziert von Berlin aus zu erreichen.

Per Bahn gelangen Sie über die Strecke Dresden-Görlitz nach Bautzen. Die Fahrtzeit beträgt zwischen 46 min (Regionalexpress) und 54 min (Regionalbahn).

Wir übernachteten im Best Western Bautzen und da ich hier ehrlich sein soll muß ich gestehen, dass mich das Hotel von außen nicht sehr ansprach. Ein recht hoher Bau (im Vergleich zu den anderen Bautzenern Häusern), im grauen Anstrich wirkte es nicht sehr einladend.

Doch bereits der erste Schritt in die geräumige und sehr ansprechende Vorhalle versprach einen wundervollen Aufenthalt! Dunkle Rottöne lassen die Seele ankommen und sehr gemütliche Sitzecken laden zum Verweilen ein.

Nach einem herzlichen Empfang konnten wir uns in unserem Zimmer dann genauso gut aufgehoben fühlen, wie kurz vorher beim Empfang. Die typische Einrichtung und das große bequem aussehende hielten über Nacht auch das, was sie versprachen: eine angenehme Ruhe nach einem langen Tag in Bautzen und Umgebung.

Zimmerpreise ab: 80 Euro.

Offenlegung: Wir bedanken uns beim Best Western Bautzen, dem Sorbischen Museum, dem Mönchshof und dem Restaurant Wjelbik für die Einladung.

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Über den Blogger

Kerstin

Unsere Berlinkorrespondentin ist häufig in der Hauptstadt und deren Umgebung unterwegs und findet zusammen mit ihrer Familie so manchen tollen Geheimtipp. Ob Kulinarik, Kreativität, Museen oder Bücher, lernt durch ihre Berichte das "Zentrum der Macht" neu kennen....

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