Bayern

Historisches Besucherbergwerk Bodenmais – auf ins Mittelalter

Auf den Spuren der Bergarbeiter im historischen Besucherbergwerk Bodenmais

Es läuft mir immer wieder ein Schauer über den Rücken, wenn ich in ein Bergwerk gehe. Nicht wegen der Enge oder der Vorstellung von mehreren Tonnen Gesteinsmasse über meinem Kopf, sondern wegen der Arbeitsbedingungen in so einem Bergwerk. Dunkelheit und Lärm, die einen Großteil des Tages ausmachten. Und wenn ich mir dann ausmale, dass es Kinder in Torbens Alter sind, die bereits dort arbeiten mussten, dass bekommt ich erst Recht eine Gänsehaut.

Dennoch finde ich es auch immer wieder spannend zu sehen und zu erleben. Und da unser Ausflug, den wir eigentlich von unserer Kur aus machen wollten, abgesagt wurde, haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, das Innere des Silberbergs zu erkunden und das historische Besucherbergwerk zu besichtigen. Das ist immerhin wetterunabhängig.

Ausgestattet mit Helm und Umhang ging es in den Berg hinein. Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte des Stollens (hier wurde bereits im Mittelalter Erz abgebaut) geht es ca. 600 Meter weit in den Stollen hinein. Unterwegs sehen wir den Maschinenraum und die Schmiede. Über eine 125 Stufen Treppe haben wir eine tolle Aussicht auf den Barbarastollen.

Obwohl die letzte Schicht 1962 gefahren wurde, sieht es aus, als wäre der Stollen eben erst verlassen worden. Überall stehen noch mit Steinen beladene Wagen herum, die eigentlich nur darauf zu warten scheinen, geleert zu werden.

Am Ende des Stollens können wir Besucher selbst einen Bohrer betätigen. Finja und ich verzichten gerne, denn der Lärm ist ohrenbetäubend. Kaum vorstellbar, dass an dieser Stelle einmal 6 Männer gleichzeitig gebohrt haben. Der Lärm, die Dunkelheit und die Enge, jeder Einzelne, der da morgens aufsteht und täglich aufs Neue dort arbeitet, verdient meinen höchsten Respekt. Vor allem in Hinblick auf das Wissen, dass einen diese Arbeit umbringen wird. Mir ist klar, dass viele keine andere Möglichkeit hatten, dennoch.

Ein kleines Museum

Angeschlossen an das Bergwerk ist ein kleines Museum (ein Raum), wo man sich die Schienentechnik noch einmal genauer in einem Modell anschauen kann. Zudem werden dort Lohnbücher, Werkzeuge und andere Bergwerks-Relikte gezeigt.  Das Museum ist ideal, um die Zeit bis zur Führung zu überbrücken. Für Kinder gibt es hier oben an der Mittelstation einen schönen Spielplatz, an dem sie sich austoben können, während die Erwachsenen in der Gaststätte einkehren und sich für die letzen Meter bis zum Gipfel oder für den Rückweg stärken.

Im Winter ist dieses Gebiet hier Skigebiet, einen kleinen Blick auf die Piste haben wir schon erhaschen können, noch ist sie satt grün, aber das wird sich in den nächsten Wochen sicher ändern. Wir haben leider so gar keine Ski-Erfahrungen, obwohl mich so ein Winterurlaub schon einmal reizen würde. Ich finde, das sollte man zumindest einmal mitgemacht haben. Ich schreibe es mal auf meine To-Do-Liste.

Mit der Silberbergbahn bis zur Mittelstation und auf den Gipfel

Wer den Weg hinauf zum Bergwerk nicht laufen mag oder kann, für den ist die Sessellift-Bergbahn eine tolle Alternative. Besonders Kinder haben viel Spaß daran, mit dem Lift hinauf zu fahren. Natürlich ist es auch möglich, nur eine Teilstrecke mit dem Lift zu fahren.

Ein besonderes Highlight für Kinder (und Erwachsene!) ist die Sommerrodelbahn, mit der man ab der Mittelstation wieder zurück zur Talstation düsen kann. Allerdings ist diese nur bei guter Witterung geöffnet. Wir hatten leider Pech, die Bahn war zu nass und daher geschlossen.

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen?
  • Wir empfehlen vor dem Besuch anzurufen, ob an dem Tag Führungen stattfinden und vor allem, zu welcher Uhrzeit die letzte Führung des Tages durchgeführt wird.

Eintrittspreise:

Besucherbergwerk:
Erwachsene: 7,50 €
Kinder: 4,80 €
(Mit der Kurkarte ist der Eintritt etwas günstiger)

Berg- und Talfahrt mit der Silberbergbahn:
Erwachsene: 6,00 €
Kinder: 4,00 €
(Mit der Kurkarte gibt es auch hier Ermäßigungen)

Adresse:

Historisches Besucherbergwerg Bodenmais
Silberbergstraße 28
94249 Bodenmais

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Bis Bodenmais fährt man mit der Waldbahn und von dort aus mit dem Bus 9198 (Bushaltestelle 2) bis zur Talstation des Silberberges in nur etwa 5 Minuten.

Wer es etwas gemächlicher mag und nebenbei etwas von Bodenmais sehen möchte, kann auch eine Rundfahrt mit der Bimmelbahn machen. Man kann zwischendrin die Fahrt an verschiedenen Punkten unterbrechen (z. b. Silberberg oder Joska) und zu einem späteren Zeitpunkt die Fahrt fortsetzen.

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Yvonne

Yvonne und ihre Familie - besser bekannt unter "Familienspaß im Bonbonglas" sind ständig auf der Suche nach besonderen Sehenswürdigkeiten. Den Norden haben sie schon erobert...