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Dänemark

Insel Röm – Entschleunigung auf Dänisch

Sie gehört nicht zu den bekanntesten ihrer Art, die Insel Röm. Dabei findet man auf Rømø, so die dänisch korrekte Schreibweise, etwas, was zahlreiche Nordseeinseln immer weniger bieten. Auf der südlichsten Wattenmeerinsel von Dänemark waren wir in der Nebensaison abseits der großen Touristenströme unterwegs und konnten noch wirklich Ruhe finden.

Insel Röm - Römö

Ruhe strahlt die Insel schon bei der Ankunft aus. Vom dänischen Festland aus fahren wir mit dem Auto über den gut 10 Kilometer langen Damm. Damit ist schon einmal die Frage nach der autofreien Insel beantwortet. Das ist Röm zwar nicht, dennoch geht es hier weitaus gelassener zu, als auf so manch anderer Insel ohne PKWs. Schon die Wahl der Unterkunft deutet darauf hin, dass dies ein etwas anderer Urlaub wird, zumindest für uns, die wir sonst doch eher Kurztrips und klassische Hotels gewöhnt sind. Deren Auswahl ist auf der Insel zudem sehr überschaubar, der Fokus liegt hier woanders.

So soll es auch für uns in diesem Urlaub ein Ferienhaus sein. Die Auswahl an diesen ist schon einmal weitaus größer und wir sind bei der Anreise extrem gespannt, was uns erwartet. Die Routenbeschreibung von Novasol ist recht schlicht. Hinter dem Damm heißt es „das erste Gebäude rechts“, um den Schlüssel abzuholen. Bepackt mit Bettwäsche und Handtüchern geht es danach weiter ins Abenteuer Ferienhaus.  Gefühlt fahren wir mitten ins Nichts, nach ein paar weiteren Fahrminuten geht es in einen besseren Feldweg. Hier liegen rechts und links ein paar versteckte Häuser für die Inselgäste, Anfang Oktober ist deren Zahl jedoch überschaubar.

Novasol Röm Ferienhaus

Schließlich erreichen wir unsere Unterkunft für die nächsten Nächte. Mittendrin zwischen Heide-und Dünenlandschaft liegt das Ferienhaus, welches den Namen „Mormors Hus“ trägt. Mormor bedeutet auf Deutsch Großmutter und zu deren Zeiten waren die Grundstücke halt oftmals noch etwas größer. Genauso ist es hier. Rund um das Haus ist eine große Rasenfläche vorhanden, ein paar Meter weiter nur geht es in die Dünenlandschaft der Insel.

Eines fällt uns sofort auf. Außer ein paar Vögeln und dem Rauschen des Windes hören wir vor den Türen von „Mormors Hus“ rein gar nichts. Bereits der erste Eindruck ist eine echte Wohltat für Menschen wie uns, die die Großstadt gewöhnt sind. Schon bevor wir das Ferienhaus betreten und obwohl hinter uns einige Stunden Anfahrt liegen, sind wir deutlich entspannter als sonst. In Ruhe geht es jetzt erstmal daran, das Haus zu erkunden. Das hat alles, was man braucht und ist vor allem auch sauber. In der offenen Küche entdecken wir alles, was wir für die nächsten Tage benötigen, selbst eine Geschirrspülmaschine ist dabei. Und da wir uns in Skandinavien befinden, ist auch die WiFi-Versorgung selbst hier mitten im Nirgendwo gegeben, das trägt zwar nicht gerade zur Entschleunigung bei, doch dafür, das spüren wir schon, wird die Insel Röm während der nächsten Tage noch ausreichend sorgen.

Mit dem Auto an den Strand – Besonderheiten der Insel Röm

Röm verfügt über einen Strand der Superlative, er gehört zu den größten der Nordsee. Mit einer Breite von bis zu 4 Kilometer zieht sich der Sandstrand über die gesamte Westküste der Nordseeinsel. Nur in den nördlichen Teil gelangt man nicht, der ist militärisches Sperrgebiet. Wir machen uns direkt am Ankunftstag auf den Weg nach Lakolk, dem ältesten Ferienort der Insel, wobei die Bezeichnung Ort sicher etwas übertrieben ist.

Kurz vor dem Strand findet man hier einen klassischen Touristenhalt. Hier gibt es aufgereiht aneinander das ein oder andere Restaurant und Cafe, zudem kann man sich mit Souvenirs, Klamotten und ausreichend Strandzubehör versorgen, zudem gibt es noch einen Supermarkt. Allerdings ist das kleine Areal, welches vor einem Campingplatz liegt, doch eher zweckmäßig, uns jedenfalls hält es hier nicht lange. Anstatt das Auto hier abzustellen, kann man auch einfach direkt weiterfahren, direkt an den Strand und am Strand entlang.

Auf einem Großteil der Strände auf der Insel Röm sind Autos zugelassen, viele nutzen dies und fahren mit dem Auto vor die Dünen. Auch wir lassen uns dieses Abenteuer nicht nehmen. Das Wasser bestimmt hier am Ende den Weg, trotzdem geht es immer ein bisschen kreuz und quer zu. Wer jedoch meint, dass solch ein Strandbesuch im Stress ausartet, den muss ich enttäuschen. Ruhig geht es trotzdem meist zu und wenn man sein Auto abgestellt hat und Richtung Norden am Wasser entlangläuft, ist man längst wieder auf die Nordsee fokussiert.

Insel Röm Lakolk Strand

Röm hat seine eigene Faszination und steht im klaren Kontrast zu anderen Nordseeinseln. Neben dem Strand bei Lakolk gibt es noch den Sønderstrand, auch hier geht es mit oder ohne Auto ans Wasser. Auf dem Sonderstrand ist deutlich weniger los, für eine ruhigere Wanderung sollte man hier Halt machen. Das mag auch daran liegen, dass hier jegliche Einrichtungen wie Geschäfte, Imbiss oder anderes komplett fehlen. Die sind auf Röm zwar auch vorhanden, aber in deutlich geringer Zahl.

Wer hier über einen längeren Zeitraum Halt macht, der wird eh die Selbstversorgung bevorzugen. Zwar gibt es das ein oder andere Restaurant auf der Insel, doch die Preise sprechen eine klare Sprache. Wieder zeigt sich eindeutig, der Fokus liegt auf einer anderen Art des Urlaubs. Wir haben uns vorher gut mit Lebensmitteln eingedeckt und so verbringen wir die Zeit rund um das Abendessen lieber in unserem Ferienhaus.

Hier kommen lediglich mal die ein oder anderen Spaziergänger vorbei, sonst macht sich als einziger weiterer Besuch ein Maulwurf bemerkbar, was uns an seiner Arbeit auf der Wiese auffällt. Aber auch der ist ja nun ein ruhiger Zeitgenosse.

Rømø – Zwischen Dünen und Buggys

Vom unserem Ferienhaus sind es nur ein paar Schritte und wir stehen in der Dünenlandschaft der Insel. Diese entpuppt sich nicht nur als schöne Wanderstrecke, ehe man sich versieht, stolpert man über Relikte aus dem Krieg. Über 50 Bunker haben die Deutschen zu jener Zeit hier in die Dünen gebaut und so wird eine Wanderung durch die Insellandschaft zur Entdeckungstour. Noch weniger Leute als am Strand folgen unserem Beispiel und da wir auch ein paar Tage mit viel Regen erwischt haben, wirkt die Insel rund um unser Haus wie verlassen.

Am dritten Tag haben wir unseren Rhythmus der Insel angepasst, wir lassen es ruhig angehen. Röm tut uns den Gefallen, keine lange Liste mit „Must-Sees“ anzubieten, die man einfach gesehen haben muss. Unser Ferienhaus mitten im Nirgendwo und die Insel liefern genau das, was wir uns erhofft hatten. Ruhe, Entschleunigung, gute Luft und ganz viel Meer. Dennoch gibt es ein paar Punkte, an denen man auf der Insel stoppen sollte.

Römö Insel Dänemark Strand

Da ist die Kirche St. Clemens auf dem Weg nach Havneby, wo auch der Hafen liegt. Oder der Walkieferzaun in Juvre am Straßenrand, an dem wir zuerst fast vorbeigefahren werden. Die Insel hat auch ein kleines Museum, das hat allerdings nur im Sommer geöffnet. Neben einer möglichen Führung durch die Bunkeranlage in den Dünen spielt sich das Leben aber vornehmlich am Strand ab. Röm ist besonders beliebt fürs Kitebuggy-Fahren, zahlreiche dieser Buggys haben wir auch bei unserem Aufenthalt zu Gesicht bekommen.

Neben der Anfahrt über das Festland – Röm liegt keine 100 Kilometer von Flensburg entfernt – kann man sich auch für die Anreise per Schiff entscheiden. Die Insel verfügt über eine direkte Fährverbindung nach Sylt und die wollten wir dann auch einmal nutzen, um der größten nordfriesischen Insel einen Besuch abzustatten.

Sylt – Deutsches Kontrastprogramm

Vom Hafen in Havneby auf der Insel Röm aus verkehrt die Syltfähre mehrmals täglich bis in den frühen Abend hinein. Rund 71 Euro werden für unsere Hin-und Rückfahrt mit dem Auto fällig. Havneby selbst kann man als unscheinbar bezeichnen, hier finden sich lediglich ein paar wenige Fischereianlagen, ein paar Imbissbuden und der Fähranleger. Viel zu sehen gibt es hier nicht, aber manchmal ist weniger mehr, das wird uns dann im Laufe des Tages klar.

Syltfähre Röm Sylt

Die Fähre bringt uns nach List auf Sylt. Und hier steht unser einziges Highlight des Tages auf dem Programm. Wir machen uns auf dem Weg zum Ellenbogen. Das ist die nördlichste Stelle Deutschlands und über eine mautpflichtige Straße gelangen wir dorthin. Die Wetterprognose für den Tag ist nicht besonders gut, so dass hier wenig los ist. Wir stapfen durch den Sand und betrachten unsere ruhige dänische Insel nun von der anderen Seite aus. Hier ist Sylt noch natürlich, die Landschaft und das Meer bestimmen das Bild.

Das wird im Laufe des Tages jedoch anders, als wir den Rest der Insel erkunden wollen. Nach ein paar Tagen auf der Nachbarinsel, die noch nicht einmal auf 600 Einwohner kommt, ist Sylt und vor allem auch Westerland der Kontrast schlechthin. Touristen, wo man hinblickt, Bustouren und volle Geschäfte, wenn Röm Entschleunigung bedeutet, kann man Sylt mit Eilig umschreiben. So werden wir an diesem Tag mit der Insel nicht warm, da half auch nicht die Currywurst in der Sansibar, dem Kult-Restaurant in den Dünen. Am Essen lag es nicht, jedoch wirkte alles hier zu künstlich, so dass wir am späten Nachmittag froh waren, als wir wieder auf Röm ankamen.

Insel Röm – Wir kommen wieder

Der Tag der Abreise rückte viel zu schnell näher, doch die Insel hat es uns in diesen Oktober-Tagen angetan. Auch wenn bei gutem Wetter und am Wochenende die Strände gut besucht waren, auf Röm hatte man jederzeit mehr als genug Raum für sich selbst. Tägliche Strandspaziergänge wechselten sich mit Dünenwanderungen ab, kurze Ausflüge und vor allem viel Ruhe, all das haben wir auf der dänischen Insel gefunden.

Insel Röm Rømø

Auch die Zeit im Ferienhaus konnten wir genießen, hier war man für sich und beschäftige sich endlich einmal wieder mit anderen Dingen. Ein gutes Buch lesen oder sich um den Ofen kümmern, der am Abend für Wärme sorgte, der Fernseher war zwar vorhanden, blieb aber während unseres Aufenthaltes aus. Röm hat uns entschleunigt und das sicher nicht zum letzten Mal.

Wichtige HinweiseAnreiseWeitere Inspirationen
  • Auf der Insel Röm könnt Ihr mit dänischen Kronen oder Euro bezahlen (1 Euro entspricht etwas 7,44 Dänische Kronen)
  • Auch ec-Kartenzahlung vor Ort ist kein Problem
  • Ferienhausbuchung für die Insel Röm online bei Novasol – unser Ferienhaus könnt ihr hier buchen. Der Preis richtet sich nach Saison, daher können wir darüber keine Auskunft geben.
  • Neben der Grundmiete für ein Ferienhaus fallen noch Verbrauchskosten für Strom und ggf. eine Leih-Pauschale für Bettwäsche und Handtücher (ca. 14 Euro für den Aufenthalt pro Person) an, wenn ihr diese nicht selbst mitbringt. Die Endreinigung ist natürlich auch kostenpflichtig, könnt ihr aber auch selbst übernehmen
  • Übernahme Ferienhaus: i.d.R. könnte ihr den Schlüssel für euer Ferienhaus ab 15 Uhr abholen, Rückgabe bei Abreise ab 9 Uhr möglich
  • Auf der Insel findet ihr neben drei größeren Geschäften/kleineren Supermärkten auch zwei Tankstellen

Am besten von Deutschland aus über das Festland direkt über den 10 Kilometer langen Damm, alternativ mit der Fähre ab List auf Sylt.

  • Empfehlenswerte Bäckerei: Rømø Bageriet, Adresse: Havnebyvej 214, 6792 Rømø
  • Einkaufsalternative: Einige Privatleute bieten vor ihrem Haus in einem Strassenverkauf eigene Produkte an, etwa Honig oder auch Brennholz für die Öfen in den Ferienhäusern. Hier kann man einfach anhalten, zahlt den Geldbetrag in Kronen oder Euro in eine Geldschatulle ein und nimmt sich das Gewünschte mit.
  • Syltfähre – Ausflug nach Sylt? Die Fähre verkehrt mehrfach täglich, alle Infos unter syltfaehre.de
  • Verregneter Tag und Lust auf Wellness? Das gibt es in der Nähe vom Hafen im Enjoy Ressort, Adresse: Vestergade 31, 6792 Rømø
  • Motor Festival – Auf der Insel Röm findet jährlich im September am Strand von Lakolk ein Motor Festival mit zahlreichen Oldtimern statt
  • weitere Tipps zur Insel auf der offiziellen Website

Offenlegung: Wir wurden für unseren Besuch auf der Insel Röm von NOVASOL unterstützt.

Über den Autoren

Jens

Noch bevor er richtig laufen konnte, war seine Begeisterung für Motorsport zu spüren. Nachdem ihm der deutsche Motorsport zu eintönig wurde, ging es auf in die große weite Welt, erst nach Belgien und Holland, aber auch in die USA, von wo er neben spannenden Rennreportagen auch einiges über das Drumherum berichten kann. Unser Quotenmann wird euch mit tollen Berichten über die Motorsportstrecken der Welt und den einen oder anderen Insider auf dem laufenden halten...

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