New York

Kurzreisen ade? Warum ich überfüllte Städte hasse und was ich von Overtourismus halte

Dieser Tage ist es nicht einfach ein Reiseblogger für Kurzreisen zu sein. Denn sind wir doch mal ehrlich – die meisten kurzen Reisen führen uns in Städte. Plant man diese Reisen in der falschen „Zeit“ – hat man ein Problem namens „Overtourismus“. Das Ende vom Lied? Überfüllte Sehenswürdigkeiten, überteuerte Hotels und frustrierte Meckertouristen. Ob Amsterdam, Barcelona, Lissabon oder Rom – all diese Städte sind vor allem im Sommer hoffnungslos überfüllt. Was solche Massen an Menschen mit Natur und Sehenswürdigkeiten anrichten – davon will ich erst gar nicht reden.

Sind Kurzreisen ein Problem?

Das Thema „Overtourism“ ist in aller Munde. Und immer wieder kommt auch die Frage auf: „Sind kurze Reisen das Problem?“. Abstreiten will ich nicht, das ständiges Fliegen (mal schnell übers Wochenende) ökologisch nicht wirklich sinnig ist. Gleiches gilt jedoch auch für ständige Fahrten „nach Hause“ – wie es viele Pendler und Fernbeziehungen Woche für Woche von West nach Ost nach Nord nach Süd und wieder zurück zelebrieren.

New York im Oktober

Die Blechlawinen, die jeden Freitag auf Deutschlands Autobahnen unterwegs sind halte ich für ebenso wenig nachhaltig wie Flüge. Klar – ich als Blogger will Vorbild sein – aber wenn die eigene Familie knapp 400 Kilometer entfernt im Nirvana wohnt, dann schnapp ich mir gelegentlich halt ein Auto und fahr hin. Ähnliches gilt bei Kurzreisen – wenn ich ein spannendes Thema für meinen Blog finde besuche ich den Ort. Ein Problem?

Ich glaube nicht das Kurzreisen die Ursache für Overtourismus sind.

Für mich gibt es andere Faktoren die für überfüllte Städte und Vermüllung sowie Einwohnerschwund in großen europäischen Metropolen sorgen. Zum einen sind es Kreuzfahrtschiffe, die zu mehreren neugierige Gäste „ausschütten“ und zum anderen sind es zahlreiche „Low Budget Reisende“, die für einen Appel und ein Ei die Städte sehen wollen.

Ich als „Wochenendgast“ und Kurzreisender nehme mir gerne ein gutes Hotel (was zentral liegt und niemanden die Wohnung wegnimmt), fahre mit Bus, Bahn und Taxi vor Ort und gehe schick und regional essen. Einige Sehenswürdigkeiten schaue ich mir auch noch an – und versuche die Stadt so wenig wie möglich mit meinem Besuch zu belasten. Das empfehle ich auch meinen Lesern. Und das – so finde ich – schadet den Städten nicht. Ganz im Gegenteil. Arbeitsplätze werden gesichert, Steuergelder und Devisen fließen und damit kann in Städten hoffentlich das eine oder andere schöne erhalten werden. Und wenn es irgendwie geht – fahr ich mit dem Zug hin. Ich persönlich mag Bahnfahren. Trotz Verspätungen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Weil ich es kann – Kurzreisen in der Nebensaison.

Ich bin kinderlos. Ich bin somit nicht auf Ferien angewiesen was meine Reisetätigkeit angeht. Und ich bin flexibel. „Mal spontan weg“ geht bei mir doch recht gut. Ich weiss das ich damit schon einen wesentlichen Vorteil in Sachen Kurzurlaub habe. Einzig Brückentage nutze ich häufiger mal – dann jedoch nicht unbedingt für Städtereisen.

Im Februar auf dem Fischmarkt in Hamburg

Vielleicht habe ich deshalb bisher recht überschaubare Erfahrungen mit überfüllten Städten gemacht.  Städtereisen genieße ich nur von Oktober bis Mai. Außerhalb dieser Zeit meide ich „Touristenmetropolen“ wo es nur geht. Es ist nicht nur die Tatsache das ich an sämtlichen Orten „anstehen“ muss. Es sind auch verstopfte Straßen, überfüllte Cafés und ständig nörgelnde Reisende.

Überfüllte Orte machen keinen Spaß

Was jedoch passiert wenn 1000 Gäste durch eine Kleinstadt (Key West) traben und dann wieder auf einem Kreuzfahrtschiff verschwinden, das habe ich schon mal miterlebt. Für mich was dies ein Schlüsselerlebnis und der Grund warum ich eine Kreuzfahrt dieser Art wohl nie in meinem Leben buchen werde. Auch mein Wochenende auf Mallorca hat mir bewusst gemacht, was Massen an Gästen anrichten können. Solch ein Urlaub kann doch keinen Spaß machen?

Palanga (Litauen) im Juli. Bei schönem Wetter überlaufen.

Kurzreisen Ja oder Nein?

Was kann ich euch mit auf dem Weg geben? Ich selbst stecke oft genug in der Zwickmühle. Fliege ich nach Wien oder nehme ich den Nachtzug EN421? Wie oft verreise ich pro Jahr? (In den letzten Jahren war ich teilweise 35 Mal unterwegs)? Das ändert sich aktuell – auch weil ich für mich persönlich merke, das nur Kurzreisen (vor allem in Städte) auf Dauer wirklich anstrengend sein können. Ich habe gelernt. Und kann euch ein paar Empfehlungen mitgeben.

  1. Städtereisen in der Nebensaison
  2. Bahn statt Flieger (bei Zielen wie Wien, London, Paris und Amsterdam sehr gut möglich)
  3. Am „trubeligsten“ Tag das nicht so bekannte Umfeld erkunden (Costa Brava bei Barcelona, Cascais bei Lissabon, Vororte bei London und Wien, Potsdam bei Berlin)
  4. Unterstützt die Städte! Bucht nicht bei Billigairlines, nutzt Hotels (die gar nicht so viel teurer sind) und geht einheimisch Essen.
  5. Es müssen nicht immer nur Hotspots sein! Lissabon hat wirklich schöne Parks. Die sind oft nicht überlaufen, günstig und sehenswert.
  6. Lernt eure Heimatstadt kennen! Ich bin immer noch überrascht wie viel neues ich ständig in Düsseldorf und Köln entdecke.

Was andere zum Thema Overtourismus schreiben!

Nicht nur ich habe mich mit dem Thema „Überfüllte Städte“ beschäftigt. Auch andere (Reise)Blogger aus allen Sparten machen sich Gedanken zu diesem Thema. Hier habe ich euch ein paar Links zusammen getragen.

Janett
Janett

Hallo, ich bin Janett, die Gründerin des Blogs Teilzeitreisender.de
Schon immer war ich ein sehr großer Fan von Kurzreisen. Neben einer Teilzeitstelle an der Uni Düsseldorf pflege und hege ich deshalb dieses Projekt - und habe dafür schon das eine oder andere Abenteuer erlebt.

Mehr über mich erfahrt ihr unter der Rubrik Persönliches

Du willst mehr sehen?

Schreib uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare