Spanien

Warum ich wohl so schnell nicht mehr im September nach Mallorca fliege.

Mallorca ist wunderschön.

In diesem Herbst war ich das erste mal auf der spanischen Insel und schon beim Anflug habe ich mich in das kleine Eiland mit Sonne, Strand und Bergen verliebt. Im Sonnenuntergang genoss ich vom Flieger aus die ersten Blicke von oben und dachte noch: Das ist so gar nicht wie ich mir das vorgestellt habe.

Und doch – ich habe eines bei meinem Kurztrip auf die Insel gelernt. Mallorca von Mai bis September? So schnell nicht wieder. Und dabei hab ich weder in einem großen Hotel geschlafen und war auch nicht im Mega Park und dem zu recht so verpönten El Arenal unterwegs.

Mein Ziel?

Gemeinsame Zeit mit meinen Freunden Anja und Daniel. Ein paar kleinere Ausflüge hatten wir für mein Wochenende dann doch auch geplant. Geheimtipps – wie uns der Reiseführer glaubhaft machen will. Und genau da liegt die Krux an der Sache.

Geheimtipp in Mallorca? Wir haben sie nicht gefunden. Die Insel ist so hofffnungslos überfüllt mit Touristen, das eigentlich nur die Frühaufsteher und die Privatgrundstücksbesitzer die Chance auf ein einsames Plätzchen an der Sonne haben.

Wir haben Glück.

In einem kleinen Wohnort Cala Blava sind wir in der Finca einer guten Freundin untergekommen. Mit Pool – 3 Schlafzimmern und einem wunderschönen Garten. Ein Ort – um sich sich zurückzuziehen und die Seele baumeln zu lassen.

Auch die Steilküste von Cala Blava beeindruckt mich. Eine Treppe führt hinunter zum Meer – wer mutig ist, kann sich dort bei ruhigem Meer auch im Schwimmen versuchen. Ich belasse es bei meinem Besuch lieber bei einem „Ich warte auf die Gischt“.

Und doch ist man auch hier nicht einsam. Wenngleich es nicht zu vergleichen ist mit dem, was wir auf unseren Reisen durchs Land das eine oder andere mal erlebt haben.

Ein bissl Hard Rock

Gute Freunde wissen – ich bin geil auf die Hurricane Gläser vom Hard Rock Cafe. Die lass ich mir jedoch niemals nie mitbringen. Die Kette aus den USA hat weltweit immer die gleiche Aktion. Drink einen Cocktail, zahl 5 Euro (oder so) mehr und nimm das Glas mit dem Namen des Ortes mit nach Hause. Jedenfalls hab ich an die 20 Gläser schon zuhause stehen (und nutze sie leider nicht so oft wie ich mir wünschen würde ;)) und bin somit schon in gut 60% der europäischen HRC´s gewesen. Auch auf Mallorca gibt es das Cafe und so startete der Abend ganz entspannt in Palma de Mallorca bei einem amerikanischen Burger und einem Cocktail.

Palma an sich überrascht mich. Hier ist es nicht so überlaufen wie erwartet und doch ist an diesem Freitag abend einiges los. Wir haben zumindest beim Restaurant unserer Wahl Glück – ein Tisch im Außenbereich ist noch frei und ich glücklich das Glas aus Mallorca im Anschluss mitzunehmen.

Es mag wohl auch dem Cocktail zu verschulden sein – als wir „daheim“ ankommen, schmeiss ich mich erst mal in den Pool. Um kurz vor Mitternacht bin ich lang nicht mehr schwimmen gewesen.

Ein Besuch in einer einsamen Bucht.

Ein entspannter Morgen auf Malloca – Frühstück im Garten, Shopping in einem kleinen Market um die Ecke – bis dahin war unsere Reise noch absolut perfekt. Natürlich wollten wir auch ein wenig die Insel erobern. Anja hatte auf einem Onlineportal von einer einsamen Bucht für Verliebte gelesen. Wir sind zwar nicht verliebt – einsam jedoch klang in unseren Augen wunderbar.

Spätestens als wir am Ende einer schmalen Straße die zahlreichen Autos gesehen haben – hätten wir wohl stutzig werden müssen. Wir jedoch sind neugierig, überwinden einen Zaun, der Gäste wie uns davon abhalten soll, den rund 1,5 km langen Feldweg zur Bucht zu laufen.

Über Stock und Stein und kleine Rinnsaale mit Wasser gelangen wir schließlich an einen Weg hinunter zum Wasser. Traumhaft ist die Aussicht auf die türkisblaue Bucht vor uns. Ein paar Boote haben angelegt – ansonsten wirkt alles auf den ersten Blick angenehm idyllisch.

„Hach ist das schön!“ rief ich Anja zu. Von ihr kam nur ein „Dann komm mal runter…“ zurück. Ein paar Meter weiter sah ich dann, was sie meinte. Auf einem circa 40 Meter breiten kleinen Strandabschnitt lagen gefühlt 50 Personen wie die Ölsardinen und sonnten sich. Gehen? Nein – dafür war es so schön, und so suchten wir uns einen felsigen Abschnitt und schauten, dass wir schnell ins Wasser kommen.

Das war herrlichen angenehm und mit Taucherbrille ließen sich hier sogar einige Korallenriffe entdecken. Unsere Strandnachbarn taten es uns nur selten nach. Schade, denn ich fand diese Bucht, das Wasser und die Korallen wunderschön. Immer mehr Leute dachten sich das jedoch auch und als es selbst im Wasser zu voll wurde, entschlossen wir uns – den Rückzug anzutreten.

Den Nachmittag – der auch noch mit ein wenig Regen aufwartete – verbrachten wir entspannt in unserer Finka. Lesend am Pool – das hab ich auch lange nicht mehr gemacht.

Eine abenteuerliche Fahrt durch die Berge

Nächster Morgen. Es regnet und fast sind wir versucht, den Tagesplan für heute zu canceln. „Das Wetter ändert sich hier recht schnell.“ berichtet Daniel und schwupps – scheint hinter unserer Finca auch schon wieder die Sonne. Heute wollen wir eine kleine Tour in die Berge machen. Unsere Ziele?

Valldemossa

Viel haben wir von Valldemossa nicht gesehen. Den Parkplatz. Ein paar Seitengassen. Ein Restaurant direkt an der Straße und in der Ferne einen Kirchturm. Und gefühlt 100 besetzte Parkplätze.

Wir jedoch hatten keine Lust, 20 Runden durch den Ort zu fahren, um irgendwann einen der freien Parkbuchten zu erwischen und fuhren entlang einer wunderschönen Allee und auf den kurvigen Bergstraßen zu unserem nächsten Ausflugsziel.

Deià

In Deià hatten wir Glück. Gleich hinter einer Kurve gab es Parkplätze, von denen wir einen im ersten Anlauf auch besetzen konnten. Das Dorf ist als Künstlerdorf bekannt und tatsächlich erkennen wir direkt an der Straße ein paar Händler.

Nachdem wir uns an den Blick Richtung Meer und die beeindruckenden Berge mit immer dunkler werdenen Wolken satt gesehen hatten, wagten wir einen Spaziergang durch den Ort. Und wahrlich – hier gibt es wunderschöne Ecken und zahlreiche recht neugierige Katzen.

Schnecke in Deià

Und Schnecken und Natur und überhaupt hat Deià mein Mallorcaherz wieder ganz gemacht. Doch unser Plan für diesen Tag sollte noch ein weiteres Highlight in den Bergen von Mallorca beinhalten.

Sóller

Auf Sóller habe ich mich ganz besonders gefreut. Hier – so berichtete mir Anja – fährt neben der bekannten Eisenbahnstrecke von Palma nach Sóller auch eine altmodische Straßenbahn durch die Stadt. Der Besuch der kleinen Hafenstadt scheiterte jedoch an genau zwei Dingen.

Auf dem Weg nach Sóller

Menschenmassen und der deshalb sehr schwierigen Parkplatzsituation und dem Wetter. Neben einem Starkregen haben wir hier noch einiges an Hagel abbekommen.

Einziges Foto aus Sóller

Aus dem Auto konnte ich zwar in schemenhaften Umrissen erkennen wie schön der Ort ist – auch die fast 5 Kilometer lange Straßenbahnstrecke klang interessant – aber ich war heilfroh, als Anja unser Auto aus den engen Gassen von Sóller wieder hinausmanövriert hatte.

Ein versöhnlicher Nachmittag in Palma de Mallorca

So langsam schlich sich bei uns allen Hunger ein. „Was haltet ihr von Palma?“ war die Frage aus dem Frontbereich unseres Autos. Ein lustloses „Ja“ flößte unserem Chauffeur keine Angst ein und so landeten wir kurze Zeit später in der Hauptstadt Mallorcas. Hier bekamen wir im Parkhaus den letzten Parkplatz und auch in den Straßen verlief sich die Masse an Touristen.

Nach einer Empfehlung von Nina von Reisehappen besuchten wir das Restaurant Patrin Lunares Cantina. Günstig war es nicht, aber das Essen und vor allem mein Tintenfisch in „Inksauce“ ist wirklich super lecker gewesen und ideal für die warmen spanischen Temperaturen.

Unterwegs entdecke ich Windmühlen – mitten in der Stadt – und ich lerne eine Stadt kennen, die ich mir so ganz anders vorgestellt habe. Touristischer. Und nicht so voller kleiner Besonderheiten und mit so viel Charme. Darf ich sagen, das ich mich hier wirklich wohl gefühlt habe? Und das obwohl ich außer der Altstadt nicht so wirklich viel gesehen habe.

Ein versöhnlicher Abend

Nach einem Tag voller Abenteuer und einem schönen Finale in Palma de Mallorca wollte ich an diesem Abend auch endlich einen Sonnenuntergang erleben.

Einen Ort gefunden haben wir. Direkt an der Steilküste von Mallorca. Und der Sonnenuntergang. Hach schön!

Der Abschied am nächsten morgen fällt schwer. Mallorca ist schon schön. Die Menschenmassen jedoch – nun die haben mir so einige schöne Abenteuer vermiest. Wohl deshalb verstehe ich auch, das auf der Insel die Bewohner etwas gegen Massentourismus und AirBnb haben. Ich hoffe und wünsche es der Insel, das sich da in den kommenden Jahren was ändert.

Diesmal keine Infobox

Bewusst verzichte ich deshalb hier auch auf weitere Tipps und die Infobox, möchte jedoch Mallorca Expertin Nina von Reisehappen für ihre Hilfe danken und auch meine Freunde Anja und Daniel für die tolle Organisation des Wochenendes. Gerne mal wieder. Nur nicht im September…

 

 

 

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